Mein Freund lässt keine Liebe zu

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Mein Freund lässt keine Liebe zu

Beitragvon Sanna am 29.10.2006, 12:56

Hallo,

mein Freund hat CF und hat mir das von Anfang an gesagt. Im vergangenen Jahr, in dem wir nun zusammen sind, habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt und weiß auch, was noch alles auf uns zukommen wird bzw. kann.

Seit ein paar Wochen nun zieht er sich immer mehr von mir zurück und vor kurzem hat er sich von mir getrennt. Ich bin sehr traurig, denn ich liebe ihn sehr. Ich weiß auch, wie sehr er mich mag und vermute, dass er wg. der Mukoviszidose Schluss gemacht hat. Er meint, er müsse mit allem alleine klar kommen. Ich will bei ihm sein und ihm beistehen. Aber anscheinend ist er nicht imstande, meine Hilfe anzunehmen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder kann mir von Euch CF´lern vielleicht erklären, was in ihm vorgehen könnte?

Danke schon mal und herzliche Grüsse
Sanna
Sanna
 

Beitragvon meldav am 29.10.2006, 13:52

Hallo, das ist schade, was du da schreibst. Ich könnte mir vorstellen, dass dein (Ex) Freund dich einfach nicht belasten will mit dem Ganzen. Ich kenne es von mir, dass ich manchmal auch ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich einen Infekt habe, nichts mit mir anzufangen ist und ich meinem Mann die Ohren vollhuste. Auch wenn ich ja nichts dafür kann. Er macht mir dann immer klar, dass er mir helfen will und dass er gerne auch 100 mal die Treppen rauf und runter rennt, wenn z.B. was vom Erdgeschoss brauche. Hast du mit deinem Freund schon mal über das Thema geredet, dass dir klar ist, was auch euch zukommt, aber du egal was kommt zu ihm hältst? Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es unheimlich guttut, so jemanden zu haben. ich wünsch dir alles Gute ... vielleicht klappts ja nochmal mit euch beiden.
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Danke für dein Feedback

Beitragvon Sanna am 29.10.2006, 22:51

Hallo meldav,

danke, dass du so schnell geantwortet hast! Ja, ich habe ihm schon versucht klarzumachen, dass ich zu ihm stehe, egal was passiert oder wie es ihm geht. Allerdings erst jetzt schriftlich. So eindeutig hatte ich ihm das nie selbst gesagt. Ich dachte, da ich mit zu Untersuchungen komme und ihm Ratschläge usw. gebe, weiß er das...

Ich kann auch verstehen, wenn er mich schützen will. Natürlich habe ich auch Angst vor dem was da noch kommen mag. Aber ich habe wirklich lange darüber nachgedacht und es ist meine Entscheidung, davor nicht davonzulaufen.

Warst du immer bereit, eine feste Beziehung einzugehen oder hattet ihr auch "Anlaufschwierigkeiten" Darf ich dich fragen, wie lange ihr zusammen seid und wie es dir geht?

Danke dir nochmal und auch allen anderen, die sich vielleicht hier noch einschalten wollen.

Schönen Wochenstart!
Sanna
Sanna
 

Beitragvon Julia am 30.10.2006, 00:44

Hallo Sanna,

ich kann deinen (Ex)Freund in gewisserweise gut verstehen. Da gibt es Parallelen zu mir.
Ich mache sehr viel mit mir selbst aus und möchte meinen Freund möglichst wenig in irgendwas involvieren.
Ich weiß nicht....aber ich will ihn in meine Probleme nicht mitreinziehen. Ich denk mir immer....ich schaff das schon alles alleine.
Manchmal bricht allerdings alles raus....und dann ist mein Freund traurig dass ich mit ihm nicht über meine Gefühle und mein Empfinden rede. I
ch kann ihn auch teils verstehen.....aber trotzdem ist bei mir das Denken vorhanden, dass ich mein Umfeld nicht noch mehr reinziehen muss.
Ich kann dir da auch jetzt gar keinen Tipp geben.....sorry.
Naja...vielleicht gebe ich diese Denkweise irgendwann auf.
Vielleicht geht auch dein Freund irgendwann in eine andere Richtung.
Julia
 

Beitragvon meldav am 30.10.2006, 08:34

Hallöchen, hab mal im Archiv rumgekramt, weil ich dazu schon mal was geschrieben habe. :o)
Du hattest noch gefragt, wie lange wir zusammen sind. Wie sind beide 25, seit etwas mehr als 7 Jahren zusammen und seit Juli 2005 verheiratet.

Hier jetzt das "alte" Geschriebene:

Ja, ein Partner ist schon eine Riesenstütze. Ich hab grad überlegt, wie das bei mir damals war ... Mir gings da ziemlich gut und hab das auch entsprechend rübergebracht und ihn da weitgehend rausgehalten (wenn man nicht zusammenwohnt und eh kaum Therapie macht geht das ja ganz gut). Und als es mir dann schlechter ging, war das ja für uns beide eine neue Erfahrung (bei mir wurde CF erst mit zufällig 11 festgestellt). Aber wir haben harte Zeiten durchgestanden und das schweißt zusammen. Ich habe aber heute noch ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Mann und Familie etc., dass sie, als ich damals fast gestorben wäre, solche Ängste und so eine schwere Zeit durchstehen mussten (obwohl das ja blödsinnig ist - habs ja nicht mit Absicht gemacht Sehr glücklich ).
Aber ich bewundere es auch total, wie er damit klarkommt und wie er sich verhält (z.B. bei Hustenanfällen in der Öffentlichkeit und sooo viele andere Situationen). Ich glaub, wenn´s umgekehrt wäre und ich so ne Angst um meinen Partner haben müsste (wie z.B. vor 2 1/2 Jahren) - ich wär durchgedreht oder so. Und ich finde nicht, dass CF ein Grund gegen eine Liebe sein sollte. Die verlieben sich ja nicht in unsere Lunge. Und schließlich haben wir ja auch ne Menge zu bieten! Vielleicht können wir nicht immer körperlich so aktiv sein wie andere, aber (will jetzt nicht eingebildet sein), ich kann das ganz gut ausgleichen, glaub ich Sehr glücklich
Soviel zu dem Thema. Wünsch euch noch nen schönen Tag. Liebe Grüße, Melanie
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Beitragvon mümmel am 31.10.2006, 21:28

Hallo,

ich bin "nur" Mutter von zwei CF-Kindern, möchte aber trotzdem mal etwas aus meiner schon längeren, eigenen Erfahrung mit Männern berichten.
Männer versuchen oft, alleine mit ihren Problemen fertig zu werden. Sie wollen eigentlich stark sein und wenn sie Hilfe annehmen würden, wäre es für sie ein Eingeständnis, dass sie nicht stark genug sind. Das ist natürlich völliger Quatsch, nur sehen sie es leider oft nicht ein.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass er dich nicht belasten möchte.

Wenn du dir sicher bist, dass auch er dich liebt, würde ich ihm nochmal in aller Deutlichkeit SAGEN (nicht schreiben, dabei kann man auch vieles falsch verstehen), was du für ihn fühlst und dass du immer zu ihm stehen wirst.
mümmel
 

Danke an Alle

Beitragvon Sanna am 02.11.2006, 10:22

Hallo all Ihr Lieben, die mir helfen wollen. Ich weiß es zu schätzen, dass Ihr so hilfsbereit seid. Und ich kann wirklich sagen, ich bin froh, dass es diese Seite mit diesem Forum gibt! Mit meinen Freundinnen kann ich zwar immer gut über Beziehungsprobleme reden, aber die wissen noch weniger als ich, was in einem CF-Patienten vorgeht. Deshalb bin ich froh, dass Ihr mir Eure Standpunkte dazu sagt, das hilft mir in meinem Schmerz.

Herzlichst,
Sanna
Sanna
 

Beitragvon emute am 14.11.2006, 22:01

ich schreib jetzt mal als erster mann hier rein, da ich wahrscheinlich sehr gut nachempfinden kann was dein freund fühlt.
ich bin auch schon seit einiger zeit mit meiner freundin zusammen und auch ich habe oft mit dem gedanken gespielt es zu beenden, gerade dann wenn ich eine schwere phase mit meiner krankheit hatte

der satz "ich werde zu dir stehen und für dich da sein" kann entweder helfen oder alles noch schlimmer machen.. für was da sein? wobei? beim sterben? bis zum bitteren ende? in einem moment in dem ich nicht daran denken will zu sterben ist das gift! auf der anderen seite gibt es mir so eine geborgenheit zu wissen, dass ich nicht allein bin! es ist ein schmaler grat und ein lauf durchs minenfeld für den partner...

was mich an meiner freundin am meisten stört, ist wenn sie es einfach so sagt. ich bin einmal ausgerastet und hab sie angeschrien "das ist keine beschissene seifenoper, ich bin wirklich krank und werde sterben"...

soviel du es auch versuchst, du wirst diese situation, das ende vor augen, den eignen tod vorhersehen, nicht verstehen können. und das ist das was eine fertig macht...

wie du vielleicht merkst bin ich selber etwas davon angegriffen! ich hoffe dein freund kehrt zu dir zurück und merkt dass er dir soviel bedeutet

LG Andreas
emute
 

Beitragvon Sanna am 18.11.2006, 12:45

Danke, Andreas, dass du mir den Standpunkt eines Mannes dargestellt hast. Männer und Frauen ticken eben doch anders und in dieser Situation kommt noch dazu "krank + nicht krank". Es ist tatsächlich schwer zu verstehen, wie mein Exfreund fühlt. Natürlich wäre ich gerne für ihn da, so wie er die ganzen Monate auch für mich da war. Ganz langsam versuche ich darüber hinweg zu kommen, dass er sich von mir getrennt hat. Und so langsam muss ich wohl auch die Hoffnung aufgeben, dass er zu mir zurück kommt.

Weißt du, ich dachte, er kann doch froh sein, dass er mich hat, die ihn liebt, obwohl der CF hat und nicht so fit und unternehmunslustig kann wie es ein gesunder Mann könnte. Das hat mich nicht davon abgehalten, mich in ihn zu verlieben. Ich hatte Verständnis, bin mit zu Arztbesuchen oder habe ihn ans Inhalieren oder seine Medikamente erinnert. Dass ihn das vielleicht abschrecken könnte, auf die Idee wäre ich nie gekommen. Manchmal denke ich, er will mich mit der Trennung auch schützen und mir die Chance für ein normales Leben mit Kindern usw. geben. Und ich weiß nicht, was ob ich froh darüber sein soll oder nicht.

Also nochmal danke. dass du geantwortet hast, Andreas!

Sanna
Sanna
 

Beitragvon ernesto am 19.11.2006, 03:02

hallo sanna,

wollte dir noch (m)einen standpunkt sagen... (auch wenn ein teil schon in einem anderen Beitrag steht...)

Das ist jetzt keine allgemeingültige aussage und auch für deinen exfreund nur eine vermutung, aber...
Ich denke, dass "den partner nicht belasten wollen" und die "sorge der partner könnte sich deshalb trennen" (3ter beitr.) nah beieinander liegen können. Ist nicht die ablehnung einer beziehung auch ein guter (?, nope!) schutz nicht wegen der cf verlassen zu werden?
Es ist fraglos, das man sich (ob mann oder frau) ein einer beziehung, in der ein partner ersthaft krank ist viele gedanken darum macht, natürlich sollte beide partner wissen, worauf sie sich einlassen, aber wenn das so ist, warum sollte ich für meinen (potentiellen) partner die entscheidung treffen (dürfen)?
Wenn sie oder er diese entscheidung negativ trifft ... fu**, man selber kann diese entscheidung aber auch nur negativ treffen...

In diesem Sinne hoffe ich, das er diese Entscheidung vielleicht doch noch dir überlässt...

emute hat geschrieben:...der satz "ich werde zu dir stehen und für dich da sein" kann entweder helfen oder alles noch schlimmer machen.. für was da sein? ... in einem moment in dem ich nicht daran denken will zu sterben ist das gift!
...was mich an meiner freundin am meisten stört, ist wenn sie es einfach so sagt. ich bin einmal ausgerastet und hab sie angeschrien "das ist keine beschissene seifenoper, ich bin wirklich krank und werde sterben"...

soviel du es auch versuchst, du wirst diese situation, das ende vor augen, den eignen tod vorhersehen, nicht verstehen können. und das ist das was eine fertig macht...


Ich weiß nicht emute, mich würde es nicht an den tod erinnern. Vielleicht meint sie es genauso wie sie es sagt!? Weißt du, was genau sie meint, "das große ganze" oder tatächlich das "bittere ende"? Ich denke auch das würde mich eher ungemein trösten...
Hast du deiner Freundin den schonmal genau gesagt, was das für dich bedeutet? Natürlich ist sie nicht in deiner Situation, aber heißt das das sie dich nicht verstehen kann? Umgekehrt gilt ja auch nicht, das alle die in der selben situation sind diese genauso sehen/verstehen...
Versuch doch, ob sie dich nicht doch versteht und überlass ihr die entscheidnug, wenn du denkst es wäre zu viel für sie...

lg ernesto
*gähn* good night and good luck!
ernesto
 

Die Ungewissheit...

Beitragvon Heischeisch am 19.11.2006, 12:56

emute hat geschrieben:ich schreib jetzt mal als erster mann hier rein, da ich wahrscheinlich sehr gut nachempfinden kann was dein freund fühlt.
ich bin auch schon seit einiger zeit mit meiner freundin zusammen und auch ich habe oft mit dem gedanken gespielt es zu beenden, gerade dann wenn ich eine schwere phase mit meiner krankheit hatte

der satz "ich werde zu dir stehen und für dich da sein" kann entweder helfen oder alles noch schlimmer machen.. für was da sein? wobei? beim sterben? bis zum bitteren ende? in einem moment in dem ich nicht daran denken will zu sterben ist das gift! auf der anderen seite gibt es mir so eine geborgenheit zu wissen, dass ich nicht allein bin! es ist ein schmaler grat und ein lauf durchs minenfeld für den partner...

was mich an meiner freundin am meisten stört, ist wenn sie es einfach so sagt. ich bin einmal ausgerastet und hab sie angeschrien "das ist keine beschissene seifenoper, ich bin wirklich krank und werde sterben"...

soviel du es auch versuchst, du wirst diese situation, das ende vor augen, den eignen tod vorhersehen, nicht verstehen können. und das ist das was eine fertig macht...

wie du vielleicht merkst bin ich selber etwas davon angegriffen! ich hoffe dein freund kehrt zu dir zurück und merkt dass er dir soviel bedeutet

LG Andreas

Hallo Andreas,
ich habe jetzt Deinen Beitrag schon paar Mal gelesen, er ist unheimlich dicht geschrieben, also voller Informationen. Mir gefällt er sehr gut. Ich glaube, dadurch dass es Dich selbst so anrührt ("selber davon etwas angegriffen"), hast Du auf einen Schlag ganz viel über Dich geschrieben und eigentlich gezeigt, dass Du in der Verarbeitung Deiner CF vielleicht schon viel weiter bist, als Du ahnst.

Was Deine Freundin betrifft und den von Dir erwähnten Ausraster ihr gegenüber: sprich doch einfach mal genau darüber mit ihr! Versucht doch mal, die Vorstellung von Euch beiden über das "Ungewisse" ein bisschen auszutauschen. Ich glaube, Du hast die echte Sorge, Deine Freundin könnte auf den möglichen Verlauf Deiner CF nicht genügend vorbereitet sein, wobei: kann man das überhaupt? Vielleicht sagt Deine Freundin das "einfach so" (was Dich ja so zum Ausrasten brachte: das ist keine Seifenoper), weil sie "einfach so" sich auf alles einlassen will, offen sein will, für das was kommt, in sich "einfach" eine Stärke fühlt, alles auszuhalten, was kommt, ohne jetzt genau wissen zu können, was kommt.

Die Vorstellung, einem Menschen dazusein in den Wochen seines Sterbens, ängstigt mich zwar sehr aber auf der anderen Seite habe ich die Gewissheit, dann voll da zu sein, und das begrenzt die Angst auch wieder! Ich habe die (eigenartige?) Erfahrung bei mir gemacht, dass ich gerade in extremen Krisen unglaublich ruhig und anwesend werde. Und es gibt einige Menschen, die das von sich wissen, vielleicht doch eben auch Deine Freundin! Ich denke jedenfalls, der Schlüssel dazu, sein Leben jetzt zu entlasten und zu befreien, ist die Sorgen der Zukunft eben jene der Zukunft sein zu lassen. Und das beziehe ich jetzt auf Dich. Das "oberflächliche" Verhalten Deiner Freundin scheint Dir einen Spiegel vorzuhalten, denn es ruft die Angst in Dir auf, weil es Dir nicht gelungen ist, das Ungewisse aufzulösen. Du schreist sie an, willst aber doch Dich selbst anschreien, hm? So ein nun verstehe doch endlich, was da kommt!!.
Das aber kann niemals funktionieren, auch ich weiß nicht, wie mein Tod und die Tage und Wochen und Monate vorher sein werden. Niemand weiß das! Es ist doch immer ungewiss, oder? Warum macht Dich (nicht unbedingt "Einen", oder?) das so fertig?

Was also könnten wir tun, wenn es so ungewiss ist?
Ich würde sagen: genieße den Tag oder beschäftige Dich damit, was Dir jetzt den Genuss verwehrt. Manchmal schon eine verdammt große Aufgabe :-)

Ich ende mit einer kleinen Anekdote, die sich vor kurzem ereignete... ein TX-gelisteter CFler wurde von einem Auto angefahren und starb wenig später an den Folgen dieses Unfalls. Da offensichtlich dem Listmaster einer eMailliste zunächst nur die Information vom Tod vorlag, schrieb dieser "...Kampf gegen die Mukoviszidose verloren"... Später wurde das natürlich revidiert. Ironie des Schicksals, oder eben doch nicht?

Es ist natürlich klar und eine schmerzhafte Tatsache, dass die CF die Konfrontation mit dem eigenen Tod eben auf andere Weise gestaltet, da es sich eben selten um einen plötzlichen Tod handelt, sondern um etwas, dass man ab einem gewissen Punkt kommen sieht, auch dessen Unumgänglichkeit. Ich finde nur, dass Du, Andreas, Dich damit viel, viel zu früh beschäftigst. Das ist doch einfach nicht Deine Baustelle jetzt! Du willst nicht sterben und Du willst ein schönes Leben führen, wir alle wollen das! Du kannst Dich damit am besten beschäftigen, wenn Du Dich von der Angst vor dem Ungewissen befreist, was eben ein langer Prozess ist, der heute wieder beginnt.

Ich finde den Satz Deiner Freundin jedenfalls wirklich toll: "ich werde zu dir stehen und für dich da sein"! Das macht bestimmt nichts schlimmer! Muss ich mal in aller Klarheit sagen! Es ist doch eine klare Ansage, die trifft man nicht einfach so, glaub mir!

Liebe Grüße
Roland
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Beitragvon Mukoline am 25.11.2006, 18:17

Hallo !!!
Ich glaube jeder CF´ler/in hat dieses Problem, wir wollen den Partner nicht mit zu vielen Sachen belasten, man will in schützen, es ist bei

mir genauso, mir geht es im Moment schlecht und ich habe nicht wirklich
die Hoffnung, dass es mir einmal wieder richtig gut gehen wird. Mein

Freund sagt mir zwar auch immer, er steht hinter mir und er ist immer für
mich da, egal was passiert, jedoch ist es nicht immer einfach. Man möchte

ihm nicht zur Last fallen, besonders, wenn er weggehen will und ich nicht
mitkann, fragt er mich auch immer, ob es in Ordnung ist, dass er weggeht,

ich sage dann immer, ja geh ruhig, es soll nicht an mir liegen,du musst nicht hier bei mir sitzen, genieß dein Leben, mach was dir Spaß macht.

Natürlich meine ich das nicht so, innerlich wünsche ich mir, dass er bei mir ist, wenn es mir schlecht geht, es reicht mir auch schon, wenn er

einfach nur da ist. Aber zugeben würde ich es nie vor ihm, ich würde nie sagen, ich möchte nicht, dass du weggehst. Habt ihr das auch schon mal

gehabt?Das ihr euch in gewisser Weise wie ein klotz am Bein gefühlt habt?
Wie eine Belastung?
Mukoline
 

Beitragvon 3ngelchen am 25.11.2006, 20:29

oh ja mukoline,
das kenne ich genau so wie du, deine worte in gottes ohr. die zeilen hätten von mir sein können. ich bin ja seit drei jahren sauerstoffpflichtig und kann nirgends mehr hingehn, immer wennn mein freund sich fertig gemacht hat, parfüm drauf und so weiter, oh gott, ich hab ihn gehasst dafür, gleichzeitig wollte ich nicht, dass er wegen mir seine schönen jahre verliert und denkt er verpasst was.
Mittlerweile kann ich besser damit umgehn und er geht auch selten noch weg, aber das hat lange gedauert. Sag es ihm aber, weil auf dauer frisst es dich auf. ausserdem war es mir ne grosse hilfe, als er dann heim kam und mir immer alles ganz genau erzählt hat, was wann wo wie war. da hatte ich dann ein bissl das gefühl dabei zu sein und nix verpassz zu haben.
alles gute weiterhin
3ngelchen
 

Beitragvon Mukoline am 25.11.2006, 21:18

@3ngelchen

Hey !!!
Ja, da hast du recht, ich glaube ich werde das ihm sagen. Wie lange bist du mit deinem Freund schon zusammen? Ich bin erst seit 3 Wochen mit

ihm zusammen, wir kennen uns aber schon ein paar Monate, es kommt
mir aber so vor, als wären es schon Jahre, ab und zu. Wie bist du damit

fertig geworden? Wie hast du dich damit abgefunden, dass du nich immer mitkommen konntest? Ich muss es erst noch lernen, weiß aber nicht

wie ich das machen soll und wie ich es ihm sagen soll.
Kannst du mir da einen Tipp geben?
Mukoline
 

Beitragvon 3ngelchen am 26.11.2006, 22:22

@Mukoline

also mein Freund und ich sind jetzt fast 7,5 Jahre zusammen. Oh Gott, so ne lange Zeit.
Also die Zeit war wirklich nicht einfach,aber manchmal musste ich mit dem Kopf handeln und hab schon zu heulen angefangen, da sah ich noch die Türklinke zugehn weil er noch nicht einmal richtig weg war, aber er hats nicht gemerkt :wink:
Also wie du ihm das sagen könntest. Hmmm, also ich hab es dann so gemacht, dass ich ihm, also er mit den Fussballjungs ein WE weggefahren ist, ich ihm einen Brief in die Tasche gepackt hab, mit ner kleinen Süssigkeit dazu. Da hab ich mir alles aus der Seele geschrieben, trotzdem aber sehr nett formuliert damit er bloss nicht stur reagiert oder sauer ist und ich somit das Gegenteil erreiche. Ausserdem sagte ich ihm, dass ich weiss dass es mit mir eben auch nicht immer einfach ist und ich möchte dass er mir auch meine Fehler sagt, damit auch ich ne Chance hab an mir arbeiten zu können. Das wars eigentlich, er hat danach nie wieder was gesagt, im Gegenteil, er hat mir alles haargenau erzählt was auf der kleinen Reise so alles los war, was ich sehr niedlich fand.
Wenn er manchmal vergisst, dann weise ich ihn indirekt in einem Gespräch darauf hin, dass wir mal ne Abmachung hatten, hihi.
Also es funktioniert mittlerweile ganz gut muss ich sagen.
Alles Gute
3ngelchen
 

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