Muko und Beamte/r ?

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Muko und Beamte/r ?

Beitragvon Robert am 04.05.2007, 13:55

Hallo.
Gibts hier jemanden mit Muko, der/die gleichzeitig Beamte/r ist ?

Oder gibts hier jemanden, der ein Kind mit Muko hat und privat Krankenversichert ist ?


Meine Frage:
Wie gut ist die Absicherung durch private Krankenversicherungen, wenn es um Muko-spezifische Kosten geht ?
Welche Hilfsmittel werden bezahlt, welche Medikamente ?

Habt ihr als CF'ler schon schlechte Erfahrungen mit privaten Krankenversicherungen gemacht ?


Hintergrund:
Ich bin CF'ler und wurde verbeamtet.
Da ich als Beamter nicht mehr krankenversicherungspflichtig bin, konnte ich wählen zwischen
1. freiwilliger gesetzlicher KV
2 privater KV

Die privaten Krankenversicherungen haben nämlich ein Angebot, dass sich JEDER Beamte innerhalb von 6 Monaten nach Verbeamtung privat versichern lassen kann und - egal welche Vorerkrankung - maximal 30% Risikoaufschlag zahlen muss.

Kosten:
1. Als freiwillig gesetzlich Versicherter Beamter trage ich die kompletten Krankenkassenbeiträge (ca. 16%) allein. Das Land als Arbeitgeber zahlt nichts hinzu, denn er gewährt ja die "Beihilfe".
Macht bei mir: 310 € pro Monat.

2. Als privat Versicherter würde ich ca. 180 € pro Monat zahlen.


Problem:
Die privaten Krankenversicherer haben "abgeschlossene Leistungskataloge".
Soweit mir von der DKV gesagt wurde, zahlen die nur das, was in diesem Katalog drinsteht.
--> Inhaliergeräte stehen z.B. nicht drin.
Da frag ich mich: was steht da sonst noch alles nicht drin, was ich vielleicht später mal brauchen werde ?

Bin ich als CF'ler bei einer privaten KK schlechter versorgt als bei einer Gesetzlichen ?

Ich wär so dankbar für eure Erfahrungen !!

Grüße
Robert
Robert
 

Beitragvon Ibu-Junkie am 04.05.2007, 14:57

Hi
bin auch privat. Bislang keine Schwierigkeiten bei der Kostenübernahme, ABER: Kuren/Rehas werden NICHT gezahlt. Falls sich der RV-Träger zwecks Kostenübernahme querstellt, ist selberzahlen (Bei minimaler TAgespauschale) angesagt.
Gruß
Ibu-Junkie
 

Beitragvon Schlangenlady am 04.05.2007, 16:42

Ich war Beamtin und freiwillig bei der AOK versichert (das bin ich noch, aber inzwischen pensioniert). Bis auf jährliche Rehas ( da haben sie zuletzt auf 4 Jahre Wartezeit bestanden) habe ich eigentlich alles bezahlt bekommen.
Praktisch ist natürlich auch, daß die Abrechnung direkt über die Kasse geht und ich die doch sehr hohen Beträge nicht vorstrecken muss. Ich mache jetzt z.B. seit November zuhause "Dauer-IV", außerdem habe ich bis zu dreimal pro Woche Krankengymnastik, das würde ganz schön teuer kommen, alles erst selbst zu zahlen, zumal man erst auf die Erstattung der Kasse und anschließend noch auf die der Beihilfe warten muss.
In der cf-Ambulanz wird meiner Erfahrung nach kein Unterschied gemacht, ich bekomme da immer problemlos Termine etc. .Beim Hausarzt/Internisten genauso, bei der Augenärztin und beim Gynäkologen warte ich manchmal etwas länger. aber das ist ja nur einmal im Jahr.
Bei Privatkassen ist es doch teilweise auch so, daß mit dem Alter die Beiträge steigen, das würde ich auch nachfragen, damit es dann nicht plötzlich teurer wird.
Die Frage ist auch, ob sie bei Beamten Rehas zahlen, denn da gibts ja keinen Rentenversicherungsträger, der ersatzweise einspringen würde.

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Beitragvon Schlangenlady am 10.05.2007, 16:53

Was mir noch eingefallen ist sind die "einfachen" Sachen wie Kochsalzlösung, Vitamine, Zusatznahrung, Spritzen und Nadeln (z.B.fürs Colistin), aber auch Heim-IV; würden die bezahlt?
Was ist, wenn in ein paar Jahren Diabetes/Osteoporose dazukommen, müsste man dann Risikozuschläge zahlen?

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Beitragvon Pappie am 13.05.2007, 10:47

Schlangenlady hat geschrieben:Was mir noch eingefallen ist sind die "einfachen" Sachen wie Kochsalzlösung, Vitamine, Zusatznahrung, Spritzen und Nadeln (z.B.fürs Colistin), aber auch Heim-IV; würden die bezahlt?
Was ist, wenn in ein paar Jahren Diabetes/Osteoporose dazukommen, müsste man dann Risikozuschläge zahlen?

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Nein, Risikozuschlag wird am Anfang festgelegt und bleibt dann. Egal welche Erkrankungen noch dazukommen.
Pappie
 

Beitragvon Simona Hölting am 17.05.2007, 11:10

Hallo,

ich stehe gerade vor der gleichen Frage, da mein Verbeamtungsverfahren gerade läuft und ich demnächst verbeamtet werde.

Nach vielem Hin- und Herüberlegen habe ich mich dazu entschlossen, bei meiner gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert zu bleiben. Ich denke, bei einer privaten KV muss man sich sehr genau informieren, welche Leistungen sie so ausschließen. Das kann bei Muko richtig viel sein. Auch die Beihilfe ist zumindest in Hamburg manchmal echt problematisch, wie ich von gesunden Kollegen weiß. Die lehnen häufig erstmal ab und man kann dann ordentlich hinter seinem Recht und Geld hinterherlaufen.
Mich schreckt vor allem auch ab, dass ich als Privatversicherter im Prinzip alles Kostenmäßige vorstrecken muss. Und wenn ich mir da alleine meine Rezepte anschaue, könnte ich das finanziell echt nicht wuppen. Auch wenn ich das meiste davon dann irgendwann wiederbekäme. Mal ganz davon abgesehen, dass mit Muko ja über kurz oder lang immer ein wenig mehr dazu kommen kann und es dann immer teurer wird.

Also, ich habe mich von verschiedenen Seiten beraten lassen und am Ende kam eigentlich immer heraus, dass ich mich lieber freiwillig gesetzlich versichern sollte. In erster Linie deshalb, weil man wahrscheinlich einen recht großen Aufwand betreiben muss, um an sein Geld heranzukommen. Diesen Energieaufwand, den ich dafür aufwenden müsste, setze ich lieber sinnvoller ein.

Das was ich mir überlegt habe ist außerdem, dass ich beim Einreichen der Einkommensteuer einfach mal die Hälfte meines Versicherungsbeitrags als besondere außergewöhnliche Belastung angeben werde. Denn wenn ich Beamtin wäre, würde ich ja theoretisch die Hälfte erstattet bekommen. Als freiwillig gesetzlich versicherter Beamter fällt der Beihilfeanspruch aber fast völlig weg. Mal schauen, was das Finanzamt dann so anerkennt.

So, jetzt habe ich viel geschrieben, aber ich persönlich glaube, dass man als Muko-Beamter mit einer freiwillig gesetzlichen Versicherung besser fährt.

Liebe Grüße

Simona
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Beitragvon Schlangenlady am 17.05.2007, 12:02

Hallo Simona,

bei der Einkommensteuererklärung wird der Krankenkassenbeitrag sowieso komplett angegeben, allerdings unter Sonderausgaben, wo man auch die Haftpflichtversicherungen angibt.

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Beitragvon Schlangenlady am 17.05.2007, 12:16

Man kann aber z.B. Fahrtkosten zum Arzt und zur KG, Zahlungen für (vom Arzt als nötig befundene aber) nicht verschreibungspflichtige Medikamente sowie den Eigenanteil bei der Kasse als außergewöhnliche Belastung absetzen; dabei muss allerdings ein gewisser einkommensabhängiger Mindestbetrag überschritten sein.

Uli
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Beitragvon Carmeli am 17.05.2007, 15:29

Insbesondere im REHA-Bereich wird es bei den privaten Kassen problematisch, da meist eine Versicherung für REHA nicht vorgesehen ist. Wenn es einem gut geht, dann ist das sicherlich kein Problem, aber da die CF vortschreitet und man dann sicherlich irgendwann auch einmal von einer REHA profitieren wird, sollte man sich das schon sehr gut überlegen.

Liebe Grüße
Carmen
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Beitragvon Simona Hölting am 19.05.2007, 15:46

Hallo Ulli,

ja ich weiß, die Pauschale von 900 € (die sind z.B. für die Fahrtkosten zu den Ärzten) gebe ich schon seit Jahren an und wird unter außergewöhnliche Belastungen angegeben. Und dort gebe ich natürlich auch immer meine Rezeptkostenzuzahlung und alle weiteren Kosten an. Allerdings komme ich trotzdem selten über die zumutbare Belastung von 6% des Einkommens.

Klar, auch den Krankenkassenbeitrag gibt man immer in voller Höhe an, aber als Angestellter bezahlt man ja nur rund die Hälfte des Kassenbeitrags und die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Das wird sich als verbeamtete gesetzlich freiwillig Krankenversicherte ändern, da ich dann den 100%- igen Kassenbeitrag selber zahlen muss. Normalerweise ist man ja als Beamter zu 50% privatversichert und die anderen 50% kommen über die Beihilfe wieder rein.
Aber genau das fällt als gesetzlich freiwillig Versicherte weg, also nix mit 50% Beilhilfe.
Es geht auch nicht mehr, dass man sich nur 50% gesetzlich freiwillig versichert und die anderen 50% gehen über die Beihilfe.
Habe ich schon alles durchgescheckt.
Deshalb meine Idee, dass ich 50% meines zu 100% selbst gezahlten Kassenbeitrags als außergewöhnliche Belastung angeben werde. Denn ich bin ja quasi doppelt "gearscht", da ich weder vom Arbeitgeber die 50% bekomme, noch 50% von der Beihilfe.

So, vielleicht waren für Robert noch ein paar "wertvolle" Entscheidungshinweise in meinem langen Beitrag enthalten :)

Liebe Grüße

Simona
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