Reden wir uns alles nur schön???

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Reden wir uns alles nur schön???

Beitragvon trai am 10.10.2007, 23:34

Hallo zusammen

Ich habe mal wieder richtig frust mein Sohn hatte gestern eine Op .
So nun fängt es doch schon an wenn wir darüber reden ist die Frage was für eine op?
Antwort nichts dramatisches nur ne Hno op
nur die Polypen mal wieder und richten der Nasenscheidewand und nur überall mal so bissi freiräumen .
Achso ja dann ...
Ist es denn immer nur nur?
Er liegt da und hat verdamte schmerzen er Weint
es kotzt ihn an und fragt mich
warum immer ich ....
ich versuch ihn zu kraft zu geben antworte wir haben soviel scheiß mitgemacht da schaffen wir das auch ich bin bei dir und bleibe bei dir
er wird sauer
ich hab die Schmerzen
mir geht es scheisse und letzendlich wird es nie wirklich besser werden wenn das durch ist kommt was anderes und dann wieder was anderes und so mein ganzes Leben schon ich will nicht mehr
es ist still er weint
ich auch
und ich weiss das er recht hat
was soll ich denn da sagen
lange Pause.....
endlich kommt der Arzt
ich frage nach mehr schmerzmittel
und da ist es wieder
eigentlich haben die Kids keine schmerzen und er bekommt ja schon was
eigentlich?
aber er hat welche und nach einer Diskusion bekommt er noch ibu.
Er weint wieder und ist traurig und sagt ich bilde mir das alles wohl ein

keine Ahnung was ich ihm sagen soll
ich fühl mich klein und hilflos
meine Kräfte sind erschöpft reserven sind aufgebraucht dieses jahr war er zum fünften mahl in der Klinik und das sechste mahl ist schon in Planung wie soll ich ihn motivieren
jedesmal wenn ich ihm sagte es kann nur noch besser werden kommt was hinzu .

Irgendwie macht man sich doch nur falsche Hoffnung
aber wie immer.... es wird schon wieder!

:cry:

trai
trai
 

Re: Reden wir uns alles nur schön???

Beitragvon marcylaila am 11.10.2007, 09:16

Hallo trai.
Dein Geschriebenes beinhaltet so viel Wahres,wie ich finde.( leider)
Es hat mich ganz schön getroffen. :cry:
Als Eltern ist es verdammt hart immer diese Kraft , Hoffnung und Zuversicht dem Kind gegenüber auszustrahlen....denn innerlich fehlt uns diese ja auch oft.
Man hat Angst,ist ausgepowered und kraftlos......
Man frägt sich : warum meinn Kind/ meine Kinder??? warum ich????

Ich hatte die letzten Monate auch den absoluten Durchhänger....meine Kräfte, Reserven waren auch völlig aufgebraucht.....inzwischen geht es wieder.
Ich denke man muss sich in solchen Situationen alle erdenklichen Hilfen holen.
Sei es die Nachbarn bitten einem was vom einkaufen mitzubringen, die Schwiegermutter zb was zu kochen,......sich einfach versuchen in Dingen zu entlasten, die man in solchen Situationen nicht unbedingt auch noch machen muss.
Vielleicht auch eine Familienreha( weiss nicht wie alt die Kinder sind) oder eine Kur....
Ich wünsche Dir und deinen Kindern alles Gute und viel Kraft
LG
uli
marcylaila
 
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Beitragvon schurig am 11.10.2007, 14:11

Hallo Trai,

es tut mir leid, dass es deinem Sohn so schlecht geht, und dass du als Mutter natürlich mitleidest.

Der Gedanke, das ist ja "nur" ... kommt mir leider auch öfters, wenn sich meine Kinder (3+5) bei von mir als Kleinigkeiten empfundenen DIngen zickig anstellen. Keine OP, nur das was zuhause so anfällt.

Man muss sich wohl einfach mal klarmachen, was es für unsere Kinder bedeutet, dass sie immer alles mögliche über sich ergehen lassen müssen, ohne davon einen unmittelbaren Nutzen zu haben.

Ich wünsche Euch, dass ihr wieder Mut fasst. Auch wenn die Situation schwer ist.

Liebe Grüße
Michael
schurig
 
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Beitragvon queenkatti am 14.10.2007, 23:11

Hallo Trai!

Ich kann das Ganze nicht als Elternteil beurteilen, aber hatte zwischen meinem 11. und 16. Lebensjahr 7 HNO-OPs (auch immer wieder Polypen und Nasenscheidewand) und kann von daher Deinen Sohn nur zu gut verstehen. Diese OPs ist einfach anstrengend und schmerzhaft (JA, auch mit Schmerzmitteln) und für Eltern ganz sicher auch eine riesige Belastung. Soleche OPs als "nur" abzutun, machen nur Leute, die keine Ahnung haben!! :(
Und auch wenn es für Dich/Euch als Eltern bestimmt schwer ist, das alles mitzuerleben und mitzuleiden, merken Kinder auch, dass Eltern für sie da sind, egal ob mit viel oder wenig Kraft!

Aber ich hoffe, dass ich Euch ein bisschen Mut machen kann, denn obwohl die Ärzte meinen Eltern und mir nie viel Hoffnung gemacht haben, sind seit meiner letzten OP vor 10 Jahren nurnoch kleine Polypen gewachsen, die ohne Narkose auf dem HNO-Stuhl entfernt werden konnten.
Ich hoffe, für Euch, dass es auch bei Euch irgendwannn die letzte OP sein wird und die Nase sich ab dann erholen kann.
Seit 97 gehe ich in immer größeren Abständen (zuerst 2x/Woche, dann 1x/Woche und mittlerweile nurnoch alle paar Monate) zur Kontrolle und zum Absaugen, aber das ist ja ein Spaziergang im Vergleich zu dem Kranknehausmarathon der 90er Jahre.

Also, Kopf hoch und alles Gute für Euch :)
Liebe Grüße, Katti
queenkatti
 

Beitragvon trai am 15.10.2007, 21:07

Hallo ihr lieben

danke euch für eure Antworten
Mein Sohn ist wieder zuhause :D
er hat alles gut überstanden es war seine zweite HNO op.
Hoffendlich jetzt ersmal die Letzte.
Nun fahren wir halt 3 mal wöchentlich zur Kontrolle und das Übliche halt.

Wie es so ist
geht es dem Kinde gut
dann auch der Frau Mama

Also Euch mal lieb drück :wink:
mir war jetzt danach

gruß

trai
trai
 

Beitragvon yesterday_hero am 29.12.2007, 03:14

die leiden und schmerzen sind immer relativ. wenn das schlimmste, was ich bisher erlebt habe, eine erkältung ist, ist eine lungenentzündung eine horrorvision. für den, der eine transplantation hintersich gebracht hat, ist das ein witz, ein bisschen antibiotika und es geht wieder. für menschen, die den tod vor augen hatten kann ebenfalls so schnell nichts schocken, jemand, der nie elend gesehen oder miterlebt hat, hat diesen gedanken vom tod nicht einmal in seinem gedankenrepartoire.

es ist alles relativ und für die mitmenschen gilt nur eins: wenn es jemandem schlecht geht (und es ist egal WAS er hat, es geht darum, dass er sich schlecht fühlt) muß man das ernst und wichtig nehmen. beim einen ists halt ein eingewachsener zehennagel, beim anderen eine lungen-op-
relativ halt.

lilly
yesterday_hero
 

Beitragvon Florian1991 am 29.12.2007, 14:21

Ich kann dich voll verstehen!
Mir geht es auch oft so.
Ich denke mir auch immer da gibt es Leute die heulen und jammern wenn der sohn einen schnupfen hat!
Oder letztens ihr sohn is ja so arm hatte mit 12 oder so eine blind darm op.
Und er ist ja so brav und so arm.
Da danke ich mir schon hallo gehts noch?
Was soll ich sagen ich wahr paar stunden auf der welt wurde darm operiert.
Das nach einiger zeit nochmal und mit 4 Jahren wieder!
Und einige male darann vorbei und mit 12 eine schöne lungen op usw.
Da danke ich mir auch oft warum immer ich die ganzen mörder und schwer verbrecher machen so viel schlechtes und ihnen geht es gesundheitlich gut.
Aber nur mir nicht ich hab soviel ich weiss nichts angstellt unnd bin so kranke.
Dann denke ich mir wieder es gibt aber viel die geht es noch schlechter.
Und im gleichen moment denke ich mir aber acuh soviele die geht es viel viel besser als mir.
Ich denke mir auch immer warum die ganzen scheisse.
Warum mühe ich mich ab und warum kämpfe ich so.
Es bringt ja so kaum was und wer weiss ob es überhaupt was bringt!
Und wo bleibt die gerechtigkeit?

Mfg
Lg Florian
Florian1991
 
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Beitragvon yesterday_hero am 29.12.2007, 14:35

die frage nach gerechtigkeit ist hier eine falsche. ebenso die frage nach dem warum und wieso ich. darauf gibt es keine antworten, und selbst wenn du eine hättest, würde es dir ja nicht besser gehen. fakt ist, dass an deiner, unsrer, situation niemand schuld ist, weder ein anderer noch du selbst, aber du kannst verdammt stolz sein, dass du es soweit ausgehalten und gemeistert hast, einanderer, der vielleicht in deinen augen so viel glück hat, weil er gesund ist, wäre daran längst gescheitert.
sei stolz auf dich, dass du so bist und du kämpfen kannst. du bist nicht deine krankheit, das sind äußerlichkeiten und nicht von bedeutung. du muß mit dir ins reine kommen, wissen, dass du alles machst, was dir wichtig ist, alles nach deinem besten wissen und gewissen. und ich denke, dass menschen mit solchen, deinen erfahrungen da vielleicht ein händchen mehr für das leben ansich haben.
und es ist nicht immer alles scheisse, du darfst die schönen seiten nie nie nie vergessen. jeder tag bringt was schönes und es ist egal ob du krank bist oder nicht. du hast das talent zum leben, nutze es!

Lilly
yesterday_hero
 

Beitragvon Florian1991 am 29.12.2007, 15:50

yesterday_hero hat geschrieben:die frage nach gerechtigkeit ist hier eine falsche. ebenso die frage nach dem warum und wieso ich. darauf gibt es keine antworten, und selbst wenn du eine hättest, würde es dir ja nicht besser gehen. fakt ist, dass an deiner, unsrer, situation niemand schuld ist, weder ein anderer noch du selbst, aber du kannst verdammt stolz sein, dass du es soweit ausgehalten und gemeistert hast, einanderer, der vielleicht in deinen augen so viel glück hat, weil er gesund ist, wäre daran längst gescheitert.
sei stolz auf dich, dass du so bist und du kämpfen kannst. du bist nicht deine krankheit, das sind äußerlichkeiten und nicht von bedeutung. du muß mit dir ins reine kommen, wissen, dass du alles machst, was dir wichtig ist, alles nach deinem besten wissen und gewissen. und ich denke, dass menschen mit solchen, deinen erfahrungen da vielleicht ein händchen mehr für das leben ansich haben.
und es ist nicht immer alles scheisse, du darfst die schönen seiten nie nie nie vergessen. jeder tag bringt was schönes und es ist egal ob du krank bist oder nicht. du hast das talent zum leben, nutze es!

Lilly


Da hast du völlig recht!
Mir kommt vor, je älter ich werde, desto meh begreiffe ich meine krankheit.
Am abend im bett denke ich mir immer scheisse, heit host wieder net gscheit trainiert.
Daunn denk ih ma wieda wie blöd bin ih eigentlich bist zu faul do 1 oder 2 stund zu gehn das dir nacher besser geht.
Daunn denk ih ma murgn faung ih richtig aun do gibts ka ausrede.
Wenn ih am nächstn tog auf steh und ih sull a runde gehn und mir geht net so gut.
Denk ih ma wieder ach wo wenn ih jetzt amol net geh is sicher auch nicht so schlimm und ih geh wieder nicht oder nur kurz.
Und am obnd denk ih mir wieder olta wie bldö bistn du eigentlich.
Und nächstn tog is wieder as gleich und ih denk ma wieder für wos sull ih mich quellen es bringt eh nichts.
Mir kommt vor je älter ich werde dest schlimmer wird es.
Ih bin jetzt bissl über 16 und seit zirka 1-2 Jahren begreife ich meine krankheit immer mehr!
Lg Florian
Florian1991
 
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Beitragvon Carmeli am 29.12.2007, 15:54

... und um sich viel vorzunehmen, gibt es jedes Jahr einen 31. Dezember. Damit man dann am 1.1. mit den guten Vorsätzen beginnen kann.

:P
Carmeli
 

Beitragvon yesterday_hero am 29.12.2007, 16:09

haha, das sind doch diese art von vorsätzen, die man nie nicht einhält:) aber trotzdem hab ich mir natürlich ne menge vorgenommen, eh klar:)
yesterday_hero
 

Beitragvon Joui am 30.12.2007, 00:12

yesterday_hero hat geschrieben:... und es ist nicht immer alles scheisse, du darfst die schönen seiten nie nie nie vergessen. jeder tag bringt was schönes und es ist egal ob du krank bist oder nicht. du hast das talent zum leben, nutze es!


hey du ex-heldin=) ich würde mal so behaupten, du hast dir nen falschen avater ausgewählt;-) die gute alte emily passt irgendwie so ganz und gar nich zu deiner einstellung



yesterday_hero hat geschrieben:ein anderer, der vielleicht in deinen augen so viel glück hat, weil er gesund ist, wäre daran längst gescheitert


ähnliche gedanken hatte ich auch schon, aber ich glaub, dass so ziemlich jeder, wenn er in solch eine situation gerät auch das beste draus machen wird. in jedem schlummert irgendwas...(und sei es so etwas wie die "gelangweilte zukunft") ;-)

aber für die psyche ist es natürlich immer gut sich irgendwas übermenschliches einzureden 8-[ (wer war eigentlich damals für die ganzen smilies?!)
Gruß, Johannes



Es war. Es wird nie wieder sein.
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Beitragvon yesterday_hero am 30.12.2007, 00:20

ex-heldin =)

naja, emily gefällt mir vom von den farben gut und der zeichenart. ausserdem hab ich dieselbe frisur wie sie:)
meine lebenseinstellung hebt sich tatsächlich etwas von ihrer ab, aber das war nicht immer so;)
dieses "einreden" ist super, nichts geht über selbstschutz und selbstbetrug. nur so kann man überleben:) manchmal natürlich nur, meistens ist es nicht über - sondern das richtige leben :!:

die smileys sind verwirrend *lol*:-k
yesterday_hero
 

Beitragvon futura am 30.12.2007, 19:21

Ich glaube viele lügen sich hier selbst eins in die Tasche. Wenn ich Sprüche wie: "Ich habe Muko, und das ist auch gut so" lese, frage ich mich, inwieweit sich hier mit cf und den Folgen auseinandergesetzt wurde. Ich finde wir reden uns vieles schön, a la ich lebe wie ich will, cf bestimmt nicht mein Leben. Aber früher oder später wird cf das Leben eines jeden hier bestimmen. Spätestens wenn die Werte immer schlechter werden und immer mehr Einschränkungen hinzu kommen. Und das WIRD kommen, Fakt.
futura
 

Beitragvon futura am 30.12.2007, 19:28

Hallo fumi,
irgendwo kann ich verstehen wie du den Spruch meinst. Aber wäre es nicht auch ok zu sagen: Ich hab Muko, das ist sch**ße, aber ich versinke trotzdem nicht in Selbstmitleid und pack mein Leben an? Das mit dem "ist gut so" klingt irgendwie, als ob wir cfler das große Los gezogen hätten. Und dem ist ja definitiv nicht so. Ich mein, wenn du so für dich klar kommst ist super, der Spruch ist halt nur nichts für mich. Aber kein Ding, kann dich auch verstehen.
Liebe Grüße,
de futura
futura
 

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