Integrationskindergarten

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Sollte aktive Sterbehilfe legalisiert werden?

Ja
9
29%
Nein
3
9%
Nur unter genau festgelegten Bedingungen
19
61%
 
Abstimmungen insgesamt : 31

Beitragvon DerMardin1979 am 24.10.2005, 14:54

Aber hin und wieder gehts einem aufn Geist, das eine einfache Frage gleich so kritisch gesehen wird.


Wenn nicht alles kritisch gesehen werden würde, wo würden wir denn stehen?
Dann könnte jeder machen was er möchte, würde auch niemandem interessierten, wenn irgendetwas schlimmes passieren würde. Da ja eh Jeder seine eigene Ansicht hat und keiner würde es mit kritischen augen beobachten und dementsprechend dagegen handeln.

Tut mir leid für deine Freundin...aber es gibt halt auch Fälle indem "aktive Sterbehilfe" nicht eingesetzt werden sollte/muss.

Ich finde es ja toll, dass es hier einige Personen gibt, die sich so wahnsinnig gut mit allem auskennen.


Es ist immer besser sich auszukennen, als irgendein Scheiß von sich zu geben, wovon man eigentlich überhaupt keine Ahnung hat und es womöglich noch hier zum Besten zu gibt.

Ich habe fertisch :wink:

MfG

Mardin
DerMardin1979
 

Beitragvon Jens am 24.10.2005, 16:14

Zuletzt geändert von Jens am 13.03.2008, 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
Jens
 

Beitragvon Carmeli am 24.10.2005, 17:53

Hallo

In der Diskussion geht es nicht ums Umstimmen, sondern ums Nachdenken.

Ich fände es toll, wenn sich auch "Gast" einen Namen zulegen könnte.
Einfach Anstandshalber. Und Gast, wenn es Dir auf den Geist geht, über so eine interessante Frage zu philosophieren, dann solltest Du Dich vielleicht aus der Diskussion heraus halten.

Hallo Esperanza, ein neues Organ bekommt man doch nicht, wenn es einem gut, man bekommt es, wenn es einem sehr sehr schlecht geht, und wenn Du sagst, "Du möchtest nicht mehr", dann möchtest Du ja auch keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr und der Weg zur Transplantation führt nun eben einmal über solche lebensverlängernden Maßnahmen. Und manche müssen eben bis zum "bitteren Schluss" auf ihr Organ warten.

Gruß Carmen
Carmeli
 

Beitragvon Gast am 25.10.2005, 10:30

Carmeli hat geschrieben:
In der Diskussion geht es nicht ums Umstimmen...


Den Eindruck bekommt man aber bei Deinen Postings.

Wenn jemand für Sterbehilfe ist und das auch begründet, muss man ihm nicht gleich vorwerfen, er hätte bloß Angst vor irgendwas
Gast
 

Beitragvon Carmeli am 27.10.2005, 19:52

Ärzte Zeitung, 26.10.2005

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Was ist der Wille des sterbenden Patienten?
Das Ende des Lebens entzieht sich der Normierung - und bleibt für den Arzt in jedem Einzelfall eine Herausforderung
BERLIN (hak). Sind es wirklich über 70 Prozent der Bevölkerung, die aktive Sterbehilfe wollen? Wissen sie, was sie da fordern? Wie genau kann ein Patientenwille formuliert werden für eine Situation, in der man sich noch nicht befindet? Und gibt es überhaupt eine allgemeinverbindliche Definition für würdevolles Sterben? Diese Fragen treiben nach der Eröffnung eines Büros der Schweizer Sterbehilfe-Organisation "Dignitas" in Hannover eine deutsche Öffentlichkeit um, die sich auch beim Thema Tod gerne an Prozentzahlen, Definitionen und klaren Vorgaben orientieren würde.


Der Wunsch nach Sterbehilfe kann auch der Schrei nach besserer Versorgung sein.

Daß Sterben trotz repräsentativer Bevölkerungsstudien immer noch individuell betrachtet werden muß und würdevolles Sterben ein gutes, aber nicht standardisierbares Vertrauensverhältnis zwischen Arzt, Patient und Angehörigen voraussetzt, war Quintessenz einer Podiumsdiskussion von "Deutschlandfunk" und der Wochenzeitung "Die Zeit" am Montag in Berlin.

Patientenverfügungen können nur Anhaltspunkte für Entscheidungen der Ärzte und Angehörigen bieten, nicht aber die Entscheidung selbst ersetzen, betonten die Praktiker auf dem Podium. "Ich habe noch nie erlebt, daß die Entscheidung, die zu treffen war, in einer Patientenverfügung exakt beschrieben wurde", sagte Professor Lukas Radbruch, Direktor der Klinik für Palliativmedizin am Uniklinikum Aachen.

Das Ende sei nicht absehbar, betonte Professor Eckhard Nagel, Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Uni Bayreuth, der auch dem Nationalen Ethikrat angehört. Es müsse zwar möglich sein, einen verbindlichen Willen für den Fall zu formulieren, daß man selbst nicht mehr entscheiden könne.

Konkretisierungen würden dabei aber weniger helfen als die Beschreibung der persönlichen Einstellung zu Leben und Tod. Letztlich müsse der Patient seinem Arzt vertrauen können, daß er verantwortlich handle, so Nagel.

Selbst für den Fall, daß ein Patient bei Bewußtsein ist, kann es für einen Arzt aber schwierig sein, dessen Willen zu ermitteln und die richtige Therapieentscheidung zu treffen. "Wenn ein Patient nach Sterbehilfe fragt, ist das häufig ein Hilfeschrei nach besserer Versorgung", so Professor Radbruch.

Es könne sein, daß ein Sterbender sich eher dem Pflegepersonal als dem Arzt mit seinen Wünschen zum Lebensende anvertraue. Und schließlich müßten Ärzte auch akzeptieren, daß sie vielleicht andere Vorstellungen vom Sterben haben als ihre Patienten. "Manche wollen bei Bewußtsein, andere ohne Schmerzen sterben", sagt Radbruch.

Daß Ärzte gerade wegen der mangelnden Eindeutigkeit am Lebensende eines Patienten nicht per Gesetz oder Patientenverfügung aus der Entscheidungsverantwortung entlassen werden dürfen, glaubt Dr. Wolfgang Wodarg, SPD-Bundestagsabgeordneter und in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin".

"Je unpersönlicher wir die Entscheidung machen, je mehr Vorgaben wir formulieren, desto mehr gefährden wird die Empathie der Ärzte und Pflegenden", sagte Wodarg.
Carmeli
 

Beitragvon Carmeli am 27.10.2005, 19:58

Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema
Gruß Carmen


Ärzte Zeitung, 25.10.2005

--------------------------------------------------------------------------------

Plan zum Verbot von Dignitas in der Kritik
BERLIN (dpa). Auf Ablehnung ist die Ankündigung aus Niedersachsen, die geschäftsmäßige Vermittlung von Sterbehilfe unter Strafe zu stellen, gestoßen.

"Dieser Vorschlag scheint mir nicht ganz zu Ende gedacht", sagte der baden- württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) dem "Spiegel". Die niedersächsische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) hatte erklärt, Dignitas in Hannover per Gesetz stoppen zu wollen.

Sie werde prüfen, ob ein neuer Straftatbestand geschaffen werden könne, nach dem die professionelle Vermittlung von Möglichkeiten zur Selbsttötung künftig strafbar sei. Auch Berlins Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) wandte sich gegen diese Pläne.
Carmeli
 

Beitragvon Julia am 28.10.2005, 22:06

Carmeli hat geschrieben:
Hallo Julia

"legal unter bestimmten Bedingungen"? Wie soll das denn aussehen. Legal ist legal.

Was verstehst Du unter hinvegitieren? Wenn man als Kranker von seiner Umwelt gut gepflegt wird, wenn auch während des Sterbens gut für einen gesorgt wird und die gesamte Zeit jemand da ist und alle medizinisch machbaren Möglichkeiten (intensive Schmerztherapie, ggfl. Sedierung, Sauerstoff, Flüssigkeit geben, Fieber senken usw.) ausgeschöpft werden, dann ist es eigentlich kein Hinwegitieren sondern ein langsames Abschied nehmen.

Das Problem ist unsere Gesellschaft. Wir verdrängen den Tod aus unserem Leben. Die Sterbenden kommen ins Krankenhaus oder Pflegeheim und werden ab und zu einmal besucht. Ich denke, dass hierher auch die Ängste rühren, die zu dem Wunsch nach einer "aktiven Sterbehilfe" führen.

Gruß Carmen



Also, mit legal unter bestimmten Bedingungen, da meine ich halt......angenommen jemand ist noch "bei Sinnen" und möchte erlöst werden..........ich finde, man sollte vielleicht eine psychologische Betreuung veranlassen und auch ein psychol. Gutachten. Denn an einem Tag kann man unter schrecklichen Schmerzen den Wunsch des Sterbens äußern...........ein paar Tage später........wenn es einem etwas besser geht...da hat man vielleicht wieder Hoffnung. Und genau dies sollte etwas durchleuchtet werden. Wie gesagt.........akt. Sterbehilfe finde ich OK.........allerdings unter bestimmten Umständen halt nur.

Ich sehe dahinvegetieren so: Man liegt erschöpft im Bett..hat keine Kraft mehr zum aufstehen.............man wird durch ne Sonde ernährt.......kriegt kaum Luft.........für jede noch so kleine Bewegung muss man sich unheimlich anstrengen............das ist für mich ehrlich gesagt kein schönes Dasein. Und ich, für mich, kann mir sowas einfach nicht vorstellen dass ich das bis zum "selbständigen" Tod durchhalten könnte.

Ja.......die Gesellschaft verdrängt den Tod..........zum einen ja auch verständlich...wer redet schon gern über das Lebensende. Für uns allerdings ist es ein wichtiger Aspekt.
Julia
 

Beitragvon Jens am 16.11.2005, 13:55

Zuletzt geändert von Jens am 13.03.2008, 20:57, insgesamt 1-mal geändert.
Jens
 

Beitragvon Gast am 16.11.2005, 14:02

das thema war echt interessant aber jetzt gleitet es ja wirklich ins total bescheuerte ab
Gast
 

Beitragvon Gast am 16.11.2005, 14:04

und die wäre ?
Gast
 

Beitragvon Gast am 16.11.2005, 18:01

Hallo,
ehrlich gesagt ich finde Zappo hat Recht in dem Sinne, dass dieser eine Mensch davor geschützt werden muss, dass ihm dieser Augenblick genommen wird! Das ist der entscheidende Punkt, auch wenn eine Million Leute das anders empfinden würden und keinen lebenswerten Augenblick mehr erleben. Und ich sehe erhrlich gesagt im Moment nicht, wie man Sterbehilfe so regeln kann, dass dieser Schutz auf jeden Fall gewährleistet ist. Ich weiß, dass auch die Vertreter der Sterbehilfe gute Gründe für ihre Einstellung haben, und ich weiß nicht, wie ich selber in so einer Situation fühlen würde, aber ich finde es gefährlich, zu locker mit dem Thema umzugehen, denn auch das Leben eines Komapatienten ist ein Leben und darf meiner Ansicht nach nicht dafür geopfert werden, dass andere sterben dürfen. Wo kämen wir denn da hin? Erst wenn jemand einen Weg gefunden hat, das Leben dieser Person ganz sicher zu garantieren, dann kann man daran gehen, Sterbehilfe zu legalisieren, vorher halte ich es für unverantwortlich und auch nicht verträglich mit unseren Grundrechten.
Übrigens, ich finde es nicht besonders nett, eine Meinung als geisteskrank oder bescheuert abzutun. Jede hat ihre Berechtigung.

Viele Grüße, Kathrin
Gast
 

Beitragvon Gast am 16.11.2005, 18:16

ich kann mich nur nochmal wiederholen, im prinzip ist das eine sache die man von mensch zu mensch anders angehen sollte, die vorstellung und das gequake von wegen wenn nur einer von einer million und sowieso nochmal lächelt und tralala das ist doch dummes gequake in meinen augen sorry.
wozu das führt wenn da zu viele leute den rüssel rein hängen obwohl es sie rein gar nix angeht hat man ja bei den amis und dem fall "shiavo" gesehen, die arme frau lag ewig im koma dann haben die angehörigen beschlossen die maschienen abzustellen, dann mischte sich jemand ein der die maschienen wieder hat anmachen lassen, dann wurde ich die künstliche nahrung versagt dann hat wieder die stadt geklagt das geht doch nicht und so weiter und so fort, aber die ärmste war doch die frau selber, alle hängen sie ihr blödes maul da mit rein obwohls sonst niemand was angeht deshalb sag ich lasst die leute mal machen wer es machen will und kann soll doch, ist jedem sein eigenes bier.
Gast
 

Beitragvon Julia am 16.11.2005, 19:58

Zappo hat geschrieben:und wenn nur 1 von 1000000 die so "daliegen" danach noch einen Moment erlebt, für den es sich dann für ihn zu leben lohnt, ist das doch schon Argument gegen die Sterbehilfe genug


Ja......und dieser eine Mensch, der kann ja verdeutlichen, dass er keine aktive Sterbehilfe will! Denn ich rede hier von Mensch, die NICHT im Koma liegen sondern Herr ihrer Sinne sind. Denn ich habe geschrieben: "Man liegt erschöpft im Bett..hat keine Kraft mehr zum aufstehen.............man wird durch ne Sonde ernährt.......kriegt kaum Luft.........für jede noch so kleine Bewegung muss man sich unheimlich anstrengen............"
Julia
 

Beitragvon Julia am 18.11.2005, 14:11

Zappo hat geschrieben:
Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass es Situationen gibt, in denen Du Dich so schlecht fühlst und einfach nicht mehr willst, und dann trotzdem später nochmal glückliche Momente zu erleben? Ist Deine Entscheidung dann in dem Moment objektiv? Wenn sie getroffen ist gibt es kein zurück mehr. Da ist dann der Mensch der Dich bittet, hilf mir zu sterben und du machst es und fertig, oder du machst es nicht und es kommt ein Zeitpunkt an dem Du sagst, gut dass ich es nicht gemacht habe. Ansonsten bleibt der Zweifel. Ich hab schon Leute erlebt, denen ging es genau so, wie Du es beschreibst, aber dazwischen waren immer wieder kurze Zeiten, an denen sie sich an ganz banalen Dingen wie Besuch oder etwas zu essen erfreuen konnten. Und eine Stunde später wären sie lieber wieder tot gewesen als so zu leiden.



Da magst du schon recht haben..........aber so gesehen kann ein Mensch es doch nicht bereuen dass er aktive Sterbehilfe erbeten hat. Denn er ist ja dann tot.
Das mag hart klingen......aber ich denke mal.......wenn man so denkt wie du sagst........dann sollte man ja nie sterben.......denn es kann ja IMMER so ein Moment kommen.
Und normal überlegt sich ein Mensch ja schon gut ob er soweit ist zu sterben oder nicht. Also.ich kann da nun nur von mir reden....ich habe mich da schon sehr deutlich und intensiv miteinander gesetzt,.....aber wenn ich sterben will.........dann mache ich das nicht so aus ner Laune raus sondern weil ich davon überzeugt bin dass das Ende naht und ich ein würdevolles Sterben möchte.
Julia
 

Beitragvon Gast am 18.11.2005, 15:36

Julia,
wieso ist Sterben durch Sterbehilfe würdevoller als ein normales? Das sehe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass es heutzutage schon sehr gute Möglichkeiten gibt, todkranken Menschen einen großen Teil von ihren Schmerzen abzunehmen, und solange du bei Bewusstsein bist (wovon du ja ausgehst), ist es dann nicht eigentlich sehr würdevoll und vielleicht sogar in gewisser Weise schön (???) in Ruhe von seine Lieben Abschied nehmen zu können und von ihnen begleitet zu werden? Ich sehe darin nichts Würdeloses sondern etwas sehr Mutiges.

Viele Grüße, Kathrin
Gast
 

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