Volle Erwerbsunfähikeitsrente und Grundsicherung

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Volle Erwerbsunfähikeitsrente und Grundsicherung

Beitragvon Danielw am 26.06.2007, 19:12

Hallo,
ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Es geht um die Grundsicherung. Ich bin jetzt 27 Jahre. Hab trotz der Mukoviszidose eine Ausbildung als Pharmazeutisch-Kaufmannischer-Angestellter hinter mir und habe auch in dem Beruf weiter Gearbeitet. Nur leider ist jetzt nicht mehr möglich.
Ich bekomme seit Januar Erwerbsunfähigkeitsrente (568,..€)
Das reicht natürlich nicht um zu leben. (miete,essen,..)

Ich wohne mit meiner Freundin zusammen. Haben eine gemeinsame Wohnung(in Miete) und teilen uns die Miete und Nebenkosten.
Miete und Nebenkosten sind 585€ im Monat.

Jetzt würde ich gern Grundsicherung beantragen. Dabei muss ich aber auch den Gehalt und das Vermögen meiner Freundin angeben. Gehalt hat Sie nicht sehr viel
(1065€ netto). Allerdings hat Sie eine Lebensversicherung und einen Bausparvertrag. Sind zusammen ca.6500.-!

Wird das ein Problem sein beim Beantragen der Grundsicherung?
Ich mein die können doch nicht verlangen das meine Freundin erst das Geld von der Lebensversicherung und dem Bausparvertag aufbraucht.

Wer kennt sich damit aus oder hat schon ähnliches erlebt?
Was kann man tun?

Freu mich auf eure Antworten und hoffe ihr könnt mir helfen!
Danielw
 
Beiträge: 12
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Beitragvon Carmeli am 26.06.2007, 20:57

Grundsicherung im Alter oder bei voller Erwerbsminderung
Begriff und Systematik

Grundsicherung ist eine eigenständige Sozialleistung. Sie gibt es seit dem 1. Januar 2003. Seit dem 01. Januar 2005 sind die Vorschriften des Grundsicherungsgesetzes Bestandteil des Sozialgesetzbuch XII. Die Grundsicherung ist eine steuerfinanzierte, bedarfsorientierte Basisleistung im Alter und bei Erwerbsminderung auf der Grundlage des so genannten Grundsicherungsgesetzes.

Die Leistung der Grundsicherung soll den grundlegenden Bedarf für den Lebensunterhalt von Menschen absichern, die wegen Alters oder auf Grund voller Erwerbsminderung endgültig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind und deren Einkünfte für den notwendigen Lebensunterhalt nicht ausreichen. Dadurch soll die Zahlung von Sozialhilfe vermieden werden. Im Gegensatz zur Sozialhilfe wird auf Einkommen der Kinder oder Eltern nicht zurückgegriffen.

Anspruchsberechtigt sind Menschen mit gewöhnlichem Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland, die das 65. Lebensjahr vollendet haben oder
die das 18. Lebensjahr vollendet haben und - unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage - aus medizinischen Gründen dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, wenn sie ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können.

Der tatsächliche Bezug einer Alters- oder Erwerbsminderungs-Rente ist nicht notwendig. Ob die Voraussetzungen für den Bezug von Grundsicherungsleistungen vorliegen, prüft in diesen Fällen der zuständige Rentenversicherungsträger im Auftrage der zuständigen Kreis-/Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Ausschlusstatbestände

Ausgeschlossen von den Leistungen der Grundsicherung sind Personen

- wenn das Einkommen der Eltern oder Kinder jährlich einen Betrag von 100.000 EUR übersteigt,
- die ihre Bedürftigkeit in den letzten zehn Jahren vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt haben und
- ausländische Staatsangehörige, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten.

Höhe der Grundsicherung

Die Grundsicherungsleistungen berechnete sich bis zum 1.Januar 2005 wie folgt:

Es wurde gezahlt
-der für den Antragsberechtigten maßgebende Regelsatz der Sozialhilfe zuzüglich 15 Prozent des Regelsatzes eines Haushaltsvorstandes zur pauschalen Abgeltung einmaliger Leistungen,
-die angemessenen tatsächlichen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung (bei nicht getrennt lebenden Ehegatten oder bei einer eheähnlichen Partnerschaft jeweils anteilig),
- die Kosten der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, soweit sie nicht anderweitig abgedeckt werden und
- ein Mehrbedarf von 20 Prozent des maßgebenden Regelsatzes bei gehbehinderten Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen G besitzen.

Hiervon werden die eigenen Einkünfte abgezogen. Sind sie höher als der grundsicherungsrechtliche Bedarf, besteht kein Anspruch auf eine Grundsicherungsleistung. Sind sie niedriger als der Bedarf, wird der Unterschiedsbetrag gezahlt.

Ab dem 1.Januar 2005 werden der bisherige Regelsatz und der 15-%-Zuschlag zu einem einheitlichen neuen Regelsatz zusammen gefügt.
Für gehbehinderte Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "G" wird der pauschale Mehrbedarf auf 17 % des maßgebenden (nun auch die Pauschalen enthaltenen)Regelsatzes festgelegt. Weiterhin werden als Grundsicherungsleistung auch andere Mehrbedarfe, etwa für Kindererziehung oder kostenintensive Ernährung, gewährt.
Schließlich werden ab 01.Januar 2005 in Sonderfällen auch Mietschulden als Grundsicherungsleistung übernommen.

Anrechnung von eigenem Vermögen und Einkommen

Eigenes Einkommen und Vermögen wird angerechnet, da Grundsicherungsleistungen nur Bedürftige bekommen, die ihren Lebensunterhalt nicht oder nicht vollständig bestreiten können entweder aus eigenem Einkommen und Vermögen oder aus dem Einkommen und Vermögen des nicht getrennt lebenden Ehegatten oder des Partners einer eheähnlichen Gemeinschaft, oder (ab 01. Januar. 2005) des gleichgeschlechtlichen Lebenspartners, soweit es deren Eigenbedarf übersteigt.

Zum Einkommen zählen u.a.
-Renten und Pensionen
-Wohngeld,
-Ehegattenunterhalt
-Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
-Zinsen und sonstige Kapitaleinkünfte
-tatsächliche Unterhaltszahlungen von Kindern oder Eltern, auch wenn deren Einkommen einen Jahresbetrag von 100.000 Euro nicht erreicht .

Nicht zum Einkommen werden gerechnet
-Leistungen nach dem Kindererziehungsleistungsgesetz,
-Grundrente nach dem Bundesversorgungsgesetz und sonstige Leistungen für -Schaden an Leben, Körper oder Gesundheit zur Hälfte
-Erziehungsgeld nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz
-Unterhaltsansprüche gegenüber Kindern oder Eltern, wenn deren Einkommen einen Jahresbetrag von 100.000 Euro nicht erreicht

Zum Vermögen zählen u.a.
-Haus- und Grundvermögen
-PKW
-Bargeld und Guthaben auf Konten bei Banken, Sparkassen, u.a.
Wertpapiere
-Rückkaufwerte von Lebens- und Sterbeversicherungen

Nicht zum Vermögen zählen
-Beträge bis zu einem Betrag von 2.301 Euro bei Alleinstehenden
-Beträge bis zu einem Betrag von 2.915 Euro bei nicht getrennt lebenden Ehegatten oder eheähnlichen Partnerschaften

Vom Einkommen abgesetzt werden können
-auf das Einkommen entrichtete Steuern
- Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung
-gesetzlich vorgeschriebene und angemessene Beiträge zu öffentlichen oder privaten Versicherungen
-beim Erwerbseinkommen die Werbungskosten

Antragserfordernis

Die Leistungen der Grundsicherung beginnen erst mit der Antragstellung.

Bewilligungszeitraum

Die Bewilligung der Leistung erfolgt in der Regel für den Zeitraum von einem Jahr. Danach muß ein neuer Antrag gestellt werden und die Bedürftigkeit wird erneut überpruft.



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Carmeli
 

Beitragvon Carmeli am 27.06.2007, 08:54

Hallo Yvie

Beim Beziehen von Rente geht es nicht um einen GdB und es spielt auch keine Rolle, ob man bei den Eltern wohnt.
Die Höhe einer Rente ist davon abhängig, welche Rentenzahljahre man geleistet hat.
Sprich je mehr man in die Rentenkasse eingezahlt hat, desto mehr Rente erhält man. Je länger man gearbeitet hat, desto mehr Rente gibt es. Egal wieviel Gespartes man hat oder wie reich der Ehemann ist.

Die Grundsicherung dagegen erhalten Leute, die zum Beispiel aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung keine Lehre absolvieren bzw. nie arbeiten gehen konnten bzw. nicht lange genug arbeiten gehen konnten um einen Rentenanspruch zu erwerben.
Hier geht es dann wirklich darum den Grundbedarf (Essen, warme Wohnung mit Licht und Wasser) abzusichern. Mehr nicht. Aber man erhält hier einen Zuschlag wenn man einen gewissen GdB hat.
Da es bei der Grundsicherung um die Sicherung der Grundbedürfnisse geht, werden hier alle Einkommen der Familie oder Lebensgemeinschaft, Ehe ect. mit einberechnet. Denn jemand der bei seinen Eltern wohnt, hat nun einmal einen niedrigeren Grundbedarf an staatlichem Geld, als jemand der allein in einer eigenen Wohnung lebt.

Gruß Carmen
Carmeli
 

Beitragvon schurig am 27.06.2007, 09:33

schurig
 
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Beitragvon Danielw am 28.06.2007, 10:43

ich hab allerding nach der lehre nur 26.5 stunden die woche gearbeitet. deshalb hab ich auch net mehr.

aber nochmal zur grundsicherung. können die verlangen das meine freundin erst ihre lebensversicherung und ihrn bausparvertrag auflöst.

der freibetrag sind ja 2915€. lebensversicherung und bausparvertag ist aber darüber. aber die können doch von einer 22 jährigen nicht verlangen das sie ihre altersvorsorge auflöst, oder doch?

gibt da keine ausnahme?

Danke für eure antworten!

cruz
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Beitragvon Schlangenlady am 28.06.2007, 10:51

Auf der von Michael verlinkten Seite stehen nochmal die Freibeträge und auch die Ausnahmen. Bei denen sind Versicherungen genannt und auch Härtefälle.
Leider werdet Ihr wohl nur die Möglichkeit haben, Euch direkt beim zuständigen Amt alles durchrechnen zu lassen und dann zu entscheiden, was Ihr machen wollt.

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Beitragvon schurig am 28.06.2007, 11:51

Hi Daniel

ruf einfach bei der Rentenversicherung an:

Wir sind auch telefonisch für Sie da! Nutzen Sie unser bundesweit kostenloses Service-Telefon – wir beantworten Ihnen Ihre Fragen.

Sie erreichen uns unter 0800 10 00 480 70
Montag bis Donnerstag: 7.30 bis 19.30 Uhr
Freitag: 7.30 bis 15.30 Uhr
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Beitragvon Danielw am 29.06.2007, 20:40

kein problem. brauchst dich nicht zu entschuldigen. ich bekomm übrigens keine grundsicherung wegen der lebensversicherung und dem bausparvertrag meiner freundin.

das heißt wir müssten erst meiner freundin ihre noch geringe altersvorsorge aufbrauchen bevor ich meine grundsicherung bekomme.

aber danke für eure hilfe.
cruz
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Beitragvon Pappie am 30.06.2007, 21:49

Kann man da nicht irgendwie "tricksen"?

Will jetzt hier nicht irgendwie zum "betrügen" auffordern. Das hört sich aber bei dir ganz nach schon aufgeben an. Ein Anruf und die Sache hat sich für dich erledigt?

Ich würde mich da mal ein bischen mehr drum kümmern.

Man Lebensversicherungen auch umschreiben lassen zum Beispiel, oder auch Bausparverträge. Auf andere Personen (z. B. Familie). Mit unwiderruflichen Bezugsrecht z. B.

Also, bevor ich da aufgebe würde ich mich mal richtig informieren.
Pappie
 

Beitragvon Danielw am 01.07.2007, 10:16

Umschreiben geht nicht da bei der Lebensversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit dran hängt.

Ne möglichkeit wäre das ich mich wieder daheim anmelde und nur auf dem Papier daheim wohne. Aber wenn sowas rauskommt ist auch net so toll.

Hat zufällig jemand die Telefonnummer vom Herrn Skepenat?
Vielleicht kennt der ne Lösung!

Aufgeben will ich auch nicht. Weil so geh ich halt jeden Monat mit 600€ ins minus!

Cruz
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Beitragvon Carmeli am 01.07.2007, 13:44

Wieso gehst Du denn jeden Monat mit 600 EUR ins Minus?

Wenn ich bedenke, dass Du über 500 EUR Rente erhälst, die Grundsicherung allerdings gerade einmal bei ca. 350 EUR liegt, verstehe ich Deine Rechnung nicht ganz. Ihr teilt Euch die Miete. Was habt Ihr denn für ein Schloß.
Stell doch einfach den Antrag und dann wirst Du sehen, ob Du etwas erhälst oder nicht.
Carmeli
 

Beitragvon Schlangenlady am 01.07.2007, 15:38

Versuchs doch mal bei der Anwältin, Fr. Bollmann; das erste Beratungsgespräch ist meines Wissens kostenlos und die hat da sicher Erfahrung.
Vielleicht kannst Du ja auch noch Kosten einsparen, z.B. wenn Du den Schwerbehindertenausweis noch nicht mit entsprechenden Merkmalen haben solltest, würde ich versuchen, ein G und Rf zu erhalten; dann wären schon mal die GEZ-Kosten weg und die öff. Verkehrsmittel fast umsonst.
Viel Glück!!!

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Beitragvon Pappie am 02.07.2007, 14:03

Danielw hat geschrieben:Umschreiben geht nicht da bei der Lebensversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit dran hängt.

Cruz


Beim umschreiben ändert sich nur der Versicherungsnehmer. Die versicherte Person bleibt gleich. Somit auch die Berufsunfähigkeitsrente.
Pappie
 

Re: Volle Erwerbsunfähikeitsrente und Grundsicherung

Beitragvon Hortmi am 03.03.2011, 14:53

Hallo zusammen! Der thread hier ist sehr interessant, bin in einer mehr oder weniger ähnlichen Situation und habe eigtl alles was ich wissen wollte hier erfahren. Aber da es um wichtige Angelegenheiten geht, wollte ich fragen, ob die Dinge die hier genannt wurden noch aktuell sind (immerhin von 2007) und was es in diesem Zusammenhang zu beachten gibt.... Danke schonmal


Gruß Manuel
Hortmi
 
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