Umzug nach Deutschland

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Umzug nach Deutschland

Beitragvon AndreaT am 13.03.2019, 13:48

Hallo,

mein Name ist Andrea. Ich habe keine Mukoviszidose aber mein Mann. Mein Mann ist Engländer, 35 Jahre alt, und wir leben derzeit in England. Wir haben eine 3-jährige Tochter die bilingual aufwächst. Schon seit ein paar Jahren spielen wir mit dem Gedanken nach Deutschland zu ziehen, ich vermisse die Heimat. Heimat wäre in der Region Stuttgart, Baden-Württemberg.
So ein Umzug ist ja schon stressvoll genug ohne die Mukoviszidose in Betracht zu ziehen. Ich weiß überhaupt nichts über die Mukoviszidose-Behandlung in Deutschland.
Mein Mann, Gary, hat Mukoviszidose (hier CF genannt von Cystic Fibrosis), CF-Diabetes, Lebererkrankung, chronischen Reflux und niedrige Knochendichte. Hier in England muss er keine Rezeptgebühren zahlen. Er wird von einem Spezialteam in Oxford, John Radcliffe Hospital, betreut. Er muss alle 2-3 Monate zu einem Routinetermin. 2-3 Mal pro Jahr bekommt er eine Infektion und braucht eine Behandlung, die fängt meist mit 1 Nacht im Krankenhaus an und dann darf er die intravenösen Antibiotika Behandlung zu Hause weitermachen. Orkambi gibt es hier in England noch nicht auf die Kasse. Er braucht keinen Sauerstoff und bisher wurde ein Lungentransplantat noch nie erwähnt.
Mein Mann arbeitet momentan nicht, er kümmert sich um unsere Tochter und seine täglichen Mukoviszidose-Behandlung. In England bekommt er eine Unterhaltsbeihilfe für Behinderte, welches zusammen mit meinem Verdienst gerade so reicht. Ich würde auf jeden Fall Vollzeit arbeiten, so wie hier in England auch.
Nun zu meinen Fragen, kann mir jemand einen Einblick ins deutsche System geben?
Wie ist die Mukoviszidose Behandlung?
Wohin geht ihr für Routinetermine?
Was passiert bei Infektionen, darf man die auch zu Hause behandeln mit intravenösen Antibiotika oder muss man im Krankenhaus bleiben?
Muss man die volle Rezeptgebühr zahlen?
Was übernimmt die Krankenkasse/was bekommt man auf die Krankenkasse?
Gibt es eine Unterhaltsbeihilfe?

Ich freue mich über jede Information die mir jemand zur Verfügung stellen kann.

LG
Andrea
AndreaT
 
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Re: Umzug nach Deutschland

Beitragvon Joui am 13.03.2019, 18:58

Hallo Andrea,

vorab: Hier in Deutschland sind wir sogar schon bei Symkevi angelangt, dem Nachfolgemedikament von Orkambi. ;) Er kann sich also auf ein wirklich tolles Medikament freuen! (Wenn er die richtigen Mutationen hat.)
Die CF-Behandlung ist hier in Deutschland meiner Meinung nach sehr gut. Ihr müsst euch einfach eine Ambulanz in eurer Nähe suchen und werdet dort genau so behandelt wie in England.
Hier gibt es ebenfalls die Möglichkeit einer Heim-IV (IV = intravenöse Antibiotikatherapie). Sprich, ihr müsst je nach Klinik bis zu drei Tage ins Krankenhaus und dürft den Rest dann ebenfalls zuhause absolvieren.
Ihr müsst hier jedoch Eigenanteile für Behandlungen/Medikamente bezahlen, bis zu einem Maximalbetrag von ich glaube 1% eures Jahreseinkommens. Alles was darüber hinaus geht ist kostenlos. Man kann den Eigenanteil direkt am Jahresanfang als Einmalzahlung tätigen und erhält dann ein Befreiungskärtchen von der Krankenkasse. Aber über dieses Prozedere wird euch eure KK informieren.
Gruß, Johannes



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Re: Umzug nach Deutschland

Beitragvon AndreaT am 13.03.2019, 20:12

Hi Johannes,

vielen Dank schonmal für die ausserordentlich hilfreiche Antwort! Das freut mich total. Soweit ich weiß ist das Robert Bosch Krankenhaus in der Nahe von Stuttgart, dass soll Recht gut sein.
Ich werde mich weiterhin schlau machen!
Grüße
Andrea
AndreaT
 
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