OUTING: Ich mag Mitleid!

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OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Schlangenlady am 14.07.2008, 19:05

"Mitleid ist die Anteilnahme an Schmerz und Leid anderer. Es unterscheidet sich vom bloßen Miterleben durch die Bereitschaft, aktiv zu helfen und dem anderen bei der Bewältigung des Leids zur Seite zu stehen." (Quelle:Wikipedia)

Ich mag es, wenn jemand mit CFlern und deren Eltern Mitleid hat, denn das kann z.B. heißen:

-CFler werden auch als Erwachsene von ihren Eltern unterstützt wenn nötig, z.B. beim Kochen, Putzen, Bügeln, Besorgungen machen, Haustier versorgen, finanziell usw.

-Kinder spielen mit CFlern, auch wenn diese nicht überall mithalten können

-Bekannte/Freunde rauchen nicht in unserem Beisein und lassen uns nicht fallen, nur weil "Party machen" uns zu anstrengend ist oder besuchen uns im Krankenhaus

-Fremde spenden Geld/ engagieren sich, damit CFler zur Klimakur fahren können, Ambulanzen besser ausgestattet werden, Unterstützung im Behördendschungel erfolgen kann usw.

-daß ein Sachbearbeiter vielleicht auch mal positiver entscheidet als er müsste, egal ob beim Pflegegeld, Schwerbehindertenausweis, Genehmigung von Reha oder Hilfsmitteln, Rente...

-daß es so etwas wie Pflegegeld, Schwerbehindertenausweis, Rabatt beim Autokauf etc. überhaupt gibt

-daß ein Arbeitgeber einen CFler "trotzdem" einstellt, nicht bei jeder Krankschreibung Theater macht, eine längere Mittagspause zum Inhalieren zugesteht und auch die Kollegen dafür Verständnis haben

-daß Ärzte versuchen, eine auf den Patienten abgestimmte Therapie zu finden, die auch "Zeit zum leben" lässt

-ich bekomme im Selbstbedienungsrestaurant mein Essen an den Tisch gebracht, seit ich mit Sauerstoff herumlaufe

-man hat nicht nur Anspruch auf einen Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln, manche stehen auch freiwillig auf


Die Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen....
und es wäre wirklich schön, wenn man gerade in einem Selbsthilfeforum auch auf das Mitleid anderer Betroffener bauen könnte, anstatt angegriffen zu werden, weil sich jemand gerade mal wieder nicht vorstellen kann, daß auch er/sie auf Mitleid angewiesen ist oder auf jeden Fall sein wird!!
Wer keines der obigen Beispiele als positives Ergebnis von Mitleid sehen kann/will, der sollte sich vielleicht mal überlegen, auf all das zu verzichten und sich dann aber bitte auch nicht beschweren, wenn irgendetwas nicht genehmigt wird, Freunde sich zurückziehen, er keine Klimakur bekommt usw..

Damit möglichst viele Leute die Krankheit kennenlernen und dann mit uns mit leiden und sich deshalb engagieren/spenden, brauchen wir Öffentlichkeit (Zeitung/Film/Fernsehen) und mit jemand, der erzählt "Ich arbeite, mache Sport, führe ein ganz normales Leben" ist es etwas schwierig, mit zu leiden und helfen zu wollen....

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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Tante Yu am 15.07.2008, 15:22

Hallo Uli..

Mitleid sollte nicht mit Verständnis, Unterstützung und Hilfsbereitschaft verglichen werden.
Mir scheint es gerade so als das Du dieses irgendwie verwechselst.
Mitleid kommt von Leiden und das Leiden ist ein Symptom einer Krankheit.

-CFler werden auch als Erwachsene von ihren Eltern unterstützt wenn nötig, z.B. beim
Kochen, Putzen, Bügeln, Besorgungen machen, Haustier versorgen, finanziell usw.

Dieses ist, denk ich mal, fast Selbstverständlich das Eltern ihre Kinder unterstützen auch wenn sie ausser Haus wohnen und wenn es nur das einkaufen ist und dazu muss man nicht unbedingt CF haben. Sprich das hat nichts mit Mitleid zu tun, sondern eher mit Hilfsbereitschaft und das Eltern halt so sind wie sie sind und den Kindern, egal welchen alters, gerne etwas zukommen lassen.

-Kinder spielen mit CFlern, auch wenn diese nicht überall mithalten können

Naja, ist wohl oft ein Wunschtraum, bzw war es damals auch oft. Oft ist es so das Kinder grausam sein können und oft werden schwächere Kinder außen vor gelassen und stehen so im
abseits. Wenn Kinder von Anfang an auch mit "Behinderten" in Integrationsklassen konfrontiert werden merken sie schnell das diese Kinder genauso sind wie sie selber. Das hat auch nichts mit Mitleid zu tun, eher erziehung und das lernen von Verständnis für Menschen die anders sind und nicht so agieren können wie gesunde.

-Bekannte/Freunde rauchen nicht in unserem Beisein und lassen uns nicht fallen, nur weil
"Party machen" uns zu anstrengend ist oder besuchen uns im Krankenhaus

Das zählt für mich zum Respekt gegenüber anderer und auch das besuchen im Krankenhaus ist eher ein Freundschaftsdienst und hat nichts mit Mitleid zu tun.

-Fremde spenden Geld/ engagieren sich, damit CFler zur Klimakur fahren können,
Ambulanzen besser ausgestattet werden, Unterstützung im Behördendschungel erfolgen kann usw.

Dieses hat eher mit Hilfsbereitschaft zu tun und das Menschen, die für andere Menschen spenden, nicht auf der Egoistenschiene laufen wie es heutzutage oft der Fall ist.

-daß ein Sachbearbeiter vielleicht auch mal positiver entscheidet als er müsste, egal ob
beim Pflegegeld, Schwerbehindertenausweis, Genehmigung von Reha oder Hilfsmitteln, Rente...

Naja da hab ich schon einiges andere erlebt. Es kommt immer auf die Sachbearbeiter an, aber in Ämtern ist es oft die Regel, das man auch als Kranker oft die A......Karte gezogen hat. Denn diese Sachbearbeiter haben oft ihre Vorgaben wie sie entscheiden dürfen/sollen und für
Ausnahmen ist oft nicht genug Platz.

-daß es so etwas wie Pflegegeld, Schwerbehindertenausweis, Rabatt beim Autokauf etc.
überhaupt gibt

Das Pflegegeld ist vom Staat (Krankenkassen) und Schwerbehindertenausweise auch. Diese muss man beantragen und wenn man Glück hat erhält man diese auch.
Rabatte bei Autokauf etc. hat eher was mit Kulanz dieser Autohäuser etc. zu tun, aber nichts mit Mitleid, denn diese kann man nicht beantragen.

-daß ein Arbeitgeber einen CFler "trotzdem" einstellt, nicht bei jeder Krankschreibung
Theater macht, eine längere Mittagspause zum Inhalieren zugesteht und auch die Kollegen
dafür Verständnis haben

Sofern es sich der Arbeitgeber leisten kann und das ist nicht in jeder Berufssparte so, denn oft wird man garnicht erst eingestellt. Das hat aber auch wenig mit Mitleid, eher mit Verständnis und auch Kulanz vom Arbeitgeber zu tun,.

-daß Ärzte versuchen, eine auf den Patienten abgestimmte Therapie zu finden, die auch
"Zeit zum leben" lässt

Das gehört irgednwie zum Beruf der Ärzte und hat auch nichts mit Mitleid zu tun, eher mit Verständnis dafür das man trotz Erkrankung Zeit zum Leben haben möchte und dieses dann vom Arzt so umgesetzt wird das dieses dann möglich wird.

-ich bekomme im Selbstbedienungsrestaurant mein Essen an den Tisch gebracht, seit ich mit Sauerstoff herumlaufe

Das hat auch nichts mit Mitleid zu tun eher mit Service und / oder auch Hilfsbereitschaft.

-man hat nicht nur Anspruch auf einen Sitzplatz in öffentlichen Verkehrsmitteln, manche
stehen auch freiwillig auf

Einen Anspruch auf einen Sitzplatz hast Du in den öffentlichen Verkehrsmitteln NICHT, solange genug Sitzplätze frei sind. In den öffentlichen Verkehrsmitteln kann man sich keinen Sitzplatz reservieren, ausser in Fernzügen. Da heisst es "Wer zuerst kommt malt zuerst !". Wenn jemand freiwillig aufsteht ist das Höflichkeit gegenüber des Anderen und Schwächeren und mehr nicht.

Wie gesagt für mich haben Deine Beispiele irgendwie NICHTS mit Mitleid zu tun.
Menschen können uns CFler das "Leid", die Krankheit, nicht abnehmen. Sie können es nur durch Hilfe (Hilfsbereitschaft), zeigen von Verständnis für das Leiden (Krankheit) und Unterstützungen für uns CFler erträglicher machen. Aber das Leid wirklich erfahren können sie nicht und daher können sie nicht Mitleiden, denn sie wissen nicht und werden es auch nie wirklich wissen, wie es ist mit dieser Erkrankung zu leben.


Ich persönlich bin froh wenn ich Unterstützung, Verständnis und Hilfe bekomme, aber auf Mitleid kann ich gut verzichten.
Lieber mit Ehrlichkeit helfen als mit Mitleid heucheln, denn für Mitleid kann man sich nichts kaufen.


Liebe Grüße Petra
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Schlangenlady am 15.07.2008, 16:03

Hallo Petra,

wenn Du meinen ersten Satz liest, der die Definition von "Mitleid" darstellt, wirst Du feststellen, daß das mit Deiner Wunschversion " ...Unterstützung, Verständnis und Hilfe bekomme....
Lieber mit Ehrlichkeit helfen..." genau zusammenpasst!!

Wieso Leute Mitleid unbedingt als negativ hinstellen (wollen) ist mir persönlich deshalb ein Rätsel...und von geheucheltem Mitleid habe ich nicht gesprochen!!

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OUTING: Ich mag Mitleid NICHT !!!!

Beitragvon Joui am 16.07.2008, 09:11

Also meine Erfahrung ist, dass umso mehr Mitleid man bekommt, desto beschissener sich fühlt! Ich habe es immer gehasst wenn ich mal wieder wegen irgendeiner Lappalie im KH lag und meine Mutter mit so einem Gesicht an meinem Bett saß, so dass schlussendlich ich, der krank war, meine Mutter aufheitern musste… Dann doch lieber Menschen die so tun als sei man gesund. Ist zwar manchmal schwieriger, aber man kämpft wenigstens noch um den Schein zu erhalten. Ich kann mir natürlich auch vorstellen, dass das mit fortschreitendem Krankheitsverlauf immer schwieriger wird…

Zum Schluss noch ein Zitat: Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen.

Neid z.B. in dem Sinne, dass vllt. mal irgendwann irgendwer zu dir aufblickt und zu sich sagt: "Ich hätte das wahrscheinlich nie soweit gebracht mit der Krankheit." Wenn man aber immer nur durch Mitleid die Aufmerksamkeit auf sich lenkt...
Vom Neid anderer kann man sich zwar auch nichts kaufen, aber ich würde trotzdem lieber diesen Weg wählen!

VG
Gruß, Johannes



Es war. Es wird nie wieder sein.
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon meldav am 16.07.2008, 12:05

Also, wenn ich mitleidige Blicke ernte, dann kann ich das auch nicht ab, ich stell mir dann oft vor, dass die dann denken "Gott sei dank hat mich das nicht getroffen" oder blödes Zeug, was sich mein Hirn zusammenbraut.
Inzwischen nutze ich alle Vorteile, die ich habe, denn ich will aus der Situation das beste machen. Wobei ich, gerade auch bei KK auch eher denke, dass es immer drauf ankommt wer an der anderen Seite der Leitung sitzt. Ob sich die Person engagiert und gutes tun will oder ob sie einfach ihre 8 Stunden absitzt.
Ich freue mich darüber, wenn Leute anerkennend sagen, wie gut ich mit dem allen ungehe (wobei sie die Tiefpunkte selten mitbekommen) und das macht mich auch schon etwas stolz und ich klopfe mir innerlich auf die Schulter.
Aber ich möchte nicht ein Mensch sein, den man bemitleidet sondern einer, bei dem man denkt "da könnt ich mir ne Scheibe anschneiden".
Ohne Zweifel bin ich auch dankbar für Hilfe, z.B. wenn meine Mutter mal mit meinem Hund Gassi geht und mir mit der Wäsche helfen will, oder all die anderen Sachen. Ich freue mich, wenn andere mir helfen wollen. Aber den Begriff Mitleid bringe ich mehr in Verbindung mit "Ach, du Ärmste, du hast ja so ein Pech, dass du so krank bist", usw

Aber respektiere natürlich auch jede Meinung, die anders ist :o)
Wir können den Wind nicht beeinflussen, aber die Segel richtig stellen!
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Schlangenlady am 16.07.2008, 20:06

"»Das Mitleid hebt die Mauer zwischen Du und Ich auf.«
Mitleid ist nach Schopenhauer das Fundament der Menschenliebe, der Gerechtigkeit und der Ethik. Es schließt die Liebe zu den Tieren ein und ist die natürliche, uneigennützige und allein wirklich moralische Triebfeder ethischen Handelns. Es ist damit die Basis einer jeden Tugend.

In der von Schopenhauer empfohlenen Haltung des Mitleid-Empfinden-Wollens scheint eine Quelle moralischer Energie verborgen zu sein, die den Menschen bewahren und das noch offene Potential von Toleranz und Solidarität ausschöpfen möchte. Dadurch soll in einer durch zunehmende kulturelle Konflikte gekennzeichneten Gesellschaft Humanität wieder möglich sein. "

Quelle:Amazon

:wink:
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Tante Yu am 17.07.2008, 13:06

Hi Ihrs...

Ich muss erst einmal Meldav und Joui zustimmen. Mel spricht mir mit diesem Satz "Aber den Begriff Mitleid bringe ich mehr in Verbindung mit "Ach, du Ärmste, du hast ja so ein Pech, dass du so krank bist", usw", förmlichst aus der Seele.

Klar jeder soll so machen wie er es mag und wie er sich wohl fühlt, aber es scheint so das Du, Uli, bemitleidet werden möchtest und ständig den Kopf oder die Schulter getätschelt haben willst und das man ständig zu Dir sagt "Du Ärmste, Du tust mir ja so leid !"
Zumindest kommt der erste Beitrag von Dir, für mich persönlich, so rüber.

@ Uli
Wie definierst Du selber das Wort "Mitleid" und zwar mit Deinen eigenen Worten, so wie Mel, Joui und ich das gemacht haben, ohne irgendwelcher fremden Zitate ??
Denn es ist leicht Zitate von irgendwelchen Toten wiederzugeben oder die Definition des Wortes "Mitleid" über Wikipedia rauszusuchen. Es ist aber nicht einfach mal seine eigene Definition für das Wort Mitleid zu finden und zu formulieren, denn jeder interpretiert und empfindet es doch ein wenig anders.
Daher würde mich persönlich mal interessieren wie Du das Wort "Mitleid" für Dich persönlich interpretierst.

Ich möchte Dich damit auch nicht persönlich angreifen, aber es ist ein Thema das zum Diskutieren anregt da jeder eine andere Meinungen dazu hat.

Liebe Grüße Petra
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Schlangenlady am 17.07.2008, 20:06

Für mich ist Mitleid das, was in Wiki steht und wie Schopenhauer es sieht, sonst hätte ich diese Definitionen logischerweise nicht zitiert.... :roll:
Und genau deshalb empfinde ich es als positiv, Mitleid zu empfinden und so zu empfangen, wie ich es in meinen Beispielen geschrieben habe!
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, ich habe weder von geheucheltem Mitleid, noch von ständigem Getätschel geschrieben und dies auch nicht gemeint...wobei man es aber auch nicht unbedingt als negativ empfinden muss, einfach mal z.B. vom Partner in den Arm genommen und "getätschelt" zu werden, wenn es einem gerade schlecht geht und egal ob wegen cf oder aus anderem Grund :) !

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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon schurig am 18.07.2008, 10:25

ALso ich finde Mitleid auch positiv.

Allerdings sind "Mitleidige Blicke" natürlich kein wirkliches Mitleid.

"Ich möchte kein Mitleid, aber Hilfe" Ist ein Widerspruch. Denn warum sollte jemand helfen, wenn er kein Mitleid hat. Dann muss man dem Helfer eine Kompensation anbieten, sprich: Bezahlung.

Gruß
Michael
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Tante Yu am 18.07.2008, 16:38

Hi Ihrs...

@ Uli
Ich kann lesen und ich habe nur meine Meinung zu dieser Angelegenheit gesagt. Du brauchst also nicht gleich so Angriffslustig und piesig reagieren, nur weil ich meine Meinung gesagt /geschrieben habe und ich mich gewagt habe Dich persönlich deswegen anzusprechen.

Akzeptiere einfach auch mal die Meinungen und Antworten von anderen.

Ich hab halt eine andere Ansicht und das sollte jedem zugestanden werden, da brauchst Du nicht gleich so eklig zu werden.

Naja, egal wie und was Du wie definierst......
Mitleid kommt von Mitgefühl. Mitleid steht unter Mitgefühl im Duden.
Mitgefühl / Mitleid hat auch nicht jeder verdient.

@ Michael
Ich glaube Mitgefühl hört sich weitaus besser an als Mitleid. Für mich klingt Mitleid immer irgendwie so heuchlerisch, was bei Mitgefühl, meiner Meinung nach, nicht so der Fall ist.
Keiner kann Mitleid haben der nicht das Selbe durchgemacht hat wie der, der bemitleidet wird.
Mitgefühl passt, meiner Meinung nach besser, denn derjenige fühlt mit, kann sich in die Situation hineinversetzen, das ist oft bei Familie und Freunden so, und daher erfolgt die Hilfe die auch nicht bezahlt werden muss.
Durch Mitegfühl, wenn Mensch / Tier leidet, wird derjenige auch oft bestrebt zu helfen.
Klar jeder findet, in angemessener weise Mitgefühl gut.....wer nicht ??
Auch das einfach mal in den Arm genommen werden, wenn was schief gelaufen ist und man sich einfach nur doof fühlt, aber das mit Mitleid abzutun passt in meinen Augen irgendwie nicht.
Klar Michael, Hilfe kann auch bezahlt werden, es gibt genug Leute die für die Hilfe bezahlt werden, aber ich denke da eher an Freunde und Familie, denn die brauch man nicht bezahlten, sie helfen aus freien Stücken und aus Hilfsbereitschaft.
Demzufolge ist es für mich kein Widerspruch, wenn man sagt "Ich will kein Mitleid, aber Hilfe !" , das heißt noch lange nicht das man das Mitgefühl ausschlägt :wink:

So das war mein letztes Wort zu diesem Thema.

LG Petra
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Schlangenlady am 18.07.2008, 20:11

@Petra
Ich fürchte, Du wirst Dich damit abfinden müssen, daß die Definition des Begriffs Mitleid sich nicht ändern wird, auch wenn Du Deine persönlichen Meinungen noch so umfassend niederschreibst...

Meine Absicht war es, auf diese "offizielle Bedeutung" des Begriffs hinzuweisen, eben weil viele diese anscheinend nicht kennen und Mitleid deshalb negativ darstellen statt es als positiv und notwendig fürs Zusammenleben zu erachten. Zufällig entspricht die offizielle Definition auch meiner :) .

Beim genauen Lesen des Beitrags könnte man dies m.E. erkennen und darauf verzichten, stattdessen seine eigene Meinung hineinzuinterpretieren und mir vorzuwerfen, ich wolle getätschelt werden etc.. Nur deshalb habe ich mir erlaubt, Dich etwas ironisch darauf hinzuweisen; "angriffslustig, piesig" und "eklig" sind schon wieder Interpretationen Deinerseits...

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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon LiL-Witch am 21.07.2008, 12:44

Hallo zusammen,

ich möchte mich Eurer regenden Diskussion doch einmal anschliessen und mit der Kopie der vollständigen Erläuterung aus Wikipedia beginnen:

MITLEID:
ist die Anteilnahme an Schmerz und Leid anderer. Es unterscheidet sich vom bloßen Miterleben durch die Bereitschaft, aktiv zu helfen und dem anderen bei der Bewältigung des Leids zur Seite zu stehen.

Mitleid erscheint als Gegenstand der Literatur bereits in der „Ilias" von Homer, wenn Achill von seinem Zorn lässt und dem Priamos auf dessen Bitte den Leichnam seines Sohnes Hektor übergibt. Es gilt in den meisten Philosophien und Religionen als positive Eigenschaft oder Tugend. Im Christentum ist Mitleid die Voraussetzung für Barmherzigkeit (Misericordia) und damit wesentlicher Bestandteil tätiger Nächstenliebe. Im Mahayana-Buddhismus ist Mitleid das zentrale Motiv, das Bodhisattvas auf die eigene Erleuchtung verzichten lässt, um Menschen auf dem Weg zu dieser voranzuhelfen (zur buddhistischen Konzeption von Mitleid vergleiche auch Karuna).

Ablehnend stehen die Stoiker sowie Friedrich Nietzsche dem Mitleid gegenüber, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. In der Gefühlsethik des 18. Jahrhunderts wurde das Mitleid zum zentralen sozialen Gefühl und Prinzip der Moral. Später vertrat Arthur Schopenhauer eine Mitleidsethik, in der das Gefühl des Mitleids in ähnlicher Weise im Mittelpunkt stand.

Max Scheler unterscheidet zwei Arten von Mitleid: das echte Mitleid und die reine Gefühlsansteckung. Bei letzterer leidet die betreffende Person.

Mitgefühl umfasst im Gegensatz zu Mitleid unter anderem auch die Mitfreude, ist also nicht auf Leid beschränkt.

Ich persönlich finde es nicht schön, dass man das Wort in Zusammenhang der Auflistung von Schlangenlady benutzt. Ihre angereihten Punkte entsprechen meiner Meinung nach nicht im geringsten mit dem Wort überein. Die dazu stehenden Erklärungen von Tante Yu unterstützen meine Meinung darin noch erheblich.

Ich kann es nicht nachvollziehen, dass eine erwachsene Frau mit Mukoviszidose, die schon länger in einem Sozialstaat wie unserem lebt, als vielleicht viele andere Mitglieder dieser Kommuniti, mit solch unpassenden Beispielen voran geht!

Der Staat ist dazu da, Dinge wie Behindertenausweis, Rente, usw zu regeln!

-daß ein Sachbearbeiter vielleicht auch mal positiver entscheidet als er müsste, egal ob beim Pflegegeld, Schwerbehindertenausweis, Genehmigung von Reha oder Hilfsmitteln, Rente...

Über diesen Satz hab ich mich köstlich amysieren können, ein Dank an die Verfasserin! Ein Sachbearbeiter darf keinesfalls positiver entscheiden als es dem Betroffenen zustände, dafür könnte er nämlich seinen Job verlieren. Oder wie würde er der Stadt erklären wollen, das auf einmal viel mehr Menschen einen Behindertenparkplatz nutzen dürften!(nur ein Beispiel)

-daß ein Arbeitgeber einen CFler "trotzdem" einstellt, nicht bei jeder Krankschreibung Theater macht, eine längere Mittagspause zum Inhalieren zugesteht und auch die Kollegen dafür Verständnis haben.

Es ist traurig, dass Schlangenlady nicht darüber aufgeklärt ist, dass sich heut zu Lande viele Firmen von dem Gesetz eine bestimmte Prozentzahl an Behinderten einstellen zu müssen in ihrem Unternehmen, frei kaufen! Somit hat die Einstellung "Kranken" Menschen sicherlich nichts mit Mitleid wie Du es nennen würdest, oder Nachsehen zu tun, sondern es ist die Pflicht die unserem Staat aufgrund des Sozialrechtes zu Grunde liegt!

Das Autohäuser Prozente an Behinderte ausschreiben liegt auch eher in deren Bemessen als an irgendwelchen anderen Gründen. Sie sind weder dazu verpflichtet noch hat Gott sie eines Morgens mit dieser ach so netten Idee aufwachen lassen!

Das Ärzte auf Ihre Patienten eingehen ist deren Job. Sie MÜSSEN dies tun und das hat weder mit Mitleid noch mit irgend etwas anderem ausser Führsorgepflicht zu tun! Immerhin bekommen Ärzte Geld für ihr Tun und müssen einen Eid leisten, der besagt, dass sie jedes Leben zu retten haben!

Dann möchte ich Dich mal gerne in einem Bus sehen und dann mitbekommen wie ein anderer Mensch einfach so den Platz für dich räumt. Das ist nämlich auch nicht nirgendwo vorgeschriebene Sache, sondern hat mit der Erziehung im elterlichen Hause zu tun! Mit der Vernunft im Alltag in einem sozialem Staat!

und den unpassendsten und traurigsten Satz finde ich hier: -Kinder spielen mit CFlern, auch wenn diese nicht überall mithalten können

Ich bitte Dich, wie schlimm muss Deine Kindheit bitte gewesen sein, solch einen Satz auch nur zu verfassen?! Ich habe auch Muko und weiss, das ich alle meine Freunde aus nur einem Grund habe, weil ich der Mensch bin, der ich bin und nicht weil ich an einer noch tödlich endenenden Krankheit leide. Für meine Freunde bin ich ein Mensch wie jeder andere auch, meine Krankheit liegt da im Hinterkopf, aber niemals hätte mich auch nur ein Kind in meiner Kindheit nicht mitspielen lassen, aber auch das hat mit Respektbeibringung im Elternhaus zu tun und damit den Kindern früh genug nahe zu bringen weshalb nicht alle Menschen auf der Welt gleich sind!

Also ich bitte Dich, wenn Du einer der Patienten bist die Mitleid brauchen, bitte, aber unterstelle bitte den restlichen Teilnehmern hier nicht, nur weil sie eine andere Auffassung des Wortes vertreten, dass sie kein Recht haben ihre Meinung kund zu tun und zu vertreten, nur weil Du glaubst die Mutter allen Wissens zu sein!

Freundliche Grüße
LiL-Witch
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Schlangenlady am 22.07.2008, 11:05

:roll: :roll: :roll: :cry: :cry: :cry:
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Forumteam am 22.07.2008, 12:38

Liebe Beitragschreiber,

da die Diskussion doch etwas hitziger zu werden beginnt, möchte ich die Gelegenheit nutzen, noch einmal an die Beachtung unserer Forumsregeln zu erinnern und vor allem darauf hinzuweisen, dass Beiträge in einem freundlichen Umgangston verfasst werden sollen und Unterstellungen vermieden werden sollten. Dies ist KEINE Ermahnung, sondern ein freundlicher Hinweis in der Hoffnung, dass sich die Situation entspannt. Und noch ein Tip zur Vermeidung virtuellen Streits: ein Telefonat ist immer gut, um Positionen zu klären und Missverständnisse auszuräumen ;-).

Weiterhin viel Spaß beim freundlichen Diskutieren wünscht

das ForumTeam
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Re: OUTING: Ich mag Mitleid!

Beitragvon Joui am 22.07.2008, 15:26

LiL-Witch hat geschrieben:...aber unterstelle bitte den restlichen Teilnehmern hier nicht, nur weil sie eine andere Auffassung des Wortes vertreten, dass sie kein Recht haben ihre Meinung kund zu tun und zu vertreten...


Hi Jess, das tut Uli doch gar nicht?! Sowas nennt man diskutieren=)



Wer genau ist denn jetzt das "Forumsteam"?
Gruß, Johannes



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