Schwerbehindertenausweis

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Schwerbehindertenausweis

Beitragvon tamare am 28.04.2005, 06:30

Hallo,
immerwieder lese ich, dass man sobald die Diagnose CF feststeht, man einen Schwerbehindertenausweis beantragen soll.
Kann jemand dazu etwas sagen ?

Danke
tamare
 

Beitragvon Gast am 28.04.2005, 07:40

Hallo

ich glaube es wäre ganz sinnvoll, denn so ein Schwerbehindertenausweis bringt auch Vorteile, z.B. kann dein Sohn dann kostenlos Bus und Bahn fahren (im Umkreis von 50 km), wenn er als "hilflos" eingestuft wird. Hatte ich auch, nur leider wurde mir mein "H" gestrichen als ich 16 Jahre alt war :-(
Ich würd mich an deiner Stelle auf jeden Fall mal drum kümmern, aber vielleicht wissen andere hier ja noch mehr als ich (w,18, cf)...

Gruß
Martina
Gast
 

Beitragvon cr am 28.04.2005, 18:23

Hallo
einen Schwerbeschädigtenausweis kann man jederzeit beantragen. Wie bereits erwähnt hat es viele Vorteile, einen solchen Ausweis zu haben.
Aber der Ausweis ist kein Muss.

Hier ein paar Vorteile, die ich persönlich auch genieße: zusätzlicher Steuerfreibetrag, verminderte KfZ-Steuer, 5 Tage mehr Urlaub, geringerere Eintritt in Museen und kostenlose Nutzung der Tiefgarage in "meiner" REHA-Klinik, Aus meiner Erfahrung ist auch die Betreuung auf dem Arbeitsamt besser, als ohne Ausweis.

Man kann den Ausweis auch jeder Zeit wieder abgeben.

Gruß Carmen
cr
 

Re: Schwerbehindertenausweis

Beitragvon Gast am 29.04.2005, 07:11

Hi Tamare

Für uns ist der Hauptvorteil neben dem Steuerfreibetrag die
freie BVG-Benutzung wenn wir die Kinder begleiten, Begleitpersonen kommen ermässigt in den Zoo, alles Formen des Nachteilsausgleiches.

In Heckeshorn haben sie uns bei dem Antrag geholfen. (Sozialarbeiter Herr Joachim).

Kinder haben davon nur Vorteile, weil eine Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt für sie ja noch nicht zutrifft.
Deshalb würde ich damit nicht warten. Du kannst übrigens (das haben wir gemacht) die Behinderung RÜCKWIRKEND feststellen lassen, was bei CF ja auch Sinn macht. Im Moment warten wir ab, ob wir damit auch für die letzten Jahre nachträglich eine Steuererleichterung bekommen.

Du siehst, diese Sache ist ein rein sachlicher Verwaltungskram.


Gruß Michael
Gast
 

Ausweis...

Beitragvon summergirl am 01.05.2005, 15:00

Hallo,

ich hab diesen Ausweis auch schon beantragt, aber ich bekomme ihn nicht weil ich keine 50% Schwerbehinderung habe! Also jedenfalls mit ich nicht in 50% eingestuft!

Wie bekomm ich den dann trotzdem? Bzw. wie bekomm ich die 50%?
summergirl
 

Beitragvon Gast am 01.05.2005, 20:03

Hallo sommergirl

Sei froh, dass es dir noch nicht so schlecht geht. Wenn es Dir gesundheitlich schlechter geht, dann bekommst Du irgendwann 50% oder noch viel mehr. Also genieße Deine < 50%, sofern diese korrekt beurteilt sind. Das läßt sich aber leicht berprüfen.
Falls Du berufstätig bist und mindestens 30% hast, kannst DU einen Gleichstellungsantrag stellen und hast dann auch gewisse Vergünstigungen.

Gruß Carmen
Gast
 

...

Beitragvon summergirl am 02.05.2005, 08:04

Ich bin in der Ausbildung!

Aber welchen Gleichstellungsantrag kann man da machen? hab ich noch nie etwas von gehört! Und was ist dann wenn man sowas beantragt?
summergirl
 

Beitragvon cr am 02.05.2005, 22:10

Hallo Summergirl

Einen Gleichstellungsantrag kann der behinderte Mensch stellen, bei dem ein Grad der Behinderung von 30 oder 40 anerkannt wurde. Mit diesem Antrag, der beim zuständigen Arbeitsamt zu stellen ist, kann erreicht werden, dass eine Gleichstellung in den Rechten mit einem schwerbehinderten Mensch gegeben ist (z.B. der gleiche Kündigungsschutz , den ein schwerbehinderter Mensch hat) :wink:

Gruß Carmen
cr
 

Beitragvon Redboy-Nick am 21.07.2006, 11:12

Zitat: von Michael

Für uns ist der Hauptvorteil neben dem Steuerfreibetrag die
freie BVG-Benutzung wenn wir die Kinder begleiten, Begleitpersonen kommen ermässigt in den Zoo, alles Formen des Nachteilsausgleiches.



Ich möchte nur erwähnen, dass Begleitperson nicht ermäßigt irgendwo rein kommen. Sondern Umsonst!!!! Das zählt überall egal ob Kino,Theater,Zoo,Museen ect. selbst wenn Ihr mit der Bahn verreisen wollt,braucht Ihr als Begleitperson, keinen einzigen Cent dazu bezahlen. es ist Kostenlos "immer" :idea:
Redboy-Nick
 

Beitragvon Carmeli am 21.07.2006, 20:16

Redboy-Nick hat geschrieben:Zitat: von Michael

Für uns ist der Hauptvorteil neben dem Steuerfreibetrag die
freie BVG-Benutzung wenn wir die Kinder begleiten, Begleitpersonen kommen ermässigt in den Zoo, alles Formen des Nachteilsausgleiches.



Ich möchte nur erwähnen, dass Begleitperson nicht ermäßigt irgendwo rein kommen. Sondern Umsonst!!!! Das zählt überall egal ob Kino,Theater,Zoo,Museen ect. selbst wenn Ihr mit der Bahn verreisen wollt,braucht Ihr als Begleitperson, keinen einzigen Cent dazu bezahlen. es ist Kostenlos "immer" :idea:


naja, ist so nicht ganz richtig.

siehe hier:

Merkzeichen Bedeutung
B
ständige Begleitung erforderlich
Die Begleitperson fährt auf innerdeutschen Bus- und Bahnstrecken, z.T. auch auf Fähren (nur für die Beförderung "im Orts- und Nachbarschaftsbereich") kostenlos mit.
Einen gesetzlichen Anspruch aus dem SGB IX auf kostenlose Beförderung für die Begleitperson bei Inlandsflügen gibt es nicht, allerdings gestehen viele deutsche Fluglinien nach ihren eigenen Richtlinien diese zu. Bei der Lufthansa z.B. gilt diese Regelung für alle flexiblen Vollpreis-Tickets, allerdings ist es meist billiger, wenn beide Reisenden ein Sparpreis-Ticket zum vollen Preis erwerben.
bei Besuchen von öffentlichen Veranstaltungen oder Einrichtungen zahlt entweder der Behinderte einen ermäßigten Eintrittspreis oder aber die Begleitperson zahlt weniger oder gar nichts.

G
der Mensch mit Behinderung ist gehbehindert, in seiner Bewegungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt
Inanspruchnahme der Kilometerpauschale (ohne Nachweis) von 3000 km á 0,30 €/km = 900,- €/Jahr bei der Steuererklärung oder
Geltendmachung der über 3000 km hinausgehenden behinderungsbedingten Fahrten (Nachweis durch Fahrtenbuch):
Dazu gehören grundsätzlich alle Kraftfahrzeugkosten, soweit sie nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind, also nicht nur die unvermeidbaren Kosten zur Erledigung privater Angelegenheiten, sondern in angemessenem Rahmen auch die Kosten für Erholungs-, Freizeit- und Besuchsfahrten, soweit die Fahrleistung für Privatfahrten 15 000 km im Jahr nicht übersteigt. Die Fahrtkosten werden mit einem Kilometersatz von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer berücksichtigt. Höhere Aufwendungen sind nicht berücksichtigungsfähig.
Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr ODER
KFZ Steuerermäßigung um 50%, wenn das Fahrzeug auf den Menschen mit Behinderung zugelassen ist. Die Steuerermäßigung wird nicht gewährt, solange das Recht zur unentgeltlichen Beförderung nach § 145 SGB IX in Anspruch genommen wird.

aG
der Mensch mit Behinderung ist außerordentlich gehbehindert z.B. Rollstuhlfahrer
Inanspruchnahme der Kilometerpauschale (ohne Nachweis) von 3000 km á 0,30 €/km = 900,- €/Jahr bei der Steuererklärung oder
Geltendmachung der über 3000 km hinausgehenden behinderungsbedingten Fahrten (Nachweis durch Fahrtenbuch):
Dazu gehören grundsätzlich alle Kraftfahrzeugkosten, soweit sie nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind, also nicht nur die unvermeidbaren Kosten zur Erledigung privater Angelegenheiten, sondern in angemessenem Rahmen auch die Kosten für Erholungs-, Freizeit- und Besuchsfahrten, soweit die Fahrleistung für Privatfahrten 15 000 km im Jahr nicht übersteigt. Die Fahrtkosten werden mit einem Kilometersatz von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer berücksichtigt. Höhere Aufwendungen sind nicht berücksichtigungsfähig.
Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr
KFZ Steuerbefreiung, wenn das Fahrzeug auf den Behinderten zugelassen ist
Parkerleichterung
Fester Parkplatz in der Nähe der Wohnung und/oder der Arbeitsstätte, wenn keine anderweitige Möglichkeit (z.B. mietbare Sellplätze bei Wohnungen, Einrichten eines Parkplatzes auf dem Grundstück bei Häusern) besteht

H
der Mensch mit Behinderung ist hilflos
Inanspruchnahme des Behindertenpauschbetrages bei der Steuererklärung in Höhe von 3.700,- €
Auf Antrag werden die Aufwendungen (z.B. Haushaltshilfe), höchstens jedoch ein Betrag von 924 € im Jahr, ohne Berücksichtigung einer zumutbaren Belastung vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen. Voraussetzung ist ein GdB von mindestens 45.
Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr
KFZ Steuerbefreiung, wenn das Fahrzeug auf den Behinderten zugelassen ist
Befreiung von der Zahlung der Hundesteuer, z.B. für einen Behinderten-Begleithund

Bl
der Mensch mit Behinderung ist blind, hochgradig sehbehindert oder cerebral blind
Inanspruchnahme des Behindertenpauschbetrages bei der Steuererklärung in Höhe von 3.700,- €
Inanspruchnahme des Pflegepauschbetrages in Höhe von 924 €
Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr
KFZ Steuererbefreiung, wenn das Fahrzeug auf den Behinderten zugelassen ist
Befreiung von der Zuzahlung der Hundesteuer, z.B. für einen Behinderten-Begleithund
Ermäßigung beim Postversand, Rundfunkgebührenbefreiung und Telefongebührenermäßigung
Anspruch auf Behindertenausweis
Parkerleichterung
Fester Parkplatz in der Nähe der Wohnung und/oder der Arbeitsstätte, wenn keine anderweitige Möglichkeit (z.B. mietbare Sellplätze bei Wohnungen, Einrichten eines Parkplatzes auf dem Grundstück bei Häusern) besteht

GL
der Mensch mit Behinderung ist gehörlos

Freifahrt im öffentlichen Nahverkehr ODER
Ermäßigung der KFZ-Steuer um 50%, wenn das Fahrzeug auf den Menschen mit Behinderung zugelassen ist. Die Steuerermäßigung wird nicht gewährt, solange das Recht zur unentgeltlichen Beförderung nach § 145 SGB IX in Anspruch genommen wird.
Ermäßigung der Telefongebühren der Dt. Telekom bei einem GdB von mindestens 90
Recht, die Gebärdensprache in Verwaltungsverfahren zu verwenden (Aufwendungen für den Gebärdendolmetscher werden von der jeweilige Behörde getragen)

RF
der Mensch mit Behinderung ist an der Teilnahme an öffentl. Veranstaltungen gehindert
Antrag auf Rundfunkgebührenbefreiung wird formlos beim Sozialamt gestellt
Antrag auf Telefongebührenermäßigung und ermäßigte Anschlussgebühr wird bei der Telekom beantragt
Carmeli
 

Beitragvon Redboy-Nick am 24.07.2006, 07:57

Ich habe meinen Ausweis schon ewig liebe Carmen!!! Ich kann nur wiederholen. Mit dem " B " ist bis jetzt IMMER meine Begleitperson überall mit rein gekommen ( UMSONST )

Probiert es einfach aus!!! Sag doch einfach mal an z.B. der Kinokasse

:einmal Kind und eine Begleitperson Bitte und zeigt dabei euren Ausweis vor

Wenn Ihr es mal versucht habt schreibt mir doch mal, wie es ausging!!!
Würd mich schon sehr interessiert.
Redboy-Nick
 

Beitragvon Carmeli am 24.07.2006, 16:29

Kommt sicherlich darauf an, wo man wohnt.
Carmeli
 

Beitragvon Redboy-Nick am 28.07.2006, 21:05

Kann ich nicht beurteilen! Ob es auf den Ort ankommt.

Aber Leute probiert es einfach aus! Ich bin mir sicher das eure Begleitperson umsonst mit rein darf...
Redboy-Nick
 

Beitragvon Ann am 29.07.2006, 09:06

Hallo Nick,

ich habe meinen Ausweis auch schon ewig und meine Begleitung kommt (fast) überall gratis mit rein. Da es eine freiwillige Leistung ist, kann es in einigen Kinos schon sein, dass meine Begleitung zahlen muss. Ist aber wirklich selten der Fall, fragen lohnt immer. Am besten war es beim Rosenstolzkonzert diesen Jahres in Kiel, im Vorraus war keine Gratiskarte für meine Begleitung zu bekommen, man empfahl uns aber, da das Konzert nicht ausverkauft war, Abends an der Abendkasse Karten zu kaufen und dort nochmals zu fragen. Ergebnis: meine Karte halber Preis, Karte meiner Begleitung umsonst und für alle drei Konzertgänger Sitzplätze, obwohl es (angeblich) nur noch Stehplätze gab :)

Liebe Grüsse, Ann-Christin
Ann
 


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