Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

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Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Alex_77 am 25.12.2012, 17:31

Hallo ihr lieben...
...vorab allen schöne Weihnachten und viel viel Gesundheit im neuen Jahr!
Ich will mich kurz vorstellen. Mein Name ist Alex und ich bin 35 Jahre alt. Habe wie die meisten hier CF und hatte bis frühjahr 2011circa 10Jahre eine relativ stabile Lufu von ca.44%. Vereinzelt eineige Infekte über die Jahre wo sich die Lufu verschlechterte, habe mich aber dann 3-4Wochen danach wieder stabilisiert. Dann kam nach Pfingsten ein Infekt nach dem anderen. Dieses Problem hält mich bis heut im Griff. Hatte Sept.2011 nach vielen Jahren mal wieder eine I.V. und der Erfolg war nur von kurzer Dauer. Immer weiter eine Verschlechtereung der Lufu. Im April 2012 dann absolutes aus mit Lungenbluten was raussprudelte. Folge: I.V. eine Woche Station. Habe bislang nie Lungenbluten in der form gehabt und dank dieses forums etwas die Panik verloren. Allerdings folgten bis heute immer mal wieder kleinere Blutbeimengen. (forsche momentan warum :? ) Im Sommerurlaub 2012 dann das erstemal (zumindest bewust) Halsschmerzen, Schluckschmerzen und nach blick in den Spiegel Eitrige Mandeln. Nach zwei Tagen dann zum Medizinmann im Allgäu der mir sagte Angina, 6Tage AB! Die schmerzen waren nach drei Tagen weg aber seit dem irgendwie immer wiederkehrende kleinere u größere Beschwerden in diese Richtung. Seit den Herbstferien 2012 dann fast ununterbrochene Probleme im Hals, Mandel (eitrig) und Rachenbereich. Fühle mich permanent Krank u Schlapp. Wurde in der nähe bei einer CF Begleit Ambulanz in Wohnortnähemit Ciprobay 14 Tage behandelt, da ich ziemliche Grippesymtome hatte. (Auf mein ständiges ansprechen wegen des Hals Problematik bekam ich die Antwort: "Erstmal sie Lunge schützen" :evil: ??? Naja als dann die Probleme im Hals extrem wurden bin ich zum Hausarzt, 6Tage AB, Eiter Weg, schmerzen und geschwollenes Gefühl noch da. AB zuende, drei Tage später wieder Eiter. Dann AB-Kur 10 Tage. danach wieder das selbe! Nun kam aber noch eine extrem Erkältung hinzu mit Nasennebenhölen enzündung. Nun der gang zum HNO, der mir sagte Mandelenzündung Chronisch, sehr Groß u vernarbt und rät mir sie entfernen zu lassen. Er vermutet auch das evtl sämtliche Infekte und Probleme aus den "Kratern" der Mandeln kommen. NUN MEINE FRAGE AN EUCH: Wer hat mit soetwas erfahrungen gesammelt oder kann mir etwas berichten? Bin sehr verunsichert ob ich diesen Schritt gehen sollte. Raus geht ja nur einmal! In meinem Umfeld gehen die meinungen extrem auseinander. Aber die sind alle "Gesund". HNO Ärztin sagte das solche Mandeln keinerlei Aufgabe mehr erfüllen. Mir fehlt aber das Vertrauen zur der Aussage. Baue mehr auf euch! Bekomme nur langsam Panik da meine vorletzte Lufu 29% war und die letzte 32%. Erhole mich irgendwie nicht und habe oft Luftnot. Zwischendurch ging es aber immer mal wieder für einige Tage steil Bergauf, und dann kam wieder der nächste Infekt, so das ich irgendwie nicht an eine Krankheitsbedingte Dauerverschlechterung glaube, sondern es ehr auf die Infekte schiebe. Bin Pseudomonas positiv,habe seit einigerzeit auch sehr viel Sekret aber mein Sekret is seit längerem hellgelb. Also ist vieleicht doch was an der Mandelgeschichte dran??? Ich hoffe ihr könnt mir einen Rat geben, wofür ich mich im vorfeld schonmal Bedanke.
Alex_77
 
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Wandervogel am 25.12.2012, 21:18

Lieber Alex

Das ist eine etwas schwierige Angelegenheit.

Wenn die Mandeln ständig entzündet sind, müssen sie raus. Zum einen bist Du bei einer Mandelentzündung in Deiner Ernährung eingeschränkt, zum anderen ist es ein ständiger Infektionsherd, der Komplikationen mit sich führen kann.

Das Problem bei jeder OP ist Deine eingeschränkte Lungenfunktion. Mit 29% und Lungenblutung wird niemand gern eine Narkose machen. Früher (ich habe mir meine Mandeln vor ca. 20 Jahren mit 24 entfernen lassen, erfolgte die OP in Lokalbetäubung.) Heute wird es meist in Narkose durchgeführt. Im Übrigen, habe ich von der Mandelentfernung sehr profitiert.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass vor einer Lungentransplantation ( und das klingt ja so, dass es ein Thema für Dich ist ( häufiges Lungenbluten, Lufu 29%) müssen die Mandeln vorher garantiert raus, da sie eine stetige Infektionsquelle darstellen und vor allem auch die Nieren gefährden können.

Was kann man tun? Du solltest es mit einem erfahrenen CF-Zentrum / Transplantations-zentrum besprechen. In einem entsprechend erfahrenen CF-Zentrum sollte dann auch die Mandeloperation stattfinden. Da im erfahrenen CF-Zentrum auch ein in CF erfahrener HNO-Arzt vorhanden ist, erhälst Du hier bezüglich Deiner Mandeln eine entsprechende Zweitmeinung. Diese Zweitmeinung gibt Dir dann auch die entsprechende Sicherheit, für eine richtige Entscheidung. Auf alle Fälle sollte die OP unter dem Schutz einer i.V. Antibiotika-Therapie erfolgen.

Bei der Kombination Pseudomonas und Angina sollte die Antibiotikatherapie gut gwählt werden, um zum Beispiel Resistenzen im Bereich von Streptokokken (diese machen die Angina) zu vermeiden. Ciprobay hat mitunter eine entsprechende Streptokokken-Lücke.

Man sollte sich auch überlegen, ob man wirlich so viele Ärzte, wie jetzt in das Problem involviert, um nicht den Überblick zu verlieren.

Wie ist denn Deine Ernährungssituation? Ich kann mir gut vorstellen, dass Du durch die vielen Angina-Phasen bestimmt auch deutlich an Gewicht verloren hast. Das ist ein Problem, das man im Rahmen der Mandeloperation unbedingt beachten sollte. Ich konnte damals fast 2 Wochen nicht richtig essen.

Ich wünsche Dir alles Gute und ein erfolgreiches neues Jahr.

Herzliche Grüße
Wandervogel
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Alex_77 am 26.12.2012, 00:07

Hallo Wandervogel.
Vielen Dank für Deine sehr hilfreiche Antwort. Also eine Transplantation steht für mich noch nicht auf dem Programm. Arbeite Vollzeit als Fliesenleger und habe vor kurzem mit dem Milon Kraft u Ausdauer Zirkel begonnen. Mein schlechtester Lufu wert lag vor ca 3,5 Monaten bei 29% in Hannover. Habe dann in meiner Heimat vor ca 8 Wochen 39% mal erreicht und der letzte von vor 2 Wochen dann wieder in Hannover war 32%. War dort sehr enttäuscht da ich mit mehr gerechnet hätte. Ab selben abend fing dann aber wieder mal exrem Kopfdröhnen und der Schnupfen Infekt an worauf zwei Tage später die Nasennebenhölenenzündung kam. Bis vergangenden Mittwoch sand ich unter AB gegen Mandelenzündung und Nasennebenhölenenz. Und gestern Abend wieder dieser "Schmerz" und Druck im Hals und heute auch wieder viele kleine Eiterstellen in den Vertiefungen.
Und seit vorgestern wieder eine deutlich eingeschrenkte spürbare Lufu mit Druck auf dem Brustkorb. Kommt mir so vor als ob sich das Problem im Hals auf die oberen Atemwege schlägt. Hatte seit letztem Frühjahr ja mehrere Infekte die wohl aus dem Hause Pseudomonas stammten, und das waren neben Luftnot auch heftige Schmerzen und Stiche.
Das mit dem Lungenbluten hatte ich im April im rahmen von nem recht heftigen Infekt. Hatte aber wegen der vielen anhaltenden Infekte etwas die Sensibilität verloren und diesen wohl veschleppt.
Hier (sprodelte) kurz etas Blut direkt hoch (ca. 2 Schnappsgläser voll) dann innerhalb der nächsten 6-7 Tagen abklingen unter I.V. . Dann hatte ich gelegentlich mal einige Beimengen im Sputum. Mal Rosa Punkte, mal kleine Blutige Streifen oder Punkte. Letztlich wieder ca. 4 Wochen komplett clean dann eines abends mal nen Moment Sputum komplett eingefärbt, und nach 24std. wieder clean. Das ist jetzt wieder 2 Wochen her. Meine hoffnung liegt momentan echt in der Mandel OP. Werde Donnerstag in Hannover anrufen in der Hoffnung das sie arbeiten :roll:
und das Problem ansprechen. Habe anfang Februar en ne Reha bekommen und vielleicht kann man die OP vorher durchführen denn ich glaube es wird Zeit! Freue mich vorerst über deinen Erfahrungbericht und die Tips. Nur wenn die HNO Ärztin ja auch sagt das sie ein Risiko sind und vor einer Transplantation sie eh raus sollten, dann währe es ja sicher besser es zeitnah in einem Stabileren Zustand durchzuführen.
Mein Gewicht kann ich aber recht Stabil halten. Kann auch nahezu alles Schmerzfrei essen.
Liege nüchtern so bei 67Kg. Das Problem nach der OP ist mir aber bekannt!

LG Alex
Zuletzt geändert von Alex_77 am 26.12.2012, 00:11, insgesamt 1-mal geändert.
LG Alex

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Alex_77 am 26.12.2012, 00:08

Ich würde mich aber riesig über weitere Erfahrungen von euch freuen!
LG
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Wandervogel am 26.12.2012, 21:13

Hallo Alex

In welcher Gegend hast Du denn Deinen REHA-Platz erhalten? Wäre ja wirklich sinnvoll, die OP vor der REHA zu machen.

Viel Glück.

Liebe Grüße
Wandervogel
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Re: Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Alex_77 am 27.12.2012, 19:48

Hallo, meine Rehe beginnt Anfang Februar in St. Peter Ording. Ja darüber habe ich auch schon nachgedacht. Werde mich morgen mal ant Telefon klemmen und in meiner Ambulanz in Hannover anrufen bezüglich einen beschlenigten HNO Termin. denke den Reha Termin kann man bei solchen Angelegenheiten auch nochmal verschieben sollte eine OP in Frage kommen.

Gruß Alex
LG Alex

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Alex_77 am 07.01.2013, 17:16

Hallo Wandervogel,
heute hatt ich Termin in der MHH/HNO und gespräch mit Narkosearzt. Leider is mein Wunschdenken vor der Reha geplatzt, da ich erst in den nächsten 10-14 Tagen einen Termin bekomme. Außerdem darf ich 4Wochen nach OP nicht Reisen und 4-5Wochen je nach Wundheilung KEINERLEI Sport machen darf. Daher währe dann die Reha ja auch etwas Sinnverfehlt... :roll:
Naja nun gibts eine OP erst nach der Reha. Wobei mir in der MHH/HNO alles extrem Fließbandmäßig erschien. Rein, kaum Zeit zum erklähren, Mund auf, 2mal reingeschaut, "alles klar Mandeln sollten raus, hier Papiere bitte zum Narkosearzt. Auf Wiedersehen" :evil: Also irgendwie ist das grenzenlose Vertrauen auf der Strecke geblieben!!!!
Hmm naja was soll man machen als Kassenpatient!??? :shock:

Gruß Alex
LG Alex

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Re: Wer hat Erfahrungen mit Mandel OP?

Beitragvon Kai22 am 12.05.2015, 18:49

Ich habe meine Mandeln vor 3 oder 4 Jahren mit Anfang 20 rausbekommen.
Grund waren ständige Entzündungen und ein dauerhaft extrem hoher ASL Titer, sodass der HNO Arzt meinte, die Mandeln müssten schnellstmöglich raus.

An sich gab es keine Probleme bei mir. Ich war 4 Tage im KH *glaub* und hatte danach noch 10-14 Tage mehr oder weniger starke Schmerzen, wogegen ich aber ausreichend Schmerzmittel vom KH bekommen hatte.
Nachblutungen hatte ich glaube ich wenig.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich kaum noch an irgendwelche "Nebenwirkungen" außer den Schmerzen erinnere, also kann es nicht so schlimm gewesen sein
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