Integrationskindergarten

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Sollte aktive Sterbehilfe legalisiert werden?

Ja
9
29%
Nein
3
9%
Nur unter genau festgelegten Bedingungen
19
61%
 
Abstimmungen insgesamt : 31

Beitragvon Esperanza am 18.11.2005, 17:06

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht wirklich, warum man um dieses Thema so heiß diskutieren muss. Wer gegen Sterbehilfe ist, den hindert ja keiner daran, darauf zu warten, dass nach langem Leiden ein natürlicher Tod eintritt. Aber muss man das dann auch anderen Menschen vorschreiben, bloß weil man es selbst gut findet?! Ich denke nicht.
Wolken waren da und
trotzdem schien die Sonne.
(Thomas Trescher)
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Beitragvon Julia am 18.11.2005, 17:23

Anonymous hat geschrieben:Julia,
wieso ist Sterben durch Sterbehilfe würdevoller als ein normales? Das sehe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass es heutzutage schon sehr gute Möglichkeiten gibt, todkranken Menschen einen großen Teil von ihren Schmerzen abzunehmen, und solange du bei Bewusstsein bist (wovon du ja ausgehst), ist es dann nicht eigentlich sehr würdevoll und vielleicht sogar in gewisser Weise schön (???) in Ruhe von seine Lieben Abschied nehmen zu können und von ihnen begleitet zu werden? Ich sehe darin nichts Würdeloses sondern etwas sehr Mutiges.

Viele Grüße, Kathrin


Ja....ich sagte ja auch ich kann nur von MIR reden.
Und ich kann es mir nicht vorstellen dass es würdevoll ist wenn ich vielleicht kaum mehr Luft kriege, mich alles anstrengt. Es heisst ja nicht dass ich Schmerzen haben werde (dank den Schmerzmitteln heutzutage). Aber ich für mich finde die Vorstellung beängstigend!
Julia
 

Beitragvon Jess am 18.11.2005, 20:02

Hallo zusammen

ich finde auch, dass dieses Thema jeder für sich entscheiden sollte und offen sagen kann wie er darüber denkt. Wenn ich mir überlege, wie schlecht es mir schon oft ging... Klar steht man immer wieder auf, aber wenn es wirklich mal nicht mehr geht!

Hat jemals schon einmal einer von uns mitbekommen wie ein andere CFler gestorben ist.. ich hab es noch nicht erlebt, aber ich weiss, dass mein Doc damals eine andere Patientin betreute die ich auch kannte und uns später einmal erzählte, dass er noch nie in seinem ganzen Leben eine CFlerin so qualvoll hat sterben sehen! Vor allem fand er es schwer daneben stehen zu müssen und nichts machen zu können! Genau für solche Fälle habe ich nichts gegen diese Hilfe die einem gewährleistet werden könnte!!!

Lieben Gruss
Jess
Jess
 

Beitragvon schurig am 05.01.2006, 14:25

Auch noch meinen Senf dazu:

Ich finde schon, dass die Meinung, es grundsätzlich zu untersagen, ihre Berechtigung hat. Denn wenn die Möglichkeit erstmal da ist, wird die Freiheit des Einzelnen schon eingeschränkt.

Heute wird man komisch angeschaut, wenn man ein behindertes Kind bekommt ("Wusstet ihr das nicht vorher?") und es nicht abtreibt.

Wann wird man komisch angeschaut werden, wenn man weiterleben möchte - trotz hoher Kosten und billiger humaner "Erlösungsangebote" ?



Michael
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Beitragvon Anouk am 05.01.2006, 18:00

schurig hat geschrieben:Wann wird man komisch angeschaut werden, wenn man weiterleben möchte - trotz hoher Kosten und billiger humaner "Erlösungsangebote" ?
Michael


hoffentlich nie!!!

anouk
Anouk
 

Beitragvon Heischeisch am 05.01.2006, 20:33

Liebe Diskutanten,

ich habe auf diesem Gebiet keine gefestigte Meinung, d.h. ich habe die vielfältigen Argumente für das Eine oder Andere für mich noch nicht priorisiert und also keinen untermauerten Entschluss. In einer ernsthaften Diskussion zwischen Menschen, die sich mit dem Thema wirklich intensiv auseinander gesetzt haben, wäre ich ein Spielball...

Was ich bis jetzt spüre, ist eher so eine "weiche" (gefühlsmäßige, intuitive?) Zuneigung zur passiven Variante, wobei ich keinesfalls glaube, dass es so läuft, wie Tante Yu das in ihrem "blödem Beispiel" (könnte sein :shock:) angedeutet hat. Wenigstens hier glaube ich an funktionierende palliative Medizin. Es besteht jedenfalls kein Widerspruch zwischen passiver Hilfe zum Sterben und aktiver Palliatie.

Natürlich könnte man das ganz verbieten, auch passive Sterbehilfe. Aber die ganze Teufelei wurde doch durch die medizinischen Möglichkeiten, Leben über alle vernünftigen Grenzen hinweg zu verlängern in Gang gesetzt! In Wirklichkeit heißt passive Sterbehilfe doch nur: VERZICHT! Es ist das Eingeständnis, dass mal Schluss sein muss, auch eine Antwort auf die Folgen des hippokratischen Eides moderner Prägung. Die Medizin bringt es für alle Menschen irgendwann mit sich, dass es schwieriger wird, physisch zu sterben, als geistig zu leben. Eine fürchterliche Vorstellung!

Liebe Grüße
Kai-Roland Heidenreich
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