Hilft Psychotherapie?

Wenn Du nicht weißt, wie Du mit der Diagnose CF umgehen sollst oder Du das Gefühl hast, dass Dir alles über den Kopf wächst, dann kannst Du Dich hier mit anderen Betroffenen austauschen. Dieses Forum ist ausschließlich für Probleme psychologischer Art gedacht.
Forumsregeln
In unserem Forum respektieren wir die Meinungsfreiheit jedes einzelnen Menschen genau dann in vollem Umfang, wenn er sich in einem gepflegten, den anderen Mitgliedern gegenüber respektvollen Umgangston artikuliert. Beleidigungen, Bedrohungen und Bloßstellungen eines Mitglieds sind strikt untersagt. Zum respektvollen Umgang miteinander gehört ebenso, kein anderes Mitglied absichtlich zu täuschen. Dies gilt auch beim Verfassen von Privaten Nachrichten oder E-Mails über das Forum.

Dieses Forum dient dem Erfahrungs- und Informationsaustausch über die Erkrankung Mukoviszidose, daher werden Beiträge ohne einen solchen Bezug gelöscht.

Eigene Beiträge können bis zu 24 Stunden nach Veröffentlichung bearbeitet werden.

Darüber hinaus behält sich der Mukoviszidose e.V. als verantwortlicher Betreiber des Forums vor, einzelne Beiträge oder auch ganze Themen ohne Begründung zu löschen oder zu schließen.

Vollständige Forumsregeln

Hilft Psychotherapie?

Beitragvon lillylolly am 24.10.2013, 15:21

Da es mir seit einigen Monaten seelisch oft noch schlechter geht als körperlich, hat man mir vorgeschlagen, eine Psychotherapie anzufangen.
Das ist ein sehr großer Schritt für mich, da ich meine wirklichen Gefühle ungern andere Menschen wissen lasse. Daher meine Frage:
Habt ihr Erfahrung damit?
Wenn ja, was für welche und habt ihr den Eindruck, es hilft, eine Therapie zu machen?
Könntet ihr vielleicht sogar eine Art von Therapie empfehlen?
Also ob es z.B. eurer Meinung nach schlauer ist, einen Therapeuten auszuwählen, der sich mit Stoffwechselkrankheiten beschäftigt, oder ein Musiktherapeut, oder jemanden, der mehr für die Allgemeinheit zuständig ist und nicht spezifisch für Muko etc. ...

Grüße, Lillylolly
lillylolly
 
Beiträge: 14
Registriert: 17.09.2013, 10:53

Re: Hilft Psychotherapie?

Beitragvon Katinka am 27.10.2013, 22:04

Hallo Lillylolly,

natürlich kann man nie für jeden einzelnen vorhersagen, ob etwas hilft oder nicht hilft, aber im Allgemeinen kann man sagen: Psychotherapie hilft. Gerade, wenn Du ein Mensch bist, der seine Gefühle eher "für sich" behält und wenig mitteilt, könnte eine Psychotherapie eine sehr gute Sache sein. Dafür, genau diesen Gefühlen zuzuhören, ist ein Psychologe da. Oft ist es ja wirklich schwer, sich den Menschen, die einem nahestehen, mit all seinem Inneren zu offenbaren, will sie nicht verletzen, hat Angst vor deren Reaktion oder ähnliches. Da ist es oft angenehmer, mit einem professionellen Zuhörer zu sprechen, um sich überhaupt einmal darüber klar zu werden, was genau eigentlich dazu führt, dass es einem seelisch nicht gut geht.

Zur Frage der Therapeutenwahl: Zunächst ist zu unterscheiden zwischen "Psychologischen Psychotherapeuten", das ist ein geschützter Begriff, der garantiert, dass derjenige, der diesen Titel trägt, eine staatlich kontrollierte Ausbildung durchlaufen und eine Approbation für Psychotherapie hat, und allen anderen, die sich "Therapeut" oder "Psychotherapeut" nennen. Bei denen hast Du keine Garantie, dass sie qualifiziert sind, Psychotherapie durchzuführen. Musiktherapie ist etwas anderes als Psychotherapie. Musiktherapie kann bei dem Umgang mit unangenehmen Erfahrungen oder Gefühlen helfen,wird Dir aber in der Regel kein tieferes Verständnis für Dich, Deine Seele und Deine Probleme bringen, genauso wenig wie sie Dir konkrete Unterstützung bei der Bewältigung von Aufgaben oder Problemen in Deinem Alltag gibt. Das alles kannst Du in einer guten Psychotherapie bekommen.

Bei der Wahl des Therapeuten ist das Wichtigste, dass Du Dich im ersten Gespräch wohl fühlst mit ihm. Wenn es sich nicht gut anfühlt mit ihm zu reden, ist er nicht der Richtige und Du solltest weiter suchen. Diese persönliche "Passung" ist wichtiger, als dass er sich mit Stoffwechselstörungen auskennt. Da wirst Du eh nur wenige finden, wenn überhaut, die das tun. Ich würde aber im ersten Gespräch (das immer ein unverbindliches Kennenlernen ist) sagen, dass Du eine Stoffwechselstörung hast, denn wichtig ist, dass der Psychotherapeut bereit ist, sich über die Krankheit zu informieren, Du also merkst, dass er dem Thema offen gegenüber steht und nicht versucht, Dir ein "Schema F" überzustülpen.

Ich habe selbst vor Jahren eine Psychotherapie gemacht und profitiere heute noch davon, ich denke oft und gerne an die Zeit zurück. Probier es aus! Abbrechen kannst Du immer noch ;-).

Liebe Grüße und Dir alles Gute!
Katinka (CF + Psychologin :-))
Katinka
 
Beiträge: 92
Registriert: 04.11.2004, 15:58
Wohnort: Kiel

Re: Hilft Psychotherapie?

Beitragvon Astryd am 16.06.2014, 11:36

Ich hatte eine schlechte Phase während der Studienzeit und bin dann, als es gar nicht mehr zum Aushalten war, zur psychologischen Beratung an der Uni gegangen. Das ging ein Semester so. Ich kann nur sagen - wenn man das Gefühl hat, Hilfe zu brauchen, sollte man auf diese Intuition hören. Mir ging es später wieder besser. Dabei gehöre ich auch nicht gerade zu redseligen Menschen, was meine Krankheit angeht. Würde jederzeit wieder in eine ambulante Behandlung gehen, sollte ich noch einmal in ein schwarzes Loch fallen. Bei der Wahl der Therapie kann ich nur vorhergehendem Tipp zustimmen - man sollte sich in erster Linie wohlfühlen. Bringt ja nichts zu einem (der wenigen) Spezialisten in Sachen Mukoviszidose zu gehen, wenn man sich ihm dann nicht anzuvertrauen mag.

Liebe Grüße,
Astryd
Astryd
 
Beiträge: 8
Registriert: 15.06.2014, 19:30


Zurück zu Psychosoziales

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron