Wie lange Pflegegeld?

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Wie lange Pflegegeld?

Beitragvon Gast am 06.06.2006, 10:03

Mein Sohn (13) Gesundheitszustand "mittelmäßig" wurde jetzt die Pflegestufe I gestrichen. Der Pflegeaufwand soll sich von 2003 von 97 min auf 23 min 2005 verringert haben. Bei der Zubereitung und Beaufsichtigung der Nahrungsaufnahme wurde mir nur noch 15 min bewilligt und das bei ca 5 Mahlzeiten am Tag. Hinzufügen möchte ich das mein Sohn ein sehr schlechter Esser ist, seine Medis nimmt er nur wiederwillig sodass ich immer dahinter stehen muß. Widerspruch habe ich bereits erfolglos eingereicht, jetzt müßte ich klagen. Meine Frage würde es sich noch lohnen zu klagen, habe schon einmal geklagt und gewonnen. Wie lange habt Ihr Pflegegeld bekommen. Danke!
Gast
 

Beitragvon Jens am 06.06.2006, 17:08

Zuletzt geändert von Jens am 13.03.2008, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
Jens
 

Beitragvon Heischeisch am 06.06.2006, 20:24

Hallo Jens,

unter "normalen" Bedingungen würde ich Dir da völlig zustimmen.

Nur finde ich, dass es rein finanziell betrachtet eben ein Desaster für viele ist, wenn sie ein Kind mit CF haben. Wie häufig wird dadurch z.B. die Möglichkeit genommen, dass beide Elternteile einem Beruf nachgehen, einfach weil man für das Kind viel da sein muss.

Ich finde, die paar Euro Pflegegeld reißen es da leider auch nicht raus.

Hinzu kommt: wieviele CFler wurden auch nicht danach gefragt, ob sie bei eigener Berufstätigkeit in die Rentenkasse einzahlen wollen oder nicht.

Ich selbst verabschiede mich da langsam von jeder Prinzipienreiterei und beginne zähneknirschend mit Realpolitik ;-)

Liebe Grüße
Roland
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Beitragvon Gast am 07.06.2006, 07:51

Hallo Jens!
Auf deine Antwort habe ich gewartet und wie kann es anders sein solche "Aussagen" können wieder nur von dir kommen. Ich habe andere Fragen durchgelesen wo du deinen "Senf" dazugegeben hast und ich muß sagen alle Achtung vor deiner Meinung. Klar ist es selbstverständlich das ich mich um meinen Sohn kümmere (wenn es nur jeder so tun würde wie ich). Ob es um Calciumtabletten, Mehrbedarf bei Hartz 4 oder Pflegegeld geht. Du mußt andern immer eins draufsetzen. Toll. Wenn dir es finanziell so gut geht das du alles selber bezahlen kannst dann mach das, aber du solltest nicht vergessen das für manche Menschen schon 5 € viel Geld sind! Und du kannst mir glauben auch ich und mein Sohn stehen mit beiden Beinen im Leben, doch das hat nichts mit Leistungen zu tun die wir beantragen können. Vieleicht solltest du deine Meinungen einmal überdenken und den Leuten die hier im Forum schreiben, helfen und sie nicht anmotzen. Aber naja wir haben ja Meinungsfreiheit!
Viele Grüße :x
Gast
 

Beitragvon Jens am 07.06.2006, 11:36

Zuletzt geändert von Jens am 13.03.2008, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.
Jens
 

Beitragvon Gast am 07.06.2006, 13:03

Warum sollte ich das tun mich in der Anonymität vestecken, dafür gibt es keinen Grund. Wen du darauf wert legst melde ich mich hier gern an. Bloß was hast du davon zu wissen wer ich bin. Außerdem habe ich einen höheren Pflegeaufwand als "bloß" 23 Minuten. Und "dreist" definiere ich etwas anders.
Gast
 

Beitragvon Jens am 07.06.2006, 13:37

Zuletzt geändert von Jens am 13.03.2008, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.
Jens
 

Beitragvon Heischeisch am 07.06.2006, 14:41

Hi,

ich entführe zum Thema mal folgenden Tipp einer Userin aus einem anderen Forum hierher:
"Es empfiehlt sich, auch beim Antrag auf Pflegegeld z.B. Frau Bollmann einzuschalten. Selbst ohne Rechtschutzversicherung zahlt sich das Anwaltshonorar gleich bei der ersten Zahlung des erwirkten Pflegegeldes aus. Sie kennt sich wirklich gut aus!!!! RAinBoll@gmx.de"

Auf http://www.muko.info/119.0.html findest Du u.a. eine PDF zum Thema Pflegeversicherung.

Zum Thema Rechtsberatung guckst Du hier: http://www.muko.info/864.0.html

Du musst Dich hier nicht anmelden. Schön finde ich es aber immer, wenn man wenigstens in der Unterschrift einen Namen findet zur freundlichen Anrede.

Jens, es ist ein Unterschied, ob Du eine böswillige (!) Unterstellung siehst oder diese eine ist. Aus dem Bauch heraus, Du wirst mir sicherlich zustimmen, sind hier 23 Min. etwas sehr wenig angesetzt.

Liebe Grüße
Roland
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Beitragvon Jens am 07.06.2006, 16:06

Zuletzt geändert von Jens am 13.03.2008, 20:21, insgesamt 1-mal geändert.
Jens
 

Beitragvon Heischeisch am 07.06.2006, 16:16

Selbstverständlich.

Liebe Grüße
Roland
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Beitragvon Carmeli am 07.06.2006, 19:08

Für einen 13jährigen, der normal zur Schule geht, mit anderen Jungen seinen Hobbys nachgeht und nicht wirklich pflegebedürftig ist, sprich mit Sauerstoff zu Hause sitzt und auf eine Transplantation wartet Pfelgegeld zu beantragen sehe auch ich recht kritisch.

"...Als mein Sohn 13 war, haben wir Pflegegeld durchgeboxt, als er 19 war habe ich für ihn die Rente eingeklagt" solche Sätze hört man sehr oft und mich schauert dabei mächtig. Was ist, wenn er 50 ist ?
Ich lernte vor einiger Zeit einen CFler um die Mitte 20 kennen, die Lufu war mit 65% FEV1 recht gut. Auf meine Frage, was er denn beruflich macht, sagte die Mutter ganz stolz. "Wir haben damals lange für die Rente gekämpft und er hat sie bekommen."

Ich weiß nicht, ob das wirklich der richtige Weg ist.

Der junge Mann war dann ein Pflegefall und ein Rentner. Ist es das, was man sich für sein Kind wünscht?
Wäre es nicht besser, wenn man sein Kind für die Welt vorbereitet, damit es dort auch bestehen kann.

Gruß Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Mira am 07.06.2006, 19:09

Hallo ihr Lieben,

wollte nur hinzufügen:

ja, ein 13-jähriger kann viel mehr alleine als ein 6- jähriger, aber mit 13 Jahren kommt ein Kind auch in die Pubertät und möchte alles selbst entscheiden. Möchte vielleicht auch mehr Freiheiten haben und fühlt sich durch die Therapie in der Freiheit beschnitten. Das macht die Gesamtsituation nicht leichter, sondern schwerer und es kostet unter Umständen mehr Zeit und Nerven den Therapieplan umzusetzen und einen Vernünftigen Weg mit dem Kind zu finden. U.U. wird alles jeden Tag neu in Frage gestellt. 13-jährige lassen sich nicht so leicht umstimmen wie 6-jährige...
Also, es kommt auf das Kind an, aber ich denke nicht, dass die Pubertät die Therapiezeiten zum Zuckerschlecken für Eltern macht und sich die Pflegezeiten in jedem Fall reduzieren...

Hätte mein Sohn CF, so hätte ich,als er 13 Jahre alt war, mmer neben ihm stehen müssen um sicher zu gehen, dass er wirklich seine Therapie macht. Damit er sich jeden Tag auf die Therapie überhaupt eingelassen hätte, hätten wir sicher mindestens 1h vorher einen Kampf austragen müssen, erst dann wäre er überhaupt bereit gewesen sich einzulassen... Und das jeden Tag auf´s neue...

Soviel von einer erfahrenen Mutter zum Thema...

LG Mira
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Beitragvon Carmeli am 07.06.2006, 19:16

ja, ein 13-jähriger kann viel mehr alleine .... Möchte vielleicht auch mehr Freiheiten haben und fühlt sich durch die Therapie in der Freiheit beschnitten.


Ja genau, er möchte seine Freiheiten haben. Aber wie stellen wir uns einen pubertierenden seine Freiheiten genießenden jungen Mann vor?
Da kommt die erste Freundin, der erste Discobesuch und vielleicht auch der Urlaub ohne Eltern. Und dann ist er ein Pflegefall. Also da fehlt mir die Phantasie.

Hätte mein Sohn CF, so hätte ich,als er 13 Jahre alt war, mmer neben ihm stehen müssen um sicher zu gehen, dass er wirklich seine Therapie macht. Damit er sich jeden Tag auf die Therapie überhaupt eingelassen hätte, hätten wir sicher mindestens 1h vorher einen Kampf austragen müssen, erst dann wäre er überhaupt bereit gewesen sich einzulassen... Und das jeden Tag auf´s neue...


Das ist doch aber auch eine Frage der Erziehung, genauer gesagt der frühzeitigen Erziehung zur Selbständigkeit und hat nichts mit Pflegegeld zu tun.

Gruß Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Heischeisch am 07.06.2006, 19:34

Hi,

ich glaube (mittlerweile), man sollte die Themen Finanzen und (wirkliche) Pflegebedürftigkeit auseinanderhalten.

Es geht ja hier nicht darum, einen 13-jährigen zu berenten und damit zu passivieren.

Es geht darum, wie man die geltenen Gesetze (die ich für völlig unzureichend halte) so nutzt, dass wenigstens paar Euro in die definitiv problematische Familienkasse reinbekommt. Ich finde es auch erbärmlich, dass solche Wege beschritten werden müssen. Es lässt sich doch nicht bestreiten, dass CF bei Kindern die Familien in eine schwierigere Einkommenssituation kommen lässt (statistisch betrachtet). Es ist doch völlig logisch, woran das liegt.

Liebe Grüße
Roland
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Beitragvon Ines am 07.06.2006, 19:53

[quote="Heischeisch"]Ich finde es auch erbärmlich, dass solche Wege beschritten werden müssen. Es lässt sich doch nicht bestreiten, dass CF bei Kindern die Familien in eine schwierigere Einkommenssituation kommen lässt (statistisch betrachtet).

es ist einfach nur erbärmlich sich eine leistung erschleichen zu wollen, die einem eigentlich gar nicht zusteht. pflegegeld gibt es für pflegebedürftigkeit und nicht dafür, dass man glaubt es schwerer als andere zu haben. dass familien zu wenig unterstützung bekommen ist nicht zu leugnen, aber es kann auch nicht der richtige weg sein, sich leistungen dann einfach zu ermogeln. wenn jeder nach diesem prinzip handeln würde...man oh man, armes deutschland. auch gerade weil so viel mißbrauch betrieben wird, müssen leistungen bei wirklich bedürftigen immer weiter reduziert werden.
Ines
 

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