Mein Freund lässt keine Liebe zu

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Beitragvon Mukoline am 21.12.2006, 10:40

hey...
Es ist wirklich nicht einfach, den richtigen Zeitpunkt zu finden, aber ich werde es versuchen. Was mich auch in gewisser Weise verletzt ist, dass er mir nicht glaubt, wenn ich ihm etwas erzähle, was der Arzt gesagt hat. :( Wie jetzt wo ich in der MHH war zur Untersuchung hatte ich seine Schwester mit und die war auch beim Arzt mit drinne und sie hat ihm irgendwas erzählt, von wegen wenn ich nicht mehr für mich tu und so, dann war das das letzte Weihnachten.
Na ja, ich merke, dass er Angst um mich hat, er macht sich tierische Sorgen, weil meine Lufu in den letzten 2 Monaten um 4% gefallen ist. Er denkt, sie fällt jetzt weiterhin konstant jeden Monat 2% und er rechnet schon mit dem schlimmsten und wenn ich ihm dann sage, dass es mir soweit gut geht und das alles ok ist, dann glaubt er mir nicht.
Er denkt, dass ich ihm nicht alles erzähle, ok, es ist so. Aber ich möchte nicht, dass er sich noch mehr sorgen macht, als nötig.
Oftmals kann ich mit ihm über so etwas nicht reden, danns chreiben wir über so etwas, oder über anderes. Ich kann mit ihm nicht offen, bzw. unbefangen über so etwas reden, ich tu es generell nicht gerne, weil ich merke, dass ich ihn damit verwirre. Er versteht es glaub ich nicht, wenn ich so schwarz und kalt über das Thema rede und wenn das GEfühl von mir rüberkommt, tja, ich hab mich damit abgefunden, dass es mir nie wieder gut gehen wird, es wird mir vielleicht mal besser gehen, aber nicht gut. Aber wie kann ich es ändern, dass ich mit ihm richtig reden kann? Oder kann es daran liegen, dass wir erst 1 1/2 Monate zusammen sind, kennen uns zwar schon 5 Monate, aber denke mal es liegt daran, es kommt mit der Zeit, kommt Zeit kommt Rat.

LG Nina :wink:
Mukoline
 

Beitragvon Heischeisch am 21.12.2006, 10:54

Mukoline hat geschrieben:Er denkt, dass ich ihm nicht alles erzähle, ok, es ist so. Aber ich möchte nicht, dass er sich noch mehr sorgen macht, als nötig.

Hi Nina,
damit erreichst Du das perfekte Gegenteil. Was sind eigentlich Sorgen? Sie beziehen sich auf zwei Bereiche: den Teil, den man ändern kann und jenen, den man nicht ändern kann. Dort, wo etwas nicht zu ändern scheint, führen die Sorgen zu Angst, dort wo etwas änderbar ist, wo ich das Gefühl der Macht über die Situation behalte, kommt es nicht zu dieser lähmenden Angst; aus der "Sorge" heraus kann ich als Partner "sorgen", also (helfend) handeln.
Die Dinge so anerkennen, wie sie sind, darin liegt die Kunst. Die "richtigen" Zeitpunkte für Gespräche darüber scheint es nie zu geben. Den eigenen Schatten an der Wand zu fangen und in eine Tüte zu packen, scheint dagegen einfacher zu sein :shock:
Liebe Grüße
Roland
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Beitragvon Jess am 21.12.2006, 12:32

Hallo Nina,

zum einen bitte verwende nicht dieses kommt Zeit kommt Rat, denn wenn man mal betrachtet wie viel Zeit uns dann bliebe sollten wir dies mal schnell als einen unsere NICHT SAGE UND NICHT SO HANDELN Sätze aufzählen *lach*

Ich kann gut verstehen was Du meinst. Es ist schwer für Dich und schwer für ihn und es ist ja auch immer so, dass jeder Mensch eine andere Auffassungsgabe hat wie der andere. Was meinst Du was ich mich da schon mit meiner Ma in den Flicken hatte, wenn ich gesagte Sätzes eines Docs ganz anders interprätiert habe als sie *lach* Nimm doch Deinen Freund das nächste mal einfach mit! Ich denke auch mal dass die Docs in Hannover manchmal etwas härtere Geschütze auffahren um jeden einzelnen wach zu rütteln und eine eventuelle TX noch schön weit weg schieben zu können.

Das Du dich damit abgefunden hast, dass es Dir eben NIE mehr gut gehen wird, kann ich mehr als nachvollziehn, denn so ging es mir im letzten Jahr auch. Es folgte einer IV nach der anderen im 3 Wochen takt... oder manchmal war ich auch grad mal eine Woche zu Haus da ging es von vorn los. Ich denke mal es war mit ein grosser Fehler, dass ich meinen damaligen Freund nicht mit ins Gespräch gezogen habe sondern auch dachte.. ach kommt Zeit kommt Rat, der macht das schon. Ja er konnte gut schauspielern und mir und meiner Familie erzählen, dass er mit allem klar kommt und genau weiss wie totkrank seine Freundin ist und das er damit fertig würde! Pustekuchen... nach dem ersten Blutspucken wars nämlich vorbei mit seiner Märchenshow! Er war jedoch im Glauben ich würde das nicht checken... Da ich aber LEIDER mit mir so viel zu tun hatte war mir öfter mal egal was er dachte oder eher der Gedanke dass ich weiss er kommt damit nit klar. Doch es war auch so, dass er sich von mir nicht helfen lassen wollte, da es mir ja schon so schlecht geht! Von daher fang früh genug an zu Diskutieren und wenn Du es eben so nicht schaffst, dann schreib es Dir von der Seele ist doch scheiss egal wie rum es gemacht wird, hauptsache es wird zum Ziel geführt!!!!

Ich weiss heute, dass mein Ex mich seit April nicht mehr geliebt hat und nur noch aus ANGST oder was weiss ich was bei mir geblieben ist. Er dachte wohl ich würde die OP nicht schaffen, wenn er mich verlassen würde.. nur das er mir in der Zeit in der ich auf die Lunge warten musste mit seinen Eskapaden mehr geschadet hat als er es mit bloßem Schlussmachen hätte tun können, darüber hat er nicht mal einen kleinen Gedanken verschwendet und somit habe ich reichlich viel aus dem ganzen Theater mitgenommen! Womit ich jetzt sagen kann, REDE, und das so schnell es geht. Es kann Dir wirklich von heut auf morgen so dreckig gehen oder es passiert etwas unvorhersehbares (z.B. Lungenbluten) ... spiele die Dinge nicht runter, im Grunde macht dies ein jeder von uns, mich eingeschlossen, aber wem dient das? Eigentlich NUR DIR selbst, da auch unser gesunder Menschenverstand das alles nicht so wahr haben möchte, obwohl wir schon bevor er passiert realisieren das bald etwas auf uns zukommt dessen Ausmaße wir uns selbst kaum bewusst sind!!!!!!

Bezieh ihn ein... wenn er Dich liebt, und das wird er bestimmt, sieht er das vielleicht auch bald alles aus einer anderen Perspektive, denn dann weiss er wie Du denkst, fühlst und das auch deine Coolness die Du ihm sicherlich das ein oder andere Mal vorspielst nicht DIE NINA ist, die er kennt! Sondern die, die sie sein möchte um IHN vor Schmerz, Trauer und Kummer zu schützen!!!!! Das ist reiner Schutz, den auch ich angewandt habe.. aber am Ende ....

Also Kleines... hau rein.. lebe und rede... lass dich nicht unter kriegen und spiele mit offenen Karten.. das ist das aller Beste was man machen kann und wenn einen dann jemand von sich stösst, dann ist genau dieser Mensch keinen Cent wert... oder eben so unreif, dass er nicht mal sein eigenes Leben in den Griff bekommt geschweige denn mit der Stäke eines jeden von uns klar käme!!!!

LG
Jess
Jess
 

Beitragvon Mukoline am 21.12.2006, 15:37

Es ist immer erstaunlich, wie ihr den Nagel auf den Kopf trefft.
Mit euren Aussagen helft ihr mir immer sehr. Und nicht nur helfen tust
du mir damit, sondern du hilfst mir auch mit meiner Situation und mit allem zurecht zu kommen und mich damit abzufuínden und es zu akzeptieren.

Es ist immer total anders, wenn man mit einem anderen Betroffenen spricht sich austauscht und der einem die Augen öffnet und erzählt, wie es einem ging und man dann merkt, dass es nicht nur einem selbst so geht, sondern das es auch andere gibt, denen es so ging und geht. Man hört dann eher auf denen, als auf die Ärzte oder die Eltern, weil man das Gefühl hat, dass ihr einen versteht, wir sind in der selben Lage, wir wissen wie man sich fühlt, aber die anderen haben keine Ahnung, wie es ist totkrank zu sein.
Mukoline
 

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