Abtreibung und CF

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Beitragvon Heischeisch am 26.01.2007, 15:59

Jess hat geschrieben:Ich bin jedoch der Meinung dass es einfach ist das Leben am Anfang gar nicht erst richtig entstehen zu lassen, als das Kind Jahrelang um sich zu haben es zu lieben, von ganzem Herzen, denn ein krankes Kind gibt so viel mehr Lebensenergie, Freude und Herzlichkeit weiter als man es vielleicht von gesunden gewohnt ist.

Zu dieser Diskussion könnte ich Romane beitragen, immer aber auch das Gefühl, auf unsicherem Terrain zu sprechen. Aber der von mir hervorgehobene Teilsatz oben, Jess, bringt mehr als viele andere Worte meine eigene Überzeugung zum Ausdruck: ein Leben mit CF "lohnt" sich wie jedes andere Leben auch! Vielleicht wäre ich anderer Meinung, wenn wir heute noch die Situation von vor 60 Jahren hätten. Damals kamen Menschen mit CF kaum aus dem Kindesalter heraus, da hätte ich es wirklich verstehen können, wenn einem jedes Mittel recht gewesen wäre, ein solches Leben bloß schon von vornherein "abbiegen" zu können.
Aber heute ist die Situation eben schon anders. Gerade auch Du, Jess, hast mir in meiner Anfangszeit durch Dein so von mir wahrgenommenes Freudestrahlen in den Worten (auf eMaillisten z.b.) immer das Bild eines lohnenden Lebens vermittelt. Der Lohn, von dem ich spreche, ist das Lebensgefühl, die Lebensfreude, die jemand empfindet. Ich glaube doch wohl nicht, dass Du dies alles nur gespielt hast, um dieses Bild anderen zu vermitteln, oder?
Heute leben wir in einer komplexen Situation: auf der einen Seite verfügen wir über diagnostische Mittel, eine CF oder eine andere "Erbkrankheit" (ich mag den Ausdruck bekanntlicherweise nicht) überhaupt extrem frühzeitig aufzudecken (was diesen Thread überhaupt möglich macht) andererseits verfügen wir auch über die Mittel, die Folgen der CF abzumildern. Was klar ist: die Folgen der CF sind und bleiben wohl auf absehbare Zeit unheilbar und wirklich prekär.
Auf der anderen Seite sage ich mal ganz salopp: das Leben ist auch eine Krankheit, denn sie endet immer tödlich, und heute gibt es keinen "ursachenlosen" Tod mehr. Da kann der 95jährige Mensch noch so natürlich aus dem Leben geschieden sein, der Arzt wird dazu doch noch ein Diagnose finden, die den Eindruck aufkommen lässt, auch dies wäre wieder nur eine Krankheit gewesen (Herzversagen o.ä.). Ich weiß schon, dass der Vergleich schwer hinkt, und das mancher Mensch mit CF entrüstet darüber sein kann, sicherlich zu Recht. Ich will nur andeuten, dass ein Leben mit CF zumindest heutzutage einfach nicht mehr gleichzusetzen ist mit einem Leben, das man besser lieber erst gar nicht initiieren sollte, damit die Qualen erst gar nicht durchlebt werden müssen. Mancher wird es kaum für möglich halten, aber als ich noch ziemlich jung war, habe ich in Diskussionen mit meinem Vater immer gern meine "Philosophie" zum Besten gegeben, wonach es eigentlich viel klüger wäre, erst gar keine Kinder zu bekommen, denn wenn diese die schönen Momente des Lebens dann nicht erleben würden, könnten sie sich ja nicht darüber ärgern, weil sie ja nicht existierten... umgekehrt würde ihnen jede Qual des Lebens erspart bleiben (und welches menschliche (also seiner selbst bewusste) Leben ist schon ganz ohne Qualen?!). Später wollte ich jahrelang tatsächlich keine Kinder, denn ich fand es ein Verbrechen, in diese Welt auch noch Kinder hineinzusetzen (und dazu noch, wo es doch sowieso schon so viele gibt!!). Irgendwann fiel mir in einer stillen Stunde aber wie Schuppen etwas von den Augen: gegen alle Vernunft, gegen alle Klugheit, will ich doch Kinder... einfach, weil ich Mensch bin. Und Menschsein ist mehr als die Summe von Klugheit und Vernunft und anderer Tugenden...
Es gibt Gebiete auf der Erde, in denen es schon viel zu viele Menschen gibt und viel zu wenig Güter, diese zu ernähren. Hunderte Millionen Kinder leben im Zustand extremer Unterernährung. Die Eltern können diesen Zustand absehen. Ich würde mir nicht anmaßen, denen "Dummheit" zu unterstellen, weil sie trotzdem Kinder bekommen. Sie folgen einfach ihrem Menschsein und wahrscheinlich wäre es eher "dumm", wenn sie dem nicht folgen würden.
In einigen hundert Jahren ist unser aller Leben Schall und Rauch (eher noch weniger!). Es spielt keine Rolle, ob wir Bill Gates, George Bush, Angela Merkel oder aber jemand sind, der keine "Bedeutung für die Allgemeinheit" besitzt. Wenn das so ist, wenn es an sich so unbedeutend ist, ob wir leben oder nicht leben, dann kann es doch nur die Bedeutung sein, die wir uns selbst geben, auf die es ankommt. Insofern ist es eben richtig, wenn wir nicht über das Leben anderer urteilen. Mein Sohn Julian wird seinem Leben mal eine Bedeutung geben müssen, so wie ich das heute für mein Leben tue. Ich habe nicht das Recht, aber vor allem auch gar nicht die wirkliche Möglichkeit, die Bedeutung seines Lebens zu bestimmen! Das ist der Punkt, der mir wichtig erscheint.
Insofern macht auch die Regelung Sinn, wonach die Mutter selbst die Entscheidung über die Bedeutung für ihr Leben zu suchen hat. Und insofern widerspreche ich auch einer "höheren" Bedeutung, wie sie Michael aufgrund seiner Glaubensherkunft annehmen will.
Naja, ich freue mich schon darauf, was mein Sohn mal so in vielleicht 12-14 Jahren hier in diesem Forum dazu sagen wird.
Liebe Grüße
Roland
P.S.: ich füge nochmal hinzu, dass wir uns für ein drittes Kind entschieden hatten. Eine Amniozentese hatten wir gewünscht, um zu wissen, woran wir sind, nicht aber dazu, um eine Entscheidung für oder gegen das entstehende Leben zu steuern. Wir waren gleichzeitig der Meinung, jeder soll und darf es für sich entscheiden. Eben keine moralische Keule damit schwingen!
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Abtreibung und CF

Beitragvon Joka am 26.01.2007, 16:14

...
Zuletzt geändert von Joka am 14.03.2008, 00:29, insgesamt 1-mal geändert.
Joka
 

Beitragvon Heischeisch am 26.01.2007, 16:21

Sakura hat geschrieben:Die ganzen Schuldgefühle, die man sein ganzes Leben lang gegenüber anderen hat....ständig krank zu sein, anderen immer Sorgen zu bereiten, anderen eine Last zu sein...je älter man wird, desto mehr wegen dem fortschreiten der Krankheit, das empfinde ich als große Belastung...natürlich eine Belastung die man sich selbst auferlegt, man könnte auch egoistisch denken, aber ich kann das zum Beispiel nicht.
Dann die Angst, die einen immer wieder überkommt sobald es einem schlechter geht...Angst vor der Zukunft, vor dem weiteren Verlauf, vor der späteren TX, um die auch kein CFler herum kommt, zumindest nicht um die Entscheidung...ob dafür oder dagegen ist ja dann eine andere Sache -> eine Angst die bei den meisten Cflern vorhanden ist aber selten nach außen gezeigt wird!

Liebe Tina,
ich könnte mir vorstellen, dass für die Umgebung gerade diese Schuldgefühle anstrengender sind als die größten Anstrengungen, die Deine CF für sie mitbringt. Gleichzeitig ist mir aber bewusst, dass leider auch solche Bemerkungen an solchen machtvollen Schuldgefühlen nicht wirklich etwas so schnell ändern können. :(
Ansonsten gehen mir auch Deine anderen Sätze natürlich unter die Haut.
Gerade auch die Angst ist eigentlich das Unfairste, womit man sich auseinandersetzen muss und es ist tatsächlich nicht eben einfach.
Liebe Grüße
Roland
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....

Beitragvon Pia-Lia am 26.01.2007, 16:28

Hallo allerseits...
sorry wenn ich jetzt was wiederholen sollte, oder so... ich bin grad in derklinik und nur kurz zu haus, darum kann ich nciht alle beiträge lesen zu dem thema!

Ich würde ein kind mit cf nicht abtreiben. Ich bin auch generell gegen abtreibung.. aber egal..

Was ioch eigentlich sagen will ist, dass jeder, der ein kind bekommen möchte, sich diese sache vorher überlegen sollte. Ob er ein Kind haben möchte und es annehmen, egal was kommt. Ich meine seeeelbst wenn man jetzt cf auschließen kann.. es gibt doch viele tausend andere Möglichkeiten, sein kind früh zu verlieren, so viele krankheiten und unfääle, die das Leben sehr stark und mindestens genauso stark beinflussen können, wie eine cf.
Darum verstehe ich die ganze sache, von wegen "oh ne, das könnte ich aber nicht" meiner meinung nach sollte jemand, der so argumentiert, (ich habs etwas kurz und stumpf ausgedrückt..) , sich noch einmal genau überlegen, ob er bereit ist ein Kind großztuziehen.

Abgesehen davon halte ich mein Leben keineswegs für "jugendlos", ganz im gegenteil, ich hab ne primajugend, auch wenn ich oft krank bin und eingeschränkt...

Wenn ich mehr zeit hab, und wieder zu haus bin.. kann ich auch noch genauer draufeingehen, aber denke das wesentliche hab ich geschrieben...


LG, Pia-lia
Pia-Lia
 

Beitragvon Ann am 26.01.2007, 16:49

Hallo Ihr Lieben,

aus der jetzigen Sicht würde ich ein Kind mit CF auch nicht austragen wollen. Und ja, es klingt hart, aber manchmal wünschte ich mir, gar nicht geboren worden zu sein. Denn was Jess schon schrieb: was man nicht kennt, vermisst man nicht!

LG Ann-Christin
Ann
 

Beitragvon marcylaila am 26.01.2007, 17:00

Hallo,
Danke an alle für eure sehr persönlichen Schilderungen und Gedanken....!!!!!
Sie gingen mir teils , wie Dir Roland auch, sehr unter die Haut!!!
Lg ULI
marcylaila
 
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Beitragvon Jess am 26.01.2007, 17:03

Hey Roland!

Natürlich habe ich nichts von alle dem vorgespielt, warum auch, ich bin wie ich bin und das mal emotional mal nicht *lach* und ich möchte ja auch nur sagen, wenn ich als CFler vor der Wahl stünde ein Kind mit CF autragen zu müssen oder nicht ich mich dagegen entscheiden würde, weil für mich meine genannten Aspekte eine sehr grosse Rolle spielen und ich nicht weiss, ob ich meinem Kind die Stärke anerziehn könnte, wie meine Eltern sie mir auf den Weg mitgegeben haben! Ich habe die Kids meiner Sister die ich liebe wie meine eigenen und das reicht mir! *lächL*

Was Tinas Beitrag angeht, so finde ich geht er sehr unter die Haut und sie hat vieles von dem ausgedrückt was ich nicht in Worte fassen konnte! Den grössten Punkt hierbei finde ich die Erläuterung "unserer" Angst! Ich kann mehr als nachvollziehn, wie es ist auf jemand anderen angewiesen zu sein! Es ist selbstverständlich für unsere Eltern, dass sie dies für uns Tag ein Tag aus machen, weil sie uns lieben. Doch für uns ist es, je älter wir werden auch unangenehmer! Wir wollen erwachsen sein und sobald ein Infekt kommt hindert dieser uns daran es zu sein! Denn nun brauchen wir wieder Hilfe. Denn wenn es mich richtig gepackt hat war ich ja nicht einmal mehr in der Lage allein mit dem Auto ins KH zu kommen geschweige denn meine Sachen in eine Tasche zu packen!

Dann kommt der Part des Partners hinzu. Man bekommt gesagt ich mach die Dinge alle gern für dich und wenn die Dinge dann Monate gar Jahre durchgemacht werden müssen bekommt man die Retoure mit den Worten: "Ich hab mich ausgenutzt gefühlt!" Sehr nett! Aber zum Glück sind ja nicht alle so, aber das prägt unsere Ängste eben auch sehr für die Zukunft und die Partnerschaften die noch folgen! Wobei nicht alle so sind!!!! *lächL*

LG
Jess
Jess
 

Beitragvon Tese am 26.01.2007, 17:30

Also eins möchte ich von meiner Seite aus mal klar stellen!

Ich habe nie behauptet, dass ICH NICHT LEBEN möchte, oder keinen Spass an dem habe was ich besitze, verkörpere oder sonstiges! Die, die mich länger und besser kennen, wissen genau, welche Seiten ich alles kennen lernen durfte und welche nicht und diese haben mich eben zu dieser Wahl meiner Entscheidung kommen lassen!

Natürlich kann man aus allem das Positive sehen und ich bin eine derer die dies in jeder Lebenslage hinter sich gebracht hat! Aber ich weiss auch wie niederschmetternd es ist, wenn Du eine IV nach der andern machen musst und nicht mal Wochen dazwischen liegen, NEIN gerade mal 7 Tage und die nächsten drei Wochen mit puren Medis sind nötig... Sauerstoff reicht nicht mehr nur die Nacht über sondern ständig... Es ist auch so, dass viele von uns eben einen solchen Lebensmut und willen haben von dem sich Gesunde gern ein Scheibchen abschneiden würden, aber jeder wird irgendwann an den Punkt kommen an dem er mehr als verflucht!

Es freut mich Tese, dass es Dir noch so gut geht und Dank der Forschung ist es bei vielen anderen auch schon so, dass sie ein hohes Alter erreichen, aber man beachte, dass es eben auch Menschen gibt die CF Kinder haben und sich einen feuchten Kericht um sie scheren... Ihre Kinder nicht mal davon in Kenntniss setzen an was für eine tödlich verlaufenden Krankheit sie leiden und im KH liegend stirbt das Kind mit einer so grossen Angst in den Augen, weil es nicht mal wusste was mit ihm los war.. ja sowas gibts auch und aus solchen Geschichten, die ich kenne schliesse ich ebenfalls mein Urteil! Und es geht ja um die persönliche Frage ob ICH der Meinung bin, dass man wenn man die Wahl hat ein CF Kind abzutreiben dies machen sollte! Ich würde auch sagen, dass eine Ehepaar das 30 Jahre alt ist mit solche einer Situation sicherlich besser klar kommt als junge Eltern, klar wird dies auch wieder zerflückt werden, aber das schliesse ich eben daraus, dass diese mehr Lebenserfahrung mit sich bringen können!

Vielleicht hätte ich ja auch eine andere Meinung wenn ich nicht selbst diese ganzen Qualen am eigenen Leib erlebt hätte.. ich meine mal ehrlich ich liege im KH bekomm gerade ne neue Lunge.. und heule wie ein Schlosshund als mein ZVK im Hals kaputt geht und sage den Ärzten sie könnte mich gern nochmal bei lebendigem Leibe aufschneiden und noch ne Lunge reinpflanzen nur KEINE Braunülen in die Arme oder sonstwo rein und keine ZVKs! Und allein die Tatsache vor Augen zu haben so ein süsses kleines Baby bekommt die Arme zerstochen oder ein niedliches Kleinkind.. NEIN DANKE! Natürlich kann jedes Kind erkranken und jedes hat ein Recht auf Leben, aber ich verbinde Leben nicht mit Qualen, Leiden oder beschimpfungen andere Kinder einem selbst gegenüber.. Die Menschen da draussen sind mehr als grausam und nutzt man die einem zustehenden Mittel bekommt man dafür noch einen drauf!

Noch einen Aspekt sehe ich in der Gesundheitsreform! Es wird immer schlimmer mit dem was wir gestrichen bekommen und was nicht alles.. in ein paar Jahren werden uns noch die Lebenserhaltenden Mittel genommen und dann...Das möchte ich jetzt gar nicht weiter ausmalen!

Ich liebe mein Leben und ich würde es für nichts auf der Welt hergeben, aber ich weiss, dass ich dies keinem anderen Menschen wünsche und nicht ohne Grund heisst es CF ist die Krankheit die die grösste Disziplin erfordert... Wenn es einem noch gut geht sieht die Welt rosig aus.. aber sobald man keine Luft mehr bekommt, Blut spuckt, dem Tod mehr als einmal ins Auge sieht, merkt man was genau das Ausmass dessen ist, was wir haben!!! Und am Ende liegt man wirklich im Krankenbett und denkt.. scheiss doch auf alles entweder ich schaff das jetzt oder schmier ab... und wer bleibt zurück... das ist nämlich dann die Sorge nicht die, das wir es nicht schaffen, sondern die, was mit unseren Lieben passiert, wie die sich fühlen... und ich sag euch das sind auch keine schönen Gedanken!!!! Und die haben sogar schon kleine Kinder und das ist der Grund weshalb ich diese Meinung mehr als vertrete! Kinder verstehen so viel von der Welt und verschliessen nicht die Augen... so wie wir es irgendwann automatisch anfange zu tun!


Ich glaube ich verstehe mitlerweile was du meinst.Wenn meine Antwort ein bisschen heftig war,sorry :?

Aber:

Dennoch möchte ich noch ein letztesmal wiedersprechen, weil ich im Gegensatz zu vielen Menschen denke, dass diese Frage keine "individuelle" ist.

Bei geborenen Kindern oder bei Erwachsenen würde auch niemand stellvertretend für sie die Entscheidung treffen, dass es besser wäre, ihnen die Zukunft zu ersparen.

Warum dann bei Ungeborenen? Ist ihr Lebensrecht denn "geringer"? Dann würde ich aber sagen, das träfe (falls das der richtige Konjunktiv ist...) auch für Komapatienten und andere Schwerstpflegebedürftige zu.


Das finde ich nämlich auch,und deshalb bin ich GEGEN Abtreibung,natürlich muss das jeder selbst entscheiden,aber ich für meinen Teil würde mein Kind,auch wenn es CF hätte nicht Abtreiben lassen.Außerdem wissen ja manche Eltern schon von einem Risiko,dass das Kind an etwas erkranken könnte(also bei CF wiisen das die Eltern meistens nicht)und dann finde ich es blöd,WENN man davon weiß,ein Kind zeugt,es sich dann aber anders überlegt,weil einem die Angst überkommt und dann noch Abtreibt.Das finde ich verantwortungslos.Wie gesagt das gilt aber nicht für CF und für viele andere Krankheiten auch nicht.Leider.

LG Tese
Tese
 

Beitragvon engelchen am 26.01.2007, 17:32

Auf Grund der Neuen Nutzungsbedinungen sehe ich mich gezwungen meine Meinungen zu verschiedenen Themen zu löschen. Für ev. später aufkommende Fragen stehe ich dann nicht mehr zur Verfügung!

engelchen
Zuletzt geändert von engelchen am 13.03.2008, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.
engelchen
 

Beitragvon Tese am 26.01.2007, 17:32

Was ioch eigentlich sagen will ist, dass jeder, der ein kind bekommen möchte, sich diese sache vorher überlegen sollte. Ob er ein Kind haben möchte und es annehmen, egal was kommt. Ich meine seeeelbst wenn man jetzt cf auschließen kann.. es gibt doch viele tausend andere Möglichkeiten, sein kind früh zu verlieren, so viele krankheiten und unfääle, die das Leben sehr stark und mindestens genauso stark beinflussen können, wie eine cf.
Darum verstehe ich die ganze sache, von wegen "oh ne, das könnte ich aber nicht" meiner meinung nach sollte jemand, der so argumentiert, (ich habs etwas kurz und stumpf ausgedrückt..) , sich noch einmal genau überlegen, ob er bereit ist ein Kind großztuziehen.

Abgesehen davon halte ich mein Leben keineswegs für "jugendlos", ganz im gegenteil, ich hab ne primajugend, auch wenn ich oft krank bin und eingeschränkt...


Sehr guter Aspekt!DEm stimmt ich zu,siehe ja auch oben^^
Tese
 

Beitragvon Heischeisch am 26.01.2007, 17:56

Jess hat geschrieben:Dann kommt der Part des Partners hinzu. Man bekommt gesagt ich mach die Dinge alle gern für dich und wenn die Dinge dann Monate gar Jahre durchgemacht werden müssen bekommt man die Retoure mit den Worten: "Ich hab mich ausgenutzt gefühlt!" Sehr nett!
Tja, Schweine gibts halt... mussma weida gugge... :D

Jess hat geschrieben:Wobei nicht alle so sind!!!! *lächL*
Das wäre ja auch noch schöner!
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Beitragvon Jess am 27.01.2007, 01:49

Hihi Roland,

Du bist mir wieder einer! Aber stimmt schon und es ist gut so, dass kaum ein Schwein rumläuft was sich ebenfalls so verhalten würde! *sfg*

Ob man jetzt für oder gegen eine Abtreibung ist, so ist es ja jedem selbst überlassen wie er da denkt! Ich finde es genauso verantwortungsvoll als Paar zu sagen, wir haben nicht die Mittel dem Kind ein solches Leben zu ermöglichen wie es das verdient hat und bekommen es eben nicht, wie das sich ein Elternteil entscheidet ein Kind zu bekommen, ob jetzt gesund oder nicht! Wo hingegen ich die Sache bei Kranken anders sehe! Ich weiss mit der Meinung ecke ich oft an, aber ICH finde es unverantwortlich.. und das ist eben wirklich MEINE Ansicht, sich als CFlerin hinzusetzen und egoistisch zu sagen ich möchte ein Kind! Mit dem Wissen im Kopf, ich werde nicht so alt sein und weiss nicht mal ob ich die Einschulung meines Kindes erleben würde, es beschützen kann, wenn mir die Luft wegbleibt oder ihm die Leiden zutragen zu müssen, dass es damit aufwächst seine Mutter früher zu verlieren als andere! Ich rede jetzt rein davon, dass ich weiss, wie krank ich bin. Jede Frau kann plötzlich an Krebs oder sonstwas erkranken oder überfahren werden, aber das sind Dinge die wir eben nicht beeinflussen können. Und das wäre eben auch der Grund warum ich abtreiben würde! *G*

Lg
Jess
Jess
 

Beitragvon ernesto am 29.01.2007, 21:14

Wo fange ich nur an…

Mir ist bewusst, das meine Meinung nur eine Meinung des „Hier und Jetzt“ ist, Dinge die ich erlebe (oder erleide) werden diese wohlmöglich völlig über den Haufen werfen…
Abtreibung ist eins der Themen, zu denen ich eine recht ambivalente Meinung habe! Ich bin eher gegen Abtreibung, kann mich aber nicht abschließend entscheiden…

Abtreibung ist es eine Entscheidung nicht nur für sich selbst, oder im Idealfall mit dem Partner/der Familie zusammen… Sondern auch eine Entscheidung für jemanden, den man nicht fragen kann. Eigentlich eine Entscheidung die man nicht treffen sollte!
Es gibt aber schon Dinge, Situationen die für eine Abtreibung sprechen, aber CF gehört für mich (bisher) nicht dazu.
Diese Meinung mag sich wie gesagt wandeln, vielleicht habe ich noch nicht erlebt, wie es sein kann, obwohl es da schon einiges gibt. Oder ich bin nur gut darin, Dinge zu verdrängen… :roll:
Es sollte aber immer eine möglichst sichere/gute Entscheidungsgrundlage (ja sicher, bei dem Thema, vergiss es ernesto!) geben.
Auch sich für eine Abtreibung zu entscheiden mag unter Umständen schwerwiegende Folgen haben, wenn man z.B. im Nachhinein mit dieser Entscheidung hadert… Eine professionelle Beratung fände ich prinzipiell empfehlenswert!

Was meine Meinung vielleicht etwas verdeutlich (oder verkompliziert :? ):
Ich mag dieses Gen-Ding nicht. Mir behagt der Gedanke alles zu optimieren nicht. Sich den perfekten Menschen zurechtbasteln;
(etwas viel „dark future“? Mag sein! Ich glaube aber: Was geht wird gemacht…)
Deshalb denke ich das ich auch eine Heilung der CF auf diesem Wege nicht will. Sollte das in der Realität funktionieren, tja dann wird meine Meinung mit Sicherheit nicht standhalten, zumal es dann ja sowieso zu spät sein würde… :oops:

Um zur Abtreibung zurückzukommen bzw. zu versuchen den Zusammenhang herzustellen:
Krankheiten, also keine 100%ige Perfektion gehören für mich zum Leben dazu, sie hat (wenn auch negativ) was Natürliches. Abtreibung hat für mich immer den Beigeschmack etwas perfekt machen zu wollen. Das ist ein Gefühl, was da bei mir mitschwinkt. Bei den meisten wird das wohl nicht der Grund für eine Abtreibung sein, zumindest hoffe ich das...

Wie gesagt, ein Thema bei dem ich mich nicht wirklich entscheiden kann.
!Ohne Richtig oder Falsch…

lg ernesto
ernesto
 

Beitragvon Tese am 30.01.2007, 15:03

Is mir mal wieder aus der Seele gesprochen :)
Tese
 

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