Keine Freunde !!!

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Beitragvon Tese am 02.12.2006, 12:57

@engelchen:Klar,meine ganze Klasse weiß da nichts davon,und meine ganze Schule geht das nun ja wirklich nichts an.Warum sollte die das auch interessieren?Ich habe es nur den engeren Freunden erzählt,sonst aber niemandem.
Tese
 

Beitragvon Muckel95 am 06.12.2006, 11:31

Danke für Eure vielen Anworten zum Thema: Keine Freunde.

Wir haben wirklich schon alles ausprobiert. Wir haben jedes Vorgehen schon ab Kindergartenalter mit ihm vorher besprochen. Er wollte immer, dass alle von seiner Krankheit wissen. Jetzt in der Realschule wissen natürlich nur die Lehrer und die Klasse Bescheid, nicht die ganze Schule (Wäre bei 1000 Schülern auch sehr ungewöhnlich. Wir haben unser Kind auch nie nur auf seine Muko reduziert. Bei uns gibt es nur einen Fußballverein und dort spielen alle Jungs in seinem Alter, da kann er nicht mithalten und ist sowieso nicht an Fußball interessiert. In seinem Karateverein sind die Kinder entweder jünger oder älter als er. Haben jetzt überlegt ihm einen Hund zu kaufen. Da kann er dann mit ihm zur Hundeschule gehen, vielleicht findet er ja dort Kontakt. Es hat ganz bestimmt etwas mit der CF zu tun. Denn im Urlaub oder bei Ausflügen etc. findet er immer Kontakt zu anderen Kindern. Aber er will trotzdem, dass auch nächstes Jahr (Aufteilung der Klasse in versch. Schulzweige) die neue Klasse informiert wird.

Na ja, vielleicht macht man sich als Mutter zu viel Sorgen.

Liebe Grüße an alle, die mir geantwortet haben.
Muckel95
 
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Beitragvon Schlangenlady am 06.12.2006, 12:10

Hi,

also ich würde sagen informieren und informieren sind zwei Sachen :)
Wenn ich mich vor die ganze Klasse hinstelle und genauestens erkläre: Erbkrankheit, geringe Lebenserwartung, Lungenentzündungen etc. werden die Kids entweder denken "Iih eklig" "Oh, furchtbar, keine Ahnung, wie ich mit dem umgehen soll, also lieber gar nicht" oder "der will eine Sonderbehandlung"; alles nicht besonders freundschaftsfördernd...
Wenn erst mal die Lehrer aufgeklärt werden, damit da keine Probleme wegen Fehlzeiten, Husten, geringerer Belastbarkeit, Tabletteneinnahme entstehen und er dann einfach Kontakte knüpft und erst auf Nachfrage (z.B. bei Tabletteneinnahme usw.) sagt "Ach, ich hab´da so ne blöde Krankheit, ist aber nicht ansteckend", wirds sicher leichter mit Freunden!

Uli,44
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Beitragvon Anouk am 06.12.2006, 17:17

also, im 1 gymnasium jahr am anfang, hab ich mich vor die ganze klasse hingestelt und es erklärt, also so erbkrankheit, viel husten, kann auch öfters fehlen usw, aber will kein mitleid und keine sonderbehandlung und solche sachen... das übliche halt...

UND : ich hab NUR possitive rückmeldungen erhalten und es "wissen" alle in meiner klasse, dass ich cf (muko) habe, hatte auch in der schule die runde gemacht buschtrommeln sind besonders aktiv gewesen *lol*...

aber die meisten habens schon lange wieder vergessen und wenn sie mich dann mal wieder mit den creons oder so sehen, kommt mal wieder ein : ach ja, stimmt ja, du hast ja das und das.... (den namen oder was es genau bedeutet wissen sie meistens nicht mehr)

und es kamen keine dummen Sprüche wenn ich zum Beispiel am Sportstag (immer im Sommer) nicht mitmache wegen den hohen ozon werten und so, oder wenn ich mal durchfall habe und aus der stunde raus muss

im PG hingegen haben es nur die lehrer genau gewusst und die schüler nicht so genau und da hiess es ich wolle nur mitleid und aufmerksamkeit das sagten meine "achsonetten" kameraden, im gymi hingegen nie...

natürlich erfordert es einiges an mut, vor die ganze klasse zu stehen und ihnen so etwas zu erklären und zu wissen: hey mit diesen leuten musst du noch 3,5 jahre auskommen, und ich war meganervös aber ich hatte es mit meinen eltern und dem klassenlehrer abgemacht, da konnte ich keinen rückzieher mehr machen.
oder es wäre schwieriger für mich gewesen, als es zu tun. ich hätte es als niederlage und feigheit interpretiert (mir ist schon klar dass das quatsch ist, aber ich hätte es dennoch so gefühlt)

und ich habe absolut keine probleme deswegen freunde zu finden

lg anouk
Anouk
 

Beitragvon Esperanza am 06.12.2006, 17:45

Muckel, ich denke genau wie Uli, dass es auf die Art und Weise ankommt, wie man von der Krankheit erfährt. Erzähl doch mal ein bisschen, wie es so vor sich gegangen ist bei euch, vielleicht sind die Mitschüler jetzt einfach unsicher...
Wolken waren da und
trotzdem schien die Sonne.
(Thomas Trescher)
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Beitragvon Carmeli am 06.12.2006, 21:57

Ich denke, dass andere der Krankheit CF gar nicht soviel Bedeutung beimessen. Viele sind krank. Der eine hat Asthma der andere Diabetes.

Ich weiß nicht, ob es wirklich so günstig ist, wenn man sich vor die Klasse hinstellt und erst einmal erzählt, dass man CF hat.

Wenn ich von mir ausgehe und bedenke, dass man im Rahmen eines neuen Arbeitsplatzes erst einmal auf der Betriebsversammlung erzählen würde: "Also wissen Sie, ich habe CF und bin nicht so belastbar usw." Das wäre kein guter Start.
Ich erzähle es immer nur, wenn jemand ernsthaftes Interesse hat und fragt. Verheimlichen kann man es ja nicht, denn die anderen sehen ja, dass man die Enzyme nimmt. Aber erfahrungsgemäß fragt nur selten jemand.

Und blöde Sprüch gibt es immer wieder. Das Blödeste ist mir dieses Jahr während der REHA zu Ohren gekommen. Meine Zimmernachbarin, sehr auf Ihre eigene Person und ihr Asthma fixiert, stellte mir die Frage, ob ich denn Diabetes hätte, weil ich ja immer diese tollen Zwischenmahlzeiten erhalte. Ich antwortete, dass ich CF habe. Und dann sprudelte sie los. "Na das kann man ja heut zu tage super therapieren und wie toll usw." Aber so etwas wird einem immer wieder begegnen. Wenn man sich davor schonen will, ist es wirklich sinnvoll nur einem ausgewähltem Kreis von seiner CF zu erzählen.

Viele haben auch Angst, wenn man sagt, dass man CF hat. Meine erste ambulante Physiotherapeutin wußte gar nicht, was sie mit mir machen sollte und wie man mit jemanden mit CF umgeht. Selbst wenn man während der REHA mit Sauerstoff mit auf Wanderung geht, passieren die tollsten Dinge. Die einen sprechen einen nicht an, weil sie nicht wissen, wie sie mit einem umgehen sollen. Die anderen fragen jede halbe Stunde, "geht es noch", so als wäre man schon halb tod. Wenige sind locker und nehmen es, wie es ist.

Man muss es immer neu ausloten. Ein Patentrezept im offenen Umgang mit CF gibt es nicht.

LG
Carmen
Carmeli
 

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