Erklärung der Abkürzungen

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Erklärung der Abkürzungen

Beitragvon Rosenfrau am 03.08.2006, 07:19

Liebe Foren-Nutzer,

seit Ende Februar lese ich in diesem Forum mit, da bei meinem kleinen Patenkind Sarah damals mit vier Wochen CF diagnostiziert wurde. Sarahs Mama "getraut" sich nicht, im Internet über CF zu lesen, da sie sich nicht erschrecken lassen will. Sie hat einfach Angst auf Sachen zu stoßen, die sie beunruhigen, die aber auf Sarah evtl. gar nicht zutreffen.
Ich habe dann immer den Auftrag, sie zu infomieren, wenn ich wieder auf etwas interessantes gestoßen bin :)
und ich konnte ihr schon vieles aus dem Forum hier mitgeben. Vielen Dank erstmal dafür!

Eine kleine Bitte habe ich: Da ich mich gerade erst in das Thema einarbeite würde es mich freuen, wenn Ihr irgendwo eine Abkürzungsliste hinterlegt. Manchmal weiß ich gar nicht was Begriffe zu bedeuten haben, manchmal rate ich halt dann einfach.
Zum Beispiel: PEG, IV, Port ....
Für Nicht-Eingeweihte böhmische Dörfer :)

Nette Grüße
Rosenfrau
Rosenfrau
 

Beitragvon DerMardin1979 am 03.08.2006, 07:29

Ich habe da was für dich....kannste dir kopieren und ausdrucken :)

Abkürzungen und Ihre Bedeutungen:

1. Blutbild:
Hb (Hämoglobin) - roter Blutfarbstoff
Ery (Erythrozyth) - rotes Blutkörperchen, transportiert Sauerstoff mit Hilfe von Hb
Thrombo(zyth) - Blutplättchen, hilft bei der Blugerinnung
Leuco(zyth) - weißes Blutkörperchen, "arbeitet" bei der Infektabwehr, Erhöhung der Leucozyten bei Infektionen durch Bakterien


2. Blutsalze/ Elektrolyte
Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid - regulieren die elektrische Aktivität der Zellen und die Energieübertragung.


3. Blutgasanalyse/ BGA
Astrup - Untersuchungsmethode, daher auch BGA nach Astrup
pH - "Säuregrad" des Blutes, Normalwert ~7,4, verändert sich bei schweren Atem- und Stoffwechselproblemen
pO2 - Sauerstoffdruck, verändert sich erst bei schwerer Lungenproblematik
pCO2 - Kohlendioxiddruck, erhöht sich bei Lungenschädigung


4. Leberwerte etc.
GOT u. GPT - sogenannte Transaminasen, steigen bei Lebererkrankungen an
Gamma-GT - steigt bei "Gallestau" an
Cholinesterase - fällt bei schlechter Leberfunktion ab
Gallensäuren - haben Anteil an der Fettverdauung, erhöht bei gestörter (Rück-) Aufnahme in die Leber und bei Galleabflußbehinderung
Blutgerinnung - umfasst mehrere Einzelwerte, der sog. "Quick-Wert" ist bei längerbestehenden Leberfunktionsstörungen und Vitamin-K-Mangel erniedrigt.


5. Untersuchungen der Bauchspeicheldrüse (Pancreas)
Elastase im Stuhl - deutlich erniedrigt bei Störung des "exokrinen" (Verdauungshormone) Pancreas
Amylase (i. Blut) - erhöht bei Entzündungen des Pancreas
Lipase (i. Blut) - erhöht bei Entzündungen des Pancreas
Insulin - Hormon des "endokrinen" (Hormone für den Zuckerhaushalt) Pancreas, wird zur Verwertung von Zucker (Glucose) benötigt; erniedrigt bei stark fortgeschrittener Zerstörung des Pancreas.


6. Blutzuckeruntersuchungen etc.
Blutzucker - bestimmt die Höhe der Glucose (Blutzucker) im Blut ("Momentaufnahme")
OGTT
- "Oraler Glucose-Toleranz-Test", Blutzuckerbelastungstest; eine festgelegte Menge Zuckerlösung muss getrunken werden; anschliessend wird in bestimmten Abständen der Blutzucker bestimmt, zusätzlich kann parallel der Insulin-Wert bestimmt werden.
HbA1c - sog. "Blutzuckergedächtnis", gibt Auskunft über die Höhe der Blutzucker in den vergangenen 4-6 Wochen.


7. weitere Labor-Untersuchungen
Immunglobuline - IgG, IgM, IgA steigen bei akuten bzw. chronischen Infekten an, IgE ist bei Allergie erhöht
Pseudomonas-AK - Antikörper gegen Bestandteile des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa, nachweisbar bei wiederholtem Kontakt bzw. chronischer Infektion
Aspergillus-AK - spezifische Antikörper gegen den Pilz Aspergillus
Vitamine A,D,E,K - fettlösliche Vitamine, häufig erniedrigt, müssen daher in Abhängigkeit von der Konzentration im Blut ergänzt werden


8. Sputum/ Rachenabstrich
Bestimmung von Bakterien und Pilzen, zusätzlich Testung der Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika, um eine möglichst gezielte Behandlung der nachgewiesenen Bakterien durchzuführen


9. Lungenfunktionsuntersuchung
Die Ganzkörperplethysmographie (sog. "Body") mißt alle Luftvolumina in der Lunge, auch die, die nicht durch Atmen ausgetauscht werden.

Atemwegswiderstand - abhängig von Weite der Bronchien, Schleimmenge, Entzündungssituation
MEF25 - spiegeln den Widerstand im Bereich der kleinen Lungenbläschen wider
FVC - forcierte Vitalkapazität; größte für ausatembare Luftmenge nach maximaler Einatmung
FEV 1 - sog. Ein-Sekunden-Kapazität; innerhalb einer Sekunde ausgeatmete Luftmenge bei maximaler Ausatmung


10. Herzuntersuchungen Elektrokardiogramm (EKG) - mißt die elektrischen Ströme der Herzaktion
Echokardiogramm (Echo) - Ultraschalluntersuchung des Herzens
Ergometrie - Messung der Herzfunktion/ EKG unter standardisierter Belastung


11. Weitere technische Untersuchungen
Sonographie - Ultraschall, insbesondere wichtig für die Darstellung der Bauchorgane
Röntgen - insbesondere Darstellung der Lunge, Verlaufsuntersuchungen unter Berücksichtigung standardisierter Scores für Mucoviszidose
CT - Computertomographie; spezielle Röntgentechnik, um Organe schichtweise in Ebenen darzustellen.
MRT - (Magnetresononanztomographie/
Kernspintomographie)


Hoffe sowas meintest du und es ist hilftreich?!
DerMardin1979
 

Beitragvon Tese am 03.08.2006, 09:34

Hallo!
Ne IV ist eine intravenöse Therapie d.h. das Antibiotika wird durch das Blut gegeben(meist über 14 Tage)
Und ein Port ist so zu sagen ein fester Zugang in eine Vene,damit man nicht immer wieder einen neuen Zugang stechen muss(für Leute die heufiger IV machen)
Ich glaub das stimmt so....
Wenn du noch fragen hast,kannst du gern fragen(mir gings nämlich genauso wie dir wie ich hierher kam :D )
Liebe Grüße Tese
Tese
 

Beitragvon Esperanza am 03.08.2006, 15:15

Hi, finde die Idee super. Ich habe auch schon eine Weile überlegt, wie man das am besten machen kann... Ich weiß noch als ich damals das erste Mal im Internet was über CF gelesen habe, das war in der Tat sehr verwirrend...
Vielleicht können wir im Allgemeinen einen Thread mit den Erklärungen pinnen, werd' das mal den anderen Modis vorschlagen. :)

Grüße
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Beitragvon Jess am 03.08.2006, 15:23

Hallo,

kurze Ergänzung, der Port liegt unter der Haut und wird per OP unter die Haut gepflanzt. Er wird dort in einer Vene geführt und der befestigte Katheter wird unter der Haut am Gewebe befestigt. Die kleine Buchse die als Einstichstelle dient ist unter der Haut als kleine Wölbung zu sehen. Dies ist Venenschonend und für viele Patienten eine ernorme Erleichterung. Meist liegt er unterhalb des Schlüsselbeins, mittlerweile aber auch schon im Oberarm oder sonstwo, wo man ihn anbringen kann.

Lieben Gruss
Jess
Jess
 

Beitragvon Tese am 03.08.2006, 15:39

@Jess:Danke für die Ergänzung :D ,weil ich weiß übern Port leider auch nicht all zu viel,weil ich selber keinen habe.Jetzt bin ich auch schlauer :D
Liebe Grüße Tese
Tese
 

Beitragvon Schlumpfine am 19.10.2007, 19:25

Atze hat geschrieben:WAS heißt und was ist der unterschied zw:

IgE-Antikörper und IgG-Antikörper?!


IgE und IgG sind Klassen der Antikörper des Blutes.

Das IgG hat die höchste Konzentration im Plasma und ist als einziger Antikörper plazentagängig, kann also zum Fötus gelangen.
Der Fötus wird in den ersten 6 Monaten noch mit "Grundantikörpern" der Mutter versorgt, weil der Körper sie da noch nicht selbst bilden kann.

Das IgE hat eine Rolle bei der Abwehr von Parasiten, speziell von Würmer.
Es wird auch vermutet, dass das IgE eine Rolle bei der Entstehung von Allergien führt.
Da in der heutigen Bevölkerung Wurmbefall eher geringer ist, spielt das IgE quasi verrückt und sucht sich eine neue Aufgabe, die allerdings weniger nützlich ist.



Hoffe ein bißchen Licht ins Dunkel gebracht zu haben ;)
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