Tröpfchengröße verschiedener Inhalatoren

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Tröpfchengröße verschiedener Inhalatoren

Beitragvon Isaak am 25.11.2010, 21:09

Hallo,

ich habe mal den sogenannten MDD-Wert für den eFlow und LC Print (blau + rot) in Verbindung mit dem Boy SX verglichen. Der MDD-Wert gibt an wie groß die Tröpfchen des Aerosols sind.

Voraussetzung für einen Vergleich ist, dass das gleiche Messverfahren benutzt wurde. Das ist hier der Fall.

Bei Inhalation von isotonischer NaCl-Lösung ergibt sich folgendes:

eFlow rapid (Quelle Pari, Inqua weicht ab, da andere Messmethode): 4,3
Boy SX mit LC Sprint blau: 2,9
Boy SX mit LC Sprint rot: 2,2


Nun habe ich eine Frage. Die Aussagen der Beipackzettel und meiner Ärzte wiedersprechen sich.

Arztaussage:
eFlow: Pulmozyme, Colistin, Kochsalz
LC blau: Kochsalz, Tobramycin
LC rot: Pulmozyme

Beipackzettel-Aussagen:
Colistin: LC Star und LC Plus, wobei LC Star bevorzugt werden sollte, wenn möglich.
Pulmozyme: LL und LC und andere nicht aufgeführte. Ultraschallvernebler können Pulmozyme inaktivieren, bitte beim Hersteller nachfragen

Pari:
eFlow: alles (im Test alles außer Kochsalz, ergibt Tröpfchengröße von 3,9, Kochsalz ergibt 4,3, und hypertones 4,1)
LC blau: keine definitiven Aussagen
LC rot: keine definitiven Aussagen

Wenn ich damals extra den roten LC für Pulmozyme bekommen habe mit dem Argument, dass die Tröpfchen kleienr seien und weiter in die Lunge wandern, dessen Wert aber bei 2,2 liegt und ich nun den eflow mit 3,9 nehmen soll, wiederspricht sich das für mich irgendwie.

Kann sich das jemadn erklären, weiß jemand mehr?
Isaak
 
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Re: Tröpfchengröße verschiedener Inhalatoren

Beitragvon Nanna am 11.12.2010, 18:45

Hallo Isaak,
ich inhaliere überwiegend mit dem Lc, d.h. Pulmozyme mit dem roten, den Rest meiner Inhalationssachen mit den blauen Verneblern, komme auch gut klar damit.
Meine Docs sind der Meinung,dass der E-Flow nicht geeignet ist, wenn man aufs Inhalieren angwiesen ist, d.h. die Lunge dringend vom bestehenden Sekret befreit werden muss.
Ist es zur Prophylaxe, damit die Lunge befeuchtet werden soll, könnte der E-Flow ausreichen.
Aber wenn sehr viel , gerade auch zähes Sekret bereits vorhanden ist, sollte ich -nach ihrer Meinung- lieber herkömmlich inhalieren und somit auf den E-Flow verzichten. -Was ich allerdings sehr schade finde, denn ich habe ihn somit noch nicht einmal rezeptiert bekommen :roll:

Lg
Nanna
Nanna
 
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Re: Tröpfchengröße verschiedener Inhalatoren

Beitragvon Wandervogel am 11.12.2010, 20:07

Meine Docs sind der Meinung,dass der E-Flow nicht geeignet ist, wenn man aufs Inhalieren angwiesen ist, d.h. die Lunge dringend vom bestehenden Sekret befreit werden muss.
Ist es zur Prophylaxe, damit die Lunge befeuchtet werden soll, könnte der E-Flow ausreichen.


Hallo Nanna

Seit ich mit eflow inhaliere hat sich meine Lungensituation stetig verbessert. Gerade was das Sekret betrifft, finde ich die Inhalation mit eflow deutlich effektiver, weil man in kürzerer Zeit mehr schleimlösende Medikamente inhalieren kann, als mit einem "Pari".
Über die Meinung Deiner Docs kann ich nur den Kopf schütteln.

LG
Wandervogel
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Re: Tröpfchengröße verschiedener Inhalatoren

Beitragvon Wandervogel am 11.12.2010, 20:24

Hallo Isaak

Arztaussage:
eFlow: Pulmozyme, Colistin, Kochsalz
LC blau: Kochsalz, Tobramycin
LC rot: Pulmozyme

Beipackzettel-Aussagen:
Colistin: LC Star und LC Plus, wobei LC Star bevorzugt werden sollte, wenn möglich.
Pulmozyme: LL und LC und andere nicht aufgeführte. Ultraschallvernebler können Pulmozyme inaktivieren, bitte beim Hersteller nachfragen

Pari:
eFlow: alles (im Test alles außer Kochsalz, ergibt Tröpfchengröße von 3,9, Kochsalz ergibt 4,3, und hypertones 4,1)
LC blau: keine definitiven Aussagen
LC rot: keine definitiven Aussagen


Also ich inhaliere alles mit eflow, ohne Probleme. (Mucoclear, Tobi, Colistin ect.)

Wie kommt es zu den unterschiedlichen Aussagen?
Die Empfehlungen Deines Arztes beruht auf seiner persönlichen Meinung. Diese Meinung ist schon dahingehend recht komisch, da man nach dieser Meinung jedem CF-Patienten für die Inhalationstherapie prinzipiell zwei Inhalationsgeräte verordnen müsste oder der Patient bekommt nicht alle Medikamente verschrieben, da er ja nach dieser Meinung kein Inhalationsgerät besitzt, mit dem er ALLE Medikamente inhalieren könnte. :?: :idea:
Die Aussagen im Beipackzettel beruhen darauf, mit welchem Inhalator die Medikamentenstudien durchgeführt wurden. Als die genannten Medikamente auf den Markt kamen, sprich als die Studien vor vielen Jahren liefen,war der eflow noch nicht so populär, deshalb hat man LC-bzw. LL-Vernebler verwendet. Studien mit eflow wurden nicht von den Pharmafirmen sondern von Pari (eflow-Entwickler) selbst durchgeführt.
Man kann den eflow nicht mit LC- oder LL-Vernebler vergleichen.
LG
Wandervogel
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Re: Tröpfchengröße verschiedener Inhalatoren

Beitragvon Isaak am 11.12.2010, 23:12

also die Argumentation von Nanas Ärzten ist nicht unbedingt doof.

Ich finde es etwas undifferenziert, das einfach so abzutuen. Denn ich habe festgestellt, dass man mit dem eFlow höchsten das Medikament reinbekommt, aber man muss genau so lange Atemübungen machen, wie man mit dem Kompressor früher inhaliert hat. Inhaliert man mit Kompressor, spart man Zeit bei den Atemübungen, die man dann währenddessen machen kann.

Ich finde den eflow praktisch für Colistin, wo es bei mir, wenn ich da länger mit inhaliere zu starken Reaktion kommt. So müsste ich nciht so lange mit dem reizenden Colistin inhalieren. Allerdings muss ich es jetzt nach 7 Tagen eh nicht mehr inhaleiren, da die Uniklinik herausgefunden hat, dass sie die Sputumprobe vertauscht hatte und ich doch kein PSeudomonas habe (hatte 3 Jahre keinen und dann angeblich einen).

Zitat "Die Empfehlungen Deines Arztes beruht auf seiner persönlichen Meinung. Diese Meinung ist schon dahingehend recht komisch, da man nach dieser Meinung jedem CF-Patienten für die Inhalationstherapie prinzipiell zwei Inhalationsgeräte verordnen müsste oder der Patient bekommt nicht alle Medikamente verschrieben, da er ja nach dieser Meinung kein Inhalationsgerät besitzt, mit dem er ALLE Medikamente inhalieren könnte."

Naja, man brauch ja nicht zwei Inhalationsgeräte, man braucht nur zwei verschiedene Köpfe (rot und blau). Vergleicht man ausschließlich die Pari-Ergebnisse, dann sagen die ja nur, dass der Boy SX (sowohl mit rot als auch blau) länger braucht, aber kleinere Tröpfchen als der eFlow erzeugt. Wenn man es nciht eilig hat, würden also zwei unterschiedliche Köpfe ausreichen. Es sei denn, man sagt, dass Colistin unbedingt mit eFlow inhaliert werden müsste, obwohl der SX mit dem roten UND blauen Einsatz viel kleienre Tröpfchen machen kann. Naja. Kann wohl keiner abschließend sagen und der Vergleich ist vielleicht von der untershciedlichen TEchnik (schall und Luft) her schon schwer.

Was du schreibst, von wegen mehr Medikament inhalieren. Da hatte ich wo anders ja schonmal was zu gesagt. Wenn man 500mg eines Wirkstoffes verordnet bekommt (egal in wieviel Lösung der aufgelöst ist), dann kann man ja nicht einfach 1000mg inhalieren. Man müsste natürlich wissen, wieviel letztendllich bei den untershciedlichen Mehtoden wirklich in der lunge ankommt.
Isaak
 
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Re: Tröpfchengröße verschiedener Inhalatoren

Beitragvon Wandervogel am 12.12.2010, 21:34

Hallo Isaak

Was du schreibst, von wegen mehr Medikament inhalieren. Da hatte ich wo anders ja schonmal was zu gesagt. Wenn man 500mg eines Wirkstoffes verordnet bekommt (egal in wieviel Lösung der aufgelöst ist), dann kann man ja nicht einfach 1000mg inhalieren. Man müsste natürlich wissen, wieviel letztendllich bei den untershciedlichen Mehtoden wirklich in der lunge ankommt.


Das mit dem mehr Medikament pro Zeit inhalieren bezog sich insbesondere auf die sekretolytische Therapie, sprich Inhalation mit NaCl oder Muoclear. Und viele Medikamente wirken in einer Dosis-Zeit-Beziehung. Es macht schon einen Unterschied, ob man 2,5 ml in 10 min. oder in 2,5 min inhaliert. Das heißt, mit dem eflow kann man in kürzerer Zeit mehr Medikament inhalieren. Das heißt nicht, dass man eine höhere Gesamtdosis inhaliert oder inhalieren soll.

Ich denke, dass Du das tun solltest, was Dir Dein Arzt rät.

Wieviel Medikament in der Lunge ankommt, ist viel weniger von den hier beschriebenen Inhalationsgeräten abhängig (denn die sind alle ähnlich gut), als vielmehr von folgenden Dingen:
- Inhalationstechnik
- Lungenfunktion (Enge in den Bronchien, Überblähung usw.)
- Grad der Verschleimung
- ergänzenden Maßnahmen zur Inhalation, wie Physiotherapie und Sport, insbesondere wie man
diese kombiniert.

Gruß Wandervogel
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