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Geschwisterkinder eines cf Kindes...wie gehen sie mit allem

BeitragVerfasst: 11.10.2006, 15:01
von marcylaila
Hallo,
Mich würde mal interessieren, wie die Geschwisterkinder , mit der Situation, eine Schwester oder einen Bruder mit CF zu haben, bei Euch so klarkommen :!:
Oftmals kommen sie doch, zumindest phasenweise, zu kurz bzw müssen in vielen Dingen zurückstecken.
Unsere Grosse ist 7( gesund) unsere kleine 4 ( sie hat cf)
Reibungspunkte entstehen oft bei folgenden Situationen:
----Laila bekommt meist nach dem Esses noch eine Schokolade oder 2----
die grosse dann halt eher Gummibärchen oder eben eine kleine Schokolade :(
------die eine will in der Matsche waden---die andere nach Möglichkeit eher nicht
:(
------die kleine bekommt alleine durch die Therapie sehr viel individuelle Zuwendung. Wir versuchen das zwar so oft es geht gemeinsam zu machen....aber oft scheitert das eben auch an der Zeit, da wir beide auch berufstätig sind..... :(
Wir sind froh, dass wir Omas undOpas haben die unserer Grossen auch oft dieser individuellen Zuwendung geben, wozu wir ( phasenweise) oft einfach nicht die Zeit haben.
Würde mich über eure Erfahrungen freuen
gruss uli [/b]

BeitragVerfasst: 11.10.2006, 15:38
von Esperanza
Huhu!

Also ich denke, da muss jede Seite gleichermaßen zurückstecken können. Sicherlich kommt es vor, dass das gesunde Kind mal während der Therapie weniger Aufmerksamkeit bekommt, aber dafür genießt es andere Vorteile. Wenn ich mich zurückerinnere, weiß ich z.B. noch ganz genau, wie ich es jedesmal gehasst habe, dass ich in die Ambulanz musste und mein Bruder zu unserer Oma dürfte und sie den ganzen Nachmittag alles mögliche zusammen unternommen haben, während ich mich mit den nervigen Ärzten und Untersuchungen rumschlagen musste. Ein anderes Beispiel ist, dass ich zum Inhalieren immer vom Spielen weggeholt wurde und mein Bruder weitermachen dürfte. Da kommt man sich auch ungerecht behandelt vor und ist wütend, weil man es in dem Alter einfach noch nicht versteht.

Ich denke daher, das gleicht sich schon irgendwo aus, jeder muss da mit dem ein oder anderen Vor- bzw. Nachteil leben.

Grüße

BeitragVerfasst: 11.10.2006, 15:50
von kuenic
Hallo Uli,
Ich hatte genau vor heute diese Thema zu posten :)
bei uns steht zwar noch nicht fest ob jule cf hat aber sie ist halt häufig krank---Krankenhaus ect.wo man sich halt in der Zeit umso intensiver mit ihr beschäftigen muss.
Die kleine ist 6, die anderen (15/13/9)
Im Moment versuch ich alle i-wie gleich zu behandeln was allerdings gar nicht so einfach ist da alleine schon das Verhalten der kleinen eine besondere Aufmerksamkeit abverlangt.
Die ist seit dem Krankenhaus so schlapp und will auch nur noch bei uns im Bett schlafen .Im Moment gesteh ich ihr das ein, weil sie super tapfer alleine im Krankenhaus geschlafen hat.
Bei 3 anderen Geschwistern war das anders nicht möglich.
Aber man war halt ansonsten den ganzen Tag bei ihr und die anderen mussten entweder mit oder sich verabreden.Ich empfand das als schwierige Entscheidung, gegen wen soll man sich entscheiden?
Vllt hat einer hier eine bessere Lösung die vllt pädagogisch wertvoller ist?
:idea: Denn wir haben leider keine Omas und Opas vor Ort.
Auch merke ich das ich versuche der kleinen alles so angenehm wie möglich zu machen während ich dann mit den großen Hausaufgaben ,Fußball,und sonstige Hobbies oder Pflichten nachgehe.
Und trotzdem habe ich das Gefühl das die großen denken das sie hintenan stehen.
Und der Zwerg nutzt das glaub ich schamlos aus :twisted:
Hoffe auf viele Antworten und Tipps.
Liebe Grüße
Nicole

BeitragVerfasst: 11.10.2006, 16:00
von Joui
hi,
also ich fands eigentlich immer relativ gerecht, wie mich meine eltern im vergleich zu meinem bruder (cf) behandelt haben. das könnte allerdings auch daran liegen dass ich selber cfler bin. mhm :wink:
ABER da war ja auch noch meine 1 1/2 jahre ältere schwester mit ohne cf und von der musste (muss) ich mir mein ganzes leben lang anhören, wie ungerecht sie immer behandelt wurde im gegensatz zu mir...anscheind hat sie sich daran gestört dass sich alle immer danach erkundigt haben wies MIR geht und meine eltern viel zeit mit mir an therapie und so verbracht haben (hab damals nie alleine inhaliert)...
wobei ich gerechter weise sagen muss, dass ich auch der jüngste in meiner familie bin und hin und wieder am klischee "nestheckchen" was dran war :wink:

lg johanens

Geschwisterkinder

BeitragVerfasst: 11.10.2006, 17:17
von marcylaila
Hallo,
danke für eure Antworten.
Klar, versuchen wir auch alle gleich zu behandeln......Problem ist halt auch, dass man sich in schlechten Phasen( wie z.b bei uns letzten November, als unsere kleine einen PsA Erstnachweis hatte und I.V gemacht wurde) fast auschliesslich auf das kranke Kind( wie du kuenic ja auch schreibst)konzentriert
....Man lässt dabei als Eltern unheimlich Kraft( Akku ist absolut leer) und oft in besseren Zeiten muss man sich selbst erstmal "wieder hestellen"( Akku aufladen), soweit das überhaupt geht.
An dieser Stelle auch: mein absoluter Respekt :!: an alle allein Erziehenden hier im Forum( Joka,.....)
Gerade gestern hatten wir unseren Routine Check in der Ambulanz. Laila bekam dannach ein Püppchen unsere grosse bekam ebenfalls einen Stoffhund....sie kam allerdings mit der Situatin nicht wirklich klar:" Sie hat sich den nicht richtig verdient---sie will endlich auch mal eine Blutabnahme!!!!"----
Ich denke bei Geschwistern , so wie bei dir Joui, die beide cf haben ist das alles auch ungefähr im Lot--aber du schreibst ja selbst, dass deine grosse Schwester (gesund) auch viel zurückstecken musste.
Als grosses Geschwisterkind muss man schon oft auf kleiner Rücksicht nehmen,.-----bekommt das kleine dann noch eine Sonderrolle wie durch CF ist das nochmals schwieriger.
Fragt doch einfach mal eure Eltern---vielleicht machen wir Elter, , oder sind es gar wir Mütter;um alles einfach auch einen zu grossen Kopf :(
Hallo wo sind die Väter hier im Forum: Schurig, heischeisch,.....ihr seid gefragt???? :!: ( was sagen denn eure Frauen?)
Gruss uli

BeitragVerfasst: 12.10.2006, 18:45
von Julia
Ich bin 3 Geschwistern aufgewachsen. Meine große Schwester war zum Teil doch etwas eifersüchtig wenn es zum Essen für mich halt immer Sonderwürste gab....denn wenn es etwas gab, das sie nicht mochte dann musste sie es trotzdem essen.
Sie war auch immer der Meinung dass ich meine Krankheit in bestimmten Situationen als Vorwand benutzte um Aufmerksamkeit zu bekommen. Leider ist sie noch heute der Meinung und hat glaub teils noch nicht so ganz begriffen dass meine schlechten Zeiten nicht gespielt sind.
Von daher....werde ich seitens ihrer manchmal nicht so ganz ernst genommen.
Meine kleinen Geschwister....nun....als die kamen....da ging es bei uns drunter und drüber da meine Mutter während der Schwangerschaft eine schwere Krankheit durchmachen musste und als die Kleinen dann da waren brauchte meine Mutter viel Hilfe. Deshalb mussten meine größere Schwester und ich schon damals viel mitanpacken und Verantwortung auch für die Kleinen übernehmen. Von daher kann ich jetzt nicht sagen dass ich bevorzugt wurde, was Spiele, Beschäftigung oder ähnliches anging. Klar, durch die Therapie und die Arztbesuche musste man viel Zeit in mich investieren....aber das war eigentlich auch alles, wo ich Vorzüge genießen durfte....ok...und das Essen halt. :-)

Grüßle
Julia

BeitragVerfasst: 13.10.2006, 08:23
von claudia
Ich finde das ist ein großer Fehler von den Eltern, wenn sie das CF-Kind bevorzugen, egal ob es jetzt um Essen oder Aufmerksamkeit geht.
Mann sollte alle gleich behandeln, sonst glaubt das gesunde Kind, dass es auch krank werden muss, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Ich glaube meine Mutter hat das ganz gut gelöst. Sie kochte immer abwechselnd das was ich mochte und dann kam die Lieblingsspeise meiner Schwester dran. Oder wenn ich im Spital war, hab ich nie Geschenke oder sonstiges bekommen. Meine Mutter konnte mich auch nur alle zwei Tage besuchen, damit sie die anderen Tage für meine Schwester da sein konnte.
Sie hat uns so behandelt, als ob es keinen Unterschied zwischen gesund und krank geben würde. Ich bekam mehr Aufmerksamkeit beim Therapie machen, meine Schwester dafür mehr bei anderen Dingen. So gleichte sich das alles aus.

BeitragVerfasst: 13.10.2006, 13:15
von Julia
claudia hat geschrieben:Ich finde das ist ein großer Fehler von den Eltern, wenn sie das CF-Kind bevorzugen, egal ob es jetzt um Essen oder Aufmerksamkeit geht.


Ich glaube.....wenn das Kind totales Unterwicht hat und man das Kind regelrecht zum Essen zwingen muss (was bei mir früher der Fall war) dann gibt es keine andere Möglichkeit als zu versuchen das Schmackhafte zuzubereiten. Da versucht man immer irgendwas zu kochen, damit das Kind wenigstens ein bisschen ist.

BeitragVerfasst: 13.10.2006, 21:40
von kuenic
Also bei uns darf auch jeden Tag abwechselnd essen gewünscht werden .Jeder ist also mal dran.Mit dem verwöhnen ist das eigentlich sich auch anders gemeint.
Ich denke das man das "kranke" Kind auch vllt unbewusst leicht bevorzugt..ist vllt nicht der richtige Ausdruck aber man geht halt etwas anders mit dem Kind um weil man einfach viel mehr Angst hat.
Meine kleine hat nun jetzt 3 lebensbedrohliche Situationen gehabt in denen ICH eine Todesangst hatte.
Aber das heißt nicht das ich um die anderen keine Angst habe wenn die mal alleine unterwegs sind.Aber das ist eine andere Angst.Die waren noch nie in so einer Situation.
Hm...Ich liebe alle meine Kinder gleich aber wenn ich es ehrlich sehe gehe ich mit der kleinen anders um als mit den anderen.Sie ist halt mein kleiner Sorgenengel.Anderseits braucht sie eh noch mehr Zuwendung weil sie die kleinste ist.Die großen sind halt eh selbständiger mit 9,13 und 15.
Vllt liegts auch daran.
Liebe Grüße
Nicole

BeitragVerfasst: 14.10.2006, 07:51
von claudia
Julia hat geschrieben:Ich glaube.....wenn das Kind totales Unterwicht hat und man das Kind regelrecht zum Essen zwingen muss (was bei mir früher der Fall war) dann gibt es keine andere Möglichkeit als zu versuchen das Schmackhafte zuzubereiten. Da versucht man immer irgendwas zu kochen, damit das Kind wenigstens ein bisschen ist.


Ich war auch total Untergewichtig und meine Mutter musste mir das Essen auch "reinstopfen". Aber deshalb muss man das andere Kind ja nicht benachteiligen und ihm nie seine Lieblingsspeise kochen! Wenn es wirklich nicht anders ging, koche meine Mutter immer zwei verschiedene Mahlzeiten.

@kuenic: Ja natürlich hat man um das kranke Kind mehr Angst! Das war bei meiner Mutter ja auch so, aber sie versuchte immer, jedem Kind die gleiche Zuwendung zu geben und keine von uns zu bevorzugen. Auch nicht wenn ich im Krankenhaus war. Das gehört eben zu meinem Leben und deshalb hat sie mich auch nie extra verwöhnt o.ä. "nur" weil ich im Spital war.

BeitragVerfasst: 14.10.2006, 11:34
von Julia
claudia hat geschrieben:Ich war auch total Untergewichtig und meine Mutter musste mir das Essen auch "reinstopfen". Aber deshalb muss man das andere Kind ja nicht benachteiligen und ihm nie seine Lieblingsspeise kochen! Wenn es wirklich nicht anders ging, koche meine Mutter immer zwei verschiedene Mahlzeiten.


Ja....so war das ja auch bei uns. Bsp: Wenn es Spaghetti Bolognese gab (meine Schwester liebte das, ich hasste das) dann gab es für mich Nudeln mit Sahnesauce oder ähnliches weil ich das Bolognese-Zeugs nicht mochte.
Gab es aber Milchreis (was ich total mochte) dann gab es aber für meine Schwester keine Alternative und sie musste sich mit dem Milchreis arrangieren.
So habe ich das gemeint mit "bevorzugen beim Essen".

BeitragVerfasst: 14.10.2006, 11:56
von claudia
Julia hat geschrieben:Ja....so war das ja auch bei uns. Bsp: Wenn es Spaghetti Bolognese gab (meine Schwester liebte das, ich hasste das) dann gab es für mich Nudeln mit Sahnesauce oder ähnliches weil ich das Bolognese-Zeugs nicht mochte.
Gab es aber Milchreis (was ich total mochte) dann gab es aber für meine Schwester keine Alternative und sie musste sich mit dem Milchreis arrangieren.
So habe ich das gemeint mit "bevorzugen beim Essen".


DAS finde ich zum Beispiel sehr ungerecht und man darf sich dann nicht wundern, wenn sich die Geschwister benachteiligt fühlen!

BeitragVerfasst: 14.10.2006, 13:32
von Bestinthealps
na dann ist es für eltern wohl zukünftig besser, wenn sie sich eine liste machen und darauf notieren, wielange sie mit welchem kind was zusammen gemacht haben oder wer sich heute was zum essen gewünscht hat. und am jahresende wird dann abgerechnet und daran werden sich die weihnachtsgeschenke orientieren, damit bis zuletzt alle gleichviel erhalten :!:

ich glaube dass jede mutter oder vater ihre ganzen kinder gleich zu behandeln versucht und dass man sich mit einem kranken kind eben mehr abgibt liegt doch in der natur aller lebewesen!! und zurückstecken müssen wir schon sowieso genug, da gibts sicherlich wenig auf das man uns neidisch sein kann. ich würde gleich mit jemandem tauschen, der für mich die krankheit übernimmt und dafür auch sich mal öfter das essen wünschen darf..... :evil:

also lasst doch diese ganzen diskussionen was falsch und richtig ist....wer kann das schon sagen....und hinterher ist jeder immer schlauer!

BeitragVerfasst: 14.10.2006, 13:39
von Tese
Hey!

Also ich war zwar nie furchtbar dünn,aber meine Eltern haben natürlich auch darauf achten müssen,das ich genug Kalorien zu mir nehem...und ich musste dann manchmal schon mir mehr reinzwinegn oder es gab "Quark essen mit Geschichte vorlesen".
Meine Mutter hat aber deshalb noch lange nicht nur das gekocht was mir schmeckte(mir schmeckt so wie so das meiste),sondern das was auf dem Tisch stand wurde gegessen.....und sie hat abgewechselt mit Lieblingsgerichten...

Sie konnte nicht für jeden was anderes kochen,das wäre nämlich schwierig geworden bei 4 Kindern :roll:

Lg Tese

BeitragVerfasst: 14.10.2006, 14:38
von kuenic
Wie gesagt ich habe auch 4 Töchter und wir machen jeden Tag Wunschkonzert beim kochen.Ich arbeite noch als Tagesmutter und bei uns ist jeden tag jemand anderes dran mit wünschen. Wenn die Tageskinder da sind dürfen die sich natürlich auch was wünschen.Ich glaube das sich das anders bahandeln auch nicht nur aufs essen bezieht.
Und ich denke auch das das "kranke"kind gerne tauschen würde damit die lästigen Sachen wie inhalieren,medikamente,ruhepausen wenn sie eher k.o. ist als die anderen,und sich einfach ätzend fühlen wegfällt.Das ist i-wie wie beim altersunterschied. Die jüngeren müssen auch eher ins bett als die älteren und finden das total ätzend.Die dürfen noch nicht mit Freunden Pizza essen oder in die citiy ect.Kino filme ab 12 usw.
Manchmal hat der eine Vorteile die der andere in dem moment halt nicht hat.Und ich glaube wenn die Kids sehen das es der Schwester/Bruder nicht gut geht haben die auch Verständnis.
Liebe grüße
Nicole