Muko beim Arbeitgeber

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Muko beim Arbeitgeber

Beitragvon queenkatti am 26.10.2007, 23:40

Wow, wie toll, dass dieses neue Thema hier so schnell aufgenommen wurde. Die Idee dazu ist erst letzte Woche entstanden... :D

Mich würde interessieren, was Ihr für Erfahrungen mit Muko in Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen gesammelt habt. Habt Ihr den Arbeitgebern direkt davon erzählt oder erst beim Vertragsabschluss oder bis heute noch nichts gesagt (sicher auch abhängig vom Gesundheitszustand).
Wenn Ihr es erwähnt habt, dann nur den Schwerbehindertenausweis oder Mukoviszidose erklärt?

LG, Katti
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Beitragvon Lamai am 27.10.2007, 04:48

Ich habe die Diagnose CF bei sämtlichen Bewerbungsschreiben nicht vorenthalten. Da ich jedoch zu jenem Zeitpunkt noch kaum Beschwerden hatte, formulierte ich es in etwa so. "Die Erbrankheit CF ist mein ständiger Begleiter, doch lebe ich damit ohne Einschränkungen". So schob ich den Ball quasi dem Arbeitgeber zu, denn somit war es seine Angelegenheit ob er sich über CF informieren will oder nicht. Er tat es auch und ich erhielt einen Vorbehalt von 5 Jahren bei den Versicherungsleistungen, was eine Leistungskürzung zur Folge gehabt hätte. Glücklicherweise konnte ich diese 5 Jahre hinter mich bringen.
Ich bin mit der Offenlegung gut gefahren. Der Arbeitgeber stand stehts hinter mir, gemäss seiner Aussage auch gerade deshalb, weil ich eben die Diagnose nicht verschiegen habe.

Christoph
Der glückliche Mensch ist nicht der,
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Beitragvon springmausi am 27.10.2007, 07:46

Ich hab zwar nicht Cf, aber schweres Asthma und ich hab das nirgends, weder bei Bewerbung noch in der jetzigen Arbeit im Labor, erwähnt.
Aus diesem Grund, dass sie mich sonst nicht nehmn würden, denke ich halt.

Ich glaub ich komme so besser durch! Es wissen halt nur die besten lieben Kollegen, mit denen ich täglich zusammen arbeite. :wink:
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Beitragvon linchen am 27.10.2007, 11:43

Da ich zum Zeitpunkt meiner Bewerbung keinerlei Probleme oder Einschränkungen hatte, hab ich es hinein geschrieben. Hab es dann aber als erstes beim Vorstellungsgespräch gesagt. Da das Vorstellungsgespräch bei zwei HNO-Ärzten war, die beide einige Jahre in der Uni gearbeitet haben, musste ich auch nicht weiter ausholen und erklären. Wir machten einen Termin zum Probearbeiten aus und musste zum anschließenden Gespräch meine Mum mitbringen, da ich erst 17 war. Dann diskutierten sie das noch mit meiner Mum aus und anschließend haben sie mir gesagt dass sie mich nehmen, vorausgesetzt ich bin mir im Klaren was ich da mache. Ich arbeite jetzt seit 7 Jahren dort und habe es bis heute keine Sekunde bereut und meine Chefs sind auch mehr als rücksichtvoll.
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Beitragvon jennyjen am 27.10.2007, 14:54

Ich habe es nicht in meine Bewerbung geschrieben, allerdings wusste mein Arbeitgeber zum vorstellungsgespräch das ich Muko habe, da ich übers Arbeitsamt (Inetegrationsfachdienst) an diese Stelle gekommen bin!
Eigentlich ist es ganz gut wenn der Arbeitgeber das alles weiss, da der Arbeitgeber beim Arbeitsamt Zuschüsse beantragen kann um den Arbeitplatz von Behinderten (auch wenn sich das immer bisschen krass anhört) finanzieren zu lassen, es werden ausfallzeiten übernommen und evlt spezielle Arbeitsmittel die man benötigt! In der Ausbildungzeit, wird die Stelle sogar zu 100% gefördert! Deswegen ist mein Arbeitgeber echt suuuper felxibel, und total unkompliziert, weil so, auch wenn ich fehle keine allzu grossen Mehrkosten entstehen!
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Beitragvon Jenny_1986 am 27.10.2007, 15:41

ich habe damals in meiner bewerbung angegeben das ich cf habe und hintendran eine broschüre gelegt, net das die leute an falsche informationen raten und denken das ich nemmer lange leb -.-
beim vorstellungsgespräch habe ich es dann nochmal erwähnt und habe auch schnell eine zusage bekommen. gerade beim öffentlichen dienst werden schwerbehinderte gesucht, warum das dann verschweigen? mein arbeitgeber kommt gut damit klar, es ist nur etwas nervig bei jedem abteilungswechsel (alle 4 monate) das den leuten zu sagen was man hat und worauf geachtet werden soll. aber damit kann man gut leben würd ich sagen :D
Jenny_1986
 

Beitragvon Carmeli am 28.10.2007, 19:21

Hallo Katti

siehe auch diese Links

http://www.muko.info/forum/viewtop ... =bewerbung

http://www.muko.info/forum/viewtop ... =bewerbung

http://www.muko.info/forum/viewtop ... =bewerbung

http://www.muko.info/forum/viewtop ... =bewerbung

http://www.muko.info/forum/viewtop ... 4&start=30


In einer Bewerbung geht es nicht um die Mukoviszidose. Nur wenn Dir die Mukoviszidose mehr bedeutet, als den Job zu bekommen, dann solltest Du es hineinschreiben. Ich würde Dir raten, lass es weg. Wenn es sich beim Vorstellungsgespräch ergibt, kannst Du es immer noch erwähnen.

Es kommt darauf an, wo Du Dich bewirbst. Manchmal werden Schwerbehinderte bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt, dann reicht es (ist meine Erfahrung) in einem Satz kurz zu erwähnen, dass man einen Schwerbeschädigtenausweis besitzt. Und fertig.

In ein Bewerbungsschreiben für einen Job gehört hinein, weshalb der Arbeitgeber gerade Dich nehmen sollte.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon queenkatti am 28.10.2007, 22:08

Hallo Carmen,
Danke für die Links und Tipps. Ich möcht aus Muko ja weder im Anschreiben noch im Bewerbungsgespräch ein großes Thema machen, sondern bin mir einfach unsicher ob das bloße Erwähnen ein Vor- oder Nachteil ist.

Bis jetzt habe ich es nur kurz am Ende des Anschreibens erwähnt bei Stellen, die in der Ausschreibung auf die Bevorzugung Schwerbehinderter bei gleicher Qualifizierung... hingewiesen haben. Und ich hab's immer im Zusammenhang mit Engagement anstattt 'ich leide an CF' formuliert.
Aber selbst dabei bin ich mir nicht sicher, ob das so von Vorteil ist und habe bei den letzten Bewerbungen GAR NICHTS mehr über Muko geschrieben.

Stimmt schon, was Du schreibst: wenn es sich ergibt, kann man im Gespräch dann ja immernoch das Thema darauf bringen.
Aber wie ist es, wenn ich nichts sag, einen Vertrag unterschreibe und irgendwann später mit Muko rausrücke? Kann ich nachträglich überhaupt noch als Schwerbehindert eingestuft werden (vorausgesetzt, der AG ist einverstanden) oder ist das gesetzlich unmöglich?

Liebe Grüße, Katti
queenkatti
 

Beitragvon madonna am 29.10.2007, 08:12

ich hab jetzt grad mal n paar beiträge gelesen und bekomm fast ein schlechtes gewissen.
ich beginne demnächst meine ausbildung als köchin und habe weder in der bewerbung noch beim gespräch oder telefonat muko erwähnt...
habe allerdings von meinem arzt ein schreiben bekommen, dass ich für den beruf geeignet bin.
wie soll ich jetzt vorgehn? so in der art: ach übrigens, ich hab muko??
oder das schreiben nur bei bedarf vorzeigen?
:?
madonna
 
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Beitragvon springmausi am 29.10.2007, 15:26

ich würd das eigentlich nur bei Bedarf herzeigen, wenn du wirklich mal länger ins KH musst, wegen Muko.
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Beitragvon Saskia am 29.10.2007, 17:12

Hallo Alllerseits,

also ich habe meinem Arbeitgeber nicht gesagt, dass ich Muko habe.
Und der Arbeitgeber darf auch nicht fragen, ob du krank bist, oder so.

Allerdings sit jetzt der Punkt gekommen, wo ich allmählich meiner Abteilung mitteile, dass ich Muko habe, weil eine IV ansteht und ich dann nicht auf dumme fragen antworten möchte, lieber vorher schon alle aufklären und später Ruhe haben.

Wenn man einen Schwerbehindertenaußweis besitzt würde ich das auf jeden Fall beim Bewerbungsgespräch sagen, denn es stehen einem dann ja mehr Urlaubstag zur Verfügung.

Also dann, ich hoffe du bekommst die Stelle!

Lieber Gruß
Saskia
Saskia
 

Beitragvon Carmeli am 29.10.2007, 19:23

queenkatti hat geschrieben:Hallo Carmen,

Stimmt schon, was Du schreibst: wenn es sich ergibt, kann man im Gespräch dann ja immernoch das Thema darauf bringen.
Aber wie ist es, wenn ich nichts sag, einen Vertrag unterschreibe und irgendwann später mit Muko rausrücke? Kann ich nachträglich überhaupt noch als Schwerbehindert eingestuft werden (vorausgesetzt, der AG ist einverstanden) oder ist das gesetzlich unmöglich?

Liebe Grüße, Katti


Hallo Katti
Es ging ja bei Deiner Frage nicht darum, dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass Du schwerbehindert bist, sondern, dass Du Muko hast. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.

Hast Du denn keinen Schwerbeschädigtenausweis?

Auf was für eine Stelle möchtest Du Dich denn berwerben.

Ich schreibe immer einen Satz mit hinein, dass ich einen Schwerbeschädigtenausweis besitze. Mehr nicht.
Beim Vorstellungsgespräch wurde nie dierekt nach Art der Erkrankung gefragt. Bei den meisten Arbeitgebern erfolgt vor Einstellung eine betriebsärztliche Untersuchung. Und erst dort und dann ist Mukoviszidose vom Interesse. Hier sollte man alles besprechen. Der Betriebsarzt teilt dann dem Arbeitgeber mit (ohne Angabe der Diagnose) ob man für die Stelle geeignet ist., dedingt geeignet ist oder gar nicht geeignet ist.

Man kann vorab auch mit seinem Mukoarzt besprechen, ob es bei der gewünschten Stelle Probleme geben könnte und kann dann selbst bereits einschätzen, ob sich eine Bewerbung lohnt oder nicht.

Für die meisten Arbeitgeber ist die Mukoviszidose uninteressant. Für den Arbeitgeber zählt nur die Leistung.

Wenn man keinen Schwerbeschädigtenausweis hat, dann muss man gar nichts angeben. Allerdings kann es dann von Nachteil werden, wenn man gesundheitlich geschwächt ist und einen Job mit schwerer körperlicher Arbeit beginnt, und dann vielleicht sehr oft krank ist.

Was möchtest Du denn für einen Job wählen?

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Carmeli am 29.10.2007, 19:27

madonna hat geschrieben:ich hab jetzt grad mal n paar beiträge gelesen und bekomm fast ein schlechtes gewissen.
ich beginne demnächst meine ausbildung als köchin und habe weder in der bewerbung noch beim gespräch oder telefonat muko erwähnt...
habe allerdings von meinem arzt ein schreiben bekommen, dass ich für den beruf geeignet bin.
wie soll ich jetzt vorgehn? so in der art: ach übrigens, ich hab muko??
oder das schreiben nur bei bedarf vorzeigen?
:?


Hallo Madonna
Hattest Du denn eine betriebsärztliche Untersuchung? Wenn ja, dann ist alles in Ordnung und Du musst nichts tun. Wenn nicht, dann ist es zwar nicht gut, zeigt aber, dass der Gesundheitszustand Deinen Arbeitgeber nicht interessiert.
Man muss seinem Chef nicht erzählen, was man für eine Krankheit hat.
Also keine Sorge.

Viele Betroffene messen der Mukoviszidose viel zu viel Bedeutung zu. Diese Bedeutung hat sie für Deinen Arbeitgeber mit Sicherheit nicht.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon queenkatti am 30.10.2007, 00:34

Hi Carmen,

doch klar hab ich einen Schwerbeh.ausweis.

Carmeli hat geschrieben:Es ging ja bei Deiner Frage nicht darum, dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass Du schwerbehindert bist, sondern, dass Du Muko hast. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.


Ja, ich weiß. Deshalb doch im allerersten Beitrag meine Frage, ob Muko ODER der Ausweis erwähnt werden sollte. Es ging also um beides- ganz unabhängig von einander.
Spätestens wenn ich IV mache oder im Winter halt viel huste, wird doch jeder normale Mensch nachfragen. Wenn's nicht der Chef ist, dann vielleicht die Kollegen. Es geht weniger um Rechtliches, was ein AG fragen DARF, sondern normal menschliche Reaktionen, die einen im Beruf erwarten und wie man Problemen vorbeugen kann, indem man evtl. den Ausweis oder eben Muko im Vorhinein erwähnt.
Während meiner Praktika hab ich extrem negative Erfahrungen gemacht, wo ich Muko nicht erwähnt habe. Und das möchte ich im Job auf keinen Fall wieder erleben. Deshalb bin ich unsicher: wann ist wie viel Info sinnvoll??

Carmeli hat geschrieben:Auf was für eine Stelle möchtest Du Dich denn berwerben.


Ich hab Bewerbungen an Sozialpädiatrische Zentren, Kinder-Rehazentren, Schulpsychologischer Dienst und ähnliche Stellen geschrieben. Grundsätzlich pädagogisch-psychologische Stellen.

LG, Katti
queenkatti
 

Beitragvon sweety niki am 30.10.2007, 10:29

also ich habe es gleich in den lebenslauf geschrieben. und ich muss sagen es war nicht auf ablehung gestoßen. also klar einige Firmen haben gar nicht erst zurück geschrieben. aber die kleineren Betiebe haben doch geantwortet. meine ausbildung habe ich nur auf grund von meinem ausweis bekommen. da war es also gut das ich mit offenen karten gespielt habe. ich kann mir aber schon vorstellen das das bei einigen firmen doch auf ablehung stoßt den die wissen ja nicht was man hat ich habe einfach nur die anmerkung gemacht das ich nen aussweit mit 50 % GdB habe und naja wie gesagt da kann ich mir schon vorstellen das es für machen firmen abschreckend sein muss sowas dann zu lesen, mal erhlich wer stellt den gerne behinderte menschen ein wo man die behinderung wahrscheinlich auch noch sehen kann. ok vielleicht sollte ich bei meinen nächsten bewerbungsschreiben erst am ende des Einstellungsgespräches erwähnen das ich noch die kleine Macke habe ab und zu ins Krankenhaus zu verschwinden und mir ein paar flaschen rein zieh.

aber wie gesagt schlechte erfahrungen habe ich damit jetz nciht gemacht
sweety niki
 

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