Achromobacter xylosoxidans

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Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon *sandra* am 07.10.2006, 19:50

Hallo zusammen,

Bin gestern in der Klinik zur Kontrolle gewesen. Und bin zum Glück den Pseudomonas wieder los. Aber dafür habe ich so einen komischen Bacter (irgendetwas)oder so ähnlich. Habe keine Ahnung was das genau ist. Der Arzt hat mir viel erklärt von wegen ansteckend und so weiter.

Weiss jemand was das genau ist? Interessiert mich ja schon, wer da in meiner Lunge sitzt.

Liebe grüsse
sandra
*sandra*
 

Beitragvon springmausi am 07.02.2007, 19:30

Hallo, arbeite in der Bakteriologie eines Labors. ALso Achromobacter xylosoxidans ist ein gramnegatives Stäbchen, genauso wie Pseudomonas und gehört auch in die selbe Gruppe. Ich glaub der hat auch die selben Auswirkungen auf die Gesundheit wie Ps.

Auf jeden Fall die AB brav nehmen, dann wird des schon wieder. LG Springmausi
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Beitragvon nonadjustedalpha am 07.02.2007, 21:11

Kann man so nicht sagen, glaub ich ;-)

Dieses Viech ist selten und sein Beitrag zur Gesundheit bzw. nicht-Gesundheit der CF-Lunge ist nicht geklärt. Von Biofilmbildung wie beim PA weiß ich nichts (weiß aber über den eh nicht viel), nur in Einzelfallberichten wurde ihm eine klinische Relevanz zugewiesen.

Lg, johannes
nonadjustedalpha
 

Beitragvon claudia am 08.02.2007, 19:13

Bakterien der Gattung Achromobacter tragen zum Verderb von frischem Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchten bei. Er kann u.a. Pneumonien und Ohrentzündungen verursachen.
claudia
 

Beitragvon *sandra* am 09.02.2007, 18:13

Zm Glück bin ich kein frischfleisch!?!? :wink:


Danke für die Antworten.
*sandra*
 

Beitragvon Heischeisch am 09.02.2007, 21:58

Weiß mer's?
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Beitragvon Carmeli am 10.02.2007, 00:12

Das Thema heißt: Achromobacter xylosoxidans

Bitte sinnvolle Beiträge zum Thema schreiben
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon ploy am 22.03.2014, 04:50

mal ein erfahrungsbericht nach >8 jahren intimkontakt mit der schl***.

der keim ist m.e. hartnäckiger als pseudomonas, es greifen noch weniger antibiotika. während man einen p. bei rechtzeitiger behandlung eigentlich immer wieder rausjagen kann, bleibt der a.x. scheinbar ewig in der lunge.

die symptome sind sehr verschieden vom pseudomonas. der a.x. trocknet die lunge eher aus, sie entzündet sich leichter. man hat kaum sputum in den mittleren/größeren wegen, dafür aber eine art dauerinfekt mit leichtem fieber, sobald man antibiotika absetzt. dabei ist es so, dass man den keim in den ersten jahren quasi null merkt, abgesehen von einem trockenen husten vielleicht. aber je mehr er in die lunge vordringt, desto stärker nehmen die symptome mit den jahren zu, wodurch etwa ein mssa irgendwann auch stärker wirkt oder die anfälligkeit für viral eingefahrenes steigt, sprich zusätzliche infektionen und auch vermehrte schleimproduktion verursacht werden. außerdem entwickelt sich durch die dauerentzündung quasi ein manifester bronchospasmus.

minocyclin war bei mir das einzige funktionierende orale antibiotikum (cotrim forte funktionierte nur sehr, sehr minimal), bis mal ein arzt darauf kam, hatte ich drei jahre täglich fieber hinter mir. mittlerweile reicht minocyclin allerdings nicht mehr so richtig, das fieber und die infektrate sind zurück. zusätzliche möglichkeiten sind jetzt colistin inhalativ oder evtl. auch levofloxacin inhalativ als dauertherapie. ansonsten bleibt leider nur eine erhöhung der iv-frequenz - und dazwischen tapfer durchhalten.

schwierig ist auch die relative inkompetenz der ärzte um umgang mit dem keim, es fehlen erfahrungswerte und brauchbare studien. mir wurde bspw. mehrfach cayston empfohlen, obwohl es null gewirkt hat als ich es nahm und in eigentlich allen wissenschaftlichen quellen, die beides in zusammenhang setzen, eine sensibilität verneint wird.
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon Isaak am 27.03.2014, 23:45

Ich hab den A. X. auch hin und wieder. Wenn er gleichzeitig mit ner Erkältung auftritt habe ich bis jetzt immer Cefpodoxim bekommen und dann war er weg (oder zumindest nichtmehr im Sputum nachweisbar).
Mir hat man in der Uniklinik Frankfurt auch gesagt, man wisse eigentlich nicht was der macht und deshalb behandele man den normalerweise nicht. Auf die Idee mit dem Cef. kam mein Hausarzt, was er aber mittlerweile bei jeder Erkältung/Bronchitis verschreibt, zum Glück wirkt es noch, ich bin nämlich ansonsten ziemlich austherapiert (atyp. Mykobakterien).

Ploy, woher weißt du dass, dass der über die Jahre schlimmer wird und dass er dafür verantwortlich ist? Wie kann man denn genau sagen, dass es vom A. X. kommt, wenn das über so einen langen Zeitraum geht? Ich bezweifle das gar nicht, dass er eine Rolle spielt, aber ich stelle mir vor, dass in fortgeschrittenem Alter die Abgrenzung von Symptom und Ursache einfach schwer ist.
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon ploy am 21.08.2014, 19:30

100% sicher kann man nie sein, aber es ist mein Eindruck. Die IV wirken noch wie vor 10 Jahren, der Keim erholt sich davon allerdings mittlerweile rasant. Ob das allein an der Alterung liegt, würde ich bezweifeln. Es ist einfach so, dass jeweils die stärksten Exemplare eine IV überleben und ihre neue Brut züchten. Bakterien lernen und bei mir ist es denke ich so, dass sie sich über ein größeres Areal in der Lunge verbreitet haben. Minocycline kann ich mtlw. komplett knicken, zwischen 2 IVs (Abstand circa 6 Monate) schlage ich mich irgendwie mit Levofloxacin und Avalox durch. Das geht dann jeweils 4-6 Wochen gut, aber länger nicht. Dieses Cefpodoxim werde ich mal vorschlagen und probieren, Danke.

Wenn der Keim bei dir immer wieder verschwindet, ist die Ausbreitung noch im Anfangsstadium. Mit etwas Glück und kluger Therapie sind das sicherlich locker 20 Jahre Vorsprung.
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon Isaak am 25.08.2014, 22:05

Danke, für die Antwort.

Eine Frage hab ich noch, ist Levofloxacin und Avalox nicht der gleiche Wirkstoff?
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon ploy am 06.10.2014, 17:28

Nein, Avalox ist Moxifloxacin.
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon Jaclyn am 12.01.2015, 20:21

Der AC ist schon ziemlich hartnäckig. Die Erfahrungen, dass er die Lunge austrocknet, kann ich ebenfalls bestätigen. Es ist nicht vermehrt produktiver Husten, sondern eher Reizhusten.

Es ist so, dass der Keim erst ohne Symptome vorhanden war und bei evtl. Verschlechterung Avalox (Wirkstoff Moxifloxacin) genommen wurde. Dies hat auch ausgereicht. Der Keim machte keinen Ärger, obwohl er nachweisbar war. Seit letztem Jahr ist der Reizhusten jedoch verstärkt und eine gewisse Kurzatmigkeit hat eingesetzt. Darum musste eine therapeutische Alternative her. Bis dato reichte alle 10-12 Monate eine IV zum Erhalt der allg. Gesundheit. Diese war auch nie auf den AC abgestimmt.

Inzwischen wurde die IV dahingehend geändert, dass nun Imipenem aus der Gruppe der Carbapeneme in Kombi mit Cilastin (zum Schutz der Nieren) gegeben wird. Danach ist der Zustand sowas von gut wie seit Jahren nicht mehr. Es ist wie ohne CF zu haben: Keinen Husten, gar nichts. Nebenwirkungen gabs bisher auch noch nicht. Allerdings kommt jetzt der Harken: Dieser Zustand dauert nun meist 2 Wochen komplett fit, dann 2 Wochen mit Räuspern und wieder anfänglichem Husten. Nach insgs. 4-5 Wochen wieder Reiz und der Gedanke an eine IV. In der 6. Woche, im schlimmsten Fall in der 8. Woche, wenn es zeitlich oder in der Ambulanz einfach nicht ging, ist wieder IV angesagt. Der Arzt meinte, dass das nun so einige Zeit dauern könnte, da AC hartnäckig ist und das Problem auch wäre, dass es die Antis der Gruppe der Carbapeneme wohl nicht oral/inhalativ gibt (weiß jmd mehr?).

In Monaten heißt das:
IV:
Dez. 13
Juni 14 (brachte nicht viel)
Aug 14 (ab hier das 1. Mal Imipenem, 100 % fit)
Sept 14 (100 % fit)
Dez 14 (100 % fit)
und nun scheint es schon wieder Jan. 15 zu werden. Wenn es wenigstens 1x im Quartal wäre. Der Keim ist nach der IV immer 1x nicht nachweisbar.
Fev1 verhält sich jedes Mal wie folgt:
65-68 % (nach IV)
~60 % (erste Anzeichen Reizhusten)
50-55 % (Reizhusten, kurzatmig, nächste IV)
65-68 % (nach IV)
In der Reizhustenphase sind verstärkt Asthma-Mittel von Nöten. Ohne diese wie zB Salbutamoltropfen liegt Fev1 nochmal paar % darunter.

Um diesen Kreislauf in irgendeiner Form zu durchbrechen wird jetzt Sport 2-3x die Woche gemacht (ca. 30 Min. Spinning/Cycling). Außerdem Vitamin C aus Acerola-Pulver tägl. getrunken. Seit der letzten IV kam noch Prospan Hustenlöser in Form von Brausetabletten 1, 5x/tägl. hinzu, damit der wenige Schleim raus kommt (geht allerdings auch so immer ganz gut), aber auch da dieses Efeuextrakt in Prospan den Reiz nehmen soll. Bislang ist es weniger Reizhusten, aber kann natürlich auch diesmal wieder noch kommen.

In einem wissenschaftlichen Artikel stand neulich, dass Carbapeneme wie zB die Wirkstoffe Imipenem und Meropenem gegen AC empfohlen werden. Aber auch Antis der Gruppe der Chinolone mit ihren 4 Unterteilungen. Dazu zählen die Hauptwirkstoffe:
1 Norfloxacin
2 Ciprofloxacin und Ofloxacin
3 Levofloxacin
4 Moxifloxacin
Das Schöne daran ist, dass es diese Wirkstoffe auch oral gibt. Gruppe 4 wäre zB ja Avalox, welches nicht mehr hilft, aber Gruppe 1-3 wären noch zu probieren. Sicherlich ist nichts effektiver als die IV mit Imipenem, was hoffentlich auch noch lange als Lösung bleibt, aber somit könnte die IV evtl 1x im Quartal reichen.

Außerdem schreibt ihr, dass auch Cefpodoxim und Minocyclin (Gruppe der Tetracycline) evtl. Wirkungen zeigten. Zumind. das Minocyclin scheint eine gute mögl. Alternative.
Bei Cefpodoxim bin ich mir unsicher, da es zu den Cephalosporinen gehört, die gerade bei gramneg. Keimen wie AC eher kapitulieren.

Habt ihr neue Erfahrungen gemacht bzw. weitere Möglichkeiten ausfindig machen können?
Was sind die Empfehlungen eurer Ambulanzen, auch IV in engeren Abständen?
Jaclyn
 
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon ploy am 18.01.2015, 11:03

IV mit Tazobac funktioniert bei mir seit 10 Jahren, oral sieht es düster aus. Die Chinolone 3 und 4 haben nur kurz gewirkt und sonst einiges durcheinandergebracht, Ofloxacin/Cipro hatten null Effekt. Norfloxacin müsste ich ausprobieren.

Von den Inhalativen wirkt Colistin ein bisschen, aber bei mir verengt das die Lunge zu sehr.

Es gab mal Carbenicillin, das soll super gewirkt haben. Aber seitdem gibt es eigentlich nur Minocyclin oral. Um IVs komme ich nicht umhin. In den letzten zehn Jahren meist im Abstand 6-12 Monaten. Wobei es immer schwerer wird, diese Abstände zu halten (siehe vorherige Postings). Vor allem hatte ich auch das Gefühl, der Keim wird mit jeder IV stärker (Selektionsdruck und so).

Bei mir ist es oft so, dass kurz vor einem stärkeren Infekt ich mal sehr sauer schmeckendes, extrem flüssiges Sputum habe. Das schmeckt wie Säure, als ob man an einer Batterie leckt. In den nächsten Tagen mischt sich das mit dem normalen Schleim, dann schwellen die Schleimhäute an und es heißt durchhalten (oder Kortison). Der Hustenreiz sitzt bei mir mittlerweile auch eher in der oberen Lunge statt im Hals. Das Problem ist ein bisschen, offenbar fast alle (deutschen) Ärzte glauben nicht so recht an eine pathologische Wirkung des Keims. Was eben wohl wirklich daran liegt, dass er bzgl. des Schleims komplett unproduktiv ist und der Schaden eher schleichend kommt durch die dauerhafte, trockene Entzündung und vor allem die Unbesiegbarkeit. Der geht einfach nicht wieder weg. Und im Zusammenspiel mit SA kann es ungemütlich werden.

Aber: probiere mal Minocyclin. Bevor ich das nahm, hatte ich bereits 3, 4 Jahre lang täglich leichtes bis mittleres Fieber und eben dieses Trockenheits- und später auch Entzündungsgefühl in der oberen Lunge. Dann ging es eine Weile ganz gut, und ohne Minocyclin wäre es heute noch schlimmer. Sachen wie Cayston und Tobramycin funktionieren leider nicht. Egal, wie oft man sie verschrieben bekommt.
Zuletzt geändert von ploy am 19.01.2015, 01:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Achromobacter xylosoxidans

Beitragvon ploy am 19.01.2015, 00:58

Ohje, sorry für die vielen inhaltlichen Wiederholungen. Hatte die alten Postings nicht nochmal gelesen.

Bzgl. Inhalatives fiel mir noch ein, in Kopenhagen lassen sie wohl angeblich manchmal Imipenem inhalieren bei AC. Das ist in Deutschland schwierig bzgl. Abwicklung mit der Kasse usw. Und ob es so effektiv ist wie IV, keine Ahnung.

Und bzgl. der Unsicherheit in Sachen Pathologie. Es gibt mindestens zwei Studien, bei denen man Resistenzprofile verschiedener AC-Stämme differenziert hat. Eine aus den Achtzigern oder so, die andere war vor etwa 10 Jahren in einem italienischen Krankenhaus. Manche Stämme waren bspw. Colistin-sensibel, andere nicht. Tobramycin hatte bereits in den Achtzigern bei keinem der Stämme funktioniert. Aber die Ärzte sagen meist "bei manchen Patienten triggert der das Immunsystem und der FEV1 verschlechtert sich". Ich denke, es liegt weniger am Immunsystem als am spezifischen Stamm, der sich in der Lunge etabliert hat.
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