Erfahrung mit Ausbildung

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Erfahrung mit Ausbildung

Beitragvon nummerneunnichteingeloggt am 19.07.2006, 23:03

Hallo, gibt es welche unter euch, die eine Ausbildung machen oder einem Vollzeitjob nachgehen? Wenn ja, wie geht es euch gesundheitlich? Und wie klappt das so vom Arbeitsumfang. Gibt es welche die beschreiben können inwieweit diese Arbeitszeit zu gesundheitlichen Problemen führte, weil es einfach zu anstrengend wirde?


Ich selbst studiere (noch im zweiten Semester), habe relativ viel frei, wenig Anwesenheitspflicht (kann viel zuhause arbeiten) und bin oft schon sehr erschöpft. Ich könnte mir kaum vorstellen 40 Stunden in der Woche eine Ausbildung zu machen. Nicht weil es insgesamt unangenehmer ist mehr tun zu müssen, sondern weil mich das physisch wohl an meine Belastungsgrenze bringt und ziemlich sicher auch darüber. Viel Therapie muss auch noch gemacht werden. Ich denke das würde eine Woche halbwegs gut gehen und dann würde sich eine Abwärtsspirale in Gang setzen. Allerdings bin ich auch nicht mehr ganz fit (FEV1 unter 40%). Zumindest bin ich seit einiger Zeit halbwegs stabil. Natürlich will auch mal arbeiten, aber ich denke nicht, dass Vollzeit jemals realisierbar wird.

Würde mal gerne eure Erfahrungen hören.

Gruß
nummerneunnichteingeloggt
 

Beitragvon Martin20 am 20.07.2006, 08:15

Hallo,

also ich habe eine ausbildung als Industriekafmann hinter mir und hatte das Glück einen sehr verständnissvollen Chef zu haben. Mir gings zwar gesundheitlich ziemlich gut (FEV1 85%) und bin wenig ausgefallen doch
bin ich in drei Jahren Ausbildung auch 2x 4 Wochen in Kur gewesen und muste dafür auch keinen extra Urlaub nehmen. Ich schätze das ich doppelt Glück hatte, erstens das es mir gesundheitlich sehr gut gegangen ist und das ich einen super Chef hatte.

Vieleicht kannst du es ja erstmal mit einen Praktikum versuchen
dass über einen längeren Zeitraum geht!

Gruss
Martin
Martin20
 

Beitragvon Krümel am 20.07.2006, 09:18

Hallo,
meine Erfahrungen sind eher positiv. Ich habe ganz normal mit 16 J. eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und arbeite seitdem. Bin jetzt 34 J. und bin in einem Architekurbüro als Geschäftsführerassistentin dem täglichen Wahnsinn ausgesetzt, arbeite 8-9 Std. täglich, öfters auch mehr. Hin und wieder wird mir das schon zuviel, aber CF schränkt mich Gott sei Dank bislang nicht ein. Das einzige was mich wirklich nervt, ist der lange Fahrtweg, den ich jetzt habe, da ich ja nach Pfaffenhofen umgezogen bin und täglich nach München-Bogenhausen pendle. Aber da bin ich selber schuld dran. :-)
Gruß
Petra
Krümel
 

Beitragvon meldav am 20.07.2006, 11:27

Hallo. Ich hab nach dem Abi eine 2-jährige Ausbildung zur Verlagskauffrau gemacht. Musste auch viel körperlich arbeiten (Bücher verpacken und ausliefern), das war oft anstrengend, besonders im Winter. Hatte auch eine 40 Stunden Woche, in der Weihnachtszeit auch bis zu 50 Wochen und ab und zu am Wochenende (eher selten). Bin froh eine Ausbildung in der Tasche habe, auch wenn ich momentan nocht arbeite, mir gehts jetzt auch etwas schlechter als damals. Hatte seither 400 Euro Jobs und wenn unser kleiner Hund auch mal ein paar Stunden alleine bleiben kan, will ich mir wieder einen Minijob suchen oder was für halbtags. Liebe Grüße, Melanie
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Beitragvon Sakura am 20.07.2006, 14:45

Hallo,

also ich habe eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk gemacht.
Das waren zwar auch 40 Stunden in der Woche, allerdings war das keine körperlich schwere Arbeit. Man saß halt den ganzen Tag vorm Computer (was ich allerdings nicht gerade erfüllend finde)
Körperlich ging es mir in der Zeit nicht besonders, was jedoch hauptsächlich durch meine psychischen Probleme kam die ich in der Zeit hatte.
Als ich die überwunden hatte, kam ich auch mit den 8 Stunden arbeiten pro Tag gut aus.
Ich würde sagen, wenn das Umfeld stimmt und der Beruf Spass macht, kurzum man gerne zur Arbeit geht, dann schafft man das auch gut.
Sakura
 

Beitragvon Esperanza am 20.07.2006, 16:08

Hi!

Seit fast 2 Jahren mache ich auch eine Ausbildung mit im Moment noch 38,5 Stunden pro Wochen.

Wenn es mir gesundheitlich schlechter geht, ist es schon sehr anstrengend und man muss auch immer mal wieder die ein oder andere Therapie sausen lassen, weil einfach die Zeit fehlt und weil man einfach nach der Arbeit keine Lust mehr hat. Aber es hält sich bei mir noch in Grenzen. Wenn ich es gar nicht mehr schaffe, werde ich versuche auf 75 oder 50 % Arbeitszeit umzusteigen, aber noch geht es ja.

Wenn es dir gesundheitlich allerdings nicht so gut geht, würde ich dir schon emfehlen, eher weniger als 40 Stunden zu arbeiten. Ich bin zwar auch schon mit einem FEV1 von unter 40 % arbeiten gewesen, aber es ist doch sehr anstrengend und auf Dauer fast nicht durchzuhalten, also bei mir jedenfalls. Auch wenn es eigentlich bei mir ein Bürojob ist, wenn man dann doch mal in den Außendienst fährt oder man mal zwei Stockwerke höher gehen muss, ist das schon ziemlich anstrengend auf Dauer...

Vielleicht machst du wirklich erstmal ein Praktikum und schaust, ob du es hinbekommst von der Zeit her...

Grüße
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Esperanza
 
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Re: Erfahrung mit Ausbildung

Beitragvon Carmeli am 20.07.2006, 16:36

nummerneunnichteingeloggt hat geschrieben:Hallo, gibt es welche unter euch, die eine Ausbildung machen oder einem Vollzeitjob nachgehen? Wenn ja, wie geht es euch gesundheitlich? Und wie klappt das so vom Arbeitsumfang. Gibt es welche die beschreiben können inwieweit diese Arbeitszeit zu gesundheitlichen Problemen führte, weil es einfach zu anstrengend wirde?


Ich selbst studiere (noch im zweiten Semester), habe relativ viel frei, wenig Anwesenheitspflicht (kann viel zuhause arbeiten) und bin oft schon sehr erschöpft. Ich könnte mir kaum vorstellen 40 Stunden in der Woche eine Ausbildung zu machen. Nicht weil es insgesamt unangenehmer ist mehr tun zu müssen, sondern weil mich das physisch wohl an meine Belastungsgrenze bringt und ziemlich sicher auch darüber. Viel Therapie muss auch noch gemacht werden. Ich denke das würde eine Woche halbwegs gut gehen und dann würde sich eine Abwärtsspirale in Gang setzen. Allerdings bin ich auch nicht mehr ganz fit (FEV1 unter 40%). Zumindest bin ich seit einiger Zeit halbwegs stabil. Natürlich will auch mal arbeiten, aber ich denke nicht, dass Vollzeit jemals realisierbar wird.

Würde mal gerne eure Erfahrungen hören.

Gruß


Hi,
Was studierst Du denn?
Naja im zweiten Semester würde ich mir noch keine Gedanken über eine 40Stundenwoche machen. Genieße das Studentenleben, soviel Zeit hast Du nie wieder im Leben.

Wenn Du einmal einen Job hast, der Dir richtig Spaß macht, in einem super Kollektiv, dann sind auch 50Stundenwochen keine wirkliche Belastung. Man muss sich entsprechend organisieren.
Ich kenne viele, die 40Stundenwochen haben, die einmal im Jahr zur REHA fahren.
Ein CFler, den ich kenne, hat von seinem Chef einmal in der Woche einen Gesundheitstag bekommen (der CFler ist gelistet).

Was für Dich jetzt wichtig ist, dass Du Dein Studium bestmöglich absolvierst, damit Du Dir dann die Stelle aussuchen kannst, denn wenn Dich ein Arbeitgeber unbedingt haben möchte, dann nimmt er Dich auch, wenn Du einmal jährlich zur REHA fährst, oder regelmäßig i.V. machen musst, oder eben zwischendurch einmal inhalieren musst, und Du nicht soviele Überstunden machst, wie andere.

Liebe Grüße
Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Jess am 20.07.2006, 19:03

Hallo Du,

also ich habe damals eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation gemacht, die ging 2 1/2 Jahre, da ich durch mein Fachabi verkürzen konnte.

Die Ausbildung lief eigentlich richtig super, denn dadurch das wir immer in Blöcken Schule und Arbeit hatten konnte ich mich auch mal erholen. Die Arbeitszeit nahm mich viel in Anspruch aber mit Inhalieren im Büro gab es auch keine Schwierigkeiten. Ich habe insgesamt vielleicht 4 Wochen in den ganzen Jahren gefehlt und das wirkte sich keineswegs negativ aus, da von Anfang an bekannt war das ich CF habe und auch mal ausfallen könnte.

In meinem Beruf konnte ich dann noch knapp 3 1/2 Jahre tätig sein und im letzten halben Jahr ging ich 2 Stunden pro Tag runter. Das war eine gute Idee, denn somit hatte ich von 7 bis 13 Uhr Arbeit und konnte dann nach Hause Therapie machen und leben.

Versuche einfach das zu machen, was Dir spass macht, es ist gut, dass Du an später denkst, aber solange du alles machst, kann es dir nur gut gehen und einen FEV1 kann man über 10 Jahre gleich behalten, selbst wenn er irgendwann nur bei 29% liegt.

Viel Glück
Jess
Jess
 

Beitragvon Daniel am 21.07.2006, 21:42

Hi,

habe auch nach dem Abi auch eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht ( 2,5 Jahre). Waren glaube ich 38h pro Woche, gesundheitlich hatte ich keine Probleme. War aber immer froh wenn Berufsschule 2x in der Woche stattfand, da die Arbeiten in der Firma doch meistens ziemlich beschränkt waren...Ablage, kopieren, heften etc pp. Naja war zum Glück irgendwann vorbei. Habe dann noch etwas in der Firma gearbeitet und auf meinen unbefristeten Arbeitsvertrag verzichtet, da ich dann zur Uni gegangen bin.
Die habe ich aber nach einem Semester schon wieder beendet. War ziemlich langweilig, lag aber auch am Fach. Habe mir dann nen Job gesucht und dann berufsbegleitend an ner VWA studiert (BWL). Nach dem ich dort den Abschluss hatte (3Jahre, 3-4x unter der Woche abends zum Studium), anschließend gleich noch ein Aufbaustudium an einer Fachhochschule dran gehängt, damits nicht langweilig wird. Ebenfalls wieder berufsbegleitend und immer am Wochenende. Bin ich nun aber fast durch und schreibe mal wieder eine Diplomarbeit...Durch diesen Werdegang, kann ich allerdings auch schon auf fast 8 Jahre Berufstätigkeit (incl. Ausbildung) zurück blicken!
Ist aber sicherlich nicht gerade der typische Weg für nen CFler, die Doppelbelastung von fulltime Job und mehr als 4 Jahre Studium nebenbei sind schon gewöhnungsbedürftig. Aber mein Gesundheitszustand ist seit Jahren stabil, also kann es so schlecht nun auch wieder nicht sein. Denn wer rastet, der rostet!

Und das A und O ist es, einen Job zu finden, der Spass macht, denn wenn man sich morgens schon hinquält, dann auf die Mittagspause hofft, um anschließend den Feierabend herbei zu sehnen, dann kann man es vergessen. Aber wenn man Spass an der Sache hat, die Kollegen nett sind, dann sind auch 45h Wochen und arbeiten am Wochenende kein Thema.

Viel Erfolg!

Daniel
28CF
Daniel
 


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