Arbeit und CF

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Arbeit und CF

Beitragvon Jobanjoo am 07.12.2006, 16:01

Seit ca. 14 Jahren bin ich Berufstätig.Aber seit letztem Jahr gehts mir insgesamt schlechter, bin öfter krank obwohl ich eine leichte Form von Muko habe. Aber mitzunehmendem Alter (34) merke, ich dass die Arbeite mir schwerer fällt und die Erholungsphasen länger dauern. Das frühe Aufstehn, der Stress, Therapie. Da bleibt nicht viel Freizeit. Nun überlege ich meine wöchentliche Arbeitszeit von 39 Std. auf 34 Std. zu reduzieren. Ich arbeite im öff. Dienst als Angestellter. Ich habe dort die Möglichkeit diese z.B. für ein halbes Jahr auszuprobieren, allerdings ist das Problem, dass durch den Stellenabbau in der Verwaltung es sein kann, dass ich danach kein 39 Std. mehr arbeiten kann, da die restl. Stellenanteile an jemand anderes vergeben wurde. Ferner bedeutet dies einen finanziellen Verlust. Die Frage ist, wie verhält sich das später mit der gesetzlichen Rente? Die wird ja dann aut. geringer ausfallen, weil ich ja auch weniger eingezahlt habe. Und wie sieht das aus, wenn ich vorher erwerbslos werde bzw. Rente wg. Erwerbsminderung beantrage? Welche Zeiten werden dort zu Grunde gelegt? Wenn dies auch nur nach den letzten 3 Jahren berechnet wird, wäre das ja schlecht, da ging ich besser gleich in eine "Teilrente" oder? Habt ihr hiermit Erfahrungen gemacht? Wer kann mir dazu etwas sagen? Herzlichen Dank. Jürgen
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Beitragvon ernesto am 07.12.2006, 16:12

Bei der (wie heißt sie jetzt so schön :roll: ) Deutschen Rentenversicherung Bund kannst du dir das eigentlich durchrechnen lassen. Sowohl deine bisher erreichten Ansprüche, als auch die theoretisch zu erreichenden, wenn du z.B. deine Arbeitszeit verkürzt...
Verfallen werden die Ansprüche nicht, sie verhalten sich (in etwa?!) anteilig zu dem was eingezahlt wurde. Wenn du aufgrund reduzierter Arbeitszeit also weniger einzahlst, so wirst du auch weniger rente bekommen, aber halt nicht nur berechnet auf der Gundlage dessen was du in den letzten 3 jahren eingezahlt hast...

Hoffe ich konnte etwas weiterhelfen, wie gesagt, lass es dir doch konkrt ausrechnen.

lg ernersto
ernesto
 

Re: Arbeit und CF

Beitragvon Carmeli am 07.12.2006, 18:21

Jobanjoo hat geschrieben: Seit ca. 14 Jahren bin ich Berufstätig.Aber seit letztem Jahr gehts mir insgesamt schlechter, bin öfter krank obwohl ich eine leichte Form von Muko habe. Aber mitzunehmendem Alter (34) merke, ich dass die Arbeite mir schwerer fällt und die Erholungsphasen länger dauern. Das frühe Aufstehn, der Stress, Therapie. Da bleibt nicht viel Freizeit. Nun überlege ich meine wöchentliche Arbeitszeit von 39 Std. auf 34 Std. zu reduzieren. Ich arbeite im öff. Dienst als Angestellter. Ich habe dort die Möglichkeit diese z.B. für ein halbes Jahr auszuprobieren, allerdings ist das Problem, dass durch den Stellenabbau in der Verwaltung es sein kann, dass ich danach kein 39 Std. mehr arbeiten kann, da die restl. Stellenanteile an jemand anderes vergeben wurde. Ferner bedeutet dies einen finanziellen Verlust. Die Frage ist, wie verhält sich das später mit der gesetzlichen Rente? Die wird ja dann aut. geringer ausfallen, weil ich ja auch weniger eingezahlt habe. Und wie sieht das aus, wenn ich vorher erwerbslos werde bzw. Rente wg. Erwerbsminderung beantrage? Welche Zeiten werden dort zu Grunde gelegt? Wenn dies auch nur nach den letzten 3 Jahren berechnet wird, wäre das ja schlecht, da ging ich besser gleich in eine "Teilrente" oder? Habt ihr hiermit Erfahrungen gemacht? Wer kann mir dazu etwas sagen? Herzlichen Dank. Jürgen


Hallo Jürgen
Ich denke einfach so in Teilrente zu gehen, ist nicht so leicht. Was hast Du denn für eine Lufu? Nimmst Du Sauerstoff?

Man muss Prioritäten setzen. Entweder man schleppt sich durch und hat mehr Geld, oder man hat mehr Freizeit.
Warst Du schon einmal zur REHA? Was sagt denn Deine CF-Ambulanz zur Teilrente?
Vielleicht hilft es ja auch, wenn seinen Urlaub regelmäßig eintaktet, so dass man regelmäßig Erhohlungsphasen hat. Dann noch eine jährliche REHA hinzu. Vielleicht könntest Du Deinen Gesundheitszustand so verbessern, ohne auf eine 34-Stunden-Woche gehen zu müssen.
LG
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Jobanjoo am 07.12.2006, 18:36

Hi Carmeli,

meine FEV1 liegt zwischen 48 und 52 %. Nun, nach der IV liegt er bei 58%, habe aber 3 kg abgenommen. Denke das verändert auch die Werte.
Meine Ambulanz hält nix von teilrente, noch nicht.Sie meinen es ging mir noch zu gut. Jaja, noch...Aber ich glaub werd mal Termin bei der DRV machen. Wirklich mal schlau machen. :roll:

Das was du beschrieben hast, also regelmäßig Urlaub, Reha habe ich nun 2 JAhre hinter mir.Also letztes Jahr im Februar war ich zur Klimakur (dank dem Muko eV und Herzenswünsche), leider habe ich mir dort auch einen Infekt geholt. Im Laufe des Jahres habe ich 2 IV gemacht, ging mir einigermaßen.Dieses Jahr hatte ich im Februar DIOS. (Darmverschluss) Im Mai war ich auf GranCanaria 14 Tage Urlaub, mir ging es saugut. Im August war ich zur Reha auf Amrum. So 3-4 Wochen vorher hatte ich immer Schmerzen in den Beinen. Musste jeden Tag eine Ibuprofen nehmen.Naja, ich fahre ja bald in Kur dachte ich.Dort habe ich mir dann einen Infekt geholt. Seitdem bin ich nur krank. Jetzt grad die 4. Woche. IV hinter mir, Cipro etc. Ibuprofen nehm ich weiter, allerdings ist die Wirkung wieder länger geworden, nicht mehr nur 4 Std.(habe das auch nochmal gepostet, hier:http://www.muko.info/forum/viewtopic.php?t=2579) Naja, und wenn ich so mir das Gesamtbild ansehe, meine ich, dass ich kürzer treten muss ?! Ich weiß nicht was ich richtig oder falsch mache. :?: Bitte schreibt fleißig - ich kann mich nicht entscheiden. Danke. :!:
Jobanjoo
 
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Beitragvon Carmeli am 07.12.2006, 19:00

... Naja, und wenn ich so mir das Gesamtbild ansehe, meine ich, dass ich kürzer treten muss ?! Ich weiß nicht was ich richtig oder falsch mache. Bitte schreibt fleißig - ich kann mich nicht entscheiden. Danke.


Hallo Jürgen
Naja es war ja auch nur so ein Gedanke. Ich habe so eine Phase mit ständigem Kranksein auch durch. Und im Lauf der letzten Jahre habe ich festgestellt, dass es sich weitestgehend vermeiden lässt, wenn ich regelmäßige Pausen einlege, sprich regelmäßig Urlaub und REHA.

Ich habe den Denkprozeß bezüglich Kürzertretens auch gerade hinter mir. Allerdings war mir selbst gar nicht bewußt, dass ich zuviel arbeite und ich wäre selbst gar nicht auf diese Idee gekommen, kürzer zu treten. :roll: Erst der nette Doctor in der REHA-Klinik hat mich "auf diese Idee" gebracht, denn er war sehr erstaunt, dass ich mit meinen Werten noch soviel arbeite und noch dazu im Nachtdienst.
Der Denkprozeß hat bei mir ca. 5 Wochen gedauert. Jetzt ist meine Entscheidung gefallen. Und nach 6 Wochen Arbeit mit Kürzertreten habe ich es nicht bereut und bin echt froh, diesen Weg gegangen zu sein.
Man muss sich nur einen Ruck geben. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Schlangenlady am 07.12.2006, 19:10

Hallo,
bist Du während der IV krankgeschrieben? Falls nein, würde ich Dir das dringend empfehlen.
Im öffentlichen Dienst ist es ja "einfacher" für Kranke, weil man nicht gleich mit der Kündigung rechnen muss, bei mir (ich war Beamtin im gehobenen Dienst) gabs erst "Probleme", als ich über 3 Monate durchgehend krankgeschrieben war und das auch noch von verschiedenen Ärzten, da wurde ich dann zur Untersuchung zum Gesundheitsamt geschickt (mehrere Wochen bis zum Termin in denen ich weiterhin meistens krankgeschrieben war).
Der Amtsarzt hat sich mein Röntgenbild angesehen und ganz entsetzt gefragt, ob das immer so aussieht :) , was ich nur bejahen konnte. Er hat mir dann problemlos bestätigt, daß ich derzeit arbeitsunfähig sei und mir, weil ich gesagt habe, daß ich eigentlich noch nicht aufhören wolle zu arbeiten, vorgeschlagen, ob ich es vielleicht mit einer Wiedereingliederungsmaßnahme probieren wolle. Dafür habe ich mich dann entschieden und (als er seine Beurteilung fertig hatte, was auch wieder mehrere Wochen dauerte) 3 Monate täglich 4 Stunden und dann noch 3 Monate täglich 6 Stunden gearbeitet. Während dieser Zeit gilt man aber offiziell weiterhin als arbeitsunfähig, so daß man, wenn es einem schlechter geht ohne ärztliches Attest auch wieder ein paar Tage zuhause bleiben kann. Bei mir wars dann so, daß es mir doch einfach zuviel war, so daß ich bei der erneuten Untersuchung nach den 6 Monaten( plus Zeit bis zum Arzttermin) dem Arzt gesagt habe, daß ich jetzt doch lieber in Pension gehen würde, was er wiederum problemlos "genehmigt" hat. Natürlich hat es wieder mehrere Wochen gedauert bis sein Attest dann bei der Personalstelle war und bis die dann reagiert haben.
Als es losging mit meiner "Dauerkrankschreibung" war es Mai 2004, endgültig pensioniert bin ich seit Februar 2006, so daß ich trotz wenig Anwesenheit im Büro fast 2 Jahre weiterhin mein volles Gehalt bekommen habe und nach fast 25 Jahren Arbeit ist auch die Pension ganz ok, obwohl einiges abgezogen wird, wenn man so früh geht.
Ich bin jetzt 44, meine Lufu ist bei ca. 40 %, dazu kamen Diabetes, Inkontinenz, teilweiser Hörverlust mit Tinnitus links und ständige Gelenk/Muskelschmerzen. Meine Ambulanz war schon länger der Meinung, ich solle lieber aufhören zu arbeiten, so daß die Krankschreibung nie ein Problem war.
Klar ist es blöd für die Kollegen und man hat immer irgendwie ein schlechtes Gewissen, aber wir haben nun mal nicht nur eine simple Erkältung oder Kopfweh, der Arbeitgeber bekommt sogar Zuschüsse für die Beschäftigung Schwerbehinderter und keiner ist unersetzlich, also sollte man doch zuerst an sich denken. Zu beachten ist ja auch noch, daß es auch sehr plötzlich rapide abwärts gehen kann mit unserer "Gesundheit".


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Beitragvon Jobanjoo am 08.12.2006, 12:05

Hi,

ja, während IV habe ich AU. Früher bin damit Arbeiten gegangen, aber bin zu schlapp. Schlaucht schon. Oft habe ich 3 Wochen später einen Infekt, ich hoffe bleibe diesmal verschont, zumal ich den ja jetzt wärend der IV schon hatte. Mit der Wiedereingliederungsmaßnahme, das habe ich auch schon gemacht. Allerdings nur für 2 Wochen, nach meiner Knie-op. Da man ja krank geschrieben ist, kann man dann einfach zu Hause bleiben - richtig.Aber auch hier muss man (zumindest bei Angestellten) bedenken, dass es nach 6 Wochen Krankengeld gibt. Leider weiß ich gar nicht wieviel. Da müsste ich mich bei der Kk erkundigen. Wenn es finanz. nicht so knapp wäre, wäre das ja alles kein Problem Zum Glück verdient meine Frau noch, allerdings ist da auch einiges im Umbruch.Naja, und wenn ich weniger arbeite und verdiene kann man auch wieder weniger Urlaub machen - es ist halt ein Teufelskreis. Ich werde natürlich nicht der einzige CF'ler mit diesen Problemen sein, deswegen habe ich dies auch hier mal angesprochen. Aber du hast ja auch einiges hinter dir. 25 Jahre ist nat. auch schon einiges. Mein Vater meinte letztens ganz cool: "Naja, geh lieber weiter Vollzeit arbeiten (wg. Geld etc.) und dann bist du halt öfter krank und später kannst du dann direkt in Rente gehen." :oops: HALLO ???? Also sowas ist doch total bescheuert. Nicht nur dass ich wirklich öfter krank bin, der AG wird dann doch auch irgendwann sagen: Naja, der ist halt nicht mehr belastbar. Dieses Jahr habe ich nun schon rund 8 Wochen gefehlt + Kur (4 Wochen). Ist ja nicht grad wenig. :cry:

Wie geht es dir nun Schlangenlady. Ich meine CF-mäßig (FEV1) und allgemein Zustand? :?:
Gruß
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Beitragvon Ibu-Junkie am 08.12.2006, 15:12

Hi Joba,
einen Aspekt, der noch nicht nur Sprache kam, möchte ich noch erwähnen:
wer gern arbeitet, hat eine höhere Lebensqualität. Ich arbeite 100%, mind 40 Std. / Woche, habe auch ein rel. bescheidene FEV1/ VC- aber ich empfinde Arbeit als eine form der Therapie. Da ich vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausübe, ist es körperlich nicht so belastend. Nur die Nachtdienste sind teilweise anstrengend. Ein guter Spruch mit :wink: : "Glück hilft manchmal, Arbeit immer!" Mein Tip: arbeite, so lange es irgend geht. Wenn Du reduzieren mußt, tu es, aber bleib am Ball. Hast Du flexible Arbeitszeiten? Kannst Du bei der Arbeit kurz inhalieren, fluttern o.ä?
Gruß,
JB
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Beitragvon Schlangenlady am 08.12.2006, 18:03

Hallo,

na ja, also wie bei mir beschrieben, bis der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst "reagiert", da muss schon einiges mehr passieren als 8 Wochen Fehlzeit, zumal wenn Du dazwischen eben immer wieder arbeitest.
Ich hatte mal einen Kollegen (Angestellter), der definitiv gesund war, aber jede Woche mindestens die 3 Tage gefehlt hat, für die man kein ärztliches Attest braucht und auch noch einen Arzt hatte, der ihn öfters krank schrieb. Da ist gar nichts "passiert", im Gegenteil, unser Vorgesetzter hat ihn auch noch als qualifiziert für Führungsaufgaben angesehen, weil seine Akten immer so schön geordnet waren... :roll:
Insofern würde ich mir da keine so großen Sorgen machen und lieber so lange wie möglich weiter offiziell vollzeit arbeiten, aber eben mit den entsprechenden Krankheitserholungspausen ohne schlechtes Gewissen. Als CFler muss man ja auch damit rechnen, daß man seine Rente nicht allzu lange "genießen" kann, da spart der Staat/Gemeinde sich dann wieder viel Geld...

Wie gesagt, meine Lufu ist relativ konstant bei um die 40 Prozent, im Februar war ich noch 2 Wochen in Thailand in Urlaub ohne Probleme (siehe mein Foto vom Tigerkloster :) ), aber ab Mai war ich dann irgendwie ständig krank. Nachdem weder Ciprobay, noch Colistin, noch 3 Wochen IV eine wirkliche Besserung brachten, war ich dann stationär in der Klinik mit IV, eigentlich fast durchgehend von Juli bis November. Mir wurde dann der Port implantiert und seit 4 Wochen mache ich jetzt zuhause weiter IV, wobei es mir jetzt seit der Entlassung besser geht und endlich die Entzündungswerte (CRP) bei 0,? sind und ich auch keine erhöhte Temperatur mehr habe. Die Frage ist allerdings, wie lange das anhält, wenn ich die Iv beende...Beim CT wurde festgestellt, daß die beiden oberen Lungenlappen praktisch völlig "dicht" sind und vermutlich die wiederkehrenden Entzündungen auslösen. Deshalb sollen mir diese entfernt werden und gleichzeitig sicherheitshalber eine Listung für eine Transplantation erfolgen. Beides begeistert mich natürlich nicht gerade und ich habe mich auch noch nicht endgültig entschieden, ob ich das machen lasse...

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Beitragvon Carmeli am 08.12.2006, 18:19

Johannes Bunzel hat geschrieben:Hi Joba,
einen Aspekt, der noch nicht nur Sprache kam, möchte ich noch erwähnen:
wer gern arbeitet, hat eine höhere Lebensqualität. Ich arbeite 100%, mind 40 Std. / Woche, habe auch ein rel. bescheidene FEV1/ VC- aber ich empfinde Arbeit als eine form der Therapie. Da ich vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausübe, ist es körperlich nicht so belastend. Nur die Nachtdienste sind teilweise anstrengend. Ein guter Spruch mit :wink: : "Glück hilft manchmal, Arbeit immer!" Mein Tip: arbeite, so lange es irgend geht. Wenn Du reduzieren mußt, tu es, aber bleib am Ball. Hast Du flexible Arbeitszeiten? Kannst Du bei der Arbeit kurz inhalieren, fluttern o.ä?
Gruß,
JB


Hallo Johannes
Ich denke, was Du ansprichst ist ein ganz wichtiger Aspekt. Solange ein Job Spaß macht, ist es auch für die Lebensqualität ein Gewinn. Auch meine Lufu ist sehr gering. Aber ich könnte mir nicht vorstellen, auf Rente zu gehen. Nur die Nachtdienste habe ich jetzt auf Empfehlung meines Doc. abgeschafft. Ich bereue es nicht. Ich habe jetzt nur noch eine 48-Stunden-Woche. Das ist super.

Was krank sein und Kündigung angeht, so sollte man das nicht verallgemeinern. Wenn man fachlich gut ist, dann bekommt man selbst nach zweimal einem halben Jahr Dauerkrankheit noch eine Verlängerung seines Arbeitsvertrages. Wichtig ist, dass man den Kontakt zum Arbeitgeber hält.

Ich kenne einen CFler, der gelistet ist und ganztags arbeitet. Als er ein größeres Sauerstoffgerät verschrieben bekam, damit er länger mobil ist, war seine Antwort: "Da kann ich jetzt auch mal länger arbeiten."
Dieser CFler hat von seinem Arbeitgeber einen Gesundheitstag pro Woche erhalten. An diesem Tag hat er zusätzlich frei. Das wäre vielleicht auch noch eine Idee.

Liebe Grüße
Carmen
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Beitragvon Schlangenlady am 08.12.2006, 18:26

Daß einem der Job Spaß macht ist eine Sache, ich habe auch immer gern gearbeitet, aber wenn man dann morgens schon kaum aufstehen kann, weil einem alles wehtut und nach einer Stunde im Büro nicht mehr weis, wie man sich hinsetzen soll, Publikumsverkehr hat und sobald man etwas mehr redet Hustenanfälle bekommt etc., danach dann noch schnell zur KG oder zum Arzt hetzt und dann zuhause nur noch völlig fertig auf die Couch fällt und der ganze Haushaltskram liegenbleibt, dann kann man da irgendwann nicht mehr von Lebensqualität sprechen...

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Beitragvon Ibu-Junkie am 19.12.2006, 14:53

Hi Uli,
eben das wäre dann ein Zeitpunkt, wo man der Realität ins Auge blicken muß und reduziert-oder in Rente geht. Jeder beobachtet sich selbst ja rel. genau, und man weiß in den meisten Fällen, wann der Zeitpunkt da ist, job job sein zu lassen und den Signalen des Körpers zu gehorchen. Die Frage ist die des richtigen Zeitpunkts. Der Eine arbeitet bis kurz vor der Beatmungsplfichtigkeit, ein Anderer hört ( klügerweise) vorher auf. Ich wünsche hier aber wirklich Jeder/m, so lange wie mgl. Erfüllung im Beruf zu finden.
Gruß,
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Beitragvon schurig am 19.12.2006, 15:44

Hallo Carmen,

Wer einen einfachen Beruf hat, wir auf solches Entgegenkommen des AG leider meist vergeblich warten.
Umso mehr zeigt sich, wie wichtig BILDUNG ist.

Gruß Michael
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Beitragvon Schlangenlady am 19.12.2006, 17:00

Sag ich doch, Johannes :D
Aber mich würde ehrlich gesagt interessieren, was Du und Carmen als Ärzte einem Patienten raten würdet, der mit Eurer Lufu, Allgemeinzustand, Sauerstoff etc. zu Euch kommen würde....
Also meine Ärzte hatten mir alle schon länger geraten, mit dem Arbeiten aufzuhören und ich habe bei Euch schon auch ein bißchen das Gefühl, daß Ihr in Eurem eigenen Fall der Realität auch nicht so ganz ins Auge blicken wollt... :wink:

Und Michael: da hast Du natürlich recht, aber man sollte sich eben auch einen Beruf aussuchen, der nicht unbedingt ein zigjähriges Studium verlangt, bei dem man dazu danach noch anstrengende körperliche Tätigkeiten ausüben oder hauptsächlich stehen muss; das macht das Leben mit cf dann eindeutig erträglicher und man hat die Chance, wenns gesundheitlich nicht mehr geht, nicht am Existenzminimum herumzukrebsen.
Beamtin war nicht gerade mein ursprünglicher Traumberuf, aber ich bin den Argumenten meiner Eltern gefolgt und habe es nicht bereut. Der Job war interessant und nie langweilig, ich hatte keine Probleme, als ich allmählich öfters krank war und kann auch mit meiner Pension finanziell durchaus leben.



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Beitragvon Carmeli am 19.12.2006, 19:16

schurig hat geschrieben:Hallo Carmen,

Wer einen einfachen Beruf hat, wir auf solches Entgegenkommen des AG leider meist vergeblich warten.
Umso mehr zeigt sich, wie wichtig BILDUNG ist.

Gruß Michael


Hallo Michael

Wie wahr. Mit entsprechender Bildung stehen einem sehr viele Wege offen und man hat viel mehr Möglichkeiten einen Beruf zu erlernen oder auszuüben, der richtig Spaß macht. Und das ist das, was wichtig ist.

Es ist auch ein Kreislauf. Je besser die Bildung, um so besser die Lebensqualität und um so besser der Gesundheitsstatus.

Oder anders ausgedrückt: Je besser die Bildung, desto besser der Job, desto mehr finanzielle Möglichkeiten hat man. Und wenn man die Ergebnisse einer amerikanischen Studie ernst nimmt, dann ist der Gesundheitszustand bei CF abhängig von der finanziellen Stellung der Familien.

Aber leider sieht die Realität bei CF anders aus. Viele junge Erwachsene sind berentet oder arbeitslos. Ein großes Problem.

Liebe Grüße
Carmen
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