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Transplantation kurz im TV

BeitragVerfasst: 11.10.2007, 09:43
von leeni
Hallo zusammen! Ich habe am Dienstag Abend und am Mittwoch bei Punkt 12 auf RTL einen kurzen Beitrag über eine Transplantation einer Lunge gesehen. Das Aufsehen erregende dran war, dass die Lunge der 21 jährigen Cflerin verpflanzt wurde, obwohl die Blutgruppen nicht übereinstimmten. Die MHH hat dies laut Medien weltweit zum ersten Mal gemacht.
Falls Ihr den Beitrag auch gesehen habt, oder mehr darüber wisst wäre das sehr interessant. Meint ihr das ganze wäre auch langfristig eine neue Möglichkeit, um vielleicht schneller an eine Lunge zu kommen? Oder war dies wirklich nur eine Not OP! Ich selber bin noch nicht transplantiert und auch noch nicht gelistet. Also falls ich an einiges nicht gedacht habe, bitte ich dies zu entschuldigen!
Lieben Gruß!

Mmmmhh, jetzt überleg ich gerade ob das Thema nicht bei TX besser aufgehoben wäre, aber da es ein Bericht im TV war.

BeitragVerfasst: 11.10.2007, 16:39
von Schlumpfine
Hab davon weniger im Fernsehen was mitbekommen als in der Zeitung.
Hier der Artikel:

Hannover. Chirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben weltweit erstmals gezielt einer Patientin erfolgreich eine Lunge transplantiert, deren Blutgruppe nicht mit jener des Spenders übereinstimmte. Möglich wurde dies durch die Immunabsorption, eine bestimmten Art der Blutwäsche.

Dabei wurden in mehreren Schritten Antikörper aus dem Blut der Patientin herausgefiltert, die zusätzlich Medikamente erhielt, um zu verhindern, dass ihr Körper mit Abwehrmechanismen reagiert. Die 21-Jährige leidet an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose, bei der sich klebriger, zäher Schleim in der Lunge bildet, an dem Patienten zu ersticken drohen.

Vor der Operation lag die junge Frau auf der Intensivstation, nach Komplikationen gaben ihr die Ärzte nur noch wenige Tage zu leben. Sie griffen daher zu, als der MHH eine Lunge mit der seltenen Blutgruppe AB angeboten wurde, die weder für den eigentlich vorgesehenen Empfänger noch für andere Patienten infrage kam. Die Mediziner setzten also der 21-Jährigen zwei Lungenlappen ein, obwohl sie Blutgruppe 0 hat. Das sei, wie selbst angeben, eigentlich die "maximale Unverträglichkeit".

Doch das Risiko scheint sich gelohnt zu haben: Seit der Operation im Juli geht es der Frau gut. Sie wird laut den Ärzten ein weitgehend normales Leben führen können, auch wenn sie weiterhin die Körperabwehr hemmenden Medikamente einnehmen und sich deshalb besonders vor Infektionen schützen müsse.
Signalwirkung

MHH-Herzspezialist Prof. Axel Haverich fordert nun vom Gesetzgeber neue Richtlinien. Zwar erlaubt das deutsche Transplantationsgesetz grundsätzlich Operationen bei Blutgruppen-Unverträglichkeit, die Umsetzung sei aber zu zeitaufwendig. Haverich: "Sobald nach sorgfältiger Prüfung ausgeschlossen werden kann, dass es einen anderen passenden Empfänger gibt, sollte die Vermittlung an dringliche Patienten anderer Blutgruppen vorgenommen werden."

Spenderorgane sind in Deutschland knapp. Aus Sicht der MHH-Mediziner könnte die erfolgreiche Operation der 21-Jährigen aber Signalwirkung haben. Haverich: "Sollte sich dieser Erfolg bei anderen Patienten und im Langzeitergebnis bestätigen, hätte dies erhebliche Auswirkung auf die zukünftige Organvermittlung von Lungentransplantaten."

BeitragVerfasst: 11.10.2007, 17:47
von leeni
Hallo Schlumpfine!
Vielen Dank für Deine Antwort! Mit dem Zeitungsartikel kannn man schon wesentlich mehr anfangen und bekommt mehr medizinischen Hintergrund, als bei der sehr mageren RTL Berichterstattung!
Lieben Gruß!!!

BeitragVerfasst: 12.10.2007, 06:21
von Peacemaker
gelöscht

BeitragVerfasst: 12.10.2007, 12:16
von marcylaila
@ Peacemaker...
danke für den tollen Artikel..... :!: