Patientenzufriedenheitsbefragung

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Patientenzufriedenheitsbefragung

Beitragvon wbremer am 27.04.2011, 10:43

Liebe Forumsmitglieder,

Als Patienten-Eltern-Vertreter im TFQ-Beirat des Mukoviszidose e.V. nehme ich an vielen Projekten teil, die sich mit der Entwicklung der Versorgung bei CF befassen, oder ich bin wenigstens gut darüber informiert.
Ich möchte gerne die Möglichkeiten, die das Forum bietet, nutzen, um mit allen Interessierten, die ich nicht über die Zusammenarbeit mit den Vertretern der Regios und Selbsthilfevereine erreiche, über Fragen der Qualitätsverbesserung bei der CF-Versorgung ins Gespräch zu kommen.

Aktuell ist ein wichtiges Projekt die Befragung zur Patientenzufriedenheit, wie sie seit einiger Zeit von einer Projektgruppe geplant, im TFQ-Beirat diskutiert und nach Zustimmung des Vorstands jetzt vom Mukoviszidose e.V. in Auftrag gegeben worden ist.

62 CF-Einrichtungen hatten vorab ihre Bereitschaft zur Teilnahme bekundet. Zu diesen Einrichtungen hat jetzt das Picker-Institut, das mit der Durchführung beauftragt worden ist, offiziell Kontakt aufgenommen und sie über den geplanten Ablauf informiert.

Die Planung ist so: Der Beginn der Rekrutierung von Teilnehmern in den teilnehmenden Ambulanzen ist im Mai. Das bedeutet, dass jeder, der ab Mai in eine teilnehmende Ambulanz kommt, gefragt wird, ob er an der Befragung teilnehmen will und ob die Ambulanz seine Adresse an das Picker-Institut weitergeben darf. Mehr hat die Ambulanz dann zunächst nicht zu tun.
Wenn er nicht gefragt wird, sollte er selbst nachfragen. Es kann vorkommen, dass diese Frage im Ambulanzalltag untergeht.
Die Aktion endet nach 6 Monaten.

Alle Patienten bzw. Eltern, die teilnehmen wollen, werden vom Picker-Institut in zwei "Wellen" angeschrieben und erhalten den Fragebogen (Eltern bzw. erwachsene Patienten; bei Jugendlichen kommt ein zweiter Fragebogen dazu) zugeschickt.
Die erste Welle, für diejenigen, die schon am Anfang ihre Zustimmung erteilt haben, läuft drei Monate nach Beginn der Rekrutierungsphase, also etwa im August, die zweite am Ende der Rekrutierungsphase, also im November.

Der ausgefüllte Fragebogen wird direkt an das Picker-Institut zurückgeschickt und dort ausgewertet.
Die Befragungsaktion endet (mit Nachzüglern etc. ) im Dezember.
Dann brauchen die Picker-Leute etwa 6 Wochen zur Auswertung.

Am Ende bekommt jede teilnehmende Ambulanz ihre eigene Auswertung zugeschickt, außerdem eine Information über die Durchschnittswerte aller teilnehmenden Ambulanzen, so dass ein Vergleich möglich ist.
Die Unterlagen verbleiben komplett im Picker-Institut, die Ambulanzen haben darauf keinen Zugriff.
Der Mukoviszidose e.V. als Auftraggeber erhält die Durchschnittswerte.

Falls es dazu Fragen gibt, beantworte ich die gerne.

Damit dieser Beitrag, mein erster, nicht gleich zu lang wird, kommt morgen die nächste Information zur Patientenbeteiligung an der Auswertung.

Mit freundlichen Grüßen
Wilhelm Bremer
wbremer
 
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Re: Patientenzufriedenheitsbefragung

Beitragvon wbremer am 29.04.2011, 20:22

Keine Antwort, aber auch kein neues Thema, eher ein Unterthema:
Patientenbeteiligung an der Patientenzufriedenheitsbefragung.

Es ist dabei zu berücksichtigen, dass dies ein Projekt ist, das vom Mukoviszidose e.V. vorbereitet und finanziert wurde / wird.
Daher hat der Mukoviszidose e.V. zur Bedingung für die Teilnahme einer Ambulanz gemacht, dass am Ende die Patienten beteiligt werden müssen.
Das heißt natürlich zunächst, dass auch diese Patientenbeteiligung im Rahmen des Mukoviszidose e.V. stattfinden soll.

Für mich und meine Tätigkeit als Patientenvertreter im TFQ-Beirats in dem Verein, die sich am Selbsthilfecharakter des Vereins orientieren soll, ist das eine Chance für die regionalen Gruppen und Selbsthilfevereine, wieder eine aktivere Rolle zu spielen,indem sie langfristige Kooperationsbeziehungen zu "ihren" Ambulanzen aufzubauen, in denen dann alle Fragen der organisatorischen und der Qualitätsentwicklung in der CF-Versorgung miteinander besprochen werden können. Es wäre vielleicht auch eine Chance für diejenigen, die sich bisher nicht in den regionalen Gruppen organisieren wollen, mit diesen in Kontakt zu kommen und evtl. diese besonderen Aufgaben zu übernehmen.

Ich habe also in der ARGE Selbsthilfe (das ist die Gruppe von Leuten, die die Tätigkeit der Regionalgruppen koordiniert, sozusagen DAS Selbsthilfegremium im Verein) und im TFQ-Beirat (der berät den Vorstand in allen Fragen der Qualitätsentwicklung in der CF-Versorgung) ein Konzept zur Beteiligung der Patienten an der Patientenzufriedenheitsbefragung vorgelegt, das ich hier vorstellen und zur Diskussion stellen möchte.

Das mache ich aber erst im nächsten Schritt, meine Beiträge sind immer zu lang.

Wilhelm Bremer
wbremer
 
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Re: Patientenzufriedenheitsbefragung

Beitragvon wbremer am 05.06.2011, 10:12

Liebe Forumsmitglieder, ich bin euch noch einen Beitrag schuldig zur Beteiligung der Befragten an der Auswertung der Befragung.
Ich hatte schon geschrieben, dass die Ambulanzen verpflichtet sind, bei der Auswertung der Befragungsergebnisse für ihre Ambulanz mit den Patientenvertretern zusammenzuarbeiten. Wie das konkret aussehen könnte, bereiten wir in der ARGE Selbsthilfe und dem TFQ-Beirat zur Zeit vor. Meinen Entwurf zum Vorgehen kopiere ich einfach mal hier ein:

Konzept zur Beteiligung der Patientenvertreter an der Auswertung der Patientenzufriedenheitsumfrage



1. Die ARGE-SH klärt, welche Regionalgruppe bzw. welcher Verein für welche Einrichtung(en) zuständig ist.
2. In den regionalen Gruppen und in den Informationsmedien des Vereins sowie in Mailinglisten und Foren zur Mukoviszidose wird mitgeteilt, dass die Beteiligung von Patientenvertretern an der Auswertung der Umfrage unter dem Dach des Mukoviszidose e.V. geplant ist. Darin wird aufgerufen zur qualifizierten Mitarbeit.
3. Die Regionalgruppen bzw. Selbsthilfevereine benennen Personen (2-3 pro Ambulanz), die bereit sind und sich darauf vorbereiten, in einer langfristig angelegten Kooperationsbeziehung regelmäßig Fragen der Qualitätsentwicklung vor Ort mit der jeweiligen Ambulanzleitung zu diskutieren, Schritte zur Verbesserung zu vereinbaren und sich mit Unterstützung ihrer Gruppe an der Umsetzung zu beteiligen. Diese Kooperation beginnt anlässlich der Auswertung der Umfrage, soweit sie nicht schon eingerichtet ist. (Z.B. etablierte Patientenbeiräte; deren Verbindung zum muko e.V., Arbeitsweise und Wahlmodus wären allerdings von der zuständigen Regionalgruppe zu klären.)
4. Die ARGE-SH stellt ein Forum / Portal zur Verfügung, auf dem die benannten Patientenvertreter miteinander kommunizieren können. Falls gewünscht, organisiert die ARGE-SH ein Treffen dieser Personen, zu dem evtl. auch Schulungselemente bereitgestellt werden. Dazu gehören z.B. Informationen über die verschiedenen Ebenen, auf denen der Mukoviszidose e.V. Qualitätsmanagement betreibt sowie Informationen über wesentliche Zielsetzungen und Ergebnisse. Weiter gehört dazu eine Klärung der Methodik der Patientenzufriedenheitsuntersuchung. Außerdem könnten Techniken der Vorbereitung und Durchführung solcher Gespräche thematisiert werden.
5. Der Mukoviszidose e.V. teilt den Einrichtungen mit, welche Personen als Patientenvertreter vorgesehen sind. Dabei teilt der Verein auch mit, dass eine langfristige, konstruktive, institutionalisierte Kooperation zwischen den Patientenvertretern und der jeweiligen Einrichtung angestrebt wird.
6. Die Ergebnisse der Umfrage werden zunächst innerhalb der jeweiligen Einrichtung bekanntgegeben und intern bearbeitet. Zusätzlich zu den eigenen Ergebnissen werden die Durchschnittswerte mit einbezogen, um die Position der Ambulanz im Vergleich mit anderen einschätzen zu können. Prinzipiell möglich, aber zur Zeit nicht vorgesehen, sind auch Vergleiche der eigenen Einrichtung mit ausgewählten anderen Einrichtungen.
7. Innerhalb einer angemessenen Frist nach der Zustellung der Ergebnisse an die Einrichtung lädt die Ambulanzleitung die persönlich benannten Patientenvertreter zu einem Gespräch ein.
8. Das Gespräch wird von der Seite der Einrichtung von dem verantwortlichen Leiter geführt, weitere Vertreter der Ambulanz können nach Bedarf teilnehmen.
9. Die Ergebnisse der Umfrage werden den Patientenvertretern bekanntgegeben, soweit nicht schutzwürdige Interessen einzelner Mitarbeiter der Einrichtung betroffen sind. Die Ambulanz legt einen Plan zur Verbesserung der Patientenzufriedenheit vor, der mit den Patientenvertretern besprochen wird. Dabei soll ein Konsens angestrebt werden. Darüber hinaus kann und soll auch über weitere und andere Perspektiven der Verbesserung der Versorgungsqualität beraten werden.
10. Zur Durchführung der geplanten Maßnahmen wird ein Zeitplan erstellt, in dem auch weitere Gesprächstermine vereinbart werden.
11. Über das Gespräch / die Gespräche wird ein gemeinsames Protokoll angefertigt.
12. Die Patientenvertreter berichten in der Regionalgruppe bzw. dem Verein sowie in dem gemeinsamen Patientenvertreterforum/-portal über die Gespräche und die vereinbarten Maßnahmen und entwickeln ihre eigene Qualifikation damit weiter.
13. Die Regionalgruppe bzw. der Selbsthilfeverein berät und beschließt über Möglichkeiten zur Förderung der Qualitätsverbesserung in den jeweiligen Einrichtungen.
14. Die ARGE-SH wird förmlich über die Tatsache informiert, dass ein Auswertungsgespräch stattgefunden hat. Die ARGE-SH koordiniert, soweit sinnvoll und möglich, die regionalen Ansätze zur Förderung der Versorgungsqualität.

Das klingt vielleich für euch sehr formalistisch, aber es enthält einige konkrete Festlegungen zur jeweiligen Rolle der Beteiligten. Wenn man das nicht macht, wenn es jeder Ambulanz völlig selbst überlassen bleibt, wie sie diese Verpflichtung zur Auswertung zusammen mit den Betroffenen bzw. ihren Vertretern durchführt, dann halte ich es für leicht vorstellbar, dass das alles im Treibsand der täglichen Arbeit untergeht. Die Gefahr besteht übrigens bei allen Beteiligten, nicht nur bei den Ambulanzen.



So viel für heute.

Viele Grüße

Wilhelm Bremer
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Re: Patientenzufriedenheitsbefragung

Beitragvon wbremer am 05.09.2011, 11:10

Liebe Forumsmitglieder,

Hier die aktuellen Informationen zum Stand der Patientenzufriedenheitsbefragung:

Von ursprünglich 64 interessierten Ambulanzen nehmen nun 56 teil mit einer Gesamtzahl von knapp 4500 zu befragenden Betroffenen, je etwa zur Hälfte Erwachsene und Kinder (bzw. deren Eltern), davon etwa 900 Jugendliche. Die Quote der bisher eingegangenen Einverständniserklärungen liegt bei den Jugendlichen bei 33%, Eltern 36%, Erwachsenen 44%. Die Studienleitung meint, dass die Rekrutierungsphase recht gut läuft, nachdem in den einzelnen Häusern geklärt ist, wer wofür verantwortlich ist. Ich finde, dass da doch noch einige fehlen …

Alle, die bis Mitte August bei dem Picker-Institut gemeldet waren, müssten jetzt ihre Unterlagen erhalten haben. Nach der Rekrutierung folgt dann die zweite Hürde für die Befragung: Wie viele derjenigen Betroffenen, die sich bereit erklärt haben, schicken jetzt tatsächlich ihre Fragebogen zurück? Um möglichst viele Rückmeldungen zu erhalten, versendet das Picker-Institut nach der Zustellung der Fragebögen nach jeweils 2 Wochen eine erste und eine zweite Erinnerung an diejenigen, von denen dann noch keine Antwort vorliegt.

Alle diejenigen, die in ihrer Ambulanz noch keine Einverständniserklärung erhalten haben, können sie sich noch bis Ende Oktober geben lassen, danach ist die Rekrutierungsphase beendet und keine Teilnahme mehr möglich. Es wäre natürlich wünschenswert, dass alle Patienten aller teilnehmenden Ambulanzen auch tatsächlich die Möglichkeit erhalten, sich nach ihrer Meinung befragen zu lassen.

Anfang 2012 erhalten dann die Ambulanzen ihre Ergebnisse und sollen sie dann natürlich nicht in der Schublade verschwinden lassen, sondern auswerten und Planungen zur Verbesserung erstellen. Dabei sollen Patientenvertreter mit einbezogen werden. Je nach Situation kommen dabei die Regionalgruppen des Mukoviszidose e.V. bzw. die Selbsthilfevereine als Gesprächspartner für die Ambulanzen in Betracht, wobei die regionalen Gruppen sich überlegen müssen, wer solche Aufgaben übernehmen könnte. Es geht ja nicht um eine punktuelle Informationsveranstaltung, sondern um die Begleitung von Maßnahmen der Ambulanz zur Qualitätsverbesserung durch die Patientenvertreter, also um einen langfristigen, am besten dauerhaften Prozess. Wo diese Kooperation mit einer regionalen Selbsthilfe nicht möglich ist, müssen die Ambulanzen einzelne Patienten bzw. Eltern ansprechen, dass diese einen Patientenbeirat bilden.

Das weitere Verfahren wird durch den TFQ-Beirat und die ARGE Selbsthilfe im Mukoviszidose e.V. begleitet. Neue Erkenntnisse und Entwicklungen teile ich euch gerne mit.

Gruß
Wilhelm Bremer
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