Tannheim im Juli - Besondere Keime

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Tannheim im Juli - Besondere Keime

Beitragvon schurig am 27.06.2007, 09:21

Hallo,

Freitag fahren wir nach Tannheim zur Reha mit unseren beiden Kindern (Lisa 5cf und Julius 3cf).

Ist sonst noch jemand da?

Gruß
Michael
schurig
 
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Beitragvon Carmeli am 27.06.2007, 09:29

Viel Spaß.

Ihr dürft mit ESBL-Keim nach Tannheim? Oder ist der wieder weg?
Carmeli
 

Beitragvon schurig am 27.06.2007, 09:51

Vor 3 Wochen war er noch da...
Es ist allerdings "nur" ein E.Coli. Das mag ein Grund sein.

Danke, Spaß werden wir in der Freizeit sicher haben.
Daneben haben wir natürlich auch bestimmte Reha-Ziele und wollen die Angebote ausschöpfen.
schurig
 
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Beitragvon Carmeli am 27.06.2007, 10:08

Ja, sicherlich ist es "nur" ein E. coli. Aber es ist eben ein ESBL, der in Krankenhäusern ähnlich isoliert wird, wie ein MRSA, weil ESBL-Keime Problemkeime sind.

Staun, staun, zumal Tannheim angeblich auf ein strenges Hygieneregime achtet und dort ja auch onkologische Patienten behandelt werden.

Dann fahrt Ihr also mit einem isolationspflichtigem Keim in eine pseudomonasnegative CF-REHA-Gruppe.

Abenteuerlich. :P :wink: :roll:

Aber vielleicht wird er ja nicht in jedem Krankenhaus isoliert. Manche fahren ja auch mit MRSA in andere REHA-Kliniken.
Ist eben immer alles relativ.
Carmeli
 

Beitragvon schurig am 27.06.2007, 12:21

Da hast du recht. Das ist wirklich etwas komisch.
Unsere Ambulanz isoliert ihn auch nicht, wir sind weiter in derselben Kohorte.

Und nach dem letzten Abstrich wurde das erste mal seit Monaten auf Antibiotika ganz verzichtet. Trotz ESBL, der sensibel gegen Cipro und Cotrim ist.
schurig
 
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Beitragvon Carmeli am 27.06.2007, 18:22

Also bei uns in der Region wird streng isoliert. Und siehe unten (in Wien auch)

Aber die Hygiene wird halt überall anders abgehandelt. Egal ob Cepacia, MRSA oder eben ESBL.

Aber wir hatten hier im Forum ja vor Kurzem die Diskussion, dass in Tannheim ein so strenges Hygieneregime herrscht. Mit einem Tag putzen usw. Und dann spielt ESBL dort keine Rolle?

Hier die Hygienerichtlinien. Die sind zwar von Wien
http://www.meduniwien.ac.at/krankenhaus ... 1_esbl.pdf

Kleine Kinder sind in solchen Fällen immer als nicht kooperativ einzustufen.

Hygienemaßnahmen und spezielle Hinweise dazu:
Isolierung
(auch auf Gesamtsituation
des Patienten achten; bei
speziellen Problemen
Abstimmung gemeinsam
mit Krankenhaushygiene)
• Wenn der Patient als Streuquelle*) anzusehen ist, dann ist
Unterbringung in Einzelzimmer mit eigener Toilette erforderlich.
• Keinesfalls gemeinsame Unterbringung mit Hoch-Risikopatienten
(Immunsupprimierte, Tracheostomaträger, Patienten mit offenen
Wunden oder Zugängen wie Dauerkatheter, PEG-Sonde o.ä.)
• In allen anderen Fällen ist Einzelzimmer mit eigener Toilette
wünschenswert, aber nicht unbedingt erforderlich.
• Mehrere ESBL-Patienten an einer Abteilung wird man
zweckmäßigerweise zusammenlegen (kohortieren)
Händehygiene • Personal: Einmalhandschuhe bei und Händedesinfektion nach jedem
Patientenkontakt (auch bei kohortierten ESBL-Patienten!!)
• Patient: Händedesinfektion nach Toilettenbesuch und nach Kontakt
mit Ausscheidungen und Körperflüssigkeiten
• Besucher: Händedesinfektion vor Kontakt mit anderen Patienten und
bei Verlassen des Zimmers
Schutzkleidung Einmalhandschuhe und –schürze bei allen medizinischen und
pflegerischen Handlungen an Patienten;
bei Spritzgefahr (z.B. offenes tracheales Absaugen) zusätzlich Haube,
Gesichtsmaske und Übermantel
Patientennahe
Utensilien
• Blutdruckmanschette, Stethoskop oder Fieberthermometer möglichst
nur patientenbezogen verwenden
• Einmalgüter (Verbandmaterial, Tupfer, Spritzen...) unmittelbar am
Patientenbett entsorgen
• Instrumente, Wäsche und andere wiederverwendbare Güter
unmittelbar am Patientenbett in geschlossenen Behälter geben und
lt. AKH-Standard zur Aufbereitung bringen
• Persönliche Gegenstände des Patienten (Zahnprothese, Brille,
Hörgerät, Kamm...) beim Patienten lassen
• Krankengeschichte u.a. Dokumentationsmaterial wird nicht auf das
Bett gelegt und nicht ins Isolierzimmer mitgenommen
Oberflächen lt. Reinigungs- und Desinfektionsplan der Station
Abfälle und
Ausscheidungen
lt. Entsorgungsplan und unmittelbar am Patientenbett entsorgen
Organisation Arbeitsabläufe so planen, dass Tätigkeiten im „ESBL-Zimmer“ oder an
ESBL-Trägern am Ende der Routine stattfinden. Dabei auf gute
Vorbereitung und ggfs. Einbeziehung einer zweiten Person achten, um
unnötige Unterbrechungen (Kontaminationsrisiko!) zu vermeiden.
*) Beispiele: schlecht beherrschbare ESBL-Streuung bei Diarrhoe, Stuhl- oder Urin-
Inkontinenz, offener Tracheal-Absaugung, großflächigem Decubitus, aber auch bei nicht
kooperativen Patienten (Verwirrung, Psychose..)
Carmeli
 

Beitragvon Heischeisch am 28.06.2007, 20:00

Zu den Symptomen habe ich in diesem Dokument noch gefunden:
Wie bei Antibiotika-sensiblen Enterobakterien:
Vor allem Infektionen chronischer Wunden wie Decubitus, Infektionen der Harnwege bei Dauerkatheter oder des Atemtraktes bei
künstlicher Beatmung und Tracheostoma.


Gibt es in Tannheim denn solche Fälle von Decubitus, Dauerkatheterisierung, künstliche Beatmung oder Tracheostoma? Oder gibt es noch andere Probleme, die aus dem Erwerb eine EBSL-Infektion resultieren können. Ok, die Resistenzmechanismen können wohl an anderen Krankheitserreger weitergegeben werden... erstaunlich, dass das Bakterien auch hinbekommen... ich dachte, dass das nur Viren können...

Liebe Grüße
Roland
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Beitragvon Carmeli am 28.06.2007, 22:16

Gibt es in Tannheim denn solche Fälle von Decubitus, Dauerkatheterisierung, künstliche Beatmung oder Tracheostoma? Oder gibt es noch andere Probleme, die aus dem Erwerb eine EBSL-Infektion resultieren können. Ok, die Resistenzmechanismen können wohl an anderen Krankheitserreger weitergegeben werden... erstaunlich, dass das Bakterien auch hinbekommen... ich dachte, dass das nur Viren können...

Liebe Grüße
Roland


Hallo Roland
:P Was soll die Frage, und noch dazu von Dir. :wink:

Also, zu Deiner Information; in Tannheim werden Patienten mit Mukoviszidose und Krebs behandelt. :idea: :wink: Einige Patienten mit CF haben ihre Lungenprobleme durch Pseudomonas und manche eben auch durch E.Coli. Es ist schwierig mutliresistente Keime zu behandeln. Das trifft sowohl bei CF zu, als auch bei Patienten, die nach Chemotherapie immunsupprimiert sind.

Sicherlich werden in Tannheim keine Patienten mit Dekubitus liegen ect. Aber hier sind Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen und wie gesagt, Immunsupprimierte.
Sprich auch eine chronische E.coli-Infektion der Lunge kann die Lunge bei CF bis in die Insuffizienz treiben. Und auch eine Pneumonie mit E.Coli-ESBL bei einem Tumorpatienten ist nicht lustig.

Und wenn CFler im Sputum einen ESBL oder MRSA oder VRE oder Cepacia haben, dann muss man eben Hygienemaßnahmen einhalten.
Aber wie gesagt, wird scheinbar nicht nur bei MRSA und Cepacia sondern auch bei ESBL in den Kliniken unterschiedlich gehandhabt.

Ich finde es jedenfalls sehr blauäugig, wenn man nur nach Pseudomonas trennt und alles andere ignoriert.

Wir hatten diese Diskussion hier im Forum schon einmal.

Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn Leute mit Problemkeimen in REHA-Einrichtungen fahren. Aber man sollte sich eben als Patient nicht hinter einseitigen Hygienmaßnahmen bezüglich Pseudomonas in Sicherheit wiegen.

Gruß Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Miriam am 05.07.2007, 13:47

So streng wie hier behauptet wird, trennt man nach Pseudomonas in Tannheim inoffiziell übrigens auch nicht! Das weiss ich, seitdem ich letztens dort war! :wink:
Miriam
 

Beitragvon Carmeli am 05.07.2007, 18:08

Hallo Miriam
Ach das ist ja interessant. Ich bin so informiert, dass wenn ein pseudomonasbesiedelter in einem pseudomoansfreien Durchgang auftritt wieder nach Hause geschickt wird. Ist das nicht mehr so?

Schreib doch mal etwas mehr. Das interessiert doch hier bestimmt viele.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon meldav am 06.07.2007, 17:26

Miriam hat geschrieben:So streng wie hier behauptet wird, trennt man nach Pseudomonas in Tannheim inoffiziell übrigens auch nicht! Das weiss ich, seitdem ich letztens dort war! :wink:


Hallo, also ich musste die Kur sofort abbrechen, als ich in einer negativen Kur plötzlich PA drinhatte - wurde am selben Tag abgeholt.

Umgekehrt wars dann auch so, dass sich rausstellte, dass ich PA negativ war, ich habe dann aber nicht abgebrochen, aber habe dann einen separaten KG-Raum bekommen, in dem nur ich behandelt wurde.
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Beitragvon schurig am 31.07.2007, 11:51

Huhu

also, ganz aktuell:

Pseudo+ in negativem Durchgang bedeutet Krankentablett=Isolation bis zur schnellstmöglichen Abreise.
Ebenso die gefürchteten Windpocken wegen der Transplantierten :)

Der ESBL E.Coli hatte keine Konsequenz.
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Beitragvon Carmeli am 31.07.2007, 16:33

Finde ich ja sehr merkwürdig. Aber naja, wäre ja auch schlecht für Euch gewesen, wenn Ihr wieder hättet abreisen müssen.
Ich hoffe, dass Ihr Euch gut erholt habt und die REHA erfolgreich war.

Aber ich erinnere mich noch an die Diskussionen mit dem einen großen Putztag. :roll: Und wenn man sich dann nen ESBL einfängt. Naja egal. Muss jeder für sich selbst entscheiden.
Carmeli
 

Beitragvon meldav am 03.08.2007, 12:39

@ schurig: ging das bei dir über die BfA? Falls ja, probieren die immer noch sich bei Tannheim querzustellen? Bei mir läuft gerade der Antrag, aber die Frau hier vom Krankenhaus meinte schon, dass die wahrscheinlich Probleme machen werden.
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Beitragvon schurig am 03.08.2007, 13:59

@meldav

Nein über die Krankenkasse. Bei familienorientierter Reha sind die Ansprechpartner der Wahl.
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