(Früh-)Verrentung ... Wer entscheidet darüber ?

Hier hat alles Platz, was sich um rechtliche Probleme mit Krankenkassen, Ämtern, Pflegediensten etc. dreht, von der Beantragung des Schwerbehindertenausweises über Ermäßigungen und Steuerbefreiungen bis hin zum Pflegegeld.
Forumsregeln
In unserem Forum respektieren wir die Meinungsfreiheit jedes einzelnen Menschen genau dann in vollem Umfang, wenn er sich in einem gepflegten, den anderen Mitgliedern gegenüber respektvollen Umgangston artikuliert. Beleidigungen, Bedrohungen und Bloßstellungen eines Mitglieds sind strikt untersagt. Zum respektvollen Umgang miteinander gehört ebenso, kein anderes Mitglied absichtlich zu täuschen. Dies gilt auch beim Verfassen von Privaten Nachrichten oder E-Mails über das Forum.

Dieses Forum dient dem Erfahrungs- und Informationsaustausch über die Erkrankung Mukoviszidose, daher werden Beiträge ohne einen solchen Bezug gelöscht.

Eigene Beiträge können bis zu 24 Stunden nach Veröffentlichung bearbeitet werden.

Darüber hinaus behält sich der Mukoviszidose e.V. als verantwortlicher Betreiber des Forums vor, einzelne Beiträge oder auch ganze Themen ohne Begründung zu löschen oder zu schließen.

Vollständige Forumsregeln

(Früh-)Verrentung ... Wer entscheidet darüber ?

Beitragvon Mukine am 26.12.2007, 13:22

Ich hatt ja an anderer Stelle schon diverse "formale" Alltags-Schwierigkeiten , als CF-lerin (Jahrgang 1970) , thematisiert.

Da es diesbezüglich auch um Zweifel und wiederkehrenden Nachweis meines Schwerbehindertenausweise ( 60% ) geht , würde mich interessieren , ob es in Bezug auf finanzielle Unterstützung und -Entlastung von CF-Patienten letztlich sinnvoller "wird" sich um Rente zu bemühen , als mit geringster Einkunft sich mit unterschiedlichsten Ämtern herumzuschlagen.

Oder bleiben die sog. Pflichten , bzw. die "Sorgen" eines CF-Patienten , die gleichen - unabhängig davon , ob er noch als erwerbsfähig gilt oder nicht ?

Habe eine Lehre absolviert und dort mehrere Jahre als Schneiderin / Näherin gearbeitet - bis der Betrieb den Bach runter ging :(
Ab dann war es faktisch unmöglich einen Arbeitgeber zu finden , der mich mit bekannten "Vergünstigen" eines Schwerbehinderten nochmal hätte anstellen wollen.
( Die sagten glattweg ..... die Auswahl an gesunden Arbeitssuchenden ist ausreichend lang ..... da müssen wir nicht noch extra .... )

Nunja , nun wollt ich natürlich nicht ausschließlich meinem Mann auf der Tasche liegen ( Facharbeiter / Instandhaltung - Produktionsbetrieb ) und doch irgendwie eignes Geld verdienen.
Seit mehreren Jahren bin ich nun in Heimarbeit ( nennen wirs "Geschenk-Tüten-Produktion" >> mein Mann sagt "Sklavenarbeit" dazu :o ) tätig , gelte als geringfügig beschäftigt und bin von starken saisonalen Auftragsschwankungen abhängig.
Will sagen : Mal gibts Arbeit .... dann wieder mehrere Wochen nicht :roll:

Das Gesamtfamilieneinkommen schmälert sich entsprechend.

So dachte ich drüber nach , ob die finanzielle Gesamtsituation sich durch einen Rentenantrag nicht stabilisieren ließe.
Auf Verbesserung will ich da gar nicht hoffen.
Aber das ich zumindest jedes Monat weiß , wieviel Geld hab ich mindestens zur Verfügung , bzw. kann dieses unserem Gesamteinkommen beisteuern.

Natürlich würde ich trotzdem noch weiter zusätzlich (heim-)arbeiten wollen , wenn das nicht steuerlich gar schlechter wäre ..... als sog. Rentnerin (?)

Wer befindet darüber , ob ich in meinem Alter einen Rentenantrag genehmigt kriege ?
Gehts da um die Feststellung der "Erwerbsunfähigkeit" oder muß ich nur den bloßen Wunsch haben ?
Muß ich zu nem besonderen "Gutachter" der LVA ?
Oder können da auch meine Ärzte / Klinik "hilfreich tätig" werden ?
Oder ists so , das ich zu arbeiten hab , solang das irgendwie möglich ist ? -> bezogen auf eingeschränktem "Tages-Umfang" oder so ....
An wen muß ich mich da wenden ?

Blöd gefragt O.K ;-)

Aber wenn ihr mir da Ratschläge geben könntet , wäre ich zu großem Dank verbunden.

Oder gibt es andre Möglichkeiten um alle rechtlich zustehenden finanziellen Unterstützungen ausnutzen zu können ?

Nicht das die politischen Maßgaben mal immer höher angesetzt werden , oder es in Zukunft dann noch schwieriger für mich wird " das Mögliche " rauszuholen.

Gibt sicher viele denen es schlechter geht als mir und ich will auch keineswegs durchs Schmarotzen "weiterkommen" , aber das rechtlich maximal Zustehende nutzen ja auch Menschen aus , die für sich noch andre " Alternativen " hätten .... und was legitim (noch) abgerufen werden kann , da denk ich muß auch ich mich nicht schämen für ...... :roll:

Aber gut , wiegesagt die Materie ist mir fremd.

Vielleicht kann mir diesbezüglich jemand " auf die Beine helfen " :?:


Vielen Dank schon mal


LG


Christine
Mukine
 

Beitragvon Carmeli am 26.12.2007, 19:30

Hallo Christine

Was hast Du denn für eine Lungenfunktion? Wie hoch ist Deine FEV1? Hast Du Sauerstoff? Wie oft bist Du denn arbeitsunfähig? Wie oft machst Du i.V.? Wann war denn Deine letzte REHA? Wieviel Stunden pro Tag kannst Du arbeiten?

Wie sieht denn Dein Therapieplan so aus?

Das sind alles Dinge, die bei der Frage Berentung oder nicht eine wichtige Rolle spielen.
Man kann nicht einfach sagen, "ich möchte jetzt Rente".

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Mukine am 26.12.2007, 20:50

Carmeli hat geschrieben:Man kann nicht einfach sagen, "ich möchte jetzt Rente".

Liebe Grüße
Carmen


Joo , O.K ganz so lapidar wars auch nicht gemeint :wink:

Aber wem gegenüber hab ich diese Fragen zu belegen ?
Auf mich selbst wird ja niemand von sich aus zutreten und sagen Du bist jetzt in der Kategorie "nicht mehr arbeitsfähig" (?)

Wo hab ich da anzusetzen ?
Mit wem hab ich die Kriterien zu diskutieren , bzw. wer wird sie prüfen und einschätzen ?

Denke , da wird das Ankreuzen eines Fragebogens nicht ausreichen.

Wenn ich nicht mehr voll arbeitsfähig bin , aber stundenweise doch ,
dann hab ich deshalb aber nicht Anspruch auf irgendwelchen Ausgleich oder Unterstützung zum Familienunterhalt :?:
Mukine
 

Beitragvon leeni am 27.12.2007, 15:39

Hallo Christine!
Ich möchte Dir gerne ein paar Dinge schreiben, an die ich mich noch erinnern kann, wie es bei meiner Rentenbeantragung abgelaufen ist. Allerdings muss ich als erstes bemerken, dass doch wirklich Dein Gesundheitszustand als Grund für deine Beantragung gelten sollte und nicht das Bedürfnis eines geregelten Einkommens! Verstehe mich nicht falsch, aber Dein Beitrag kommt, glaube ich, etwas falsch rüber!

Also, ich habe im Jahr 2000 einen Rentenantrag gestellt. Der Auslöser, war der dringende Rat meiner CF- Ambulanz. Man kann also davon ausgehen, dass meine Lungenwerte (ich weiß sie von damals nicht mehr) nicht sonderlich gut waren. Auch habe ich mehr als vier mal im Jahr eine IV benötigt und war auf Arbeit mehr krank als anwesend. Sauerstoff benötigte ich allerdings nicht, auch bis heute nicht, da meine o2 Sättigung meist bei 97% liegt. Mein Fev1 allerdings gerne zwischen 34 und 39 schwankt.

Einen Antrag stellte ich damals bei der BFA (die zahlen meine Rente). Ich bekam einen ehrenamtlichen Mitarbeiter der Krankenkasse zur Seite gestellt, der mir beim Ausfüllen der ganzen Unterlagen behilflich war! Dort mussten die letzten Krankenhausaufenthalte, Rehas etc. alles angegeben werden. Das war sehr viel Papierkram der alleine schwer zu bewältigen ist. Außerdem musste ich zu einem Gutachterarzt der BFA! Der allerdings null Plan von CF hatte. Des weiteren wurden etliche Unterlagen von meiner CF-Ambulanz eingefordert. Nach ca. einem halben Jahr, hatte ich die Rentengenehmigung!

Außerdem gibt es noch Unterschiede bei der Einstufung, denn es gibt volle und Teilweise Erwerbsunfähigkeit. (Hoffe da hat sich in unserem Bürokratenland noch nichts geändert, denn so stehts bei mir drin)

Man darf bei voller Erwerbsunfähigkeit eine geringfügige Beschäftigung bis 345,- Euro ausüben!

So, ich hoffe ich konnte etwas helfen, wenn es mittlerweile Änderungen gibt, oder ich etwas falsch erklärt habe, korrigiert bitte, denn das sind alles Vorgänge an die ich mich so grob erinnern kann!

Lieben Gruß
leeni
 

Beitragvon Carmeli am 27.12.2007, 17:49

Hallo Mukine

In vielen Fällen läuft es so, dass man längere Zeit nicht arbeitsfähig ist. Man kommt dann irgendwann in einen Zeitraum, der an die 72 Wochen reicht. Dann droht die Aussteuerung, und die Krankenkasse zahlt dann kein Krankengeld mehr. Man wird dann zuvor irgendwann von der Krankenkasse angeschrieben. Entweder man wird zur REHA geschickt oder erst zum Gutachter und dann zur REHA.
Nun hat man die Wahl. Entweder die REHA bringt einen wieder auf die Beine, oder die REHA-Klinik befürwortet die Rente. In vielen Fällen reicht das aus. In vielen anderen Fällen muss man noch zum Gutachter.

In einigen wenigen Fällen geht es auch ohne REHA, nämlich dann, wenn kein REHA-Potential vorhanden ist. Wenn jemand aber noch arbeiten geht, dann ist in der Regel auch REHA-Potential vorhanden, so dass ich denke, dass Dich die BfA erst einmal zur REHA schicken würde. :wink:
In einer sehr guten REHA-Klinik werden dann solche arbeitsmedizinischen Dinge gebahnt. Sei es Arbeitsreduktion oder Rente oder auch der Schwerbeschädigtenausweis. Das ist meine Erfahrung.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Mukine am 27.12.2007, 19:29

Vielen Dank

mmh , denke auch ich habs zu sorglos ausgedrückt

Ja , die Frage eines Rentenantrages tut sich dann auf ,
wenn ich wegen Erwerbsunfähigkeit meine geringfügige Beschäftigung nicht mehr ausüben kann , d.h mir kein Geld mehr verdienen kann , weil ich dazu nicht mehr in der Lage bin.

Nur ist das bei "Heimarbeit" halt so ne Sache ,
dem Namen nach passiert das halt daheim , in den eigenen vier Wänden.
Da gibts kein " auf Arbeit fehlen " oder " krank sein ".
Das is moderne Sklavenhaltung , mit Ausschluß-Verträgen.

Das heißt , wenn ich was produziert und abgeliefert hab , dann gibds Geld dafür - meist auf Termin bezogen und faktisch auf Akkord.

Geht es mir schlecht , dann mach ich an einem Tag weniger an nem andren Tag wieder bis Mitternacht ..... Soweit interessiert das den Auftraggeber nicht , wie ich das hinkriege ihm was zu liefern .....

Schaff ich die Vorgaben nicht , oder bin krank , dann gibds auch kein Geld .... Kranken und Sozialversicherung hat er uns genötigt selbst zu zahlen ..... feste Anstellung iss das in seinen Augen auch gar ned :roll:

Da wirds schwer werden genau diese Arbeit oder deren Volumen zu beurteilen.

Letztlich wirds da drauf rauslaufen , das da irgendwann ein Arzt sich meiner annehmen wird und seine Meinung dokumentieren wird.

Grundsätzlich wars halt mein Gedanke , welche finanziellen Strohhalm unsereins greifen kann , um das rechtlich vorgesehene Unterstützungspotential auszuschöpfen ....
:arrow: Keinesfalls um schnorrerisch reich zu werden , aber doch um legitime finanzielle Unterstützung für sozialverträgliches Alltagsleben ebenso in Anspruch zu nehmen wie andre Berechtigte , die vielleicht in andren Sparten ihr rechtlich zustehende Zuwendung abrufen.

Die Rente wird dies freilich in letzter "Instanz" sein , aber ev. könnt ihr mir Eure "Zwischenschritte" aufzeigen - wenns denn derlei Möglichkeiten gibt.

An Arbeitsmut und Bereitschaft wird es mir weder jetzt noch nach ev. finanziellen "Zuschüssen" mangeln.


LG



Christine
Mukine
 

Beitragvon Carmeli am 27.12.2007, 19:56

Hallo Christine

Es gibt bei Arbeit immer zwei Möglichkeiten. Entweder man hat einen Arbeitsvertrag mit einem Arbeitgeber und ist damit nicht selbständig oder man ist selbständig.
Wo man seinen Job ausübt, das ist egal. In manchen Berufen kann man sehr gut im Büro und genau so gut daheim arbeiten. Das sind die besten Jobs für CFler. :wink:

Wenn man nicht selbständig sprich wenn man angestellt ist, dann ist man entweder arbeitsfähig und kann arbeiten oder man ist arbeitsunfähig und erhält vom Arzt einen Krankenschein. Wenn man einen Krankenschein hat, dann muss der Arbeitgeber eine bestimmte Zeit (meist 6 Wochen) Krankengeld zahlen.

Kranken und Sozialversicherung hat er uns genötigt selbst zu zahlen ..... feste Anstellung iss das in seinen Augen auch gar ned


Wenn das so ist, dann bist Du im Prinzip selbständig. Und da ist es Deine Sache, ob Du arbeitest oder nicht. Wenn Du nicht in die Rentenkasse eingezahlt hast oder einzahlst, dann wird es wohl mit Rente schlecht aussehen.
Du kannst Dich ja auf der Rentenstelle erkundigen.

Siehe auch das Zitat:
Wichtig! Keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung heißt anderweitige Absicherung!

Wenn Sie sich entschließen, keine Beiträge mehr zu bezahlen, sollten Sie auf jeden Fall wissen, dass nach spätestens zwei Jahren kein Versicherungsschutz mehr für Berufs- oder Erwerbsfähigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung besteht. Wenn Sie mehr als zwei Jahre keine Beiträge einzahlen, können Sie das Erfordernis von 36 Pflichtbeiträgen in den letzten fünf Jahren nicht mehr erfüllen. Um nicht im Ernstfall unversorgt dazustehen, müssen Sie sich auf jeden Fall anderweitig absichern.

Ein Altersrentenanspruch dürfte in der Regel erst mit 65 Jahren entstehen. Wenn Sie schon früher zur Ruhe setzen wollen, muss ebenfalls eine anderweitige Absicherung erfolgen. Wenn keine Beiträge mehr in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden, steigert sich natürlich auch die Höhe der zu erwartenden Leistung nicht mehr.


Da kann man Dir nur wünschen, dass Du Dich richtig rentenversichert hast. :roll:

LG
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Schlangenlady am 13.02.2008, 08:49

Das habe ich gerade in einem anderen Forum gefunden, vielleicht ist es ja auch hier für manchen interessant:

Zitat:"Außerdem: Wenn Du nachweislich vor dem 25. Lebensjahr erkrankt bist haben Deine Eltern Anrecht auf Kindergeld bis zu Deinem Ableben (oder ihrem eigenen). Voraussetzung ist, dass Du unter dem Freibetrag liegst und der ist im Moment bei 7680 € / Jahr.
http://www.sozialleistungen.info/con/so ... rgeld.html "

Uli,45
Benutzeravatar
Schlangenlady
 
Beiträge: 2185
Registriert: 13.04.2006, 20:56
Wohnort: München


Zurück zu Rechtliches

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron