Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Wandervogel am 11.06.2012, 14:16

Hallo Jenny

sogar seit 2 Wochen auf Reha, bis jetzt tut sich aber gar nix


Was heißt denn, es tut sich nichts? Was hast Du denn für ein REHA-Ziel und wie seiht Dein gneuaer REHA-Plan dafür aus? Was machst Du während der REHA anders, als daheim.

Ich war vor 1 Jahr auch zur REHA, weil ich total fertig war. 1 Stunde spazieren gehen war vor der REHA so meine Grenez der Erschöpfung dazu noch 4 mal täglich Inhalation usw. ich war daheim nur mit Therapie und Schlafen beschäftigt, hatte 10 kg abgenommen usw.

Die ersten 3 REHA-Wochen habe ich nur mit Essen, Training und Schlafen verbracht. Insgesamt habe ich 5 Wochen intensives Tun gebraucht, um meinen alten Zustand, mit dem ich im Alltag gut leben kann wieder zu erreichen.

Mit einmal täglich 30 min. Ergometertraining und Physio war es nciht getan.

sprich, wenn sich bei Dir in 14 Tagen noch nicht viel getan hat, braucht Dich das nicht zu sorgen. Das ist eher normal. Man braucht Geduld.

Ich hatte schon oft solche Tiefphasen. Und wenn ich zurück denke, war ich dann immer länger als 4 Wochen zur REHA, meist so 6 Wochen, einmal sogar 9 Wochen. In 3 oder 4 Wochen hätte ich bisher mein REHA-Ziel nie erreicht. Ach doch eimnmal. aber da ging es mir nicht so schlecht. Das Schlechte kam dann 2 Monate später, und brachte kurzfristig eine neue REHA für mich.
Also hab Geduld. Wenn es jetzt vielleicht bei Dir nur zu einer kleinen Steigerung kommt, dann kannst Du ja kurzfritig noch einmal zur REHA fahren. Und dann kommt es über die Jahre zu einer schrittweisen Steigerung.

In welcher REHA-Klinik bist Du denn?

Liebe Grüße
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Trygg am 11.06.2012, 16:29

Hi Wandervogel!

Mein Rehaziel ist es, grundsätzlich wieder fitter zu werden, so dass ich mein Studium leichter abschließen kann. Außerdem bin ich an der Grenze zur Listung, davon wollte ich wieder etwas wegkommen. Ich hab über den Winter einfach an Leistungsfähigkeit eingebüßt und das möchte ich gerne zurückhaben.
Jetzt nach knapp 3 Wochen ist es aber so, dass ich tendeziell auf dem Ergometer sogar weniger schaffe als vorher. Mir ging es nicht total schlecht vorher, ich war stabil bzw sogar etwas im Aufwind seit April (Lufu besserte sich um 0,1 l). Die Reha sollte diesen Trend verfestigen.
Ich bin übrigens in der Klinik der dt. Rentenversicherung Süd in Bad Reichenhall. An sich ist es ganz nett hier, immerhin hab ich 60 min Einzelphysio am Tag, nur das Essen ist echt das Letzte. Eigentlich habe ich gar kein Gewichtsproblem, wenn ich abnehme will das was heißen.

lg Jenny
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Wandervogel am 12.06.2012, 15:26

Hallo Jenny

Das klingt nicht gut. Vielleicht liegt es ja am Klima von Bad Reichhall. Ich war vor vielen Jahren einmal auf Durchreise durch Bad R. Die Luft stand, wie in einem Kessel. Und mitten in der Stadt das Gradierwerk. Warum bist Du denn nicht in einer REHA-Klinik, die richtig auf CF-REHA spezialisiert ist?. Da gibt es doch genug. Amrum, Tannheim, St. Peter Ording, Davos-Wolfgang oder Schönau Berchtesgaden.

Wie sieht denn Dein REHA-Plan aus? 1 Stunde Physio ist zwar gut. Aber doch nicht ausreichend.
Allgemein fit werden, ist ja gut und schön. Aber man hat doch konkrete Ziele.
z.Bsp. Leistungssteigerung auf dem Ergometer um 25 Watt. Oder Verbesserung der Gehstrecke, Gewichtszunahme von 5 kg, Muskelaufbau ect.

Wenn ich auf REHA bin, sieht mein Plan ungefähr so aus. Ich schreibe das mal, für Dich so zur Orientierung.
Am Anreisetag und am ersten Tag allgemeine Dinge, wir Ernährungsberatung, Inhalationsberatung, Diagnostik, Lungenfunktion, Ergometer-Test in der Sporttherapie (da ist dann meist Stress) aber am 2. Tag geht es bei mir los.
ca. 6:00 Inhalieren, Physio (auf dem Zimmer), ich bin Frühaufsteher, deshalb 6:00 Uhr.
7:00-9:00 Frühstück
dann 30-60 min. Laufband oder Fahrradergometer
Zwischenmahlzeit
dann 30 min. Physio mit Therapeut von Montag bis Freitag (wenn früh Massage ist, dann Physio so gg. 17:00)
30 Min. Kraftausdauertraining
12:00 Mittag, Inhalation, Physio
13:00 - 17:30 Mittagsschlaf, Wanderung oder Lauftraining oder im Winter Skilanglauf oder auch faul sein ist möglich, 1 mal pro Woche ist ein Ruhetag.
wenn früh Visiten sind, verschiebt sich mein Training vom Morgen auf den Nachmittag, in die Zeit zwischen 16-18:00
15:00 Zwischenmahlzeit
17:30 Abendessen
18:30 Inhalation, Physio
20:00 ggfl. Schwimmen oder auch mal faulenzen oder gut Essen gehen.
21:00 Spätmahlzeit
23:00 Nachtruhe, da falle ich ins Bett.
Das Essen ist direkt auf hochkalorisch bei CF und auf meine spezielllen Bedürfnisse abgestimmt. Abends gibt es warmes und kaltes Menue. Zwischenmahlzeiten kann ich wählen zwischen Wurst, Käse, Brötchen, Obst, Milch, Avocado, Salat , Kuchen, Kekse oder hoch kalorische Zusatznahrung. Während der REHA habe ich bisher immer so 5 kg zugenommen. Das ist auch meist das Ziel, was die Ernährungsberatung mir vorgibt. Ansonsten ist noch etwas Diagnostik dabei und einige Schulungen.
Am Wochenende geht es dann meist Wandern.
Dieses REHA-Programm ist hart, aber sehr effektiv. Das mache ich jetzt seit ca. 10 Jahren so. Zu verdanken habe ich das einer sehr engagierten Ärztin, die mich vor 10 Jahren 6 Wochen lang betreut und gestrietzt :P hat. Damals war es noch intensiver, es gab zusätzlich noch täglich Bindegewebsmassage und Physio mit Therapeut 2 mal am Tag und das 6 Wochen lang. Das war damals nach meiner 1. Lungen-Op. Zu Beginn der REHA war ich nicht mal in der Lage ohne Luftnot einen normalen Flur entlang zu gehen. Nach 6 Wochen habe ich die erste kleine Bergtour gemacht. Das hat mich überzeugt. Und seit dem mache ich das so.

2 Jahre vorher war Ich zu einer normalen REHA auf Sylt, ist ca. 12 Jahre her. Dort habe ich 2 x am Tag inhaliert, hatte autogenes Training, für die Entspannung, man konnte dort einmal am Tag 30 min. trainieren, aber nur wenn man keinen Sauerstoff brauchte und ein Schwimmbad gab es. Die Massage dort war toll. Das Essen eine Katastrophe. Nach 4 Wochen war ich reif für die Akutstation. Ach ja und Frühsport um 7:00 Uhr auf nüchternen Magen gab es. Den musste ich dann, um Schlimmeres zu verhindern abwählen.
Ich will damit sagen, REHA ist nicht REHA.

Du solltest aber dran bleiben und nicht aufgeben. Wenn es jetzt nicht klappt, dann klappt es im nächsten Jahr vielleicht besser. Wenn man sich in Hannover zur LTX vorstellt, empfehlen sie auch eine REHA, meist Schönau Berchtesgaden oder Fallingbostel. Wobei ich nicht weiß, ob Fallingbostel erst nach der LTX in Frage kommt. Wird sicherlich immer individuell entschieden.

Liebe Grüße
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Kanina am 20.06.2012, 14:19

Hallo Jenny,
Vielen lieben Dank für deinen Beitrag. Mir ist es auf einer Reha mal genauso gegangen, und deine Gefühle diesen rauchenden Individuen gegenüber kann ich auch sehr gut nachvollziehen, ging mir zuletzt in der Ruhrlandklinik auch so.Und wegen des Gewichts ist das wahrscheinlich so, dass man sonst ja nicht so gescheucht wird und man deshalb vielleicht auch abnimmt. Also für mich ist Reha sowieso nichts, schon die Atmosphäre...Aber alles Gute, auch für dein Studium
Liebe Gruesse Christina
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Kanina am 20.06.2012, 14:31

Hallo Wandervogel,
Habe deinen Beitrag von der Reha erst vorhin gelesen, klingt ja wirklich gut, aber wer sowas
Schafft, braucht fast keine Reha, war mein erster Gedanke! Aber du hast Recht, vor geplanter LTX ist das sicherlich wichtig. Eigentlich wollte ich mich aber für deine Antwort dieses Thema betreffend bedanken, es sind immer kluge Gedanken dabei, die einen nochmal ins Grübeln bringen. Lieben Gruss Kanina
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Wandervogel am 20.06.2012, 20:36

Hallo Kanina

", aber wer sowas Schafft, braucht fast keine Reha"


Ich nehme an, Du meinst damit das REHA-Programm und nicht die maximal mögliche 1 Stunde Belastbarkeit pro Tag, welche zur letzten REHA geführt hat.

REHA ist harte Arbeit. Es heißt, dass man sich auch überwinden muss. Nur wenn man an "seine Grenzen geht", dann bringt es auch etwas für die Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Während der REHA muss man die Belastung so hoch, wie möglich setzten, damit es einem dannach im Alltag leichter fällt. Dast ist etwas, was vielen Leuten nicht bewußt ist.
Und was heißt schaffen. Es ist ein Tag voller Therapie. Sprich Behandlung, Essen, Schlafen. Den Rest macht das Personal.
Im Alltag kommt zur Therapie noch mehr, Job bzw. Studium, Haushalt, Familie dazu und Freizeit will man auch noch haben.

Ich denke, dass sich jeder, der zur REHA fährt, bewusst werden sollte, was REHA ist und welches Ziel er selbst hat. Es ist eine Maßnahme zur Wiedereingliederung ins Berufsleben. Man sollte die Möglichkeiten nutzen.

Das Programm ist nicht hart. Hart wird es erst, wenn man 24 Stunden am Tag mit 8 bis 10 Liter O2 auf ITS liegt und sich nur noch wünscht: "lass es vorbei sein, egal wie". So eine Phase möchte ich so schnell nicht wieder erleben. Deshalb mache ich u.a. jedes Jahr mein REHA-Programm. Aber vielleicht habe ich auch nur sehr hohe Ansprüche ans Leben. Für mich ist es sehr wichtig, auch nach einem Tief wieder eine gute Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu erreichen, um altersgerecht möglichst normal leben zu können.

Gesundheit wird einem bei Muko nicht geschenkt. Da muss man selbst viel Arbeit rein stecken. Aber das lohnt sich ja auch.

<<<
Aber du hast Recht, vor geplanter LTX ist das sicherlich wichtig.


Noch wichtiger ist es doch, viel früher viel zu tun zumal wenn man das Ziel hat, ein normales Leben zu führen, um seine Lebensziele zu erreichen. Wenn es einmal so weit ist, dass LTX ein ernsthaftes Thema ist, dann ist doch das Lied im Prinzip gesungen. Sicherlich ist LTX eine gute Möglichkeit, aber kein Spaziergang und auch nur 50%. Wenn man einmal so weit unten ist, dann muss man nach der LTX alles wieder lernen. Laufen, essen, Muskelaufbau usw. Gut man bekommt vielleicht besser Luft. Eine Garantie ist das aber nicht. Und man hat eine ganze Menge an Leben verloren, man hängt seinen Zielen und Wünschen hinterher. Ich will Dir jetzt keine Angst machen, oder die Illusionen nehmen. Ich kenne viele Leute, bei denen das mit der LTX gut geklappt hat. Aber für mich wäre das nichts.
Nee, da mache ich lieber einmal im Jahr 4 Wochen Intensivprogramm und übers Jahr dann mein Erhaltungsprogramm. Man muss aber auch die richtige REHA-Klinik für sich finden. Das kommt dazu.

Liebe Grüße
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Trygg am 03.07.2012, 13:51

Hi an alle!

Sorry dass ich erst jetzt antworte, aber auf der Reha hat mich das Nachdenken über meine Situation zu sehr frustriert und danach war ich noch ne Woche in Italien. Das hat vom Gefühl her (Lunge + Schmerzen) übrigens mehr gebracht als 4 Wochen Reha...

Also Wandervogel, zu deiner Frage, wieso Bad Reichenhall: Weil mein Antrag auf Davos abgelenht wurde, ganz einfach. Meine Klinik hat beim Antrag was verbockt, dadurch dauerte die Bearbeitung ganze 3 Monate. So hatte ich die Wahl: In 2 Wochen ein sicherer Platz in Bad Reichenhall oder ein unsicherer Platz in Davos 2 -3 Monate später, weil ich pseudomonas positiv bin. Da nahm ich den "Spatz in der Hand".

Jetzt bin ich ja 2 Wochen fertig mit der Reha und abschließend würde ich sagen es war total umsonst. Sie haben einfach viel zu wenig Sport geboten und das Essen besserte sich bis zum Schluss nicht. Der Physiotherapeut hatte glaub ich auch keine Ahnung von CF, denn in Gesprächen kam raus, dass er z.B. nicht wusste, was eine i.v. Therapie ist.
Die Begründung der Ärzte für meine geringen Fortschritte war mein guter Allgemein- und Trainingszustand schon vor der Reha. Das finde ich aber schon etwas mager, denn bessern kann man sich meiner Meinung nach immer.

Nochmal ganz allgemein zu meiner Situation: Es ist nicht so, dass ich jetzt 5 vor 12 entdeckt hätte, dass ich etwas tun muss. Mir ging es schon immer eher schlecht und daher habe ich schon früh erfahren, dass man sich nur selber helfen kann. Aber wenn man das x-tausendste Mal diesen oder jenen Ansatz probiert, sich zusammenreißt, was tut und dann jedes Mal, wenn man denkt "Hey jetzt hab ich mir was erarbeitet (z.B. etwas körperliche Fitness)" zurückgeworfen wird und alles schlimmer ist als vorher, verliert man auch den Glauben daran, dass man was ändern kann. Dass diese Reha wieder nur Aufwand ohne Nutzen für mich war, ist da nicht gerade hilfreich. Ich fühle mich meiner Krankheit total ausgeliefert und das wurmt mich, weil ich gern selber über mein Leben bestimme.
Du hast hier öfter geschrieben, dass du berufstätig bist, aber gleichzeitig bist du sehr oft auf Reha. Geht das denn? Steigt einem der Arbeitgeber dann nicht irgendwann aufs Dach? Arbeitetst du Vollzeit? Wenn ja, wie schaffst du das??? Ich merke nach wenigen Stunden außer Haus, dass ich total fertig bin und meine Konzentration nachlässt. Außerdem bezahle ich jede Überforderung am nächsten Tag mit Schlappheit und Schmerzen. Wie gehst du mit sowas um?
Und wie schaffst du es denn, dass du immer nach Davos kommst? Läuft das über die Krankenkasse oder die Rentenversicherung?

Lg und eine schönen Tag
Jenny
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Wandervogel am 03.07.2012, 19:20

Hallo Jenny

Das tut mir sehr leid für Dich, dass die REHA nicht den Erfolg hatte. Was Du so erzählst, erinnert mich an meine REHA auf Sylt vor einigen Jahren. Seitdem lasse ich mich diesbezüglich auf keine Eyperimente mehr ein.

Also Wandervogel, zu deiner Frage, wieso Bad Reichenhall: Weil mein Antrag auf Davos abgelenht wurde, ganz einfach. Meine Klinik hat beim Antrag was verbockt, dadurch dauerte die Bearbeitung ganze 3 Monate. So hatte ich die Wahl: In 2 Wochen ein sicherer Platz in Bad Reichenhall oder ein unsicherer Platz in Davos 2 -3 Monate später, weil ich pseudomonas positiv bin. Da nahm ich den "Spatz in der Hand".


Na da hätte ich aber die 8 Wochen abgewartet und wäre lieber in ein richtiges CF-Zentrum gefahren. Wieso wolltest Du denn nach Davos? Was sind Deine Gründe für Davos?

Sie haben einfach viel zu wenig Sport geboten und das Essen besserte sich bis zum Schluss nicht.


In Davos hättest Du von früh bis Abend Sport machen können :lol: Das Essen ist dort auch gut. Die Physio hat Ahnung von CF. Ist halt dort ein CF-Zentrum.

Aber wenn man das x-tausendste Mal diesen oder jenen Ansatz probiert, sich zusammenreißt, was tut und dann jedes Mal, wenn man denkt "Hey jetzt hab ich mir was erarbeitet (z.B. etwas körperliche Fitness)" zurückgeworfen wird und alles schlimmer ist als vorher
,

Das kann ich sehr gut verstehen und fühle da sehr mit Dir. Solche Phasen kenne ich nur zu gut.

Dass diese Reha wieder nur Aufwand ohne Nutzen für mich war, ist da nicht gerade hilfreich. Ich fühle mich meiner Krankheit total ausgeliefert und das wurmt mich, weil ich gern selber über mein Leben bestimme.


Wie oft warst Du denn schon zur REHA? Ich würde es an Deiner Stelle einmal ganz ausführlich mit dem CF-Arzt besprechen und mal einen konkreten Plan machen. Wenn es Dir so schlecht geht, könnte man ja überlegen, ob Du es dann kurzfristig noch einmal mit einer REHA oder in Davos mit einem stationären Aufenthalt versuchst. So habe ich das damals gemacht, als der Reinfall mit Sylt war. Januar/Februar REHA Sylt und April bis Juni war ich dann im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes für 8 Wochen in Davos.

Du hast hier öfter geschrieben, dass du berufstätig bist, aber gleichzeitig bist du sehr oft auf Reha. Geht das denn?


Ich bin nicht sehr oft sondern 1 mal jährlich, wie viele andere berufstätige CF-Patienten auch zur REHA. Warum soll das nicht gehen? Gerade wenn man berufstätig ist, geht das. Die REHA dient ja der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit. Wenn man berentet ist, dann wird es schwieriger.

Steigt einem der Arbeitgeber dann nicht irgendwann aufs Dach?


Warum sollte er? Er weiß es ja, bevor er mich einstellt und außerdem habe ich einen GdB. Ich habe in der Regel außer diesen 4 Wochen keine außerplanmäßigen Ausfallzeiten. Eine REHA ist planbar. Wenn ich da bin, profitiert mein Arbeitgeber von mir.

Wenn ja, wie schaffst du das??? Ich merke nach wenigen Stunden außer Haus, dass ich total fertig bin und meine Konzentration nachlässt.


Naja, erstens habe ich meinen Traumjob. Dann habe ich auch gelernt, "NEIN" zu sagen. Auch habe ich im Laufe der Zeit recht gut gelernt mir meine Kräfte einzuteilen. Und ich mache in der Regel längerfristig nur Dinge, die mir Spaß machen. Naja und ich fahre jährlich zur REHA um dort Energie fürs nächste Jahr zu tanken.

Und wie schaffst du es denn, dass du immer nach Davos kommst? Läuft das über die Krankenkasse oder die Rentenversicherung?


Ich fahre immer über die Krankenkasse. Das hat nichts mit "schaffen" zu tun. Davos ist die einzige Klinik mit Hochgebirgsklima, (sprich ab 1600 m) für deutsche Patienten. Da mir Seeklima und Mittelgebirgsklima nicht bekommen, kommt nur Hochgebirge in Frage. Auch stellt für mich die Ernährung aufgrund vieler Allergien eine große Herausforderung dar, die keine deutsche REHA-Klinik so, wie Davos leisten kann. Das Ernährungskonzept in der Hochgebirgsklinik ist einmalig. Ich verlasse mich da auch nicht auf Exprimente. Die Klinik ist nicht nur CF-Zentrum, sondern hat auch DIE Expertise für Schimmelpilzallergie (ABPA). Bereits das Klima ist bei ABPA sehr hilfreich, was viele CF-Patienten nach Davos führt.
Bei der Beantragung eines stationären Aufenthaltes in Davos (egal ob REHA oder KH-Aufenthalt) muss man eine gute und ausführliche Begründung schreiben.

Die Wartezeit (wegen der Keimtrennung) muss man in allen CF-REHA-Kliniken einplanen. Ich plane regulär vom Antrag bis zur Anreise immer so ca. 5-6 Monate ein. Wenn man akut krank ist, geht das auch innerhalb von 14 Tagen, je nach Keimstatus.

Und noch ein Tip. Wenn man einmal in Davos war, fällt die Begründung für den nächsten Aufenthalt leichter. Auch wenn die REHA jetzt nicht geklappt hat, könnte es ja das nächste Mal mit Davos klappen.

Ich wünsche Dir alles Gute und gute Besserung

Liebe Grüße
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Kanina am 10.07.2012, 17:24

Hallo Wandervogel,
Vielen Dank nochmal für deine Beiträge. Wegen der Reha,das klingt irgendwie fast wie nach einem Wunder! Kannst du auf diese Weise deinen Gesundheitszustand schon einige Jahre auf stabilem Niveau halten? UNd habe ich das richtig verstanden, dass für dich eine LTX nicht in Frage käme? Also, so richtig vorstellen kann ich mir das konkret auch nicht...besonders, wie das nachher sein soll, wenn man wirklich alles wieder lernen muss.Genauso wie du es erzählt hast, wurde mir das wörtlich von der Oberärztin auch dargestellt. Lieben Gruß von Kanina
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Wandervogel am 11.07.2012, 17:28

Hallo Kanina

Wegen der Reha,das klingt irgendwie fast wie nach einem Wunder!


Es gibt keine Wunder. Auch wenn manche Dinge wunderbar sind. Es ist einfach gezielte harte Arbeit in der für mich optimalen REHA-Klinik.

Kannst du auf diese Weise deinen Gesundheitszustand schon einige Jahre auf stabilem Niveau halten?


Naja, es gibt immer wieder Komplikationen, die mich dann nach unten bringen, immer gerade dann, wenn ich denke: "Jetzt hast Du es geschafft". Aber dann mache ich REHA bis ich die Ausgangssituation wieder erreicht habe und so kann ich im Prinzip meinen Gesundheitszustand auf stabilem Niveau halten und habe auf alle Fälle eine gute Lebensqualität. Das ist für mich sehr wichtig.

UNd habe ich das richtig verstanden, dass für dich eine LTX nicht in Frage käme?


Ja, so ist es. Irgendwie passt das nicht so richtig zu meiner Lebensphilosophie. Aber absolut ist das auch nicht. Die Entscheidung fällt letztendlich immer in der jeweiligen Situation.

wie das nachher sein soll, wenn man wirklich alles wieder lernen muss.


Also da muss ich mir nichts vorstellen. Ich hatte mal eine beidseitige Lungen-OP und konnte damals nicht mal auf ebener Strecke laufen, ohne zu denken, dass ich fast ersticke. Ich habe dann alles wieder trainiert. Treppensteigen, lange Strecken gehen usw. So wird das auch nach der LTX sein. Das Problem ist ja nicht die LTX. Ich denke, dass das sogar schön ist, wenn man dann plötzlich gut Luft bekommt. ABER, wenn man gelistet wird, dann ist man ja schlecht drauf und kann sich ja kaum mehr belasten. Und da liegt das Problem. Was ich für mich auch als Problem ansehen würde, ist die anschließende Abhängigkeit von den Medis, die ständigen Untersuchungen und das ständige Bangen, dass man keine Absoßung bekommt. Aber zu jeder Zeit kommt die richtige Entscheidung. Das hat mich zumindestens mein Leben gelehrt.

Genauso wie du es erzählt hast, wurde mir das wörtlich von der Oberärztin auch dargestellt.


Tja, na dann wird da ja wohl was dran sein.

Liebe Grüße
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Re: Gefühl der Sinnlosigkeit auch mit Familie

Beitragvon Trygg am 27.07.2012, 08:43

Hi!

Mittlerweile hab ich etwas Distanz zu der Reha gewonnen und seh wieder eher nach vorne. Ich werd einfach nächstes Jahr wieder eine beantragen, entweder an der Nordsee oder in Davos. Da die letzte ja keinen messbaren Erfolg hatte, sollte das ja ein Argument sein, nicht wieder in dieselbe Klinik zu kommen. Die Begründung ABPA oder Lebensmittelallergie fällt bei mir "leider" weg, vielleicht war das ja das Problem.
Ich werd mich definitiv im Herbst listen lassen, falls bei den Untersuchungen nichts gegenteiliges rauskommt. Mir ist es einfach zu riskant, dass es mir wegen irgendwas plötzlich total schlecht geht und ich zu spät dran bin. Für mich war es eigentlich immer klar, dass ich das mache. Wieso sollte ich, wenn ich vorher alles für meine Gesundheit getan hab, an diesem Punkt aufhören? Ich sehe es einfach als weitere Therapieoption. Allein wenn ich danach wieder eine Treppe ohne größere Pausen hochkomme hätte es sich aus meiner Sicht schon gelohnt. Und zur Abhängigkeit stelle ich mir immer vor, "Was wäre wenn der 3. Weltkrieg ausbricht und die Zivilisation in die Steinzeit zurückgeworfen wird?" Dann bin ich so oder so innerhalb kurzer Zeit tot, weil es keine Batterien mehr für meinen e-flow und kein Cayston mehr gibt^^
Das ist jetzt einfach nur meine Sichtweise, bitte versteht das nicht als Überredung, das muss echt jeder selber wissen..
Liebe Grüße und schönes Wochenende!
Trygg
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