Reisen im Ausland

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Reisen im Ausland

Beitragvon Jana am 29.03.2005, 16:02

Hi,

ich Träume schon immer alleine (mit einer Freundin), in Urlaub zu fahren. Aber nicht 1 Woche in einen Hotel, sondern ich würde gerne eine 4 wöchige (oder längere) Campingtour quer durch Europa (Niederlande Frankreich, Schweiz) mit Auto und Zelt machen.
Allerdings müsste ich täglich inhalieren, Medikamente kühl aufbewahren usw.. Hat vielleicht jemand Erfahrungen mit solchen Geschichten, könnt ihr mir verraten wie ihr das gelöst habt? Das wäre echt nett von euch.

Gruß Jana
Jana
 

Beitragvon Gast am 29.03.2005, 20:43

Hallo,
ich bin inzwischen 42 und war schon ziemlich viel unterwegs. Allerdings inhaliere ich im Urlaub eigentlich nie (außer die Pulverform) und brauche auch erst seit ca. 1,5 Jahren Insulin, das gekühlt werden muss.
Gezeltet habe ich vor ca. 20 Jahren auch ein paar Mal, aber außer den Tabletten hatte ich da nichts "medizinisches" dabei. Ich weiss aber noch, dass es im Zelt ziemlich unerträglich heiss war, also dürfte es mit gekühlten Medikamenten ziemlich schwierig werden. Auch mit der Stromversorgung für den Inhalator wird´s da vermutlich problematisch. Speziell für Reisen gibts übrigens von Pari ein kleineres Spezialgerät, das allerdings auch nicht die Leistung des Pari Master bringt.
Was ich schon einige Male in den USA gemacht habe, war auf eigene Faust mit dem Auto losfahren und abends in günstigen Motels übernachten (je nach Saison und Staat zwischen 25 bis 75 Dollar pro Nacht und Doppelzimmer).Letztes Jahr hatte ich dann auch das Insulin und die dazugehörigen Teststreifen etc. dabei, was dort aber problemlos geht. Wir haben eine Kühlbox gekauft (Eiswürfel gibts in den USA überall) und selbst bei den Hitzegraden im geparkten Auto blieb alles schön kühl.
Vielleicht könntet ihr ja außerhalb der Haupsaison auch in günstigen Hotels oder Jugendherbergen unterkommen. Bei 3-4 Wochen brauchst du allerdings einen ziemlichen Berg an Medikamenten, je nachdem, was Du alles inhalierst und damit auch eine sehr große Kühlbox...Im Auto wirds ja beim Parken sofort knallheiss.

Alles Gute

Uli
Gast
 

Beitragvon cr am 29.03.2005, 21:25

Hallo Jana
Hier ein paar Tipps:
1. besprich mit Deinem behandelnden Arzt Deinen aktuellen Gesundheitszustand kurz vor Reisebeginn.
2. Übererlege dann mit ihm gemeinsam, was an Therapie unbedingt sein muss. (Pulmozyme oder reicht Kochsalz für die 4 Wochen aus?) Kochsalz muss nicht gekühlt werden. Kann man vielleicht eine inhalative Antibiotikapause einlegen?
3. Schau Dir an, wo es CF-Zentren auf der Tour gibt (in den von Dir genannten Ländern sicherlich kein Problem).
4. Lass Dir ein ärztliches Attest von Deinem Arzt ausstellen, für den Fall, dass Du doch nicht auf die Medikamente verzichten kannst, ist es vielleicht hilfreich, wenn Du anstelle der Medikamente Rezepte mit nimmst (Wochenweise dosiert) oder Dir die Medikamente dann im jeweiligen Land verschreiben läßt. (dafür das Attest Deines Arztes)
5. Mit dem Inhalieren ist es eigentlich kein Problem (es gibt von Pari Inhalationsgeräte für unterwegs, die auch über den Zigarettenanzüder und somit über die Autobatterie zu betreiben sind (Es dauert aber viel länger als daheim, aber im Urlaub hat man ja Zeit),
6. es gibt auch Kühlboxen, die sich via Zigarettenanzüder im Auto betreiben lassen. Ich persönlich habe einen kleinen Kühlschrank, der sich über den Zigarettenanzünder betreiben läßt.
7. eine andere Möglichkeit; Frühstück und Abendessen in Gaststätten einplanen und dann dort inhalieren, hier sind meist immer irgendwo Steckdosen versteckt (ggfl an einen Adapter z.Bsp. für die Schweiz denken) Auf Zeltplätzen kann man in der Regel in den Dusch- oder Waschräumen inhalieren. (Naja, ist nicht gerade CF-hygienisch optimal, aber immer auch abhängig von den jeweiligen Einrichtungen).
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Es gab einmal zwei Freunde aus der Schweiz, der eine hatte auch CF, die haben eine Radtour von der Schweiz nach Griechenland, dann via Flieger zum Nordkap und von dort aus wieder in die Schweiz unternommen. Der CFler hatte alles dabei (Inhalationsgeräte, kleinen Kühlschrank und Medis) und das mit dem Fahrrad. Die waren Monate lang unterwegs.
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An der Schweizer Grenze kann es passieren, dass Ihr näher untersucht werdet, betrifft meist Rucksacktouristen. Hier ist ein Schreiben des Arztes über die Medikamente, die Du einnimmst sehr nützlich. Ich hatte diesbezüglich schon einmal etwas Schwierigkeiten. Seitdem habe ich solch ein Schreibe immer dabei, wenn es ins nicht EU-Ausland geht.

Im Prinzip ist alles möglich auch Zelten, nur Mut und wenn es doch gesundheitlich nicht so gut läuft, kann man ja immer wieder nach Hause fahren.

Gruß und viel Spaß
Carmen
cr
 

Beitragvon Jana am 30.03.2005, 12:50

Hi,

erstmal vielen Dank für eure antworten.
Das ist ja ganz schön viel kram was ich da so beachten muss, aber da muss ich wohl durch. Ich sollte das wirklich erstmal mit meinen Arzt bereden.
Na ja, wir schon klappen.

Gruß Jana

PS: Könnt mir gerne noch mehr Tipps und Story schicken, werde sie alle lesen und euern rat befolgen.
Meinen Urlaubsbericht stell ich irgendwann dann auch mal ins Internet!
Jana
 

Ich bin totaler Campingfan und ich hatte nie Probleme!!!

Beitragvon Gast am 03.04.2005, 15:23

Hi erstmal!

Ich finds super, dass du sowas vorhast und ich kann dir auch mal ein bissl was aus eigener Erfahrung erzählen.
Also, ich (weiblich, 18 jahre alt und Cf) gehe mit meinen Eltern und meiner Schwester (22, kein Cf) jedes Jahr zelten und das, seit ich gerade mal ein halbes Jahr alt war. Natürlich habe ich auch immer ziemlich viel Kram dabei, Tabletten und so, hatte aber nie Probleme. Als ich allerdings vor etwa 8 jahren angefangen habe täglich Pulmozyme zu inhalieren, was ja auch sehr gur gekühlt werden muss, fing allerdings das erste kleinere Problemchen an. Wir waren nämlich immer ohne Stromanschluss auf den Campingplätzen und nen Kühlschrank hatten wir auch nicht. Also Tipp 1: mach dir keinen Kopf, wenn man campen will, kann man das mit Muko auch! Tipp 2: Man kann mittlerweile auf fast jedem Campingplatz auch Kühlschränke mieten. Für unterwegs gibts dann ja Kühltaschen, speziell für die Medis. Die Eispacks kann man normalerweise, wenn man lieb fragt, immer bei der Campingplatzleitung ins Eisfach legen, damit sie für die Weiterreise wieder kühl sind. Meine Kühlpacks kühlen z.B. bis zu 24 Stunden lang...sehr praktisch! Wenn das mit dem Mieten nicht klappen sollte, dann kannst du dir vorher ja nen kleinen Kühlschrank zulegen. Die gibts "relativ" billig. Wir z.B. haben uns daruafhin, dass ich angefangen hab täglich zu inhalieren, auch einen kleinen Kühlschrank zugelegt und der kühlt einfach 1A!!! ;-) Das mit dem Stromanschluss ist eigentlich auch kein Thema, da man eigentlich auf jedem Campingplatz Stromanschluss haben kann. Tipp 3: erkundige dich einfach vorher, wo du in etwa hingehen möchtest, welches Land etc. Man kann sich z.B. super beim ADAC oder so erkundigen. Die geben einem Auskunft über fast alles, über die Plätze, wie die sind, wo sie sind und so.
Ach und noch was. Ich bin mit meinen Eltern eigentlich immer auf gut Glück mal losgefahren, gebucht haben wir eigentlich nie, und wir haben immer was wirklich gutes gefunden. Nur bei einem solltest du achtgeben. Wenn du dein Inhaliergerät (den Vernebler etc.) täglich waschen musst, dann nimm einen Wasserkocher oder so mit, damit du heißes wasser hast, denn auf den Campingplätzen hat es nicht immer so heißes Wasser, dass es zum Inhaliergerät waschen reicht! ;-) Aber ganz ehrlich, wenn mans mit seinem Arzt durchspricht und alles gut plant, dann klappt´s normalerweise immer! Falls noch Fragen hast, kannst gerne noch mal nachfragen oder dich persönlich mit mir in Verbindung sezten. (mk-schnoogeloch@web.de)

Grüßle
Gast
 

Beitragvon sven am 27.02.2006, 18:34

Hätte ich das hier vorher gelesen..Ich war 2003 in Canada/USA für 5,5 Wochen, richtig stark, 2005 in Norwegen und hatte nie Probleme mit den Medis usw. Campen tu ich gerne mit meinem Wohnwagen...
Wer mal Lust hat, kann ja mal hier schauen:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/595592
sven
 

Beitragvon anna am 27.02.2006, 18:55

naja, sicher warst du mittlerweile auch schon im urlaub, jana. wie war's denn? moechte aber trotzdem noch meinen senf mit dazu geben. war 2003 auch mit pulmozymen in nordamerika unterwegs. rucksackurlaub. ausser einer zollbescheinigung vom arzt und einer kleinen thermotasche mit kuehlaggregat (die teile die man in der gefriertruhe lagern muss) hatte ich nichts spezielles vorbereitet. war dann auf wandertour im yosemite park. die haben da extra fuer mich eine kleine kuehlbox mitgenommen. ansonsten habe ich in den jugendherbergen die medikamente in den dortigen kuehlschraenken aufbewahrt, und einmal, als ich einen ganzen tag in montreal hatte bevor mein bus abfuhr, habe ich ganz nett bei einer pizzeria gefragt, ob sie die medikamente nicht fuer mich im kuehlschrank aufbewahren koennten, bis abends um 10. war gar kein problem.

jedenfalls habe ich die erfahrung gemacht, dass die meisten leute total hilfsbereit sind, wenn man freundlich fragt und erklaert, was man warum braucht.
anna
 


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