ein kleine bitte....

Hier haben alle Themen Platz, in denen es um CF geht, die aber in keines der anderen Foren passen oder von denen Du im Moment nicht weißt, wo Du sie unterbringen sollst.
Forumsregeln
In unserem Forum respektieren wir die Meinungsfreiheit jedes einzelnen Menschen genau dann in vollem Umfang, wenn er sich in einem gepflegten, den anderen Mitgliedern gegenüber respektvollen Umgangston artikuliert. Beleidigungen, Bedrohungen und Bloßstellungen eines Mitglieds sind strikt untersagt. Zum respektvollen Umgang miteinander gehört ebenso, kein anderes Mitglied absichtlich zu täuschen. Dies gilt auch beim Verfassen von Privaten Nachrichten oder E-Mails über das Forum.

Dieses Forum dient dem Erfahrungs- und Informationsaustausch über die Erkrankung Mukoviszidose, daher werden Beiträge ohne einen solchen Bezug gelöscht.

Eigene Beiträge können bis zu 24 Stunden nach Veröffentlichung bearbeitet werden.

Darüber hinaus behält sich der Mukoviszidose e.V. als verantwortlicher Betreiber des Forums vor, einzelne Beiträge oder auch ganze Themen ohne Begründung zu löschen oder zu schließen.

Vollständige Forumsregeln

ein kleine bitte....

Beitragvon sani am 04.07.2006, 14:33

hallo ihr lieben,

der mukoviszidose e.v. ist gründungsmitglied der a c h s e - allianz chronisch seltener erkrankungen. die achse veranstaltet eine tagung zum thema ausbildung, berufseinstieg & berufstätigkeit. die vorsitzende der achse bittet u.a. dafür um die mithilfe erwachsner cf-ler. dafür könnt ihr eure erfahrungen - postive wie negative - an mich schicken (mail: ralfwagnerdd@ol.com).
ich sammle die berichte und leite sie weiter.
das thema ist wichtig! ich würde mich über viele rückmeldungen freuen, weil wir so die chance haben, auf unsere spezielle situation und probleme hinzuweisen und natürlich verbesserungen anzuregen.

vielen dank und sonnige grüße
R a l f
(Ralf Wagner)
sani
 

Beitragvon Carmeli am 06.07.2006, 07:03

Hallo Ralf

Aus Gesprächen mit einigen jüngeren CFlern, ergibt sich das Problem, dass viele bei Bewerbungen abgelehnt werden, weil die Betroffenen nicht wissen, was in eine Bewerbung für einen Job oder eine Ausbildung hinein gehört.

Ein CFler, den ich während einer REHA kennen lernte, hatte das gleiche Problem. Er war recht depressiv. Er war arbeitslos, trotz großer Motivation. Er war nie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden. Wie sah sein Bewerbungsschreiben aus?
Es stand darin in viel Text, dass er schwerbeschädigt ist, dass er CF hat usw.
Ich habe ihm dann erklärt, dass das darin nichts zu suchen hat. Beim Bewerbungsschreiben muss man seine beruflichen, fachlichen und schulichen Leistungen anbieten und "verkaufen". Es gehört hier nicht hinein, dass man CF hat. Man muss dem neuen Chef klar machen, weshalb er gerade "mich" nehmen soll. Das kann man nicht, wenn man zeilenlang über CF schreibt. Für den Chef hat CF keine Bedeutung, den interessiert nur der Job und dass der gut gemacht wird.
Man kann in einem letzten Satz KURZ erwähnen, dass man einen Schwerbeschädigtenausweis hat, aber das würde ich auch nur dann tun, wenn Schwerbeschädigte in dieser Branche in der ich mich bewerbe bevorzugt eingestellt werden. Dass man CF hat, sollte man auch dann im Bewerbungsschreiben nicht erwähnen. Das schreckt nur ab.

Viele wissen nicht, wann es angegeben werden muss, dass man CF und einen Schwerbeschädigtenausweis hat.
Es sollte dann angegeben werden, wenn gezielt dannach gefragt wird. Das ist entweder beim Vorstellungsgespräch der Fall (wenn hier nicht dannach gefragt wird, dann ist so etwas für den Arbeitgeber auch nicht wichtig und würde sich nur negativ auswirken, wenn man es selbst thematisiert), spätestens beim Ausfüllen der betriebseigenen Aufnahmefragebogen bzw. bei der betriebsärztlichen Untersuchung wird dannach gefragt. Dann erst muss man es erwähnen.

Vor einiger Zeit erhielt ich dann von o.g. CFler eine Mail, die sehr erfreulich war. Er schrieb mir, dass er sein Bewerbungsschreiben so verfasst hat, wie ich es ihm geraten hatte und war erfreut, dass er zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurde, was vorher nie der Fall gewesen war.

Ich denke, dass wir uns langsam klar werden müssen, dass CF (mal abgesehen von den CFlern, die gelistet sind) nicht der Mittelpunkt unseres Lebens ist.
Für viele Jugendliche besteht aufgrund der Erziehung ein großer Teil des Lebens nur aus CF. Sie wird extrem thematisiert. Es werden Ängste erzeugt, durch selbst auferlegte Verbote. So ein Jugendlicher, verliert den Blick für die reale Welt, in der er sich als Erwachsener behaupten muss. In der wirklichen Welt ist CF nur eine Krankheit von vielen. Tausende "kranke" Menschen, denken wir an die vielen Asthmatiker machen ihren Job und meistern ihr Leben. Aber bei CF scheitert es bei vielen bevor es begonnen hat.

Ich denke, dass man hier frühzeitig bahnen muss und dass man den Eltern von neugeborenen Kindern mit CF nicht primär sagen sollte, "Ihr Kind wird nicht sehr alt" sondern dass man sagen sollte, "Ihr Kind hat eine gute Change erwachsen zu werden, eine Familie zu gründen und einen Beruf zu erlernen oder zu studieren. Damit es diese Ziele erreicht, müssen wir gemeinsam einen Weg zu einer effektiven Therapie finden, auch wenn diese sehr aufwendig ist und es viele Höhen und Tiefen geben wird."

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon anna am 10.07.2006, 20:42

ich kann carmeli da nur voll und ganz zustimmen. das ist meiner meinung nach einerder wichtigsten punkte.
anna
 

Beitragvon Schlangenlady am 10.07.2006, 22:09

Man sollte sich aber auch genau überlegen, welche Berufswahl vernünftig ist, da man nun mal erstens damit rechnen muss, früher oder später nicht mehr besonders belastbar zu sein und zweitens manche Berufe erhöhte Gesundheitsrisiken beinhalten. Traumberuf hin oder her, als Blinder kann ich keinen Pilotenschein machen und als Lungenkranker ist ein Kneipenjob mit ständigem Qualm nicht zu empfehlen.
Bei kleinen Firmen muss man trotz Schwerbehindertenausweis vermutlich schneller mit Kündigung rechnen als bei größeren, wenn die Krankheitszeiten zunehmen und schwere körperliche Arbeit wird für die meisten nicht allzu lang durchzuhalten sein. Schichtdienst ist nicht gerade therapiefreundlich und belastet außerdem selbst einen gesunden Körper nicht unwesentlich.
Bei einer langen Studiendauer kann möglicherweise nicht mehr lange genug gearbeitet werden, um Rentenansprüche zu erwerben, etc...

Uli,44
Benutzeravatar
Schlangenlady
 
Beiträge: 2185
Registriert: 13.04.2006, 20:56
Wohnort: München

Beitragvon Carmeli am 11.07.2006, 15:32

Schlangenlady hat geschrieben:
Schichtdienst ist nicht gerade therapiefreundlich und belastet außerdem selbst einen gesunden Körper nicht unwesentlich.


Das muss nicht immer sein. Ein Zweischichtsystem schafft (ist meine Erfahrung) sogar mehr Freiraum. Immerhin kann man gelgentlich ausschlafen und auch mal morgens in aller Ruhe seine Therapie machen. Und auch die Arztbesuche lassen sich im Schichtsystem besser organisieren.
Beim 3-Schicht-System gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Nachtschichten sind hart.

Bei einer langen Studiendauer kann möglicherweise nicht mehr lange genug gearbeitet werden, um Rentenansprüche zu erwerben, etc...

Uli,44


Studienzeiten werden auf Rentenasprüche angerechnet. Auch kann man während eines Studiums freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Das machen zwar die Wenigsten, weil man als Student eh immer recht knapp bei Kasse ist.

Gruß Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Kathrin nicht eingeloggt am 11.07.2006, 20:32

Studienzeiten werden auf Rentenasprüche angerechnet. Auch kann man während eines Studiums freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Das machen zwar die Wenigsten, weil man als Student eh immer recht knapp bei Kasse ist.


Hallo Carmen,
das klingt ja sehr interessant! Das habe ich noch nicht gewusst, dass es die Möglichkeit gibt. Wie geht das? Weißt du da mehr drüber? Kannst du mir sagen, wo, wie und ob ich auch schon jetzt in eine Rentenkasse einzahlen könnte?

Liebe Grüße,
Kathrin
Kathrin nicht eingeloggt
 

Beitragvon Carmeli am 12.07.2006, 19:01

Kathrin nicht eingeloggt hat geschrieben:
Studienzeiten werden auf Rentenasprüche angerechnet. Auch kann man während eines Studiums freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Das machen zwar die Wenigsten, weil man als Student eh immer recht knapp bei Kasse ist.


Hallo Carmen,
das klingt ja sehr interessant! Das habe ich noch nicht gewusst, dass es die Möglichkeit gibt. Wie geht das? Weißt du da mehr drüber? Kannst du mir sagen, wo, wie und ob ich auch schon jetzt in eine Rentenkasse einzahlen könnte?

Liebe Grüße,
Kathrin



Hallo Kathrin
Ich habe das vorher auch nicht gewusst. Habe es erst erfahren, als ich jetzt eine Rentenkontoprüfung habe machen lassen und war recht erstaunt, dass man die Sudienzeit mit angerechnet hat.
Du solltest einfach einmal bei der Rentenversicherung nachfragen.

ABER ist man als Psychologe nicht später auch bei einem eigenständigen Versorgungswerk rentenversichert? Auch da solltest Du Dich einmal erkundigen. Hier läuft dann vieles anders.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Ann am 13.07.2006, 04:47

Liebe Carmen,

das ist wirklich sehr interessant :)

Überhaupt mal ein dickes DANKESCHÖN für deine kompetenten Beiträge, ich konnte schon vieles für mich daraus verwenden.

Liebe Grüsse, Ann-Christin
Ann
 

Beitragvon Carmeli am 13.07.2006, 16:28

Bitte gern geschehen. :P
Carmeli
 


Zurück zu CF Allgemein

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast