DEPRESSIV??

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schon mal mitn teufel getanzt

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Beitragvon Heischeisch am 07.05.2007, 20:44

nonadjustedalpha hat geschrieben:Bei dem Erfolg von Psychotherapie kommt es immer auf die Therapieschule an ;-).


Die folgenden Bemerkungen sind sehr ausführlich. Nur der geneigte oder betroffene Leser möge sie sich überhaupt zuführen :-)

Auf http://de.wikipedia.org/wiki/Depression wird u.a. erläutert, dass lt. einer Schätzung des Bundesgesundheitsministeriums gut 10 Mio. Menschen bis zum 65. Lebensjahr eine Depression erlitten haben. Grund genug für mich, auch hier nicht die Klappe zu halten ;-)


Hi Johannes,
ist klar, es gibt sicherlich völlige Blödsinnsschulen, die das Papier nicht lohnen, auf dem sie geschrieben sind, aber auf der anderen Seite glaub ich doch, dass das grundsätzlich UM-SICH-KÜMMERN eher entscheidend ist, während die "Schule" (z.B. Gestalttherapie, Psychoanalyse, positive Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Workshops von traditionell bis wild) vielleicht doch eher zweitrangig ist, wenn man nicht gerade bei einem komplett ausgerastetem Guru gelandet ist, der meint, das Sternzeichen sei für Verhaltensweisen verantwortlich *fg*.
Ich oute mich mal an überraschender "Neuling", der vor 2 Monaten bemerkt hat, dass er selbst in einer handfesten Depression (allerdings glücklicherweise gänzlich ohne Selbstmordgelüste*) gelandet ist. Die Gründe dafür sind bei mir vielfältig und meine Privatangelegenheit, die ich also hier sicherlich nicht verbreite. Mittlerweile geht es mir wieder besser, und ich will auch meine Erfahrungen damit hier ruhig mal nennen...
Es gibt einige Arbeiten, die zeigen, dass wahrscheinlich eine extrem große Dunkelziffer an Menschen existiert, die eigentlich alle Zeichen einer Depression aufweisen, jedoch dies entweder selbst nicht bemerken oder (was noch schlimmer ist) in einer Praxis nicht ernstgenommen werden, wenn sie von ihrem Gefühl großer Traurigkeit berichten. Und groß sicherlich die Zahl der Menschen, denen einfach niemand mal die richtigen Fragen stellt!
Aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich sagen, Carmen, dass ich eine reaktive Depression, sehr wohl für eine "richtige" Depression halten würde. Ist nicht diese reaktive Form vielleicht die gängigste? Ich denke schon, dass eben große und/oder länger andauernde Ereignisse im Leben für eine Außerbalancegeratung der Hirnphysiologie sorgen können. Außerdem ist das gängigste Modell, die sogenannte Kontinuitätshypothese: also erstens sind Manie ("überbordende", unangemessene Glücksgefühle) und Depression (starke (Episoden der) "Traurigkeit") voneinander nicht zu trennen, denn beide suggerieren etwas unreales (seligmachendes oder trauriges), aber auch die grundsätzliche Frage, ab wann so etwas das ist, wie wir es nennen wollen, im Grunde vom Krankheitsgefühl, vom Leidensdruck abhängt: der eine, der der Manie/Depression vielleicht verfallen ist, wird diese als solche gar nicht wahrnehmen, sondern eben der Meinung sein, das seien normale Färbungen seines Lebens, der andere empfindet diese Färbungen als Last, als Leiden, Krankheit ist Leiden, also geht er zum Arzt... so war es bei mir.
Der beste Weg zur Behandlung einer Depression ist die Kombination aus Psychotherapie und Medikament. Ohne Medikament ist es schwer, den Mut und den Mitarbeitswillen für die Psychotherapie aufzubringen. Ohne Psychotherapie ist es eher unwahrscheinlich, jemals wieder von den Medikamenten herunterzukommen. Beides keine guten Alternativen, es muss also zusammenwirken, ist auch evidenzbasiert übrigens, diese Aussage :-) Johannes hat das bereits vor einiger Zeit auch erwähnt.
Da leider das Warten auf den Psychotherapieplatz erheblich ist ("die Nachfrage ist z.Zt. seeehr groß", na sowas!), ist der klassische Weg, dass man zuerst ein Medikament bekommt...
Und da ich da selbst nicht unbedingt gleich die besten Erfahrungen gemacht hab, bin ich froh, wenn nur EIN Mensch davon profitieren kann, wenn ich die Ergebnisse meiner Nachforschungen und Erfahrungen zu diesem Thema hier also kundtue :-)
Mein Internist (und Hausarzt) verstand ja recht schnell, dass ich tatsächlich an einer Depression litt. Nun, er ist kein Psychiater oder Neurologe, und so war er der Meinung, dass mein eines Symptom "Durchschlafstörung" (also das regelmäßige frühmorgendliche Erwachen) eher zu einem Medikament der sedierenden (=müdemachenden) Klasse führt. Das ist in meinen Augen (vor allem nach 6 Wochen der Erprobung) eine Fehleinschätzung, weil das frühmorgendliche Erwachen sowieso eines der zuverlässigsten Zeichen einer Depression darstellt und insofern als Kriterium für die Frage, ob das Medi eher aufmuntern oder einschläfern soll, dann nunmal NICHT taugt!
Leider bekam ich also den Klassiker... Der Name: Amitriptylin. Die Substanzklasse: Trizyklisches Antidepressivum, müdemachend aus Prinzip. Das ist die erste Klasse an Medikamenten gewesen, wirkt so ziemlich auf jede Form des Hirnstoffwechsels, macht SAUmüde, und mag dem helfen, den vielleicht ein gesteigertes Leistungsangebot in seinem Körper eher vor den Kopf stoßen würde. Mich hingegen, der eher einen gewissen (z.b. beruflich bedingten) Leistungshunger besitzt, FRUSTIERTE das eher. Da aber in der Beilage und in den Hinweisen des Arztes klar zu lesen war: "HABE GEDULD, vor in 4 Wochen kannst Du eh keine positive Wirkung erlangen"... hab ich 6 Wochen gebraucht, um zu verstehen, dass dieses Medikament für MICH NICHTS taugt. Die eingehende Lektüre der Wirkungsweise anderer Antidepressiva (ich rede von einer unipolaren Störung, also ohne manische Phasen) führte mich zu der Klasse der sogenannten reversiblen MAO-Hemmer. Ich hab sodann meinen Arzt schriftlich um ein neues Medikament gebeten (denn falsche Schüchternheit ist mir eher fremd :-))... Das führte dann dazu, dass er die Segel strich, und mir, statt eines Rezeptes, eine Überweisung an einen Facharzt für Neurologie/Psychiatrie übergeben lies. Na gut, der Vermutung, "verrückt" zu sein, konnte ich dennoch mit knapper Not entgehen, und ich suchte mir schließlich nach den "Gelben Seiten" eine Psychotherapeutin auf.
Diese hörte sich geduldig (und sehr klug nachfragend) meine ganze Geschichte an, und verstand sogleich, warum sich für mich (zudem als Mann) die SSRI's (=Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) eher nicht so anboten... Denn diese haben, wenn auch beiweitem nicht immer, z.B. unangenehme Folgen auf die Potenz. Mir selbst misshagten sogar eher die an manchen Stellen im Internet ausführlich besprochenen "Absetzsymptome" (gut, vielleicht wird dieses Problem überbewertet, denn die Verschreibungszahlen sind wohl sehr hoch). Mir reichte, ehrlich gesagt, die, wenn auch seltene Aussicht auf langhaltende sexuelle Probleme völlig. Man ist ja kein Held...
Die Neurologin (ich tue mich echt schwer mit der anderen Berufsbezeichnung *harhar*) fand meinen Vorschlag (also der reversible MAO-Hemmer) gar nicht so schlecht. Und so nehme ich seit paar Tagen das Medikament "Moclobemid". Und ich muss sagen, endlich hab ich mal das Gefühl, wieder Boden unter den Füssen zu haben. Sehr schnell (!) habe ich das Gefühl gehabt, dieser unrealen Traurigkeit nicht mehr ausgeliefert zu sein, und zugleich konnte ich auch einen überprüfbaren Anstieg meiner Leistungsfähigkeit ganz klar wahrnehmen (währenddessen ich dem ursprünglichen Medikament "Amitriptylin" nunmehr das Prädikat "leicht verblödend" zuordnen würde. Dass ich auf das neue Medikament zunächst tatsächlich schlechter schlief, war mir dabei ziemlich egal. Und auch für Schlafstörungen gilt: erst, wenn Du sie als negativ und kräftezehrend EINKLASSIFIZIERST, werden sie zu einem Problem! Also erst der Stress über die Schlafstörung bereitet die Probleme! Die Schlafstörung an sich ist gar nicht so problematisch (Schlafentzug ist sogar eine Therapieform bei Depressionen, wenn auch nur kurz wirksam).


Wenn jemand ähnliche Probleme hat oder bei einem Partner wahrnimmt, bin ich, wie immer, offen für Zuschriften.

Liebe Grüße
Roland


_________
*denn Angst ist sicherlich auch mal ein guter Ratgeber :-)
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Beitragvon bumblebee am 02.12.2007, 13:11

ernesto hat geschrieben:bin sozialarbeiter :mrgreen:

was die pillen angeht, du kannst doch wählen, die blaue oder die rot
(falls du matrix meintest) *g*

sorry für offtopic... :oops:
lg ernesto



blau: diese welt kenn ich schon, und ich mag sie nicht..

also wähl ich rot:
neue welt, schlimmer kanns nicht kommen, und wenn
bumblebee
 

Beitragvon futura am 05.12.2007, 21:11

bumblebee hat geschrieben:
ernesto hat geschrieben:bin sozialarbeiter :mrgreen:

was die pillen angeht, du kannst doch wählen, die blaue oder die rot
(falls du matrix meintest) *g*

sorry für offtopic... :oops:
lg ernesto



blau: diese welt kenn ich schon, und ich mag sie nicht..

also wähl ich rot:
neue welt, schlimmer kanns nicht kommen, und wenn


Hallo bumblebee,

solche Scherze halte ich angesichts der ernsthaften Problematik für unangemessen. Eine Depression ist eine schwere Erkrankung, die oft nur in Kombination von Psychopharmaka und Therapiegesprächen zu bewältigen ist. Bitte mach dir darüber Gedanken, bevor du Scherze solcher Art ins Forum stellst.
Gruß
de futura
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Re: DEPRESSIV?? Panikatacken???

Beitragvon Minou am 11.05.2009, 21:54

Hallo,

irgendwie gets mir grade echt beschissen. Seit Feb. 08 hab ich nur Streß mit meinem Körper.
Nicht nur die blöde CF, nein auch noch Aug 08 Verdacht auf Gebährmutterhalskrebs, Jan 09 Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs. Dazu ständige Sorge um meine Nieren, weil ich letztes Jahr eine fiese Nierenbeckeninfektion unter Cypro hatte mit anschließendem Darminfekt durch Clostridien.
Dazu noch Private Probleme und ständig neue Hiobsbotschafte.

Ich kann einfach nicht mehr. Grade hab ich mir noch nen Port legen lassen und nun ist da nach 4 Tagen Blut etwas Blutausgetreten und ich bekomm nen Panikanfall, obwohl meine Hausärztin gesagt hat das alles gut aussieht.

Wen geht es auch so das er ständig "die Flöhe Husten hört" sich übergenau Beobachtet und dann immer gleich vom Schlimmsten ausgeht?

Könnt Ihr eure Erfahrungen mit Psychologen schildern, denn mein 1. Versuch ist kläglich gescheitert. :cry:
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Re: DEPRESSIV??

Beitragvon Katinka am 12.05.2009, 16:55

Hallo Minou,

das kommt mir sehr bekannt vor. Ich gerate auch bei der kleinsten Kleinigkeit in Panik, wenn bei mir einer Verdacht auf Krebs äußern würde würde ich wahrscheinlich durchdrehen...
Ich mache seit eineinhalb Jahren Therapie und studiere auch Psychologie, was möchtest du denn genau wissen zu Erfahrungen mit Psychologen? Schreib mir doch eine pn was du gerne wissen möchtest, dann kann ich dir gerne etwas von meinen Erfahrungen schreiben.

Viele Grüße und gute Nerven ;-)
Katinka
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