Höhe und CF

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Beitragvon Carmeli am 10.11.2007, 20:23

Hallo Kai

Naja, ich gebe mich auch nicht mit dem Schwarwald zufrieden. Es ist schon ein herrliches Gefühl, wenn man auf einem richtigen Berg steht und den Wolken ganz nah ist. :wink: :P

Ich denke, dass viele auf Bergen schlapp machen, weil sie zu schnell aufsteigen. Aber ich denke, auch wie Du, dass man mit CF nicht unbedingt auf einen 6000der sollte. Wenn man aber in 3000 m Höhe lebt und daran akklimatisiert ist, dann könnte es ja vielleicht wirklich sein, dass man auch als CFler solch eine hohe Höhe gut überstehen kann.
Empfehlen würde ich es aber nicht.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Andipapas am 10.11.2007, 21:35

Klar braucht man eine gute Aklimatisation,ohne das würde ich es auch nicht machen. Schnell darf man auf jedem Fall auch nicht sein,da hast du schon Recht Carmen.
Wen aber der Artzt meint,dass es keine grössere Gefahr besteht,finde ich es gar nicht so schlimm.
Während andere Töff fahren,oder Bunji Jumping machen,gehe ich Bergsteigen.Es ist sicher nicht gefährlicher als die andere zwei Sachen und es ist mindestens Sport,was wir ja brauchen.
Trotzdem vielen Dank für Eure Meinungen.

*Das mit dem Schwarzwald finde ich gut.Du bist ja dort aufgewachsen,und fühlst dich bestimmt am besten in dieser Gegend.
Ich dafür bin in der Höhe geboren,und die Höhe ist auch mein "Habitat",oder so könnte es man sagen.
Andipapas
 

Beitragvon Schlangenlady am 10.11.2007, 22:42

Also ich frage mich einfach, ob man als CFler seiner Lunge bzw. dem ganzen Körper "einen Gefallen tut", wenn man sich länger oder öfters in größeren Höhen aufhält und damit weniger Sauerstoff einatmet; solange man noch eine normale Lungenfunktion hat, fällt einem das vermutlich selbst nicht auf, der Sauerstoffgehalt im Blut fällt aber wahrscheinlich trotzdem ab...(sofern man nicht wie Carmen ein Sauerstoffgerät dabei hat natürlich) und ob das so gut ist?


Uli,45
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Beitragvon Andipapas am 10.11.2007, 22:49

Hallo Uli,
ich stell mal da eine Gegenfrage..warum gehen den so viele Sportler in die Höhe zum trainieren? Hat es nicht etwas damit zu tun,dass man in der Höhe mehr rote Blutkörperchen bildet,die den Sauerstoff transportieren?
Glaubst du nicht,dass es vielleicht für ein CF-ler doch nicht so schlecht ist mal in die Höhe zu gehen um mehr rote Blutkörperchen zu bilden,und somit in den niederen Regionen fiter zu sein?
Andipapas
 

Beitragvon Schlangenlady am 10.11.2007, 23:03

Na ja, bei Sportlern gehe ich davon aus, daß sie völlig gesund sind und der Körper somit andere Belastungen aushält; zudem habe ich von längeren und öfteren Aufenthalten in größeren Höhen gesprochen, nicht von "mal in die Höhe gehen" :)
Ich bin früher auch Ski gefahren, allerdings nie über 2000 m und habe damals auch gar nicht darüber nachgedacht, weils mir gut ging.
Nach einem "Studientag" auf der Zugspitze in 2000 m Höhe vor ein paar Jahren, wo die Sauerstoffsättigung dann (selbst ohne Anstrengung) sofort 3 oder 4 Ziffern niedriger war und mehreren Aufenthalten am Toten Meer (400 m unter Meeresspiegelniveau und deshalb mehr Sauerstoff in der Luft), wo die Sättigung sofort von 94/95 auf 97/98 hochging und auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland noch etwa 2 Monate höher blieb, würde ich jetzt eher von Höhe abraten...
:)
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Beitragvon Andipapas am 10.11.2007, 23:09

Ah..ok verstehe..
Vielleicht ist es auch bei jeder Person anders..
Mir geht es zum Beispiel auf Meereshöhe(tiefer war ich noch nie :D ) eher nicht so gut..
Andipapas
 

Beitragvon Carmeli am 11.11.2007, 14:10

Hei

Man kann das Thema kontrovers diskutieren. Allgemein ist aber zu sagen: Ein nicht trainierter, nicht geschulter Patient mit einer schweren Lungenerkrankung und Sauerstoffmangel gehört nicht auf hohe Berge.

Sicherlich hat Uli recht...
Als ich zur REHA an der See war, hatte ich auch eine gute Sättigung. Aber mein Heimatort liegt (zwar auch im Flachland) aber doch immerhin höher als der REHA-Ort an der See. Der REHA-Erfolg hielt bei mir nicht lange an, zumal ich nicht weiß, ob ich das damals überhaupt als REHA-Erfolg werten sollte.

Von einem Tag auf einem hohen Berg (Zugspitze) kann man keine Rückschlüsse auf die generelle Verträglichkeit im Gebirge ziehen. Der Grund ist, dass man an einem Tag noch nicht akklimatisiert ist.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Sauerstoffsättigung nach Akklimatisation verbessert. Ein Beispiel; Am zweiten Tag meiner
REHA fuhr ich mit der Bergbahn auf eine Höhe von ca. 2663 (Ausgangspunkt waren 1600 m Höhe). Die Sättigung betrug nach einem kurzen Treppensteigen zum Ausgang ohne zusätzlich O2 ca. 76%, nach Ruhephase 90%. Mit Sauerstoff (4l/min) 95%.
Nach 4 Wochen REHA machte ich die selbe Fahrt noch einmal. Die Sättigung betrug dann 86% und in Ruhe 93% und 96% mit 4l O2/min.

Wenn ich meinen Aufenthalt in Davos 1600 m Höhe durchführe und die Berge dort besteige (dieses Jahr bis 2700 m hoch) dann bekommt mir dieser Aufenthalt sehr gut und ich profitiere auch an meinem Heimatort enorm von der REHA oder dem Urlaub.
In der REHA-Klinik in der ich betreut werde, gehört das Bergwandern zur Therapie. Und das nicht nur bei CF sondern auch bei COPD, Asthma ect. Es gibt dort entsprechende Leistungsgruppen und für jede Gruppe Wanderstrecken, so dass man sehr gut trainieren kann. Die Leistungsgruppe V beinhaltet Bertgtouren bis auf das 3100 m hohe Schwarzhorn (der höchste Berg der Region). Auch in der Kinderklinik erklimmen die Jugendlichen diesen Berg, um den Sonnenaufgang zu beobachten. :wink: Sprich sie wandern ganz früh, wenn es noch dunkel ist auf den Berg.

Neben dem Sauerstoffmangel kommen im Hochgebirge noch andere Aspekte hinzu. Die Luft ist sehr trocken und durch die Hyperventilation, die jeder im Hochgebirge entwickelt kommt es zusätzlich zum Flüssigkeitsverlust. Deshalb muss man im Hochgebirge deutlich mehr trinkgen, als im Unterland. (Das ist sicherlich nicht gerade günstig bei CF, da sich Schwierigkeiten beim Abhusten ergeben können).

Im Hochgebirge (ab 1600 m Höhe) gibt es deutlich weniger Allergene, wie Schimmel, Pollen. Die Hausstaubmilbe findet sich hier gar nicht mehr. Durch viele Bergtouren und den damit verbundenen Aufenthalt an der frischen Luft, wird der Körper abgehärtet. Die intensiver Sonneneinstrahlung ist günstig für den Vitamin-D-Haushalt. Und die Ruhe der Berge gibt psychische Kraft. (Das ist ein großes Plus).

Auch wirkt der Höhenaufenthalt günstig auf den Blutzucker. Auch ein Plus.

Ich denke, dass man es immer individuell entscheiden muss.
Wer fit bzw. gut trainiert ist, sich diszipliniert und verantwortungsbewußt verhält seine Leistungsgrenze gut kennt, und das Monitoring bzw. seine Therapie sehr gut beherrscht, kann durchaus den Genuß des Bergwanderns erleben.

Aber man sollte nicht allein auf Bergtour gehen, zumal wenn man die Gegend nicht kennt oder eine sehr anspruchsvolle Tour (Seil, Steg, Leiter, Schnee, Grat ect.) macht.

Auch muss man unterscheiden, wie der Aufstieg ist. Sehr steil (sehr anstrengend) oder lang und flach. Ist der Weg eben oder führt über Schotter und Gestein. Ist der Weg trocken oder schlammig oder liegt sogar Schnee.
Diesbezüglich muss jeder seine Grenzen kennen. Eine Bergtour auf einen 2700 kann auf trockenem Weg gut machbar sein, während die gleiche Tour im Schnee die Kräfte und Luft rasch schwinden läßt und zur Umkehr zwingt.

Liebe Grüße
Carmen
Bergfan seit ca. 22 Jahren.
Carmeli
 

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