Umgang mit dem Tod

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Umgang mit dem Tod

Beitragvon espi am 20.11.2007, 22:52

Mir geht´s momentan Psychisch sehr schlecht!
Ich bin 21, und CFlerin. Mein Lebensgefährte(seit 5Jahren) auch CFler, ist im Sommer 41Jahre alt geworden und bereits Lungentransplantiert. Man hat nun im September festgestellt dass er einen Krebs in den Lebergängen hat. Und bekam bisher Chemo. Er ist seit letzter Woche wieder in der Klinik. Seit gestern weiß ich, dass er diese wohl auch nicht mehr lebendig verlassen wird. Er hat seit Oktober sehr stark abgebaut und kaum noch energie. Wir (Ich und meine Familie) sind alle sehr geschockt und wissen nun überhaupt nicht, wie wir damit umgehen sollen. Die Klinikärzte haben uns nahe gelegt, dass wir uns rechtzeitig verabschieden sollten und uns gedanken über Sterbehilfe und die Beerdigung machen sollten. Bisher hat mein Freund, immernoch gesagt er will weiter kämpfen und nicht sterben. Heute abend hat er wahnsinnig geweint und mich aus dem Zimmer "geworfen". Er meint es hätte alles keinen Sinn mehr. Wie soll ich mich nun verhalten? Ich bin total fertig!
espi
 

Beitragvon chrislazar am 21.11.2007, 02:21

hey espi ... ich kann deine Situation nur allzu gut nachvollziehen ... und es bewegt mich das zu hören. gerade auch das letztere kenn ich nur zu gut. dein partner möchte dich natürlich nur allzu gerne davon bewahren und es ist bestimmt ein auf und ab von gefühlen in ihm. ich kann nur sagen wie ich mich verhalten hab als ich in dieser situation war. meine damalige partnerin hat auch geschrien mich rausgeschmissen gebttelt dass ich gehe und niewieder komme. mir eine neue freundin suche. doch natürlich bin cih nicht gegangen denn es ist ein akt der verzweiflung des partners sowas zu sagen.
natürlich geht man den weg bis zu ende nutzt jeden moment und erinnert sich zusammen .macht sich einerseits hoffnung anderer seits weiss man ganz genau was kommt. du hast es ja deutlich gesagt worüber du dir im klaren bist. du gehts schon jetzt den ersten richtigen schritt denn du denkst nihct nur drüber nach sondern redest auch drüber. was auch unglaublich wichtig ist.denn genau aus diesem grund bin auch ich zum ersten mal in diesem forum gelandet und niewieder gegangen. so eine situatijn ist sau schwer .ich kanns echt nur betonen dass es mir vor einigen monaten genauso ging. nimm es nicht persönlich kann cih nur sagen, klingt vielleicht blöd, aber dein partner rebelliert nicht gegen dich sondern will dich nur schützen vor dem was da kommt. was wiederrum zeigt wie nah ihr euch steht. hmm was hab ich getan in dieser situation? diese frage muss ich mir jetzt mal selber stellen bevor ich dir sagen kann was ich dazu denke

--

ich war jede minute bei ihr damals weil mir das auch verständnis gab. bei ist das nochmal anders du hast selber cf ich nicht.
ich habe probiert alles erdenkliche zutun ums für alle erträglich und schön zu machen hab probiert die frühere atmosphäre da hinzubruingen wo meine partnerin war. vielleicht kannst du ihm einfach ein sicheres gefühl geben in dem du einfach da bist . mach ihm klar du willst bei ihm sein. er wird vielleicht wieder rebellieren wird wütend sein dich anschreien, weinen gefühlsausbrüche haben.aber das alles aus verweiflung.*wein

ich kann dir nur sagen du kannst stolz auf dich sein wenn dus schaffst bei ihm zu sein und ihn auch zu überzeugen halt in in so einem moment einfach fest und lass dich nicht rauswerfen.klingt egoistisch ist es aber nicht denn das machst du auch für ihn. es geht ihm nicht besser wenn du nicht da bist und es macht es auch nicht einfacher ( sag ich alles nur aus meiner erfahrung herraus kann auch alles ganz anders sein)
sondern er denkt es macht es für dich leichter.damit du weniger leidest.

genieße jeden moment. jeden augenblick, jedes gefühl von nähe trauer nicht, das wird kommen aber nicht jetzt. denke jetzt nicht an den tod das machst du zu anderen zeiten inem anderen prozess.denke jetzt nciht was wird sein wenn...
nein das ist alles noch mental weit weg.lass diese gedanken fallen. der prozess des denkens braucht auch sein struktur aber noch nicht jetzt nimm dir nicht die letzte zeit.. lass alles wirken .. rede mit ihm erinner dich an schöne momente, eure ersten erfahrungen, erlebnisse, photos, reisen, gutes schlechtes. lasst ZUSAMMEN alles revue passieren. auch wenn euch die gefühle überkommen lasst es geschehen .. weiint .weint zusammen wenn euch danach ist und lacht zusammen wenn ihr euch an euren erinnerungen erfreut.

ich weiss nicht inwiefern du verkraften kannst oder hören magst was ich schreibe aber auch wenns weh tut ich schreib einfach was ich denke ( an manchen stellen mit feuchten augen).

Zum letzten moment kann ich nur sagen... halt ihn fest seien es wochen tage sxtunden minuten sekunden oder der letzte atemzug... zumjindest war es im nachhinein das beste was ich für mich entschieden hatte und ich bin froh es so gemacht zu haben... ESPI ich wünsch dir und deiner /eurer familie alles nur erdenklich gute viel kraft zusammenhalt und ich glaube hier an dieser stelle findest du imemr ein offenes ohr für jede sorge egal wies dir geht...

in gedanken werden viele leute bei dir sein die deinen beitrag lesen...

alles liebe

chris
chrislazar
 

Vielen Dank!

Beitragvon espi am 22.11.2007, 14:01

Vielen Dank für die Anteilnahme und die Ratschläge.
Mein Partner hat nun für sich beschlossen, dass er nicht stirbt und spätestens weihnachten wieder zu hause feiert!
Ich muss dazu sagen, dass ich es nicht glaube aber ihn dass niemals spüren lassen werde. Ich bin nun fast ununterbrochen bei Ihm (auch nachts) und ich glaube dass es momentan das einzig richtige ist, was ich noch tun kann. Er hat es übrigens drann gegeben mich heraus zu werfen. Ich komme eh wieder!
Ich lasse Ihm aber trotzdem immer wieder Zeit für sich, und fahre wenigstens kurz nach Hause.
Und er hat zum Glück auch gute Freunde die Ihn ab und an Besuchen.
Was mir bloß große Sorgen bereitet ist, dass er seit heute morgen geistig verwirrt scheint: Er hat sich beim Frühstück Kakao über das Bett geschüttet und ist beim Frühstück mit Brötchen im Mund eingeschlafen. 10Minuten später war er wieder wach, und in der Zeit wo ich frische Wäsche holen war, steht er auf und rennt über den Flur. Als ich ihn auf dem Flur angesprochen habe wußte er von dem alle nichts mehr.
Die Ärzte sagen, sie hätten die Medikamente in den letzten Tagen nicht verändert. Also frage ich mich woher diese plötzliche, starke Veränderung kommt. Gestern war er erstaunlicher weise vollkommen klar! Vielleicht kann mir ja hier im Forum irgend jemand etwas dazu sagen?! Oder hat ähnliche erfahrungen gemacht!?

P.S. ich bin sehr froh, dieses Forum zu haben. Es gibt mir viel kraft und ich werde einiges los, was ich so niemandem sagen könnte! DANKE!
espi
 

Beitragvon LauraStern am 22.11.2007, 14:18

:?:
Zuletzt geändert von LauraStern am 13.03.2008, 21:21, insgesamt 1-mal geändert.
LauraStern
 

Beitragvon Schlangenlady am 22.11.2007, 16:58

Wenn Du täglich bei ihm bist versuche, ihn ständig zum Trinken zu animieren, denn wenn er so ko ist, wird er vermutlich weder viel essen noch trinken und Dehydrierung kann auch zu Verwirrtsein führen.
Alles Gute!!

Uli,45
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Beitragvon Lamai am 22.11.2007, 17:22

Für mich ist dies eine Art Schutzmechanismus dir gegenüber mit dem Rauswurf deines Freundes. Er will dich nicht mehr als unnötig belasten. Mein Pate und gleichzeitig Onkel ist gerade in der selben Situation. Er kommt leider nicht zum Spital raus und nun hat er seinen beiden Söhnen mitgeteilt, dass sie ihn nicht mehr besuchen sollen. Es ist tragisch wenn sich ein Mensch so abkapselt, doch irgendwie kann ich diese Seite auch verstehen.
Das Schwierige und auch Schöne bei deinem Freund ist, dass er noch Kraft schöpft und am weiterleben festhält. Sobald er aber an dem traurigen Punkt angekommen ist, wird er sich sicherlich öffnen und offen mit dir sprechen. Es ist für die überlebende Person wichtig.

Ich wünsche dir alle Kraft der Welt!

Liebe Grüsse
Christoph
Der glückliche Mensch ist nicht der,
der anderen glücklich erscheint,
sondern der sich selbst glücklich schätzt
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Beitragvon Mukoline am 22.11.2007, 19:43

Hallo in die Runde,

also ich finde, man sollte besonders in unserer Situation offen mit dem Tod umgehen. Und sich mit ihm auch beschäftigen, denn es kann schneller
zu ende sein, als es einem lieb ist.

Ich persönlich habe mir schon meine Gedanken gemacht,
wie meine Beerdigung sein soll, welcher Sarg und was für
Blumen ich haben möchte.

Nur nicht jeder kann so was. Es gibt viele, die verschließen
die Augen vor der Wahrheit und besonders vor solch wichtigen
Themen wie dem Tod.

Grüße Nina
Mukoline
 

Beitragvon chrislazar am 22.11.2007, 22:17

weil du meintest wegen dem verwirrt sein dass kenn cih zu gut .. ist aber ansich nichts schlimmes kann einfach maln vorrüber gehender saerstoffmangel sein.. oder auch die nervliche unruhe die man hat dadurch kann man auch mal apatisch werden in einem zutand der medikation.. das nihct so schlimm da brauchst dir kein kopf drum machen am besten du nimmst alles so wie es ist unsdmachst dir nciht um alles gedanken..

ich finds gut wie du damit umgehst ich sehe mich ein wenig in dir wieder als ich in der situation war...

dieser gesunde realismus ist auchdas was dir helöfen wird mit vielen sachen umzugehen .. und es ist auch gut so das du ihm das gefühl gibst das es wieder wird...

du machst dass schon echt wunderbar immer bei ihm zu sein auch mal freiraum zu lassen hab auch immer viel im kh geschlafen bis ich die putzfrauen alle beim vornamen kannte.

ich wünsch dir weiterhin viel kraft und ihr beide steht das durch egal wies kommt..

alles liebe chris
chrislazar
 

erfreuhliche Nachrichten:

Beitragvon espi am 25.11.2007, 15:04

meinem Freund geht es schon wieder viel besser.
Er ist schon wieder so fit, dass man über eine Entlassung nach denkt. Seit gestern ist er wieder relativ klar im Kopf und hat für sich beschlossen die Zeit die er noch hat mit mir zu genießen.
Heute durften wir sogar ein par Stunden aus der Klinik.
Ich bin wahnsinnig erleichtert und werde diese Zeit so gut es geht mit Ihm zusammen genießen!
espi
 

Beitragvon LauraStern am 25.11.2007, 20:43

:?:
Zuletzt geändert von LauraStern am 13.03.2008, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.
LauraStern
 

Beitragvon mercy333 am 25.11.2007, 21:12

da ja einige sagen in diesem forum , jemand will die wahrheit hören der fragt ......


ok , ich sage viele krebspatienten denen geht es im letzten stadion oder vorletzten so gut das nicht mehr an einen krebs zu glauben ist , ich spreche aus erfahrung in diesem thema ......

und dann kommt das ende ....

sorry habe es so oft miterlebt.......
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Was würdet Ihr tun?

Beitragvon espi am 28.11.2007, 11:45

Hallo Ihr,
ich habe mal wieder ein großes Problem, mein Freund ist zwar jetzt einigermaßen wieder klar und trotzdem fast Schmerzfrei, jedoch macht er mir im Moment die Hölle heiß!
Er ist wahnsinnig launisch, manchmal macht er wieder richtig Pläne, wie es wird wenn er wieder nach hause kann und was er noch so unternehmen will usw. doch im sobald Ihm irgendetwas nicht passt, seien es Kleinigkeiten wie z.B. dass ihm das essen nicht schmeckt oder mal wieder seine Socken nicht findet, rastet er total aus und schreit rum. Gestern haben wir uns richtig in die Haare bekommen so dass ich um 23Uhr fast gegangen wäre. Kurz vor seinem Ausraster habe ich noch auf anderen Stationen rum gefragt ob sie Bestellzettel v. Pizzaboten o. ä. da sind. und Ihm beim Chinesen etwas bestellt nur weil er grade hunger darauf hatte.
Da es mir aber zu spät war noch alleine mit dem Bus nach hause zu fahren bin ich geblieben.
Ich bin richtig verzweifelt, dass habe ich in den 5Jahren noch nie erlebt in denen wir zusammen sind! Er war immer liebevoll und wir haben uns nie gestritten! Ich wollte die letzte Zeit mit Ihm eigentlich genießen und ihn in guter Erinnerung behalten aber im Moment denke ich ernsthaft darüber nach ob mein Bemühen noch Sinn hat! Schließlich bin ich selbst CFlerin und mir geht es auch nicht sonderlich gut!
Ich habe nie an eine Trennung gedacht, heute tue ich es!!!
Bitte sagt mir was Ihr an meiner Stelle tun würdet.
l.g. Espi
espi
 

Beitragvon futura am 05.12.2007, 21:07

Hallo ihr Lieben,
ich weiß, dass man in Hospizen sogenannte Sterbeseminare machen kann. Vielleicht sind sie für all diejenigen, die noch Probleme mit der Thematik haben eine gute Möglichkeit sich damit auseinanderzusetzen.
Der kleine Kostenbeitrag sollte es einem Wert sein.
Gruß
de futura
futura
 

Beitragvon LauraStern am 06.12.2007, 21:51

:?:
Zuletzt geändert von LauraStern am 13.03.2008, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.
LauraStern
 

...

Beitragvon espi am 29.12.2007, 17:30

ich melde mich noch einmal zu Wort...
mein Freund ist am morgen des 22.12.2007 verstorben.
So kurz vor Weihnachten. Er hatte sich vorgenommen Weihnachten und meinen Geburtstag (im Januar) noch auf jeden Fall mit mir zu feiern!
Aber sein Körper war einfach zu belastet.
Ich war seine letzte Nacht noch bei Ihm und morgens ist er dann neben mir friedlich für immer eingeschlafen...
Er muss nun nicht mehr leiden.
Sagen konnte er leider nichts mehr.

Mehr als 5Jahre waren wir ein glückliches Paar...nun muss ich alleine weiterkämpfen.
espi
 

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